Die Volatilität und wie man sie vergleicht

Volatilität

Heute widme ich mich mal der Volatilität an sich.

Für alle Optionshändler ist die Volatilität ein ausschlaggebendes Kriterium. Denn sie bestimmt zu einem erheblichen Teil, wie teuer oder billig gerade Optionen an den Börsen gehandelt werden.

Im Grunde kann man sagen, das die Volatilität mit fallenden Kursen steigt, bei steigenden Kursen fällt.

Sollte dies einmal nicht der Fall sein und die Volatilität steigt, obwohl auch die Kurse steigen, ist dies ein Warnhinweis, wie wir seit Februar 2018 wissen.

 

Was ist die Volatilität?

Die Volatilität kann man sich am besten als Angstindikator vorstellen. Steigt die Volatilität in einem Basiswert an oder steigt der VIX an, hat der Markt Angst, das der Kurs demnächst nachgeben könnte.

Praxistipp

Bei Futures kann die Volatilität auch bei steigenden Kursen ansteigen, da dann das weiterverarbeitende Gewerbe Angst vor teuren Rohstoffkosten hat.

Es gibt jedoch Basiswerte oder Futures, welche von Grund auf eine hohe Volatilität haben. Ein Beispiel hierfür wäre Nvidia. Ebenso gibt es aber auch Basiswerte, welche eine niedrige Volatilität haben, wie eine Microsoft.

Doch wie kann man nun herausfinden, ob in den jeweiligen Basiswerten die Volatilität gerade verhältnismäßig hoch ist oder nicht? Denn, wenn die Volatilität gerade hoch ist, wären auch die Optionen gerade verhältnismäßig teuer. Als Optionsverkäufer sucht man gerade nach solchen Basiswerten, da dann der Zeitwertverfall und eine wahrscheinlich sinkende Volatilität für einen arbeiten.

Will man dagegen Optionen kaufen, sucht man nach Basiswerten, bei denen die Optionen aktuell verhältnismäßig billig sind.

Doch wie könnten wir jetzt eine Nvidia mit einer Microsoft vergleichen?

Hierfür gibt es zwei Berechnungsmöglichkeiten, welche die Volatilität zu sich selber ins Verhältnis setzt.

 

Die IVR – impliziter volatilitäts Rank

Die IVR ist eine bekannte Größe unter vielen Optionshändlern.

Die IVR nimmt sich zur Berechnung die historische, also vergangene, Volatilität über 1 Jahr.

Hierbei werden der Hochpunkt und der Tiefpunkt genommen. Danach wird die aktuelle implizite Volatilität in ein Verhältnis gesetzt.

Klingt kompliziert?

Keine Angst, ist es nicht. Dazu mal ein Rechenbeispiel.

Volatilität Hoch war bei 135

Das Tief bei 33

Die aktuelle Volatilität liegt bei 76.

Die Formel für die IVR lautet nun:

(aktuelle IV – tiefste IV) / (höchste IV – tiefste IV) * 100

(76 – 33) / (135 – 33) * 100 = 42,16 %

 

Im Grunde sagt uns die 42,16 %, das die IVR mittelmäßig ist. Tastytrade z.B. empfiehlt eine IVR von mindestens 50 %. Umso höher die IVR, umso wahrscheinlicher ist es, das diese ihr Hoch erreicht hat und wieder fällt.

Dies wäre für Optionsverkäufer gut, da dann die Optionspreise fallen würden und sie ihre Optionen billiger zurückkaufen können.

Gleichzeitig ist es weniger schlimm, wenn die Volatilität doch weiter steigt. Denn wir haben bereits zu einer relativ hohen Volatilität unsere Optionen verkauft.

 

Die IVP – wie oft war die Volatilität niedriger

Mindestens genauso beliebt wie die IVR, ist die IVP. IVP heißt implizite Volatilitäts Perzentil.

Die IVP vergleicht einfach die Daten der Volatilität eines Jahres. Dabei gibt sie an, wie oft die historische Volatilität unter der aktuellen Volatilität war.

Das bedeutet, umso höher der IVP, umso besser.

Wenn wir z.B. ein IVP von 90 haben, sagt uns dies aus, das die Volatilität in einem Zeitraum von einem Jahr, in 90 % der Fälle niedriger war, wie aktuell.

Ich denke man kann sich hierunter mehr vorstellen. Die Wahrscheinlichkeit, das wir also hier ein Hoch erreicht haben, ist recht groß.  

Wir können also davon ausgehen, das im jeweiligen Basiswert die Optionen aktuell verhältnismäßig teuer sind und die Volatilität bald nachgibt, was zu fallenden Optionspreisen führt.

 

Wollen wir hingegen Optionen kaufen, suchen wir nach einer niedrigen IVP. Somit zahlen wir wenig Aufschlag für die Volatilität. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das die Volatilität bald wieder ansteigt und unsere gekaufte Option dadurch teurer wird. Somit könnten wir diese wieder teurer weiterverkaufen.

 

IVR oder IVP?

Im Grunde ist es egal, ob man lieber die IVR oder die IVP nutzt. Die IVP kann durchaus unterstützend sein, um die IVR zu bestätigen, bzw. einschätzen zu können, ob die IVR vielleicht weiter steigt.

Ich nutze immer lieber die IVP.

 

Hohe oder niedrige Volatilität – beides hat seinen Reiz

Man sollte sich merken, wenn man Optionen verkauft sollte man dies nur in Futures oder Basiswerten machen, welche aktuell eine hohe IVR/IVP aufweisen.

Denn dann unterstützt uns eine fallende Volatilität zusätzlich, neben dem Zeitwertverfall.

 

Wollen wir Optionen kaufen, sollten wir nach Futures/Basiswerten Ausschau halten, bei denen die IVR/IVP aktuell niedrig ist. Dadurch bezahlen wir weniger „Angstaufschlag“ und können sogar bei einem Anstieg der Volatilität profitieren, da sich dann unsere gekauften Optionen mit verteuern.

Somit gibt es Strategien für beide Szenarien.

 

Und woher die Daten bekommen?

Für amerikanische Aktien kann man teils kostenlose Seiten finden, welche einem die IVR und teilweise auch die IVP zur Verfügung stellen.

Will man diese Daten aber für Futures haben, kommt man meist nicht an einem monatlichen Abo vorbei, um die IV Daten zu bekommen und dann die IVR händisch auszurechnen.

Ich weiß wovon ich rede. Das ist zeitaufwendig und man macht dies auch nicht jeden Tag.

 

Schlimmer sieht es aus, wenn man die IVR/IVP für europäische Futures und Aktien haben will. Da findet man gar nichts. Man könnte auch hier sich die Daten manuell über Abos holen, die Gebühren sind aber recht hoch. Somit steht das dann leider nicht mehr im Verhältnis.

 

Aber es gibt jetzt eine Lösung dafür, welche auch kostengünstig ist.

Schaut euch mal den IV Ranker an, welchen ich zusammen mit IVolatility entwickelt habe. Hier hat man alles in einer Hand und das für wenig Geld.

Ich könnte jetzt die Vorteile des IV-Rankers hier niederschreiben. Aber schaut euch einfach meine Seite dazu an. Da findet ihr dann auch den Link zum Ranker 😊

Kommentare (1)

  1. Bedanke mich für die Tipps. Habe etwas Kapital und steige nun auch langsam in’s Trading ein.

    Leider hatte ich schon ein paar Verluste in Sachen Cryptotrading aber das liegt wohl daran dass ich generell kein System habe und so sehr unterscheiden sich die Sachen ja nicht untereinander.

    Grüße, AnhängerKing

    Antworten

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