Long Iron Butterfly

long iron butterfly

Ich wurde zuletzt gefragt, ob ich den Reverse Iron Fly vorstellen könnte. Auf englischsprachigen Seiten kann man diesen eher unter dem Begriff Reverse Iron Butterfly oder Long Iron Butterfly finden, weshalb ich auch den Artikel so benannt habe.

Ich selbst hatte zuvor noch nichts von dieser Strategie gehört.

Nun möchte ich euch diese Strategie einmal vorstellen und die Vor- und Nachteile aufzeigen.

 

Was ist ein Reverse Iron Butterfly?

Legende:

C = Call

P = Put

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

 

Ein Reverse Iron Fly ist eine marktneutrale Strategie, welche davon profitiert, wenn sich der Basiswert in eine beliebige Richtung bewegt.

Der Grundaufbau sieht dabei wie folgt aus.

long butterfly

Diese Strategie ist eine Debit Strategie. Das heißt, wir müssen anfangs eine Prämie zahlen und nehmen kein Geld ein. Gleichzeitig ist die zu zahlende Prämie unser maximal möglicher Verlust. Die Laufzeit aller Optionen ist gleich lang.

 

Analysieren wir kurz den Aufbau des Long Iron Butterflys.

Wir sehen das wir am aktuellen Kurs einen Straddle gekauft haben. Wir kaufen also einen Put und eine Call Option. Dies hat zur Folge, das wir Geld verdienen, egal in welche Richtung der Kurs geht.

Jedoch sind bei einem Long Straddle unsere Breakevenpunkte weit entfernt, da wir erst die zu zahlende Prämie über Kursgewinne wieder reinholen müssen.

Um die Breakevenpunkte näher an den aktuellen Kurs zu bekommen werden je ein Put und ein Call zusätzlich verkauft. Für die verkauften Optionen erhalten wir Prämien, welche uns helfen, schneller Geld mit dieser Strategie zu verdienen.

Das schlimmste was passieren könnte wäre, wenn der Kurs sich überhaupt nicht bewegen würde, bis die Laufzeit der Strategien erreicht ist. Dann würden wir unsere ganze gezahlte Prämie verlieren.

 

Das Gewinn-Verlust-Diagramm

Zur besseren Verdeutlichung hier einmal das Gewinn-Verlust-Diagramm.

Wie man sieht kann man ein Vielfaches von dem verlieren, was man gewinnen kann. Somit sieht diese Strategie ersteimal nicht sonderlich attraktiv aus.

Interessanter wird diese Strategie, wenn man sich die Gewinnwahrscheinlichkeiten ansieht.

Das dieser Trade selbst ein Gewinner wird, hat eine Wahrscheinlichkeit von aktuell 69 %. Das wir den maximalen Gewinn erreichen, hat eine 66 %ige Wahrscheinlichkeit.

Die Wahrscheinlichkeit für den maximalen Verlust dagegen liegt bei 0 %. Die Laufzeit bei diesem Trade wären nur 12 Tage.

Der maximale Verlust ist gleichzeitig die zu zahlende Prämie für das Aufsetzen des Trades. Wenn man sich dies hier also ansieht, müssten wir ca. 457 $ zahlen, um den Trade aufzusetzen und könnten maximal 43 $ gewinnen. Dies würde einen Return on Investment in 12 Tagen von 9,4 % bedeuten.

 

Will man erreichen, das sich der maximale Gewinn erhöht, so muss man die Strikes der short Optionen weiter weg wählen. Dies wirkt sich jedoch wiederum direkt auf die Gewinnwahrscheinlichkeit aus. Umso weiter die Strikes der short Optionen entfernt sind, umso höher wird erstens der maximal mögliche Verlust und umso niedriger wird die Wahrscheinlichkeit, das der Trade ein Gewinner wird.

 

Vor- und Nachteile

Aus den bisherigen Daten ergeben sich bereits einige Vor- und Nachteile.

So werden Verluste immer gleich mehrere Gewinner aufzerren. In Seitwärtsphasen werden die Verluste sich auch mehren.

Vorteile sind jedoch, das man neutral zur Volatilität ist. Es ist egal ob diese steigt oder nicht. Auch sind extremere Kursbewegungen egal, da wir diese wollen. Die Richtung dieser Bewegungen kann uns ebenfalls egal sein.

