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Vorbereitung auf kommende Earnings Season

Earnings Handeln

Bald ist es wieder soweit und die Earnings Season startet.

Viermal im Jahr haben wir einen begrenzten Zeitraum, in denen die Volatilität bei Aktien sehr stark ansteigt, da die Quartalsberichte veröffentlicht werden.

In meinem Newsletter werde ich euch dabei vorab informieren, welche Werte ich mir rausgesucht habe und wie ich diese handle. Auch wenn etwas schief läuft, schreibe ich über den Newsletter, wie ich diese Adjustiere.

Auch auf Facebook möchte ich dies offen kommunizieren.

Heute möchte ich euch aber nochmal kurz fit machen für die Earnings. Eine Art Handout mitgeben, wenn man das so will. Fangen wir also an.

Was erfährst du heute?

  • Warum wir Earnings handeln – der Volacrash
  • Wie wir passende Werte finden
  • Strangle oder Iron Condor?
  • Die TWS erklärt

 

Warum wir Earnings Handeln – der Volacrash

Als Stillhalter sind wir darauf aus, möglichst viel Prämie für unsere Optionen zu bekommen. Der Preis von Optionen wird dabei maßgeblich von der Laufzeit dieser, sowie von der Volatilität beeinflusst. Die Volatilität kann man dabei mit einem Absicherungsbedürfnis bzw. Unsicherheit was kommen wird, übersetzen.

Gerade wenn Quartals- oder Jahresergebnisse anstehen sind alle sehr aufgeregt. Unsere „Kunden“ sind dabei meist Investoren. Einige Spekulanten gehören auch dazu, welche auf ein möglichst großes Gap im Basiswert hoffen.

Der Großteil aber sind eher Investoren, welche sich gegen Überraschungen absichern wollen.

Bei Earnings kann alles passieren. Von Gaps nach unten und oben über gar keine Bewegung habe ich schon in der letzten Season alles mitgemacht.

Der eigentliche Grund weshalb wir aber die Earnings, trotz anscheinend hohem Risiko, trotzdem handeln ist der sogenannte Volacrash.

Ihr müsst euch das folgendermaßen vorstellen.

Kurz vor Veröffentlichung der Ergebnisse, werden die Prämien immer höher. Man könnte fast sagen, in den Optionen für den jeweiligen Basiswert, bilden sich Preisblasen. Umso später die Käufer der Optionen kommen, umso mehr Prämie müssen diese an uns Stillhalter zahlen.

Der Höhepunkt ist dann meist ein paar Stunden vor Börsenschluss erreicht.

Was passiert, wenn die Ergebnisse bekanntgegeben wurden?

Die komplette Unsicherheit ist weg. Fakten wurden offengelegt. Damit fallen die Preise für die Optionen schlagartig. Teilweise werden die Optionen zu Börseneröffnung sofort Wertlos, was für uns Optionshändler perfekt ist.

Hier hatte ich bei der letzten Season Amazon gehandelt. Man sieht das die Option 92% ihres Wertes innerhalb von einem Tag verloren hat. Dies ist der Volacrash.

Dafür tragen wir aber das Risiko, wenn es Überraschungen gibt. Egal ob positiv oder negativ. Ein Gap ist nicht gut für uns. Der Volacrash hilft uns zwar meist auch da, weil die Auswirkungen abgemildert werden, trotzdem kann es schlimme Folgen haben.

Deshalb ist eine wichtige Regel bei den Earnings, SICHERHEIT geht vor. Lieber einen Trade weglassen oder einen Iron Condor mehr handeln, als das Konto zu plätten.

 

Wie wir passende Werte finden

Hier könnt ihr es euch einfach machen und meinen Newsletter abonnieren. Da werdet ihr rechtzeitig informiert, welche Werte ich rausgesucht habe und selber handeln werde. Beachtet dabei aber, das ihr in der Hochzeit dann wahrscheinlich täglich Mails von mir erhalten werdet!

