Zwei Möglichkeiten für die Abzahlstrategie

Heute möchte ich euch zwei Möglichkeiten vorstellen, wie man die Abzahlstrategie fahren kann.

Jede der beiden Möglichkeiten hat dabei ihre eigenen Vor- und Nachteile. Welche ihr bevorzugt ist daher euch überlassen. Vielleicht ist auch eine Kombination beider Möglichkeiten eine Variante.

Ein kleiner Hinweis noch Vorweg. Bei beiden Strategien ist es wichtig, das wir nur Optionen auf Unternehmen schreiben, welche wir auch haben wollen und von welchen wir überzeugt sind.

 

Variante 1 – Aktien besitzen und abzahlen

Bei der typischen Abzahlstrategie verkaufen wir einen Put auf ein Unternehmen, welches wir gerne besitzen wollen.

Wir verkaufen den Put nahe am Geld und lassen uns die Aktien einbuchen.

Danach verkaufen wir ca. an der ersten Standardabweichung Calls gegen unsere Bestände. Die Idee dahinter ist es, unser investiertes Kapital über die Prämieneinnahmen wieder aus dem Markt zu ziehen.

Ebenfalls erhalten wir von den Aktienanteilen Dividenden, soweit das Unternehmen welche ausschüttet. Auch diese werden gegen das investierte Kapital gegengerechnet.

Hierdurch haben wir irgendwann so viel Geld wieder aus dem Markt gezogen, das die Aktien im Grunde „kostenlos“ waren und wir so eine unendliche Rendite erhalten.

 

Vorteil

Wenn wir diese Variante fahren, können wir an Kurssteigerungen des Basiswertes teilnehmen. Denn der Kurs der Aktien kann steigen ohne das wir gleich Gefahr laufen, das unser Callstrike erreicht wird, wodurch uns die Aktien wieder ausgebucht werden würden.

 

Nachteil

Diese Variante braucht relativ lange. Wir nehmen pro verkaufte Option nur 0,5 % bis 1 % des investierten Kapitals ein. Gleichzeitig kann es passieren, das wir unsere Calls rollen müssen, da wir die Aktienpakete nicht verlieren wollen.

Ebenso kann es als Nachteil angesehen werden, wenn die Aktien erstmal weiter fallen. Dadurch hätte man den Call näher am Geld schreiben können und würde mehr vom Verfall diesen profitieren.

 

Variante 2 – Optionen verkaufen und Aktien später kaufen

Die zweite Variante ist nur leicht abgewandelt.

Hierbei verkaufen wir ebenfalls einen Put nahe am Geld. Wir lassen uns auch hier die Aktien einbuchen, sollte der Kurs unter den Strikepreis fallen.

Anders aber als bei Variante 1 verkaufen wir hier danach einen Call ebenfalls möglichst nahe am Geld. Im Grunde sogar direkt an dem Strike, an dem wir vorher unseren Put verkauft haben.

Hierdurch nehmen wir höhere Prämieneinnahmen ein. Die Idee hier ist es, dies solange zu wiederholen, bis wir mit den Optionen auf dem Basiswert so viel Geld verdient haben, das wir uns 100 Aktien kaufen können.

Anders als bei Variante 1 versuchen wir also hier, das Geld erst zu verdienen und uns dann 100 Aktien zu kaufen.

 

Vorteil

Im Optimalfall haben wir hier das Geld nicht so lange gebunden. Ebenso verdienen wir mehr Geld über die Prämien, da wir versuchen, möglichst nahe am aktuellen Kurs zu verkaufen.

Hierdurch nehmen wir einen höheren prozentualen Anteil am investierten Kapital durch Optionsprämien ein.

Ein weiterer Vorteil ist, sollte der Basiswert erstmal weiter fallen, verfällt der Call recht schnell und wir können einen weiteren Call verkaufen.

Auch ist es in dieser Variante möglich, auf Weeklys zu gehen (Optionen mit sehr geringen Laufzeiten) da es uns egal ist, ob uns die Aktien wieder ausgebucht werden. Wir versuchen nur die Prämieneinnahmen zu optimieren und zu erhöhen.

 

Nachteil

Wir können nicht an Kurssteigerungen teilnehmen. Wenn die Strategie recht gut aufgeht, werden wir auch keine Dividenden einnehmen, da wir immer nur kurzzeitig Aktien des Unternehmens besitzen werden.

Auch ist nicht abzuschätzen, wieviel Kapital wir tatsächlich aus dem Markt ziehen müssen, um uns später 100 Aktien kaufen zu können. Umso höher der Kurs steigt, umso mehr Geld müssen wir aufbringen.

 

Eine Idee um den Nachteil zu minimieren

Es gibt eine kleine Möglichkeit, zumindest den letzten genannten Nachteil zu minimieren.

Es wäre denkbar, das wir uns von den realisierten Prämien der Optionen, immer direkt Aktien kaufen.

Leider kommt hierdurch gleich ein weiterer Nachteil zum Tragen. Denn wenn wir dies machen, gehen unsere Gebühren in die Höhe. Denn wir müssten für jeden Kauf Gebühren zahlen. Wenn wir uns aber nur eine oder zwei Aktien von den Prämien kaufen können, macht das fast keinen Sinn.

 

Kleines Fazit

Schaut euch die Prämien der Optionen genau an. Es gibt Unternehmen, welche von Haus aus eine höhere IV haben. Hier macht es mehr Sinn, auch mal Optionen zu schreiben, welche weiter weg vom Kurs sind. Denn auch hier kann man noch gute Prämien einnehmen.

Hat man hingegen ein Unternehmen, bei dem die IV grundsätzlich recht niedrig ist, kann Variante 2 durchaus Sinn machen. Auch wenn der Kurs des Unternehmens relativ niedrig ist.

Kommentare (4)

  1. Hi,
    ich würde eine Variante bevorzugen, bei der man mit einem Put anfängt. Bei Andienung würde ich dann Short Strangles schreiben.

    Bei Durchbrechen der Unterseite und Andienung eines zweiten Pakets schreibe ich zwei Calls mit den alten Put-Strikes (hier kann man ein wenig variieren, solange man in Summe den Einkaufspreis herausbekommt).

    Bei Durchbrechen der Oberseite und Ausbuchung würde ich ein neuen Put mit dem alten Call-Strike schreiben, so dass ich im Falle einer Andienung genau da weitermache, wo ich zuvor ausgebucht worden bin.

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  2. Was ist aus der Variante geworden, sich erst zwei Aktienpakete andienen zu lassen und dann Calls auf nur eines dieser Pakete zu schreiben? Damit hätte man immer mindestens ein Paket im Bestand, maximal zwei, und könnte gleichzeitig mit den Strikes immer nah ans Geld. Das würde zumindest in Teilen die Vorteile aus beiden vorgestellten Varianten vereinen. Aber vermutlich hast Du das mit „Kombination beider Möglichkeiten“ gemeint.

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    • Hallo,

      ja kann man natürlich auch weiterhin machen. Ich selbst habe ja aktuell auch zwei Aktienpakete von Lufthansa. Mit dem Beitrag wollte ich nur kurz zwei Möglichkeiten vorstellen, ohne die Strategie an sich nochmal ausführlich vorzustellen 🙂

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