Der Volacrash 2018

Was für ein Februar bisher…

Einige haben es sicher mitbekommen, diejenigen unter euch, die Volaprodukte handeln, auf jeden Fall.

Es war eine Art Panik im Markt. Normale Investoren haben davon vielleicht gar nicht soviel mitbekommen. Aber alle Optionshändler musste teilweise herbe Verluste die letzten Tage hinnehmen, so auch ich.

 

Doch was war passiert und was können wir zukünftig daraus lernen? Warum war so eine Panik bei einigen Händlern?

 

Der Vorbote des Volacrashes

Wir hatten an sich zwei Vorboten, das sich etwas anbahnt.

Der erste war die Fahnenstange, welche alle Indizes ausgebildet hatten. Der enorme Anstieg der letzten Wochen, ohne Korrektur, war eine kleine Übertreibung.

Der zweite Vorbote, mit dem ich aber nichts anfangen konnte, war die Kombination aus dem VIX und den Indizes.

So stieg der VIX an und aber auch die Indizes. Normalerweise fällt der VIX, wenn die Kurse steigen. Andersherum steigt der VIX, wenn die Kurse fallen.

Hier aber stiegen beide.

Ich selbst reagierte darauf, indem ich weniger Trades einging. Jedoch sollte mich das nicht darauf vorbereiten oder schützen, was dann kam.

Denn trotz das die Kurse stiegen, verteuerten sich meine verkauften Optionen, wodurch ich diese nicht gewinnbringend schließen konnte.

Die Volatilität, also der VIX, stiegen schneller an, wie es die Kurse taten. Man war regelrecht in seinen Positionen gefangen.

 

Der 05.02. – Tag des Crashes

Am 05.02. stieg der VIX dann extrem an und die Kurse gaben gleichzeitig nach. Eine Katastrophe für bestehende Positionen.

Ich komme damit zurecht, wenn der Kurs gegen mich läuft oder die Vola… Aber beides zusammen habe ich noch nicht erlebt, nicht auf breiter Front.

Gleichzeitig stieg der VIX sehr extrem an. So einen hohen Stand hatte man seit Jahren nicht mehr.

Ein weiteres Problem für mich war, das ganze Drama begann ab ca. 20 Uhr. Zu der Zeit war ich beim Sport. Als ich letztendlich gegen 22 Uhr meine Positionen prüfte, war der Schaden schon real. In den Facebookgruppen war Untergangsstimmung.

Es war sehr interessant das alles mitzuerleben. Aber Spaß machte es ersteinmal nicht.

 

Der 06.02. – Panik wohin man sieht

Am 06.02. musste ich reagieren. Nachbörslich waren die Indizes weiter gefallen und der VIX noch weiter angestiegen. Dies hat viele Händler kalt erwischt.

So kann man die Volatilität selbst ebenfalls handeln. Es gab viele die dies taten, weil keiner damit rechnete, das diese weitere Höhen erklimmen würde.

Tja, falsch gedacht.

Ein ETF, welcher sich umgekehrt zur Vola verhält, wurde sogar gelöscht.

Wie verlief der Dienstag bei mir?

Ich realisierte den größten Verlust, den ich bisher hatte. Knapp 3500 € Verlust hatte ich zu beklagen.

Sofort entschied ich mich aber, diese extreme Vola auszunutzen und schrieb neue Positionen.

So konnte man auf den SPY, der ETF auf den S&P, an der 2. Standardabweichung Puts schreiben, für die man je 340 Dollar bekam.

Der Spy stand zu der Zeit bei einem Kurs von 260 $. Meine Optionen schrieb ich bei einem Strike von 230 $.

Zuvor hatte ich mir den Spy im Chart angesehen. Dabei sah ich, das der Spy noch nie eine so große Bewegung innerhalb eines Monats gemacht hat, als das dieser meine Puts geholt hätte.

Selbst 2008/09 nicht! Die Wahrscheinlichkeit, das er den größten Absturz seiner Geschichte machen würde, ohne fundamentale Begründung, ging gegen 0.

Also schrieb ich auch gleich mal 8 Puts gegen den SPY.

 

07.02. – Es kehrt ein wenig Ruhe ein

Am Mittwoch ging der VIX wieder zurück. Er ist immer noch recht hoch.

Aber er ging weit genug zurück, sodass ich meine SPY Positionen zurückgekauft hatte und somit den ersten Teil meiner Verluste ausgleichen konnte.

Gleichzeitig habe ich 6 neue Positionen auf den Strike 250 geschrieben.

Meine Margin ist stark ausgelastet, da ich versuche die Verluste jetzt so gut es geht wieder reinzuholen. Den umso niedriger die Volatilität wieder wird, umso schwieriger wird es, da dann auch die Prämien wieder fallen.