In der Hochzeit der Earnings werden pro Tag mehrere Handelsmöglichkeiten möglich sein.

Ich selber screene dabei einen Tag zuvor nach Möglichkeiten. So schaue ich auf finviz.com nach Unternehmen, welche am Folgetag ihre Ergebnisse präsentieren.

Diese Unternehmen kontrolliere ich auf Dough, ob diese bereits eine hohe IVR aufweisen.

Um sich bei Dough noch registrieren zu können, müsst ihr euch die App auf euer Handy runterladen und darüber registrieren. Direkt auf der Internetseite ist dies nicht mehr möglich. Sobald ihr registriert seid, könnt ihr euch auch auf der Internetseite anmelden.

Bereits nach diesem „Filter“ werden einige Unternehmen rausfallen. Zuletzt kontrolliere ich noch auf EarningsWhispers wann genau die Zahlen veröffentlicht werden. Also ob die Zahlen vor Börseneröffnung oder nach Börsenschluss veröffentlicht werden. Dies ist wichtig zu wissen. Nur so wissen wir, wann wir unsere Optionen mit den höchstmöglichsten Prämien verkaufen sollten.

Kleines Beispiel:

Wir schauen uns montags an, welche Unternehmen am Dienstag ihre Zahlen veröffentlichen.

Veröffentlicht ein Unternehmen Dienstag vor Börseneröffnung die Zahlen, müssen wir noch am Montag Optionen darauf verkaufen. Veröffentlich das Unternehmen dagegen erst Dienstag nach Börsenschluss die Zahlen, verkaufen wir unsere Optionen auch erst Dienstags, da dann die Vola normalerweise noch etwas ansteigt.

 

Strangle oder Iron Condor?

Dies ist eine Frage der Margin und des Risikobewusstseins eines jeden Einzelnen. Ich selber werde diesmal wohl mehr Iron Condors handeln. Das mache ich aus zwei Gründen.

  1. Bei der letzten Earnings Season ist es mir mehrmals passiert, das ich keine Trades mehr eingehen konnte, da ich meine Margin sonst zu sehr ausgereizt hätte. Durch Iron Condors wird aber weniger Margin für den einzelnen Trade verlangt. Dadurch kann man entweder mehr Optionen auf einen Wert verkaufen oder mehrere Werte gleichzeitig handeln.
  2. Dadurch das bei Earnings tatsächlich alles passieren kann, haben wir ein gewisses Risiko. Durch die Iron Condors beschränken wir unseren maximalen Verlust auf die Differenz zwischen den Strikes der verkauften Option und der gekauften Option. Auch wenn ich die Werte sorgfältig auswähle, kann es immer zu massiven Gaps kommen. Dieses Restrisiko bleibt ganz einfach bestehen.

Bei einem Strangle macht man natürlich mehr Gewinn, wenn alles gut geht. Jedoch kann dieser auch in die Hose gehen, da wir ein unbegrenztes Verlustrisiko haben.

Als kleinen Tipp.

Ich selber setzte Strangles und Iron Condors nicht als Combo auf.

Bei einem Strangle verkaufe ich einen Put und einen Call einzeln! Dies macht es einfacher, diese dann zu schließen und man erzielt meist einen besseren Preis.

Bei Iron Condors mach ich das ähnlich. Hier verkaufe ich zwei Spreads. Einen Bull-Call-Spread und einen Bull-Put-Spread. Ganz einfach weil es einfacher ist, diese zu adjustieren und die Übersichtlichkeit in der TWS verbessert. Verkauft man direkt einen Iron Condor als Kombo, wird es bei Adjustierungen schnell unübersichtlich in der TWS, wenn man nur eine Seite verkauft, adjustiert und solche Sachen.

 

Die TWS erklärt

Zu guter Letzt möchte ich euch noch schnell die TWS zeigen. Die Meisten werden wohl mit dieser Handeln.

Zuerst mal wie die TWS bei mir aufgebaut ist. Hier seht ihr meine Maske der TWS. Mit meinen momentan laufenden Aktienoptionen.

