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Stoppstrategien und Risikomanagement

An der Börse gibt es viele wichtige Gesichtspunkte, welche man beachten muss. Einstieg, Ausstieg welche Werte man handeln möchte usw. Der wichtigste Punkt aber ist, das Risikomanagement. Über diesen Punkt machen sich leider die meisten Neulinge die wenigsten Gedanken. Dabei steht und fällt jeder Handel an den Finanzmärkten mit dem richtigen Risikomanagement. Heute möchte ich auf die einfacheren Varianten eingehen, welche auch für kleinere Konten, bis ca. 30.000€, machbar sind.
Ich rede über die Absicherungen mit Stopporders.

Stopporders, was ist das?

Stopporders benutzt man nicht nur zur Absicherung, man kann diese ebenfalls für einen Einstieg in den Markt nutzen, jedoch soll dies heute nicht das Thema sein. In erster Linie beschäftigen wir uns heute damit, wie wir Stopporders für die Absicherung unserer Positionen nutzen können und was wir zu beachten haben.

Eine Stopporder ist ein Auftrag an den Broker, eine Position aufzulösen, sobald ein gewisser Kurs unterschritten wurde. Sollte man Leerverkäufe getätigt haben, also auf fallende Kurse setzten, wird eine Stopporder ausgelöst, wenn ein Kurs eine vordefinierte Marke überschritten hat.

Damit soll sichergestellt werden, das man nicht Unmengen an Geld verliert und die Position aufgelöst wird, bevor man unverhältnismäßig starke Verluste einfährt. Gleichzeitig aber kann die Stopporder auch verwendet werden, um Gewinne abzusichern und somit sicherzustellen, das man nicht wieder ins Minus läuft.

Ab welchem Kursniveau die Stopporder auslöst, bestimmt man dabei selber. Das Niveau kann dabei stetig angepasst werden.

Stopporders und die Liquidität eines Wertes

Was hat den nun die Stopporder mit der Liquidität eines Wertes zu tun? Zuerst sollten wir klären was Liquidität ist und dann was mit einer Stopporder bei Ausführung passiert. Dann sollte es einleuchtend sein, warum Stopporders und Liquidität Hand in Hand gehen müssen.

Liquidität eines Wertes bedeutet nichts anderes, als das der Wert genügend pro Tag gehandelt wird. Es macht einen großen Unterschied, ob ein Wert ein Handelsvolumen pro Tag von mehreren Hunderttausend Aktien/Kontrakten aufweist oder von nur eine paar hunderten. Umso höher das gehandelte Volumen, umso sicherer bekommt man den Wert auch zu dem Preis, zu dem man ihn kaufen wollte.

Hierzu möchte ich nochmal einen Verweis auf meinen Artikel Die Aufgabe der Börse machen, bei welchem ich erklärt habe, wie Kurse entstehen.

Als Richtwert kann man ein Handelsvolumen von 100.000 St/Tag nehmen. Bei solchen Werten ist man auf der sicheren Seite, was das Handelsvolumen angeht. Dieses sollte aber auch über einen längeren Zeitraum kontinuierlich sein! Das gehandelte Volumen von Aktien/Indizes kann man bei jeder kostenlosen Software einsehen.

Was geschieht aber nun mit einer Stopporder, wenn diese ausgelöst wird? Ganz einfach. Sobald eine Stopporder ausgelöst wird, wird diese zu einer Marketorder. Das bedeutet, das die aufzulösende Position schnellstmöglich, zu dem bestmöglichen Preis, geschlossen wird.
Bestmöglicher Preis klingt ja erst einmal nicht schlecht oder? Ich zeige euch an einem kleinen Beispiel, warum das nur gut klingt.

Nehmen wir an, ihr habt von der Aktie XY 100 St. in eurem Depot. Die Aktie hat ein tägliches Handelsvolumen von knapp 800.000 St. Pro Tag.
Nun wird eure Stopporder bei 100€ ausgelöst. Eure 100 Aktien werden nun zu dem bestmöglichen Preis verkauft. 40 St. werden für 99,97€ verkauft, 20 St. für 100,02€ und die restlichen 40 St. für 99,95€.
Dies macht einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 99,97€. Hier seht ihr bereits, ihr habt nicht für 100€ verkauft, sondern für den bestmöglichen Preis.
Naja, 3 Cent pro Aktie weniger, ist jetzt nicht die Welt. Wollen wir nochmal verdeutlichen, was das bei einem illiquiden Wert bedeuten könnte.

