Das größte Problem eines Investors

Wenn man von Problemen, Ängsten oder Risiken an den Finanzmärkten redet, denkt man sofort an fallenden Kursen.

Ich sehe aber weder fallende Kurse als Problem, noch das Risiko, mal auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.

Denn in Wirklichkeit gibt es ein viel größeres Problem, mit dem man sich als Investor auseinandersetzen muss. So wie auch euer Kapitalist aktuell.

 

Kein Geld zum Investieren

Wenn man sich die aktuelle Marktlage ansieht, werden viele Indizes nur durch Techwerte auf neue Höhen katapultiert.

Andere Unternehmen werden dagegen teils heftig abgestraft und werden somit wieder für Investments attraktiv.

So habe ich mehrere Unternehmen auf meiner Liste, in welche ich zu gerne investieren würde. Einerseits weil ich die dazugehörigen Unternehmen einfach besitzen will, andererseits auch, weil die Unternehmen in meinen Augen einfach unterbewertet sind.

Doch nun kommt mein Problem.

Mir fehlt das Geld dazu.

Gerade durch die Abzahlstrategie benötige ich sowieso etwas mehr Geld, da ich immer 100 Aktien kaufen will. Dies hat damit zu tun, das ich risikolos über Puts die Aktien kaufen kann und danach Calls auf meine Bestände verkaufen will.

Hier werde ich mir wahrscheinlich noch etwas einfallen lassen müssen, um die Abzahlstrategie praktikabler werden zu lassen.

Nun, dadurch das ich kein Geld habe, um neue Positionen zu eröffnen oder bestehende ausbauen zu können, ist mir das Problem dahinter erst richtig bewusst geworden.

 

Nicht fallende Kurse sind das Problem

In meinen Augen sind nicht fallende Kurse das Problem bei bestehenden Positionen. Sondern fallende Kurse in Kombination mit fehlendem Geld.

Fangen die Kurse an zu fallen, sollte das einem Investor eigentlich freuen. Immerhin können wir so die Unternehmen noch billiger kaufen. Seine bestehenden Positionen ausbauen oder neue eröffnen.

Doch oft zögert man. Man sucht vielleicht Punkte im Chart, bis wohin der Kurs noch fallen könnte oder versucht in den Nachrichten etwas herauszufinden, wann und wo der Kurs wieder steigen könnte.

Und warum? Weil man nicht genug Geld hat, um bei einem zu zeitigen Kauf, nochmal nachzukaufen.

Der einzige Grund in meinen Augen, weshalb versucht wird, seine Einstiege in den Markt zu timen besteht darin, weil man es sich nicht leisten kann, falsch zu liegen.

Aus diesem Grund ist Börse mit einem größeren Konto auch einfacher.

Weil man stehts Geld in der Hinterhand halten kann, um bei einem zu zeitigen Einstieg, einfach nachzukaufen.

Und hieraus resultiert auch meine persönlich größte Angst an der Börse

 

Ich habe keine Angst vor einem Crash, sondern…

Ich muss ehrlich sagen, ich habe weder Angst vor einer großen Korrektur, noch vor einem Crash.

Jedoch habe ich Angst, das eines der Ereignisse in naher Zukunft eintreten könnte.

 

Wie jetzt? Erst keine Angst davor, und dann doch Angst das es kommt?

 

Ja, weil ich momentan kein Geld hätte, welches ich in den Markt pumpen könnte.

Meine Angst vor einer großen Korrektur oder einem Crash besteht darin, nicht bereit für Zukäufe im großen Maße zu sein.

Nicht die Kurseinbrüche machen mir Angst, sondern nur der Tatbestand, das ich die Gelegenheit aktuell nicht nutzen könnte.

Denn eine große Korrektur/Crash ist eine unglaublich seltene Chance, Topunternehmen billig einkaufen zu können und das Depot über die kommenden Jahre auf ungeahnte Höhen zu bekommen.

Doch diese unglaublich seltenen Chancen bringen einem nichts, wenn man keine Rücklagen hat. Keinen Plan was man dann machen sollte oder könnte.