Ihr seht noch die Überreste eines Iron Condors auf IWM. Diese verfallen kommendem Freitag. Ihr seht einen Call bei BBY, welcher durch Aktien abgesichert ist. Ursprünglich war dies ein Strangle, die Aktien wurden zugekauft, um einen covered Call daraus zu machen. Danach begann dann der Markt mit seiner Korrektur 🙂 Die Aktien bleiben trotzdem drin bis zum Verfall. In meinem Newsletter werde ich dann beschreiben, was ich mit den Aktien mache, um diese zu 100% wieder loszuwerden, ohne aber ein großes Risiko zu tragen.

Zu guter Letzt seht ihr noch einen Put auf QCOM. Auch dieser ist der Rest eines Strangles. Wie ihr seht habe ich vor, auch diesen zu einem covered Put zu machen. Ab 52,50€ gehe ich 100 Aktien short bei diesem Wert. Das Limit für die Verkaufsorder von 52,40€ ist dafür da, mich gegen ein Gap zu schützen. Ich muss ja dann nicht unbedingt doppelt verlieren^^ Da reicht dann schon der Put.

Nun denn. Wenn wir uns einen Wert rausgesucht haben, welchen wir gerne handeln würden, öffnen wir den OptionTrader.

 

Danach sollte sich folgendes Fenster öffnen:

  1. Hier gebt ihr den Namen, besser das Kürzel, des Basiswertes ein und bestätigt die Auswahl
  2. Dies sind die verschiedenen Verfallstermine. Für die Earnings suchen wir uns den Verfallstermin raus, welcher am wenigsten Restlaufzeit hat.
  3. Hier wird die Optionskette angezeigt. Der Basispreis zeigt dabei den Strike an, bei welchen wir unsere Optionen verkaufen können. Orientiert euch an den Deltas bei den Earnings. Ich verkaufe gerne am Delta 10 – 15. Ich richte mich ja sonst nach der Standardabweichung, doch wenn möglich und sinnvoll, versuche ich bei den Eranings Strikes zu wählen, welche weiter vom aktuellen Kurs entfernt sind.

 

Ihr habt euch für die Strikes entschieden? Sehr gut. Geht zurück in eure TWS-Maske vom Anfang. Gebt hier unter Finanzinstrument wieder das Kürzel des Basiswertes ein. Dann erscheint folgende Abbildung.

Wollt ihr nur einen Strangle bauen, dann wählt Optionen. Es wird sich ein ähnliches Fenster wie beim OptionTrader öffnen. Sucht eure Strikes aus, klickt darauf und verkauft diese dann.

Wollt ihr einen Iron Condor bauen, geht auf Kombinationen und dann auf Optionen Combos.

Es öffnet sich nun dieses Fenster. Wählt unter Strategie den Vertical Spread aus.

In der linken Spalte bei Monat, wählt ihr das Verfallsdatum aus. Bei Earnings braucht ihr normalerweise nur ganz nach oben scrollen und diesen auswählen. Das ist der Verfallstag, mit der geringsten Restlaufzeit.

Unter P/C wählt ihr aus, ob ihr die Call oder Put Seite erstellen wollt.

Unter Kauf-Basispreis wählt ihr den Strike aus, für welchen ihr eure Option kaufen wollt, welche euch gegen Gaps absichern wollt.

Sell-Basiswert wählt ihr den Strike aus, bei welchem ihr eure Option verkaufen wollt.

In dem Fenster in der Mitte wird euch dann ein passender Vertical Spread angezeigt. Klickt auf diesen und klickt dann auf OK.

Nun habt ihr euren Spread hinzugefügt. Macht das Selbe nochmal, nur mit einem Put. Dann habt ihr einen Iron Condor gebaut, der sich aber einfacher handhaben lässt, als wenn ihr direkt über die Kombo einen Iron Condor eingegeben hättet.