Nehmen wir wieder an, ihr habt von der Aktie XY 100 St. in eurem Depot. Diesmal hat die Aktie aber nur ein tägliches Handelsvolumen von knapp 5000 St. pro Tag.
Ihr wollt diesmal also einen Aktienbestand verkaufen, welcher alleine 2% des täglichen Handelsvolumens ausmacht!

Wieder wird eure Stopporder bei 100€ ausgelöst. 40 St. verkauft ihr zu einem Kurs von 80€. 20 St. für einen Kurs von 95€ und die restlichen 40 St. für einen Kurs von 75€.
Nun habt ihr einen durchschnittlichen Verkaufskurs von 81€. Autsch. 19€ unter eurem eigentlich angedachten Verkaufskurs. Macht insgesamt 1900€ mehr Verlust, wie ursprünglich eingeplant. Das tut weh.

Also denkt an meine Warnung. Achtet auf das gehandelte Volumen!

Stopporders in der Anwendung, oder warum euer eingesetztes Kapital nicht euer Risiko darstellt

Bevor ich direkt zu den Stoppstrategien komme, möchte ich noch kurz zeigen, warum euer eingesetztes Kapital, nicht mit eurem Risiko zu tun hat.

Nehmen wir an, ich kauft eine Aktie zu einem Kurs von 80€. Ihr setzt dafür 2.000€ ein und setzt euren Stopp bei 75€. Dann beträgt euer Risiko 125€. ( eingesetztes Kapital / Kurs * Kursdifferenz Kauf-/Stoppkurs  2.000€ / 80€ * 5€ = 125€)

Gehen wir nun davon aus, ihr wollt aber mit 5.000€ die Position eröffnen, aber dennoch nur 125€ riskieren. Dann müsst ihr eure Stopporder anders positionieren.

Die Berechnung läuft jetzt ein klein wenig anders.
5.000€ / 80€ = 62,5 Aktien
Die Aktienanzahl wird immer abgerundet!
125€ / 62 Aktien = 2,01€
Die 2,01€ sind der Stoppabstand zu unserem Einkaufspreis.
80€ – 2,01€ = 77,99€ Stoppkurs.

Die Stopporder muss nun also bei 77,99€ platziert werden. Das Risiko beträgt wieder 125€, obwohl wir mit 5.000€ die Position aufgemacht haben. Jedoch sollte hier auch jedem klar sein, das der Kurs 77,99€ schneller und mit höherer Wahrscheinlichkeit erreicht wird, als der Kurs im ersten Beispiel von 75€.

Weshalb ihr den Artikel eigentlich lest… die Stoppstrategien

Kommen wir nun zu dem eigentlich interessantem. Die Stoppstrategien.
Ich kann unmöglich auf alle eingehen die es gibt, aber ich werde auf die wichtigsten eingehen. Dabei werde ich euch langsame und schnellere Stoppstrategien zeigen.

Der Chart ist uninteressant, nur die Kursbewegung zählt… der Traillingstopp

Der Traillingstopp ist weniger eine Strategie, als vielmehr ein kleines Programm eures Brokers. Einige Broker bieten diese Stoppvariante an, man kann dies aber auch manuell machen.

Der Traillingsstopp wird versetzt, wenn der Kurs entweder eine vordefinierte %-Zahl gestiegen ist oder einen vordefinierten Euro-Wert gestiegen ist.

So kann man einstellen, das der Traillingstopp immer einen Abstand von 5% zum aktuellen Kurs hält. Das bedeutet, wenn der Kurs 100€ beträgt, liegt der Stopp bei 95€. Steigt der Kurs nun an, steigt automatisch der Stopp mit. Fällt der Kurs aber, bleibt der Stopp wo er ist. Selbiges wäre der Fall, wenn man einstellen würde, das der Stopp immer 3€ vom Kurs entfernt sein soll. Ich würde wenn aber die prozentuale Variante empfehlen.