 

Fehlendes Geld ist der Grund unserer Ängste

Als ich mich Gedanklich mit meinem Problem auseinandersetzte, fiel mir folgendes auf.

All unsere Ängste, bezogen auf den Finanzmarkt, resultieren nur daraus, weil uns Geld fehlt. Hätten wir immer, alle genügend Geld zum Nachkauf und/oder um neue Positionen zu eröffnen, wären Ängste wegen fallenden Kursen unbegründet.

Ganz im Gegenteil. Wir würden uns noch mehr über fallende Kurse freuen, da wir noch billiger nachkaufen könnten.

Doch weil unser Geld begrenzt ist, machen wir uns Sorgen. Fällt es weiter? War es die richtige Entscheidung in dieses Unternehmen zu investieren?  Ihr kennt das.

 

Doch was ist die Lösung?

Ganz ehrlich? Es gibt keine.

Enttäuschend oder? Doch ich redete zuletzt mit einem Freund genau darüber. Wir waren uns einig. Selbst wenn wir beide sofort 100.000 € zur Verfügung hätten, hätten wir diese innerhalb von einer Woche investiert.

Danach würden wir aber immer noch sagen, uns fehlt Geld. Wir hätten immer noch nicht an allen unseren Topunternehmen Beteiligungen aufgebaut. Zumindest nicht in der gewollten Größenordnung.

 

So kann ich tatsächlich nur sagen, fehlendes Geld wird immer euer Problem sein. Selbstverständlich auch meines.

Das Einzige was man machen kann, ist seine Sparquote möglichst hoch zu halten. Vielleicht auch in einem größeren Crash, also z.B. bei einer 50% und mehr Korrektur, mal einen Kredit aufnehmen.

Aber sonst kann ich euch keinen Tipp geben, was man gegen fehlendes Geld machen kann.

Einen Zweitjob? Der wird auch nicht reichen. Ich denke das einem immer Geld für das Investieren fehlen wird.

Was denkt ihr darüber? Wie geht ihr das Problem von fehlendem Geld an?

 

Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Haustüre wieder reinkommen kann.

Karl Lagerfeld

Kommentare (2)

  1. Hi Martin,

    das sehe ich ein wenig differenzierter…

    Bis zu einem gewissen Grad, ist sicher das Problem nicht genug Geld zur Verfügung zu haben – und da gibt es bestimmt auch einige, die noch nicht mal an investieren denken, sondern bei denen es um (Über-)Leben geht.

    Ganz „unten“ hilft nur Unterstützung durch die Gemeinschaft.

    Die „in der Mitte“ können sich mit Finanzbildung und Sparquote selber helfen. Das wären für mich auch ich und Du (ohne Dich genauer zu kennen) – der Weg ist hart und lang, aber mit genug Motivation machbar 🙂

    Und dann gibt es einen Punkt, ab dem genug Geld da ist. Wo der liegt ist sicher individuell…

    Ich habe das in meiner Freiheitspyramide unter den Stufen 1 und 2 zusammengefasst: „Regelmäßige Erträge nach Steuern decken fixe Basis-Ausgaben bzw übersteigen nach Steuern übersteigen alle regelmäßigen Ausgaben“

    https://thorstenhartmann.de/die-freiheitspyramide-fuer-das-langzeitziel-finanzielle-freiheit/

    Dann ist es für mich aber einfach irgendwann genug – zum Leben und auch zum Investieren!

    Viele Grüße
    Thorsten

    Antworten
    • Habe gerade den Artikel nochmal gelesen…so ganz weit weg wie ich erst interpretiert hatten, bist Du ja garnicht, da Du Dich stark auf Deine aktuelle Situation (Ansparphase) fokussierst – also nichts für ungut.

      Einzig der Punkt, den ich dennoch hinterfragen würde, ist was im nächsten Crash wichtig wird. Ich denke, das wird bei den meisten weniger zusätzliches Kapital sein, als die Courage dabei zu bleiben 😉

      Ich habe das 2008/2009 miterlebt…

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