Wenn ihr letztendlich soweit seid und eure Optionen verkaufen möchtet, rechtsklickt auf den Spread (oder Put/Call solltet es nur ein Strangle werden) und wählt Handeln à Ordereingabe

Verkauft eure Optionen, stellt den Limitpreis ein (Midpreis) und gebt die Order ab.

Bevor die Order an die jeweilige Börse übermittelt wird, erscheint nochmal folgendes Fenster.

Achtet hier bitte auf den von mir Gelb markierten Bereich. Kontrollier nochmal, das alles korrekt ist und drückt dann auf Übermitteln.

 

Ihr wollt auch mit der TWS handeln und den Optiontrader nutzen? Ihr wollt auch einen professionellen Broker an eurer Seite haben? Dann schaut mal bei Captrader vorbei.

So ich hoffe ich konnte euch mit dem Beitrag nochmal helfen. Wie gesagt, wenn ihr von mir wissen möchtet, welche Werte handelbar sind und zu welchen Strikes und mit welcher Strategie ich diese dann handle, abonniert einfach meinen Newsletter.

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Kommentare (4)

  1. Hallo,
    macht es einen Unterschied bei TWS, ob ich den Spread als Kombo oder einzeln (SP+LP) handele?

    PS: Prämie von $52 beim Strike von $60? Außerdem lag das Delta deiner Calls bei >1, da der Kurs bei 64.90 lag!??

    Gruß SoBa

    Antworten
    • Hallo Soba,

      interessant das dies bisher keinem aufgefallen ist^^
      Ich wollte hier die Eingabe veranschaulichen und habe dabei wohl im Kopf einen Put Spread gehabt aber einen Call Spread aufgelegt… mein Fehler.

      Meine Erfahrung bei der TWS ist, das es immer besser ist, die Optionen einzeln zu schreiben/kaufen. Bei einem Spread macht der Unterschied aber nicht so viel aus. So schreibe ich bei einem Iron Condor 2 Spreads. Wovon ich aber abraten würde, wäre z.B. einen Iron Condor direkt als Kombo zu schreiben. Da wird man recht suboptimal ausgeführt.

      Antworten
      • Hallo,

        danke für die Antwort. Ich muss halt noch genau hinschauen, weil ich neu bin 🙂 Du sagst, der Unterschied bei einer Combo von einem Spread sei gering, aber was ist der Unterschied überhaupt? Die Preise sind doch die selben oder?

        Ich habe einen Bull-Put-Spread (SP+LP via Cashkonto) gehandelt via TWS. Allerdings wird nicht der maximal Verlust als (nicht)verfügbares Cash vom Broker geblockt, sondern stattdessen wird aber der gesamt SP geblockt, z.B. Strike bei $40 >> $4000 geblockt, obwohl durch den LP der Verlust auf wesentlich weniger begrenzt ist. Ich vermute, dass der Broker bzw. TWS den „Zusammenhang“ zwischen den beiden Trades nicht „erkennt“!??? Oder habe ich etwas noch nicht verstanden.

        Gruß SoBa

      • Das ist komisch. Bei einem Marginkonto senkt sich die Margin dadurch normalerweise erheblich.
        Es kann aber sein, das bei einem Cashkonto auf Nummer sicher gegangen wird. Theoretisch kann es ja passieren, das dein Short Put ins Geld läuft und angedient wird. Dadurch musst du trotzdem die Aktien kaufen und die 4.000 $ bezahlen. Der Long Put begrenzt nur das maximale Risiko für dich.

        Selbiges ist auch bei einem Marginkonto die Gefahr. Ein Spread senkt die Margin enorm, schützt einem aber nicht davor, das die Short Option, wenn diese im Geld ist, angedient wird. Wenn das passiert, erhöht sich hier auch schlagartig die Margin, da die Aktien eingebucht werden. Vor ein paar Wochen/Monaten war das bei einem Leser von easydividend der Fall, was einen Margincall auslöste, wenn ich mich recht erinnere.

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