Was ich persönlich als Vorteil ansehe, ist die Laufzeit dieser Strategie.

Ich habe verschiedene Laufzeiten in der TWS durchgespielt.

Auch bei längeren Laufzeiten, konnte man nur minimal höhere maximale Gewinne erreichen. Einzig und allein die Gewinnwahrscheinlichkeiten stiegen etwas, mit höheren Laufzeiten.

Doch grundsätzlich ist es durchaus möglich diese Strategie wöchentlich aufzusetzen. Der Return on Investment ist dabei enorm.

 

Eine Sache, bei der ich nicht weiß, ob ich sie als Vor- oder Nachteil ansehen soll ist noch, das man recht wenig adjustieren kann.

Entweder man gewinnt oder man verliert bei dieser Strategie. Adjustierungen machen an sich keinen Sinn.

Da ich aber selber noch mit dieser Art des Butterflys übe und rumprobiere, kann es durchaus sein, das ich noch Möglichkeiten der Adjustierung finde. Ich denke aber dies wird dann mit den Aktien selber stattfinden. So kann man sich ja z.B. die Aktien der long Optionen ein- bzw. ausbuchen lassen und dann damit weiterarbeiten.

Ideen habe ich bereits ein paar, welche ich in Zukunft ausprobieren werde.

So soll diese Art der Strategie meine Brot und Butter Strategie werden, möglicherweise neben Iron Flys. Somit sieht man bereits, das sich mein Trading weiter wandelt. Der Weg geht hin zu abgesicherten Strategien, mit entweder hohen Gewinnwahrscheinlichkeiten oder hohen Gewinn/Verlust Verhältnissen.

Kommentare (6)

  1. Hallo Martin,

    hast Du diese Trades weiter getätigt?
    Wie sind deine Erkenntnisse. Wollte evtl. mit dem Dax Verfall April einen Testtrade machen!
    Viele Grüße
    Willi

    Antworten
    • Hi Willi,

      ja habe die Trades weiter gemacht. Sie funktionieren auch. Wichtig ist halt nur, das irgendeine Bewegung im Basiswert stattfindet. Wohin ist völlig egal.

      ABER aus steuerlicher Sicht lohnt sich der Trade nicht. Wenn man die Verluste, welche im Optionskonto entstehen, mit den Gewinnen, welche im Aktientopf entstehen, verrechnen könnte, wäre das genial. Aber weder in Deutschland noch in Österreich geht das. Hier sind Optionsgewinne/-verluste und Aktiengewinne/-verluste in unterschiedlichen töpfen und einzeln zu betrachten.

      Sinn macht der Trade, um in den Töpfen das Geld hin und her „zu schieben“
      Wenn du bei Optionen im Gewinn bist, bei Aktien aber einen Verlust stehen hast, kannst du den Trade machen. Somit würdest du den zu versteuernden Gewinn bei den Optionen verringern und deinen Verlust im Aktientopf aufbessern.

      Antworten
      • Hallo nochmals,

        im TWS findet man unter short Butterfly den Trade mit ausschließlich CALL oder PUT Optionen. Auch hier wird eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 63% angezeigt! Hast du solch einen Trade schon mal laufen lassen?
        Grüße

      • Grüße,

        den long baue ich immer im Optiontrader, unter dem Strategiebuilder, zusammen. Hier kann man sich dann auch das Profil anzeigen lassen, was man auch unbedingt machen sollte. Nicht immer macht der Trade Sinn.

      • Achso und den Trade muss man sogar durchlaufen lassen. Da der reale Gewinn sehr klein ist, macht ein Rückkauf keinen Sinn. Selbst bei niedrigen Gebühren nicht.

      • Hallo Martin,

        vielen Dank für die spontane Antwort und ein Kompliment über die Aufmachung deiner Seiten mit tollen Tipps und Tricks.
        Ich nutze deine Plattform um mich aus meinen bisherigen Trades (ausschließlich Vertical Spreads im DAX Index mit relativ kleinem Konto) marktneutraler zu orientieren und vielleicht ein bisschen profitabler zu werden.

        Vielen Dank und Grüße

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