Worüber ich mich am meisten ärgere

Zeit ist eine Größe, welche einfach verschwindet. Ist diese vergangen, hat man keine Chance mehr, Zeit aufzuholen oder Dinge schneller zu machen, um Zeit zurückzugewinnen.

Dies bringt mich zu dem, worüber ich mich am meisten ärgere. Verlorene Zeit.

 

Ihr wisst ja, das ich von nun an mehr investieren möchte. Hier bin ich auch schon dabei. Dabei versuche ich, meiner Ansicht nach, unterbewertete Aktien zu kaufen.

Nun habe ich eine Zwangspause vom Arzt verschrieben bekommen (wurde mit dem Krankenwagen nach einem kleinen Schwächeanfall von Arbeit abgeholt) und hatte Zeit, mir einen Plan für die Zukunft zu machen.

Der Plan selbst besteht dabei eher aus Exceltabellen, welche meine Einnahmen durch Dividenden/Optionen tracken sollen.

Soweit so gut. Jedoch habe ich mich angefangen zu ärgern, als ich diese Tabellen aufstellte.

 

Knapp 10 Jahre verloren

Als ich meine Tabellen so aufbaute musste ich daran denken, das ich damals nach der Finanzkrise mit der Börse in Kontakt kam.

Damals wollte ich traden, schnell reich und unabhängig werden und so ein Käse.

Nun, knapp 10 Jahre nach meinen Anfängen, bin ich real keinen Schritt weitergekommen. Ich habe viel Wissen angehäuft, aber das wars auch schon.

Hätte ich damals dagegen angefangen, mich mit Fundamentalanalyse zu befassen und dem Investieren, wäre mein Vermögen heute ein gutes Stück größer.

Meine laufenden Einnahmen durch Dividenden würden natürlich noch lange nicht zum leben reichen, aber sie würden ein schönes Extraeinkommen darstellen.

Leider wollte ich damals nicht langsam Vermögen aufbauen, sondern vermeintlich schnell.

Als Resultat kam heraus, das mein Vermögen durch die Börse an sich überhaupt nicht angewachsen ist. Ich habe nicht an der wirtschaftlichen Erholung teilnehmen können, weil ich der Meinung war, ich schaffe das schneller, besser wie alle anderen Leute.

 

Und heute ärgere ich mich. Ich ärgere mich, nicht angefangen zu haben.

 

Warum ich jetzt anfange, zu investieren

Ich bin noch nicht alt. Die letzten Jahre sind zwar verloren, aber ich habe ja noch einige Jahrzehnte, welche ich hier auf Erden verbringen kann 😊

Also fange ich jetzt an mit dem Investieren. Nun haben aber viele etwas Angst, jetzt anzufangen. Die Kurse stehen hoch, es gibt viele Risiken auf der Welt.

Aber im Grunde sind alle Risiken egal.

Ich selbst sehe aktuell Herrn Trump als größtes Risiko. Ich kann einige Sachen von ihm verstehen, bin aber aus Investorensicht nicht begeistert davon.

Vielleicht kracht es an den Börsen, weil tatsächlich ein großer Handelskrieg entsteht. Aber ist das wirklich dann so extrem schlimm?

Kurzfristig würden die Märkte alle einbrechen, teilweise haben diese damit ja schon begonnen.

Aber sehen wir das alles mal Rational.

Wenn die Märkte einbrechen und es zu einem Handelskrieg kommt, wird sich Trump keine weitere Amtsperiode an der Macht halten können.

Somit sollte sich das Problem Trump bis 2020 von selbst klären. Also nur noch 2 Jahre.

Was wenn ich mich irre und Trump wiedergewählt werden würde?

Naja, dann haben wir ihn maximal bis 2024 am Hals. Aber selbst das würde ich als weniger Schlimm ansehen. Bis zur nächsten Wahl wären wahrscheinlich die neuen Regeln des Marktes geschrieben wurden. Man wüsste wie hoch welche Zölle sind und die Wirtschaft würde sich normalisieren.

Interessanter ist es doch dann, wenn wieder jemand Neues an die Macht kommt. Wenn die Zölle wieder gesenkt werden würden. Was glaubt ihr, was das für Impulse an den Märkten geben wird.

 

Aus diesem Grund bin ich recht entspannt geworden. Wenn einem das alles klar wird, das man aktuell nur in einer Momentaufnahme lebt und investiert. Vielleicht brechen die Märkte ein.

Solange man dabei nicht seinen Job verliert, bietet dies einem enorme Möglichkeiten, die Grundmauern für seine finanzielle Zukunft zu legen.

 

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird

Schaut euch heute die Kurse an. In den Kursen sieht man nichts mehr von einer Finanzkrise. Es gab sie, aber knapp 10 Jahre danach ist diese irrelevant geworden. Naja, zumindest solange ihr keine Banken gekauft hattet.

 

Der Mensch sieht vieles gerne schwarz. Die Vergangenheit war immer besser, die Zukunft kann nur schlechter werden. Real gesehen wissen wir alle, das es immer umgekehrt ist.

 

Ich selbst möchte nicht wieder in 10 Jahren dasitzen und mich wieder ärgern, nicht investiert zu haben. Wieder nicht dabei gewesen zu sein. Wieder keine realen Vermögenswerte aufgebaut zu haben.

Also fange ich an. Vielleicht zu einem der schlechtesten Zeitpunkte der letzten Jahre. Wer weiß das schon? Und spielt es in 10 Jahren eine Rolle? Wahrscheinlich nicht.

Also begebe ich mich auf die Reise. Ich werde Barreserven aufbauen, um jederzeit nachkaufen zu können aber ich werde auch jetzt immer Kaufen, wenn ich der Meinung bin, ein Unternehmen gefunden zu haben, welches gerade günstig zu haben ist.

Was hierbei hilfreich ist, schaut nicht auf Charts. Selbst bei den Optionsverkäufen schaue ich nicht auf Charts, nur darauf, ob mir der aktuelle Preis als fair erscheint.

Ein Chart führt meist nur zu Furcht. Er visualisiert euch den Kursverlauf und bringt euch dazu vielleicht zu denken, das die Aktie zu stark gestiegen ist oder zu stark gefallen ist.

Doch im Endeffekt ist das doch auch nur wieder eine Momentaufnahme.

 

 

Ich kann somit nur jedem Raten, fangt einfach an zu investieren. Und denkt daran, das jede Krise vorbeigeht. Jedes Risiko. Und danach meist aufgebaute Schranken wieder abgebaut werden und die Kurse somit nach oben befördert.

 

Und sollte es mal einen Vorfall geben, indem dies nicht möglich ist, dann spielt Geld sowieso keine Rolle mehr, weil man dann andere Sorgen hat.

 

Es gibt entweder gute Nachrichten oder billige Aktienkurse, aber nicht beides gleichzeitig.

Lumiere Capital

Kommentare (3)

  1. Es ist nie zu spät anzufangen! =)
    Auf dem Sterbebett bereuen alle, etwas NICHT gemacht zu haben.

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  2. Vollkommen richtig!
    Einfach mal in die Puschen kommen. Den richtigen Zeitpunkt wird man nie treffen.

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  3. Finde ich echt interessant. Wenn man irgendwann mal Zweifel an der Börse hat, muss man nur daran denken, dass es bei fast allen Anlegern einen gemeinsamen Wermutstropfen gibt: Dass sie nicht früher angefangen haben 😀

    Grüße vom Depotstudent Dominik

    Antworten

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