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Straddle – mehr Zeitwert geht nicht

Heute widme ich mich dem Straddle. Dies mag aktuell eine Strategie sein, welche ich nicht fahre, trotzdem möchte ich auch hier auf die Vor- und Nachteile hinweisen und weshalb man diesen überhaupt handelt.

Der Straddle war für mich persönlich eine eher abstrakte Konstruktion und es hat gedauert, bis ich mich in die Denkweise dieser Strategie hineinversetzen konnte.

Heute erfährst du von mir folgendes:

  • Was ist ein Straddle und wie ist dieser aufgebaut?
  • Warum einen Straddle handeln?
  • Wie kann ich einen Straddle absichern und adjustieren?
  • Meine Meinung zu Straddles

 

Was ist ein Straddle und wie ist dieser aufgebaut?

Ich bevorzuge ja grundsätzlich eher einfache Strategien. Umso komplizierte Strategien werden, umso mehr Fehler können sich einschleichen. Auch bin ich eher der Meinung, das komplizierte Strategien nur dazu da sind, dem Erfinder eine gewisse Expertise zuzuschreiben, ohne wirklichen Mehrwert zu bieten.

So ist es erstmal nicht verwunderlich, das auch der Straddle im Aufbau eher schlicht gehalten ist.

Man macht bei einem Straddle nicht mehr, als am aktuellen Kurs des Basiswertes einen Call und einen Put zu verkaufen.

Das Gewinn-Verlust-Diagramm sieht hier dann folgendermaßen aus:

Wir würden also direkt am Kurs unsere Optionen verkaufen. Dies bedeutet aber ja, das immer eine der Optionen im Geld liegt. Lassen wir die Optionen einfach auslaufen, werden wir auf jeden Fall angedient.

Wo liegt hier also der Sinn? Bei meinem Artikel über Strangles habe ich bereits kurz darüber geschrieben. Wir sind als Optionsverkäufer, also als Stillhalter, nicht automatisch im Verlust, nur weil eine Option im Geld liegt.

 

Dazu ein kleines Beispiel am Chart der Firma FedEx mit realen Zahlen.

Wir verkaufen einen Call und einen Put am Strike 187,5 $. Dies ist der Strike, welcher am nächsten zum aktuellen Kurs zur Verfügung steht. Die Laufzeit ist der 21.04. also der Standardverfallstag im Monat April.

 

Straddle

 

Wir sehen hier im Optiontrader der TWS mehrere Informationen. Für das Verständnis eines Straddle sind vor allem die Gelb markierten Optionspreise wichtig.

Wir sehen, das wir für einen Call mindestens 4,05$ bekommen und für einen Put mindestens 3,35$.

In Summe würden wir also 7,4 $ an Prämie für diesen Straddle erhalten bzw. 740 $.

Erst wenn diese aufgebraucht sind, machen wir Verlust. Im Chart ist zusehen, ab welchen Kursen wir also erst Verlust machen. Innerhalb dieser Kurse kann sich die Aktie bewegen, ohne das wir Verlust einfahren.

Wie errechnet sich unser Breakeven?

Oberer Breakeven = aktueller Kurs + eingenommene Prämie

Unterer Breakeven = aktueller Kurs – eingenommene Prämie

 

 

Wie man sieht, hat FedEx gut Platz sich zu bewegen. Ein Nachteil dieser Strategie im Vergleich zu einem Strangle ist leider, das sich unser Gewinn reduziert, umso weiter sich der Kurs unseren Breakevenlinien nähert.

Wir können also nur schwer einschätzen, wieviel Geld wir mit so einem Trade wirklich verdienen. Bei einem Strangle weiß man, solange sich der Kurs innerhalb der Strikes bewegt, gehört einem die gesamte Prämie.

Nun stellt sich also doch die Frage, warum überhaupt diese Strategie anwenden?

 

Warum einen Straddle handeln?

Um einen Straddle zu handeln, sollte man natürlich davon ausgehen, das sich der Kurs des Basiswertes innerhalb der Laufzeit nicht sonderlich ändern wird.

Eine weitere Voraussetzung bei einem Straddle ist es ebenfalls, das der Basiswert eine möglichst hohe IVR aufweist. Wie bei einem Strangle sollte diese in Richtung 50% gehen.

Doch warum dann nicht gleich einen Strangle handeln? Was bringt mir diese Strategie für einen Vorteil?

Nun, als Stillhalter verkaufen wir Zeitwert und Volatilität. Und diese wird am effektivsten in den Optionen eingepreist, welche sich direkt am aktuellen Kurs befinden. Wir erhalten also bei einem Straddle mehr Geld für die gleiche Volatilität und die gleiche Laufzeit, als bei allen anderen Optionen.

Dies hat einen weiteren Vorteil. Die Optionen verfallen in ihrem Wert extrinsischem Wert schneller, als andere Optionen.

Bei Optionen ist der extrinsische Wert der Wert, den die Option nur aufgrund der Laufzeit und der Volatilität des Basiswertes innehat.

Der intrinsische Wert dagegen ist der Wert, den eine Option besitzt, weil der Kurs über/unter dem Strike notiert und die Option damit im Geld liegt. So haben nur Optionen einen intrinsischen Wert, welche im Geld liegen.

 

Dies wiederum ermöglicht es uns, die Optionen schneller zurückzukaufen und einen Gewinn zu realisieren.
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Wie kann ich einen Straddle absichern und adjustieren?

Die Absicherung eines Straddles ist vergleichbar, mit der Absicherung eines Strangles, welches dann zu einem Iron Condor wird.

Will man seinen maximalen Verlust definieren, kauft man sich zusätzlich einen Call und einen Put weiter aus dem Geld.