The trend is your friend… Stoppversetzung im Trendhandel

Hier möchte ich auf zwei Varianten kurz eingehen. Die erste Variante ist die einfachere, da diese kein Interpretationsraum bietet.

In allen mir bekannten Chartsoftwaren ist es möglich, sogenannte gleitende Durchschnitte anzeigen zu lassen. Gleitende Durchschnitte zeigen den Durchschnittlichen Kurs von X-Perioden an.

Eine Idee ist nun, sich einfach einen 50er-EMA oder SMA in dem Chart anzeigen zu lassen, und den Stopp immer auf dessen Niveau nachzuziehen. Kurze Erklärung noch, ein SMA nimmt einfach den Durchschnitt der eingestellten Perioden, ein EMA im Grunde auch, jedoch werden hier die letzten Perioden stärker gewichtet. Wie schnell der Stopp damit nachgezogen werden kann, kommt darauf an, wie schnell man den gleitenden Durchschnitt eingestellt hat. Wenn man diesen nicht mit 50 sondern nur mit 15 einstellt, wird man den Stopp viel schneller nachziehen können.

Im unterem Bild habe ich einmal einen 50er EMA (Rot) und einen 50er SMA (Blau) eingestellt, um die Unterschiede zu zeigen.

Gleitender Durchschnitt

Eine andere Methode ist, den Stopp auf die Tiefs/Hochs eines Trends nachzuziehen. Ein Trend bildet immer, bei einem Aufwärtstrend, höhere Hochpunkte und höhere Tiefpunkte, bei einem Abwärtstrend, tiefere Tiefpunkte und tiefere Hochpunkte.

Es ist jedoch teilweise eine Kunst für sich, die relevanten Punkte für den Stopp im Chart ausfindig zu machen. Ebenfalls muss man immer die Korrekturen mitmachen, bevor man seinen Stopp versetzten darf. Den erst wenn eine Korrektur eingesetzt hat und anschließend der alte Hochpunkt überschritten wurden ist, darf der Stopp auf das neue lokale Tief gesetzt werden.

Stoppsetzung Trend

Ich will schnell rein und raus… der Bewegungsstopp

Der Bewegungsstopp reagiert schneller, benötigt jedoch auch etwas mehr Aufmerksamkeit.

Bei einem Bewegungsstopp wird der Stopp unter dem Tief der Kerze gesetzt und immer auf das nächste Tief nachgezogen. Bei Innenkerzen jedoch (dies sind Kerzen, bei denen der Schlusskurs nicht über dem Hoch der vorhergehenden Kerze liegt) wird der Stopp auf das Tief der vorhergehenden Kerze gesetzt. Dies soll dazu dienen, nicht durch kleine Korrekturen aus dem Markt geworfen zu werden.

Im unteren Chart habe ich mit den Zahlen gezeigt, wo die Stopps gesetzt wurden wären. Die roten Zahlen zeigen dabei auf, wenn der Stopp zurückgesetzt hätte werden müssen.

Bewegungshandel

Für mental Stärkere… der imaginäre Stoppverlauf

Gerade als Anfänger sollte man seinen Stopp immer direkt in den Markt legen, um nicht der Versuchung zu unterliegen, die Position nicht aufzulösen. „Das wird schon wieder“ hört man dann des Öfteren.

Jedoch hat dies den Nachteil, das man Opfer von Stoppfishing werden könnte. Stoppfishing ist, wenn der Kurs nur kurzzeitig relevante Stoppmarken unterschreitet, die Stopps also abfischt, nur um dann wieder in die angedachte Richtung zu gehen.

Wer mental bereits stärker ist und diszipliniert ist, kann den Stopp aber auch nur imaginär setzten. Der Stopp wird also manuell ausgelöst und es wird der Schlusskurs abgewartet. Dadurch kann man kein Opfer von Stoppfishing mehr werden. Jedoch bei einem massiven Zusammenbruch des Kurses, kann es passieren, das man viel zu spät aus dem Markt geht.

Anbei ein Foto mit Stoppfishing. Die roten Markierungen zeigen den Stoppverlauf auf den Trend. Dann kamm ein Kurseinbruch, der die Stopps abfischte, nur um dann wieder zu steigen.

Stoppfishing

Die Bilder wurden aus der Sotfware von ProRealTime erstellt.

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