Anatomie eines Trades – PMCC auf Micron Technology

Heute möchte ich einen abgeschlossenen PMCC vorstellen. Diesen habe ich ein paar Tage zu zeitig geschlossen, macht aber für die Auswertung nichts aus. Das zu zeitige Schließen hat nur etwas den Gewinn geschmälert.

 

Micron Technology (MU) hatte im Januar ein 5-Sterne Setup gebracht.

Normalerweise schrieb ich zu der Zeit Puts bei diesem Setup. Bei MU jedoch entschied ich mich diesmal, einen PMCC zu starten.

Dieser Trade ist sehr interessant, da in seinem Verlauf so ziemlich alles passiert ist, was passieren konnte.

 

Dazu mal den Chart mit dem Verlauf von MU seit Beginn des Trades.

 

Anfang des PMCC

Den Trade begann ich am 08.01.2018.

Hierzu kaufte ich einen long Call mit Laufzeit bis 20.04.2018 und einem Strike von 46.

Dafür zahlte ich eine Prämie von 432 €.

Zusätzlich verkaufte ich einen Call mit Strike 50 und einer Laufzeit bis 23.02.2018

Für diesen Call nahm ich eine Prämie in Höhe von 119,80 €ein.

Mein maximales Risiko des Trades belief sich also auf 312,20 €.

Die rote Linie zeigt die komplette Laufzeit des short Calls.

Wie man erkennen kann, sackte der Kurs direkt ab. Im Tief erreichte der Kurs die Marke von 38 $.

Dies nutzte ich, um den short Call zu schließen.

Hierdurch realisierte ich eine Prämie von 78,20 €. Dies geschah am 22.01.2018 Also knapp einen Monat vor regulärem Verfall.

So sah also die tatsächliche Laufzeit aus.

 

MU – rollen des Calls in Zeit und Preis

Nachdem der erste short Call geschlossen war, konnte ich einen zweiten risikolosen Call verkaufen.

Da der Kurs bereits runtergegangen war, entschied ich mich dazu auch mit dem Strike des Calls runterzugehen und eine etwas längere Laufzeit zu wählen.

So verkaufte ich am 22.01. direkt einen neuen Call mit Strike 48 und einer Laufzeit bis 02.03.2018

Für diesen Call bekam ich 66,80 €

Somit konnte ich mein maximales Risiko weiter senken.

Dies lag nun bei 432 € – 78,20 € – 66,80 € = 287 €

Mehr konnte ich nicht mehr verlieren.

Was ich leider nicht ganz erklären kann, ist weshalb ich den Call nicht verkaufte, als der Kurs auf 38 $ einbrach… Wahrscheinlich hatte ich auch in längeren Laufzeiten einfach keine guten Prämien mehr für Calls gefunden, welche einen höheren Strike wie der long Call hatten.

 

Wie ihr sehen könnt, erholte sich der Kurs.

In der letzten Woche, bevor der Call wertlos verfallen wäre, erreichte der Kurs den Strike von 48 $ und überstieg diesen.

Dies bedeutete am Verfallstag, das ich 100 Aktien von MU aus meinem Konto gebucht bekommen kam.

Da ich aber gar keine Aktien von MU besaß, ging ich automatisch short in die Aktien. (Leerverkauf)

Dies war aber kein Problem, da der Shortbestand durch den long Call gesichert war.

 

MU – Runde drei mit Puts

Da ich nun mit 100 Aktien short im Markt war, konnte ich aufhören Calls zu verkaufen. Diese wären nicht mehr gedeckt gewesen.

Der long Call hatte nun die Aufgabe, die short Aktien zu decken.

Aber was ich machen konnte, war nun Puts zu schreiben. So entschied ich mich, einen recht kurzlaufenden Put mit Strike 51 zu verkaufen.

Der Put selbst war durch die short Aktien abgesichert.

ABER ich konnte so auch mein Risiko wieder erhöhen! Da ich short bei 48 $ gegangen bin (angedienter short Call) aber einen Put bei 51 $ schrieb. Es hätte passieren können, das ich nun 100 Aktien zu 51 $ eingebucht bekäme. Wäre der Kurs aber z.B. auf 48 eingebrochen, hätte ich einen Verlust gemacht.

Das liegt mit daran, da ja auch mein long Call wieder Gewinne hätte abgeben müssen. Und alles was unter dem Strike des Puts gewesen wäre, wären Verluste im long Call gewesen, welche nirgends aufgefangen wurden wären.

Wie man gut erkennen kann, ist die Aktie weitere sehr stark gestiegen. Hierdurch konnte ich den Put schnell zurückkaufen und realisierte so gute 119,20 €.

