PMCC Praxis – aktuelle Entwicklungen

Markteffizienzhypothese

Ich erklärte zuletzt, wie ich selbst den Poor Man Covered Call handle. Den Artikel dazu findest du hier.

Es liegt in der Natur des PMCC das dieser besser funktioniert, wenn wir uns in steigenden Märkten befinden.

Wir wissen, das dies aktuell eher schwieriger ist. Die Märkte schwanken wieder stärker und haben öfters Phasen des Abverkaufs.

Ist es da nicht interessant, wie sich meine PMCCs entwickeln? Immerhin haben wir aktuell die wohl ungünstigste Marktlage, welche man sich für einen PMCC wünschen kann.

Hinzukommt noch, das ich die Trades, mehr oder weniger, am Hoch aufsetzte. Danach gingen wieder die Abverkäufe los.

Somit befinden sich, logischerweise, meine long Call Optionen alle im Verlust. Diese Verluste werden jedoch durch die short Call Optionen aufgefangen und abgemildert.

 

Die Ausgangslage

Am 12.03. hatte ich insgesamt sechs Trades als PMCC eröffnet.

Für die Trades musste ich Kapital in Höhe von 3113 € aufbringen. Die Laufzeiten der Longoptionen variieren dabei zwischen 130 Tagen bis zu 221 Tagen.

Mehr wie diese 3113 € kann ich nicht verlieren. Völlig egal ob die Börse morgen zusammenbricht, oder ab geht wie eine Rakete. Für die nächsten 221 Tage ist dies mein komplettes Risiko.

 

Jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit. Denn ich verkaufte ja gleichzeitig Calls mit kürzerer Laufzeit und teilweise höheren Strikes.

Hierdurch nahm ich Prämien in Höhe von 589 € ein. Diese kann man direkt vom Risiko abziehen.

Somit war das tatsächliche Risiko „nur“ 2524 € für 221 Tage.

Da ich die Prämie auf jeden Fall behalten darf und die short Calls durch die long Calls gesichert waren, konnte ich nicht mehr verlieren.

 

Die Entwicklung

Die Märkte gaben in der letzten Zeit immer wieder nach.

Einige meiner short Calls waren bereits fast wertlos geworden bzw. war die restliche Prämie, welche ich noch hätte verdienen können, nicht mehr attraktiv. Auch rechnete ich nicht mit einer baldigen Erholungsrally.

Also schloss ich einige meiner short Calls und rollte dieser in der Zeit und teilweise in den Strike um erneut Prämien einzunehmen.

Das Rollen hier bedeutet nicht, das ich Verluste versuche auszugleichen. Es bedeutet nur, das ich die Calls neu aufgesetzt habe um noch mehr Prämien einzunehmen. Verursachen die short Calls Verluste, ignorieren wir diese, da die Short Calls durch die long Calls gesichert sind.

Insgesamt habe ich bei drei meiner sechs Werten die Calls gerollt.

Die gestiegene Volatilität, welche ja ebenfalls bei der Preisbildung von Optionen eine Rolle spielt, hat mir hier sogar geholfen.

Durch die hohe Vola, konnte ich meine Calls wieder zu guten Preisen verkaufen. Dies führt natürlich dazu, das sich mein Restrisiko weiter senkt.

 

Aktuelle Situation

Einige meiner long Calls sind aktuell zu fast 50% abbezahlt. Dies ist eine gute Entwicklung, dafür das diese noch sehr viel Restlaufzeit haben.

Aktuell habe ich Prämieneinnahmen von insgesamt 929 €. Diese sind zwar noch nicht alle realisiert, aber diese Prämien kann mir niemand mehr nehmen. Ich habe in einem PMCC kein Risikomanagement bei den short Optionen!

Mein Restrisiko fällt durch das Rollen der drei short Calls von 2524 € auf nur noch 2184 €.

Nochmal, egal was jetzt an den Märkten passiert, mehr kann ich nicht verlieren.

Im Optimalfall würde man mit einem PMCC natürlich weitaus mehr gewinnen. Doch in der jetzigen Marktphase ist es wichtig, das Risiko weiter zu senken.

Dies ist auch ein Grund, weshalb ich die Strikes der short Optionen recht nahe an den Strikes der long Optionen habe. Ich möchte erst einmal weiter Risiko aus dem Markt nehmen.

 

Beispiel wie es laufen kann

Da der Artikel ein wenig kurz ist, möchte ich noch kurz meinen ersten PMCC aufzeigen, wie sich dieser entwickelt hat.

Diesen hatte ich noch nicht so akribisch getriggert, wie die jetzigen. Aber dank der Kontoauszüge kann man sehr gut nachvollziehen, wie sich die Prämien und der Basiswert entwickelt haben und was bzw. ob ich etwas an diesen PMCC verdienen werde.

