Die Abzahlstrategie – Die Grundidee dahinter

Ich werde versuchen in mehreren Teilen euch die Abzahlstrategie näher zu bringen und zu erklären.

Heute wird es dabei rein um die Idee an sich gehen und wie ich auf diese kam. Auch möchte ich euch aufzeigen, was in einigen Jahren tatsächlich mit so einer Strategie möglich ist.

 

Vorbild Immobilien

Wie kam ich auf die Idee der Abzahlstrategie? Nun, im Grunde durch Immobilien.

Genügend Menschen, welche sich mit ihren Finanzen auseinandersetzen, kommen auch mit Immobilien in Berührung, als Investmentmöglichkeit.

So auch ich.

Was mich an Immobilien am meisten faszinierte war, das es einen monatlichen Cashflow gibt, welcher die Schulden tilgt und gleichzeitig ein wenig Geld in die eigene Tasche spült.

Immobilien selber aber erfordern nebenbei noch Arbeit und Kosten. Man muss Rückstellungen vornehmen, möglicherweise Renovierungen durchführen und ab und an kommt ein Mieter mit einem Anliegen.

Für mich aktuell zu viel Arbeit. Natürlich kann man diese Arbeit abgeben, was wiederum aber die Rendite belastet.

 

Also überlegte ich, wie man dieses Konzept, also monatliche Einnahmen für eine „Schuldentilgung“, auf Aktien übertragen könnte.

 

Erste Überlegung – Dividendenaktien

Wenn man an Aktien denkt, welche einem einen Cashflow erzeugen sollen, kommt man zuerst auf Dividendenaktien.

Diese erzeugen über die Dividende in regelmäßigen Abständen einen Cashflow. Natürlich kann dieser auch ausfallen oder sinken. Jedoch hat man beim bloßen halten sonst keine weiteren Kosten zu befürchten.

Das Problem an Dividenden jedoch ist, das diese meist nur Quartalsweise oder nur jährlich ausgezahlt werden. Ein weiteres Problem hierbei ist ebenfalls, das es stark auf die Dividendenrendite ankommt, wie schnell man sein Anfangsinvestment wieder rein hätte.

Da braucht man schnell 20 Jahre und länger. Im Einkauf der Aktien läge also hier der Gewinn. Umso niedriger der Kurs der Aktie wäre, umso schneller könnte die Dividende das eingesetzte Kapital wieder an uns zurück fließen lassen.

Aber das würde mir zu lange dauern. Es würde zu viel Zeit ins Land gehen, bis die Dividenden kämen. Auch kann ich selber fast nicht aktiv etwas unternehmen, außer Nachkaufen wenn die Kurse fallen.

Ebenso wäre ich sehr abhängig davon, ob überhaupt eine Dividende gezahlt wird. Fällt diese mal aus, würde das die Rückführung des eingesetzten Kapitals um mindestens ein Jahr verzögern.

 

Die Dividende alleine konnte also nicht die Lösung sein.

 

Eine Alternative für Dividenden

Bei meinen Überlegungen musste ich also einen Weg finden, mit dem man mehrere Male im Jahr, am besten monatlich, einen Cashflow mit Aktienbeständen erzielen konnte.

Ziel sollte dabei natürlich auch sein, das Risiko an sich nicht zu erhöhen.

Und so kam nur eine Alternative in Frage. Optionen!

Diese kann man über verschiedene Laufzeiten schreiben und somit, im Optimalfall, tatsächlich jeden Monat Einnahmen generieren.

Diese Einnahmen wiederum kann man gegen sein investiertes Geld rechnen, bis man eine unendliche Rendite erzielt. Durch die Optionen ist man unabhängiger von Dividenden und kann sehr viel mehr Einnahmen generieren.

Ziel sollte dabei sein, mindestens die Dividende des Vorjahres noch einmal mit Optionen zu verdienen.

Wenn also 0,80 € pro Aktie an Dividende gezahlt wurde, sollte das Ziel mindestens 80 € an Optionseinnahmen durch die Prämien sein. Somit würde man bereits die Dividendenrendite „verdoppeln“.

Je nach Laufzeit der Option, ist es sehr einfach, die gezahlte Dividende nochmal über Prämien zu verdienen.