 

MU weiter geht’s mit Puts

Am 08.03. eröffnete ich einen weiteren Put. Diesmal wählte ich eine längere Laufzeit und einen niedrigeren Strike.

So verkaufte ich einen Put bei dem Strike 48 $. Also den selben Strike, wie ich meine short Aktien habe eingebucht bekommen. Hierdurch war es egal ob die Aktie weiter steigt oder wieder unter 48 $ fällt. Die Prämie des Puts war sicher.

Für den Put selber erhielt ich eine Prämie über 38,80 €.

Den Put konnte ich wenige Tage später zurückkaufen und realisierte einen Gewinn von 25,20 €.

 

Die letzte Runde – ein Put bis Laufzeitende

Nun neigte sich die Laufzeit des long Calls dem Ende. Dies machte sich auch bei den Prämien für die Puts ein wenig bemerkbar.

Ich schrieb erneut einen Put mit Strike 48 $ mit einer Laufzeit bis 20.04. Also bis zum Verfall des long Call.

Hierfür erhielt ich noch eine Prämie von 51,80 €.

Ich muss aber ein was gestehen… Ich schloss den kompletten Trade manuell wenige Tage vor Verfall. Grundsätzlich war das unklug. Es hat mich zusätzliche Gebühren gekostet und etwas Gewinn vom Put habe ich auch liegen gelassen.

Im dritten Put konnte ich so einen Gewinn von 31,20 € realisieren.

 

Die Gesamtbilanz

Wie sah nun alles im allen aus?

-432 € + 78,80 € + 66,80 € + 119,20 € + 25,20 € + 31,20 € = -110,80 € Verlust

 

Hier müssen wir jedoch auch noch die Gewinne und Verluste der Kurswerte des short Aktienbestandes, sowie des long Calls beachten.

Als ich die Position schloss, hatte der long Call keinen Zeitwert mehr. Die 432 € welche ich anfangs gezahlt hatte, waren also weg. Jedoch hatte der Call nun einen extrinsischen Wert, aufgrund dessen, da der Aktienkurs bei 52,03 $ stand.

Der intrinsische Wert belief sich also auf (52,03 $ – 46 $) * 100 = 603 $

Die short Aktien hingegen waren tief im Verlust. (48 $ – 52,03 $) * 100 = -403 $

Diese Werte müssen wir nun mit in die Renditebetrachtung einfließen lassen.

-110,80 € – 403 $ + 603 $ = 86,28 € Gewinn (Währungsbereinigt wegen $ zu €)

 

Nehmen wir unser Anfangsrisiko von 432 € und berechnen hierauf unsere Rendite, ergibt sich folgendes Bild.

86,28 € / 432 € * 100 = 19,97 % Rendite auf den Trade.

Der Trade selbst ging gerundet 4 Monate. 19,97 % / 4 Monate = 4,9925 % pro Monat

 

Obwohl der Trade nur suboptimal lief und hier und da schwierig war, eine erstaunliche Rendite, finde ich. Das Ganze hat relativ wenig Aufwand gekostet und es war zeitaufwendiger die Zahlen für den Bericht aus dem Kontoauszug zu suchen, wie den Trade zu managen.

Dieser Trade bestätigt mich wieder, das der PMCC ein unglaubliches Potential hat, wenn man sich in einem sauberen Bullenmarkt befindet.

Stürzt der Markt dagegen ab und steigt die Vola wieder schlagartig an, kennt man sein Risiko von Anfang an.

 

Ich persönlich fühle mich bei diesen Trades sehr wohl. Auch wenn ich weiß, wenn der Markt mal runter geht, längere Zeit, das ich größere Verluste einfahren werde.

Aktuell habe ich mehrere PMCCs noch im Depot, welche alle ein gutes Stück unter den Strikes der long Calls notieren. Hier merke ich natürlich die Schwierigkeiten und sehe das in Zukunft so auch Verluste im Depot entstehen. Trotzdem schaffe ich es Monat für Monat mein maximales anfängliches Risiko zu minimieren.

Um mit dieser Strategie pleite zu gehen, bräuchte man dennoch Jahre, wenn man sich an ein gewisses Money Management hält, beim Gesamtrisiko.

 

Chart wurden mit ProRealTime erstellt

Kommentare (2)

  1. Vielen Dank für deine Mühen, den interessanten Trade zu dokumentieren.
    Das waren ja doch ein paar mehr Trades. Wie hätte deine Rendite-Betrachtung ausgesehen, nachdem du die Gebühren abgezogen hättest?

    Antworten

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