Gleich vorneweg. Dieser Trade hat ebenfalls alles mitgemacht, was ging. Einen Abverkauf im Basiswert, sowie eine darauffolgende Rallye in diesem.

Aufgesetzt hatte ich den Trade Anfang des Jahres.

 

Im Januar habe ich den Trade aufgesetzt, mit einer Laufzeit bis zum 20.04.2018

In dieser Zeit habe ich mehrere Calls und dann auch Puts auf den Basiswert verkauft und konnte mit diesen insgesamt 189,07 € einnehmen.

Warum auch Puts? Weil mir einer meiner short Calls angedient wurden war. Dadurch hatte ich 100 Aktien short im Depot. Diese waren weiterhin abgesichert durch den long Call. Gleichzeitig aber konnte ich recht risikofrei Puts verkaufen, da diese wiederum durch die short Aktien gedeckt waren.

Aufpassen muss man nur, das die Puts an dem Strike verkauft werden, an dem man die Aktien eingebucht bekommen hatte.

So habe ich momentan noch einen Put laufen, welcher mir 51,80 € einbringen wird. Gleichzeitig befindet sich mein long Call im Geld. Dieser hat einen Wert von 993,80 €. Einen nennenswerten Zeitwert weißt der long Call nicht mehr auf.

 

Bezahlt hatte ich für den long Call 434,20 €

 

Rechnen wir also zusammen, was wir aktuell realisiert haben und noch bekommen werden.

189,07 € + 51,80 € + 993,80 € = 1234,67 €

Von diesen müssen wir aber noch die anfangs gezahlte Prämie abziehen.

1234,67 € – 434,20 € = 800,47 €

Dies wäre der Fall, wenn wir nur die Prämien ansehen würden. Wir haben aber noch etwas sehr Wichtiges vergessen!

Den short Bestand der Aktien, welche sich im Verlust befinden und welche durch den long Call gesichert werden.

Diesen Verlust müssen wir ebenfalls noch abziehen.

800,47 € – 553,85 € = 246,62 €

 

Wenn der Basiswert weiter steigt, oder bleibt wie er ist oder etwas fällt, verdiene ich in Summe 246,62 € an diesem Trade.

Mein Anfangsrisiko war 434,20 €.

Die Rendite, eingesetztes Kapital zum Gewinn, liegt aktuell bei 56,8 % für diesen Trade.

Breche ich das auf die Laufzeit herunter, ist dies eine Rendite von 14,2 %/Monat.  

 

Dabei interessierte den Trade der Volaanstieg nicht die Bohne. Ich selbst muss auch zugeben, das ich weitaus entspannter bei dem Trade war/bin. Auch als der Kurs ein gutes Stück unter dem Strike meines long Calls war.

 

 

Persönliches Fazit

Ich selbst mag den PMCC immer mehr. Natürlich sieht man am Anfang das große Verlustpotential, welches man hat. Wenn man sich aber ins Gedächtnis ruft, das dieses mindestens halbiert wird bis zum Ende, entspannt man sich sehr.

Auch die Tatsache, das man einfach nicht mehr verlieren kann und das einem die Volatilität, wenn diese stark ansteigt, sogar in die Hände spielt, beruhigt mich sehr.

Der beste Fall ist, wenn man die Optionen bei niedriger Vola gekauft hat und anschließend bei hoher Vola Optionen verkaufen kann. Dadurch geht das abzahlen der long Option recht schnell.

Auch darf man nicht vergessen, welches Potential diese Art des Tradings hat, wenn die Märkte in einem sauberen Bullenmarkt sind. Gewinne stellen sich da dann von ganz alleine ein.

Ich bin bei diesen Trades sehr, sehr entspannt. Auch weil ein Margincall nicht möglich ist. Die Positionen sind immer gedeckt, in welcher Form auch immer.

Der Nachteil ist jedoch, man erhält keine Dividenden. Doch sind wir mal ehrlich. Wir alle wissen, wie schwierig es ist nur mit Dividenden ein hohes Einkommen zu generieren. Und laufen die Märkte nach oben, kann man die Prämieneinnahmen der short Optionen als persönliche Dividenden ansehen.

Kommentare (2)

  1. Hallo,
    Toll mal etwas über anderes als nur die short put Strategie zu lesen.
    Wie ist es denn eigentlich mit der Marginanforderung an die short calls ? Müsste man das nicht auch in die Renditeüberlegung mit einbeziehen ?
    Gruss

    Antworten
    • Hallo,

      das schöne ist, das man fast keine Margin hinterlegen muss. Dies liegt an den long Calls. Diese decken ja die short Calls. Somit muss man die Rendite gegen die gezahlte Prämie für die long Optionen rechnen

      Antworten

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