Den Verlust werde ich im Jahresverlauf sicher wieder ausgleichen können. Aber ich werde mindestens den März noch dafür benötigen.

Was mich beruhigt ist die Tatsache, das es alle Händler von Volaprodukten hart getroffen hat. Auch die Profihändler.

Jedoch bin ich froh dies mitgemacht zu haben. Selbst Jens Rabe schrieb, das dies ein sehr seltenes Phänomen war. Somit hat mich der Markt wieder zu einem besseren Trader in der Zukunft gemacht.

Denn wenn diese Anzeichen wieder auftreten, steigende Vola und steigende Märkte, werde ich mich am Seitenrand befinden und abwarten.

Kommentare (9)

  1. Bei Puts kann dir erstmal nichts passieren, wenn es wirklich nochmal richtig runter geht.
    Verlust realisieren, neuen Strike weiter unten und weiter weg suchen, größere Prämie einnehmen. gut ist.

    Das Spiel kannst du in jedem Crash und jedem Bärenmarkt fast unendlich weiter spielen. Beim Rollen muss dann eben nur bissl kreativ werden. 🙂

    mfG Chri

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  2. Moin Moin,
    puh da sind wir wirklich durchgerüttelt worden!Was für eine Woche. Ich saß sogar vor dem Rechner als der ganze Spuk losging und trotzdem konnte man nicht reagieren, da es schlicht keine Preisstellungen gab, oder der Spread viel zu weit auseinander lag. Leider hatte ich sogar eine offen Tranche im Airbag, so dass dieser ebenfalls massiv gegen mich lief!

    Jetzt müssen wir uns halt sammeln und sehen die Kuh vom Eis zu kriegen. Aktuell hätte ich dieses learning by doing lieber mit vollgestopften Airbag durchlebt. Sobald diese Situation durch ist, wie auch immer es am Ende ausgeht, werde ich immer erst mit einer vollen Tranche Airbag einen Butterfly eröffnen. Safty First!!
    Good luck für die kommenden Tag!
    Axe

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    • Ja war heftig. Beim nächsten Community Report werden die Optionshändler wahrscheinlich geschlossen an den unteren Plätzen sein^^
      Aber ich denke über das Jahr bekommen wir das wieder hin. Ich sehe den Verlust nicht als so schlimm an, zumindest bei mir.

      Aber auch für mein Trading überlege ich aktuell, ob ich das als Ausnahme hinnehme, gegen die ich so nichts machen kann, oder ob ich mein Trading anpasse. So wären meine Spreads hier genial gewesen und ich hätte viel besser agieren können. Aber immer Spreads handeln, schlägt sich auf Dauer auf die Performance durch, wenn man keine Trades findet… schwierig, schwierig.

      Aber wie gesagt. Über die Erfahrung freue ich mich wirklich wie ein kleines Kind. Das macht über die Jahre den Unterschied von einem Profi zum Anfänger.. die Erfahrung.

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      • Das ist ja das Wahnwitzige daran, aktuell habe ich fast 10k Gewinn realisiert…. Es sind die offenen Positionen die richtig Geld kosten können…können!!
        Hoffen wir das diese nicht zuletzt stirbt 😉
        Jedenfalls bin ich echt nervös aktuell…..

      • Wow. Sind die butterflys so stark oder die Airbags? Bei mir hat es ja erst mal ein Loch rein gerissen, welches ich grade versuche zu stopfen.

      • nein es waren die Trading Aktien aus dem letzten Jahr! Hier habe ich Kasse gemacht! Die BF sind das massive Problem! Ich habe einen kleinen Bericht gerade dazu veröffentlich und meine Seite Live Einkommen aktualisiert. Da siehst es im Detail.

      • Ah, alles klar. Wird auf jeden Fall spannend bleiben. Der VIX steigt ja schon wieder an.

  3. Wir haben den größten VIX Anstieg in der geschichte gesehen und keiner hat den erwartet. Und du rechnest nicht mit einer noch größeren Verlust im S&P?
    sry, das war ein reiner Trotztrade und du hattest mit 8 SP auf den SPY verdammt Glück, dass sich der markt erholt hat.
    Für mich sicherlich der schlechteste Trade den ich bisher von dir gesehen habe 😉

    Gruß
    Josef

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    • Den größten kurzfristigen VIX Anstieg. Mehr nicht.
      Und ja, ich rechnete nicht damit, das der SPY meinen Strike innerhalb der Laufzeit holt. Die Puts waren an der 2. Standardabweichung geschrieben.
      Selbst zum Ausverkauf mitten in der Finanzkrise hat der SPY zwei Monate für so einen Rutsch gebraucht. Und da war wirklich Panik. Von daher sehe ich den Trade tatsächlich als äußerst Risikoarm, welchen ich da eingegangen bin.

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