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Poor Man’s Covered Call im Detail

poor man covered call

Heute erkläre ich eine einfache Optionsstrategie, welche fast dieselben Gewinnchancen hat, wie der covered Call, jedoch weitaus weniger Kapital bindet und dazu noch ein begrenztes Risiko aufweist, den Poor Man’s Covered Call.

 

Was ist ein poor man’s covered call?

Ein poor man’s covered call ist eine reine Optionsstrategie, welche auf steigende Kurse setzt.

Somit ist diese Strategie eine bullische Strategie.

Bei einem PMCC erhalten wir keine Prämie! Wir zahlen eine. Somit gehört diese Strategie zu den spekulativeren Strategien, jedoch auch zu den Strategien, bei denen schnell Geld verdient werden kann.

Bei einem poor man covered Call kaufen wir einen Call, welche mindestens am Geld ist. Normalerweise werden sogar Calls gekauft, welche recht tief im Geld sind.

Gleichzeitig verkaufen wir einen Call, welcher etwas vom Kurs entfernt ist.

 

Beispiel:

Verkauf Call 105 $

(aktueller Kurs bei 100 $)

Kauf Call bei 95 $

 

Praxiserklärung

Warum kaufen wir einen ITM Call und keinen ATM Call? Ein Call, welcher am Geld ist, wäre billiger, als ein Call, welcher bereits tief im Geld ist.

Warum also wird bei dieser Strategie normalerweise ein ITM Call gekauft? Dies hängt mit dem Zeitwert zusammen. Optionen am Geld, haben den höchsten Zeitwert. Optionen, welche bereits tief im Geld sind, haben meist nur noch wenig Zeitwert. Und hier kommt auch einer der Gründe dazu, weshalb wir einen zusätzlichen Call verkaufen.

Dieser soll uns im Grunde den Zeitwert des gekauften Calls wieder einbringen.

Wie wird der poor man’s covered call aufgesetzt?

Legende:

C = Call

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

 

Poor Man’s Covered Call

Wir man sieht, ist die Strategie einfach aufzusetzen. Man hat aber gleichzeitig einen großen Spielraum.

So kann man den gekauften Call länger laufen lassen, wie den verkauften Call. Oder beide haben die gleiche Laufzeit. Dies ist jedem selbst überlassen.

Ebenso kann man selbst überlegen, an welchem Delta man den Call verkauft.

Ich selber empfehle für den gekauften Call ein Delta von ca. 70, sowie eine Laufzeit von 60 – 90 Tagen und dem verkauften Call ein Delta von 30 mit einer Laufzeit von 30 – 40 Tagen.

 

Gewinnziel und Verlustpotential eines poor man covered call

Der maximale Gewinn in einem poor man covered Call ist die Differenz zwischen dem aktuellem Kurs, bis zum Strike des verkauften Calls, multipliziert mit hundert.

In unserem kleinen Beispiel von oben könnten wir maximal 500 € gewinnen.

Der verkaufte Call sichert uns eine kleine Prämie zu und fängt den Zeitwertverlust des gekauften Calls ab. Gleichzeitig begrenzt dieser unseren maximalen Gewinn.

Der Nachteil dieser Strategie, gegenüber dem covered Call ist, das wir keinen Anspruch auf mögliche Dividenden haben, welche in den Zeitraum fallen. Man sollte beim Aufsetzen allgemein darauf achten, das nicht unbedingt eine Dividendenzahlung zu erwarten ist, da diese vom Kurs abgezogen wird und für uns negativ ist.

 

Das Verlustpotential hingegen ist begrenzt auf unsere gezahlte Prämie. Wir können nicht mehr verlieren.

Berechnet wird das Verlustpotential folgendermaßen:

Gezahlte Prämie – erhaltene Prämie = maximales Risiko

Somit wissen wir von vornherein, was wir verlieren können.

 

Adjustierungen im poor man covered call

Grundsätzlich wird der PMCC nur Adjustiert, wenn der Kurs fällt.

Sollte der Kurs steigen, ist es ja genau das was wir wollen.

Eine weitere Möglichkeit den PMCC zu adjustieren ist noch, wenn der gekaufte Call länger läuft, als der verkaufte Call.

 

Schauen wir uns also die folgenden Szenarien an.

Wenn der Kurs fällt, dann steigt somit die IVR im Basiswert, was wiederum die Optionen teurer macht. Unser verkaufter Call wird billiger, da der Kurs fällt und sich somit von dessen Strike entfernt.

Wir haben hier also die Möglichkeit, den Call nach unten zu rollen und somit extra Prämie einzunehmen und unseren maximalen Verlust etwas zu dämpfen.

Verlust = gezahlte Prämie – realisierte Prämie – neu erhaltene Prämie

Poor Man’s Covered Call

 

Praxistipp

Achtet darauf, das ihr den short Call nicht unter dem Preis schreibt, bei welchen der Kurs beim auflegen des Trades war!

Wenn ihr den Trade neu aufsetzt und der Kurs war zu diesem Zeitpunkt bei 100, dann sollte dies eure magische Grenze für den short Call sein.

 

Eine weitere Möglichkeit der Adjustierung ist, wenn der Basiswert sich nur seitwärts bewegt. Sollte dies der Fall sein, könnte ihr, soweit möglich und sinnvoll, den Call zurückkaufen und einen neuen, mit längerer Laufzeit, verkaufen.

Poor Man’s Covered Call

Achtet dabei darauf, das die Laufzeit des short Call nicht länger ist, wie die Laufzeit des long Call.

 

Zusammenfassung des poor man’s covered call

Volatilitätniedrig
Tradeausrichtungbullish
Credit oder Debit TradeDepit
GewinnzielErreichen des Strikes des short Calls
VerlustpotentialBegrenzt auf gezahlte Prämie
Adjustierungeinfach
GewinnpotentialDifferenz zwischen Kurs und Strike des short Calls
Anzahl an Optionen in Strategie2
Breakevenberechnung/
SchwierigkeitsgradEinfach
Geeignet für KontenAb 5.000 €
Gebührenbelastungniedrig
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Kommentare (4)

  1. Hallo Martin,

    sind hier nicht Ähnlichkeiten mit einen Kalender Spread?
    Hast Du den PCMM schon mal mit Indices (DAX) gehandelt?
    Vielen Dank und Grüße

    Antworten
    • Hi Cliff,

      ja, ein PMCC ist schon ähnlich einem Calender Spread.

      Ich selbst habe den PMCC noch nicht oft gehandelt. Er ist auch eher eine Alternative für den covered Call, da man sich hier die 100 Aktien nicht ins Depot legen muss, trotzdem aber voll von Wertzuwächsen profitiert.

      Antworten
      • Hallo Martin,

        ich habe in der TWS nachgesehen, es handelt sich um einen DIAGONALEN SPREAD der auch mit dem DAX gut handelbar ist.

      • Ah ok, danke fürs nachsehen.
        Ich selbst setze meist Optionskombos einzeln auf, um besseren Einfluss auf den Spread zu haben.

        Außer bei Iron Condors. Da setze ich zwei vertical Spreads auf.

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