 

Die Nachteile durch den Einsatz von Optionen

Natürlich muss hier sofort etwas Entscheidendes beachtet werden!

Wenn wir unser Risiko nicht erhöhen wollen, aber dennoch Optionen als Unterstützung einsetzen möchten, haben wir direkt ein paar Zwänge.

Optionen beziehen sich immer auf 100 Aktien. Dies ist also auch unsere Ordergröße, unabhängig davon, wie teuer eine Aktie gerade ist.

Ich selbst rede deshalb von Aktienpaketen. Ein Aktienpaket besteht bei mir grundsätzlich immer aus 100 Aktien des Basiswertes.

Dies kann durchaus als Nachteil gesehen werden, da immer sofort relativ viel Geld gebunden ist. Auch ist eine Gleichverteilung des Vermögens auf verschiedene Aktien so sehr viel schwieriger.

 

Als Beispiel.

100 Aktien von Lufthansa zu 23 € kostet in Summe 2.300 €

Wenn ich zusätzlich 100 Aktien von Microsoft zu 98 € kaufe, investiere ich hier 9.800 €.

Um hier eine Gleichverteilung hinzubekommen, müsste ich weitere 300 Aktien von Lufthansa zukaufen, zu 23 €. Man hat also immer ein gewisses Klumpenrisiko.

 

Ein weiterer Nachteil ist auch, der Einsatz der Calloptionen.

Haben wir 100 Aktien eines Unternehmens, verkaufen wir darauf eine Calloption. Wenn nun das Unternehmen, aus welchem Grund auch immer, ein gigantischen Kursgewinn hinlegt, haben wir ein Problem.

Denn der Call begrenzt unseren möglichen Gewinn nach oben. Das bedeutet, jeder Cent der über dem Strike des Calls liegt, bringt uns keinen Gewinn mehr ein und ist verlorene Rendite.

Dies kann und wird höchstwahrscheinlich irgendwann einmal passieren.

 

Der Vorteil beim Einsatz von Optionen

Mal abgesehen davon, das wir durch die Optionen mehrmals Einnahmen generieren können, bildet sich vor allem ein Vorteil heraus, wenn wir die ersten Aktienpakete abgezahlt haben.

Denn wenn wir ein Aktienpaket abgezahlt haben, beginnt der Schneeball an zu rollen.

Wir können uns nun ein Aktienpaket eines anderen Unternehmens kaufen oder ein weiteres Aktienpaket eines bestehenden Investments zukaufen.

Nun zahlt aber nicht nur das neue Aktienpaket sich selbst ab, über Optionen und Dividenden.

Nein, auch das bereits abgezahlte Aktienpaket unterstützt nun die Abzahlung des neuen Pakets. Somit wird das zweite Paket viel schneller abgezahlt. Wir können die Einnahmen der Optionen und der Dividenden des ersten Pakets komplett gegen das investierte Geld im zweiten Paket gegenrechnen.

Ist das zweite Paket abgezahlt, kaufen wir das dritte Paket. Hier helfen dann schon zwei abgezahlte Pakete. Haben wir einige kleinere Pakete abgezahlt, können wir uns auch an teurere Aktien trauen.

Und so wird sich der Schneeball immer und immer schneller drehen und größer werden.

Somit zahlen wir in immer kürzeren Zeiträumen unsere Aktienpakete ab und erhöhen unsere Vermögenswerte.

 

 

Offensichtlich muss man nicht in der Lage sein, den Aktienmarkt vorherzusagen, um mit Aktien wirklich Geld zu verdienen.

Peter Lynch

Kommentare (2)

    • Grundsätzlich ist dies eine Möglichkeit. Jedoch würde ich diese selbst nicht nehmen. Ich konzentriere mich immer nur auf bereits geleistete Wirtschaftsdaten, da ich der Meinung bin, das man die Zukunft nicht vorhersagen kann.

      Andere einfache Möglichkeiten wären auch über KGV/KUV sowie den historischen KGVs den inneren Wert zu berechnen. Möglichkeiten gibt es sehr viele. Wichtig ist, das man sich selbst damit wohl fühlt und an die Unternehmen glaubt und von diesen langfristig überzeugt ist.

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