So könnte man zum Beispiel an den Breakeven Punkten zur Absicherung einen Call und einen Put kaufen. Diese sollten dieselbe Laufzeit haben wie unserer verkauften Optionen.

Unser maximaler Verlust würde sich dann auf die gezahlten Prämien für die Absicherungen beschränken.

In unserem obigen Beispiel würde das bedeuten, das wir uns eine Absicherung bei 195,52 $ und bei 180,72 $ suchen müssten.

Hier würde ich zur Absicherung den Strike 195 $ und den Strike 182,5 $ wählen.

Nun könnte man sich fragen, warum nicht den Strike bei 180 $ zur Absicherung wählen? Ganz einfach. Ich zahle zwar 0,5 $ für die Option bei 182,5 $ mehr, sichere aber 2,5 $ des Kurses mehr ab.

Unser maximaler Verlust würde letztendlich 319 $ betragen, egal was der Basiswert macht.

Will man sich nicht an den Breakeven Punkten absichern, sondern weiter weg, erhöht sich der maximale Verlust.

 

Wie läuft es mit der Adjustierung ab? Diese ist recht einfach. Egal ob mit oder ohne Absicherung!

Wie bei einem Strangle, kann auch bei einem Straddle nur eine Option in Schieflage geraden.

Somit können wir die gut laufende Option entweder direkt schließen, oder wir rollen diese auf den neuen aktuellen Kurs. Somit nehmen wir neue Prämie ein, welche die Breakeven Punkte verschiebt.

Möchte man weniger Arbeit, gibt es auch die Möglichkeit, bei Erreichen eines Breakeven Punktes beide Optionen zu schließen und am neuen aktuellen Kurs neue zu verkaufen. Da wir uns bei dieser Strategie nicht nach dem Delta richten, würde ich dem Kurs die Luft bis zu den Breakeven Punkten geben.

 

Meine Meinung zu Straddles

Obwohl ich Straddles noch nicht auf meinem Echtgeldkonto gehandelt habe, finde ich die Idee dahinter durchaus interessant. Wichtig ist natürlich, das man davon ausgeht, das der Basiswert keine größeren Bewegungen macht.

Was mir nicht ganz gefällt an der Strategei ist, das ich wenig mit Wahrscheinlichkeiten rechnen kann. Wir können uns zwar die Breakeven Punkte ansehen und dann schauen wie das Delta von Optionen an diesen Strikes ist, aber das sagt uns nur aus, wie wahrscheinlich es ist, das der Kurs darüber/darunter schließen wird.

Auch das wir nicht direkt definieren können, wie hoch unser Gewinn sein wird, stört mich an der Strategie.

Möglicherweise aber, ist die Strategie auch effektiver als ich es mir momentan vorstellen kann, weshalb ich diese ebenfalls auf meinem Demokonto mit handeln möchte.

 

 

 

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Chartbilder wurden mit der Software von ProRealTime erstellt.

Die Optionskette ist ein Ausschnitt der TWS von meinem Broker Captrader

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Kommentare (6)

  1. Hallo Community,
    wie repariert man einen Straddle, wenn dieser zu weit in die Verlustzone wandert? Und was heißt „zu weit“, d.h. ab wann sollte man eingreifen, wann wartet man lieber noch ab?
    Um zum Vergleich mit dem Strangle zurück zu kommen, hier sind mir die Reparaturmaßnahmen und auch der Zeitpunkt des Eingreifens klar. Daher bevorzuge auch ich diese Strategie.

    Antworten
    • Grüß dich,

      man sollte den Straddle spätestens an den Breakeven Punkten rollen. So sehe ich das.
      Man kann natürlich einen Straddle bei 200 % Verlust z.B. zurückkaufen oder man verkauft nur erstmal die Seite, welche im Gewinn ist. Möglichkeiten gibt es sehr viele. Hier sollte man schauen, was zu einem selber passt.

      Antworten
  2. Hallo Martin,
    sehr schöne Beschreibung des Straddles!

    Ich handle diesen ebenfalls nicht, sondern bevorzuge einen Strangle eben genau aus einem Grund, den du auch genannt hast: Es ist schwer absehbar, wie hoch der Gewinn ausfallen wird.
    Klar ist, dass der maximale Gewinn wesentlich höher ausfällt, als bei einem Strangle. Aber dieses Maximum wird nur in einem einzigen Punkt erreicht, den man kaum treffen wird. Und das geht mir dann schon wieder zu sehr in Richtung „auf hohen Gewinn zocken“.

    Da ist es mir psychologisch lieber, ich verzichte auf den (theoretischen) exorbitanten Gewinn, weiß dafür aber relativ gut, was ich am Ende erwarten kann.

    Antworten
    • Hallo Elmar,

      geht mir ähnlich. Bei einem Strangle weiß ich was ich hab. Lieber kleinere Trades, welche aber berechenbar sind, als einen größeren, bei dem ich nicht weiß, was am Ende übrig bleibt.

      Antworten
  3. Hallo Martin,

    Den Straddle hab ich auch noch nie gehandelt. Auf dem Demo-Konto sollte ich das aber auch mal ausprobieren. Ich finde generell, dass ich viel mehr mit meinem Demo-Konto ausprobieren sollte. Will ja auch schon ewig eine Strategie mit Vertical Spreads über einen längeren Zeitraum testen.

    mfG Chri

    Antworten
    • Hallo Chri,

      geht mir ähnlich. Ein Demokonto ist zum rumprobieren schon genial. Leider fehlt einem dann aber auch immer mal die Ernsthaftigkeit dahinter bzw. der „Druck“ zu handeln, um Geld zu machen.

      Antworten

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