Die Abzahlstrategie – bei Ford läuft es nicht rund

Abzahlstrategie

Heute kommen wir mal wieder in die Praxis der Abzahlstrategie.

Aktuell eröffnen sich mir zwei Welten.

Bei Lufthansa zittere ich teilweise, das meine Call Strikes nicht erreicht werden und ich meine Aktien behalten darf. Sollten die Strikes erreicht werden, würde ich zwar ein hübsches Sümmchen verdienen, aber lieber wäre es mir, langfristig an der Wertsteigerung des Unternehmens teilhaben zu können.

Bei Lufthansa habe ich also ein Luxusproblem.

Anders bei Ford.

 

Ford das Sorgenkind

Die Aktie kennt nur eine Richtung. Nach unten. Und das relativ massiv. Ich hatte die Aktie bei 12 $ eingebucht bekommen.

Aktuell steht sie bei 9,56 $. Nur um meine Ausgangslage wieder zu erreichen, müsste die Aktie jetzt etwas über 25 % steigen.

Tatsächlich entwickelt sich die Aktie anders, wie von mir erwartet. Das sie auf 10,50 $ oder auch bis 10 $ geht, war anzunehmen. Jedoch hat sie jetzt wichtige psychologische Marken durchbrochen.

Auch die Nachrichtenlage ist nicht so positiv. Obwohl ich auf Nachrichten erstmal wenig gebe, machen mir dann doch ein paar Zahlen Sorgen.

 

Ford verdient kein Geld in Europa und China

Ford hat Probleme. Das Chinageschäft bricht weiter weg. Aber nun wird auch halboffen darüber nachgedacht, sich aus Europa zurückzuziehen. Im Durchschnitt zahlt Ford bei jedem Auto in Europa knapp 170 € drauf.

Das ist sehr ineffizient.

Leider können auch meine covered Calls diesen Verfall nicht ausgleichen. Selbst wenn ich die Prämien des Puts und der Calls dagegen rechne, ist mein Einstandskurs bei 11,62 $.

 

Was nun?

Aktuell ist es sehr schwierig überhaupt noch sinnvoll Calls auf Ford verkaufen zu können. Doch ich werde Ford erstmal weiterhin behalten.

Solange die Dividende nicht gekürzt wird, ist die Welt für mich noch in Ordnung. Ich hatte eigentlich auch vor, bei 8 $ nachzukaufen.

Dies werde ich wahrscheinlich doch nicht machen. Zumindest nicht solange, bis sich merkbar etwas im Unternehmen ändert.

Soweit es geht, werde ich weiterhin versuchen Calls auf Ford zu verkaufen. Die Laufzeiten werden hier dann wahrscheinlich schnell immer länger. Denn mit Laufzeiten von einem Monat kann ich nichts mehr verdienen. Dafür ist mein Einstandskurs zu weit vom aktuellen Kurs entfernt.

 

War Ford ein Fehler?

Einige könnten nun denken, das Investment in Ford war ein Fehler. Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Meiner Ansicht nach, wird gerade eine schwärzere Zukunft in den Kurs eingepreist, wie wir tatsächlich zu erwarten haben.

Ob Ford ein Fehler war, sehen wir erst in einigen Monaten. Sollte sich doch in einigen Monaten herausstellen, das es ein Fehler war, so habe ich Erfahrungen sammeln dürfen.

In Ford ist nicht die Unmenge an Geld investiert. Somit wäre Ford verkraftbar, sollte doch alles möglich schief gehen.

 

               

Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.

Winston Churchill

               

 

Kommentare (2)

  1. Ford ist ein zyklischer Wert. Die letzten Jahre liefen ungewöhnlich gut. Dass sich die schlechten Zahlen kurzfristig ändern, würde ich eher nicht erwarten.

    Ansonsten frage ich mich, warum du unbedingt die Calls beim Einstandskurs schreiben möchtest. Natürlich kappst du bei niedrigeren Strikes den Gewinn (bzw. festigst den Verlust), doch sollte es nicht oberste Priorität sein, Verluste möglichst zu beschränken?

    Dann sagst du, du hättest bei 8$ nachkaufen wollen, doch nun, wo die Kurse in greifbare Nähe rücken, scheust du dich plötzlich davor. Hat sich in den letzten 6 Monaten wirklich so viel am Unternehmen verändert, dass dein Glaube an das Unternehmen sich so stark wandelt?

    Was sagt deine Strategie? An deinen Posts lese ich heraus, dass du immer noch „aus dem Bauch“ heraus handelst. Anstatt jedes mal zu zittern, ob der Markt wirklich macht, was du willst … wäre es da nicht besser, sich vorher die nächsten Schritte in beide Richtungen vorzulegen?

    Alles Gute weiterhin! 🙂

    Antworten
    • Hallo Rico,

      tatsächlich scheue ich mich aktuell davor bei 8 $ nachzukaufen, da Ford nun mit Äußerungen kam, die ich vorher so nicht erwartet hatte. Also wie der Rückzug aus Europa. Solange hier Ford keine klaren Aussagen macht, scheue ich mich davor, weiteres Geld nachzuschießen. Es gibt noch mehr gute Unternehmen, in die ich ebenfalls gerne investieren würde.

      In einem anderen Beitrag kann man bei mir auch nachlesen, das ich bereits einen Call unter meinem Einstandskurs geschrieben hatte. Wahrscheinlich werde ich gezwungen sein, dies auch weiter zu machen, um gute Prämien zu erhalten. Was ich aber nicht möchte ist, durch einen Call, welchen ich zu nahe am Kurs geschrieben habe, einen Verlust zu realisieren, obwohl ich die Aktien behalten möchte.

      Natürlich könnte ich dann auch wiederum Puts an dem Strike der Ausübung schreiben oder den Call rollen. Je nachdem wie schnell Ford aber dann steigen würde, wären auch hier relativ schnell die Grenzen der Prämien erreicht.

      Ich mache mir durchaus Gedanken darum, was ich mache, wenn es auch gegen mich läuft. So wie bei Lufthansa. Auch dieses Investment lief erstmal gegen mich und ich kaufte nach. Hier hatte sich aber nichts an der Basis geändert gehabt. Ford hat mich aber mit den neuen Aussagen etwas verunsichert. Ich bin mir nicht sicher, ob Ford einen Plan hat, um gegenzusteuern. Solange ich dieses Gefühl habe, würde ich mich unwohl fühlen, noch mehr Geld zu investieren.

      Sollte sich die Meinung ändern, kann ich immer noch nachkaufen. Und sollte ich den Wendepunkt verpassen, ist das auch nur halb so schlimm. Denn Aktien habe ich ja bereits.

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