Die Abzahlstrategie – Lufthansa nach dem Verfall am 20.07.

Abzahlstrategie

Wie versprochen kommt hier mein Artikel zum weiteren Vorgehen bei meinem Investment in Lufthansa.

 

Die Ausgangslage

Wie im Artikel „Praxisüberlegung zu Lufthansa“ geschrieben, hatte ich einen Put mit Strike 21 € laufen. Ich rechnete damit, das Lufthansa am 20.07. auch unter 21 € schließen würde und ich somit ein weiteres Aktienpaket erhalten würde.

Also verkaufte ich, leicht risikoreich, einen zusätzlichen Call mit Strike 22 €. Ebenfalls kontrollierte ich ob Lufthansa Zahlen veröffentlichen würde. Dies war nicht der Fall.

Jedoch habe ich trotzdem etwas übersehen…

Die anderen Fluggesellschaften fingen an Zahlen vorzulegen.

Diese Zahlen übertrafen die Markterwartungen und so zog auch der Aktienkurs von Lufthansa mit an. Somit schloss Lufthansa am Freitag über 21 € und mein Put verfiel wertlos.

 

Das Problem

Nun hatte ich ein Problem. Ich hatte ein Aktienpaket im Depot, mit einem Kaufkurs von 23 €. Auch wenn ich alle bisherigen Optionseinnahmen gegen den Kaufkurs rechnete, kam ich nur auf einen Einstandskurs von 22,32 €

Gleichzeitig aber hatte ich einen extra Call mit Strike 22 € verkauft…

Nun besteht die Gefahr, das der Callstrike erreicht wird und mir die Aktien zu 22 € ausgebucht werden würden. Ich würde so einen realen Verlust von 32 € hinnehmen müssen.

Natürlich konnte es auch sein, das dies nur eine kurze Erholung ist und die Aktie wieder verliert.

Aber ich muss als Investor auf alles vorbereitet sein und reagieren, wenn ein Plan nicht aufgegangen ist.

Also ist es für mich wichtig, meinen Kurs der Aktie auf mindestens 22 € runterzubekommen, am besten sogar, ohne die eingenommenen Optionsprämien mit einrechnen zu müssen.

 

23.07. Börseneröffnung

Direkt zur Börseneröffnung verlor die Aktie von Lufthansa. Ich überlegte einen neuen Put mit Laufzeit von einer Woche zu schreiben, bei einem Strike von 21 €.

Jedoch war mir das Risiko zu groß, das sich Lufthansa wieder erholen würde und mein Put nie angedient werden würde.

Somit entschied ich mich, eine Limitorder für 100 Aktien bei einem Kurs von 21 € zu platzieren.

Die 100 Aktien wurden mir auch eingebucht. Somit habe ich den Druck des Calls weg, da mein Einstandskurs der Aktienpakete nun bei 22 € liegt.

 

Achtung:

Wenn mir 100 Aktien bei dem 22er Call ausgebucht werden, mache ich einen Verlust von 100 €. Warum? Weil hier das Prinzip von First in, First out herrscht.

Dies bedeutet, das mir zuerst meine Aktien ausgebucht werden, welche ich zu einem Kurs von 23 € eingebucht bekommen habe.

 

Nun habe ich zwei Aktienpakete im Depot, aber nur einen Call verkauft.

Also verkaufte ich einen zusätzlichen Call. Dieser hat eine Laufzeit bis 21.09.2018 mit einem Strike von 23 €. Für diesen erhielt ich eine Prämie nach Gebühren von 20 €.

Wie geht es nun weiter?

Ich werde weiterhin Calls auf meine Aktienbestände verkaufen.

Sollte ein Aktienpaket ausgebucht werden, werde ich wahrscheinlich wieder versuchen, über einen Put ein zweites Aktienpaket zu erwerben.

Sollten nun beide Calls erreicht werden, kann ich zumindest die kompletten Prämieneinnahmen der Optionen behalten.

Danach kann ich überlegen, in ein anderes Unternehmen zu investieren und die Prämieneinnahmen zu „übertragen“ oder neue Positionen bei Lufthansa aufzubauen.

Im Optimalfall aber kommt es so, das mir maximal eines meiner Aktienpakete weggecallt wird und ich schön gemütlich auf das andere Paket weiter Calls schreiben kann.

 

Kurze Zusammenfassung

Lufthansa

Anzahl Aktien

200

Einstandskurs Aktien

22,02 €

Bisher eingenommene Prämien

88 €

Verrechneter Einstandskurs

21,58 €

 

 

Nachtrag

Ein kurzer Nachtrag, nachdem ich den Artikel bereits fertig geschrieben hatte.

Ich habe heute (24.07.) den Call mit Strike 22 € zurückgekauft und dafür 36 € nach Gebühren bezahlt.

Danach habe ich einen Call mit Laufzeit 19.10.2018 bei einem Strike 23 € verkauft. Für diesen habe ich 41 € nach Gebühren erhalten.

Der neue Call hat somit den alten Call bezahlt. Mein Gedanke dahinter war, das ich somit mit beiden Calls nun über meinem Einstandskurs bin. Sollten mir nun die Aktien weggecallt werden, weil die Aktien die Strikes übersteigen, kann ich keine Verluste mehr durch die Aktien machen. Ich würde sogar dann einen Kursgewinn verzeichnen können.

Sollte Lufthansa hingegen wieder abgeben, wäre dies auch weniger schlimm. Dadurch das der neue Call den alten bezahlt hat, entsteht hier kein Verlust.

Kommentar hinterlassen

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*