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Optionsstrategien: Studien von Tastytrade

Heute möchte ich euch insgesamt drei sehr interessante Studien von Tastytrade, zu Optionsstrategien, vorstellen.

Diese Studien beweisen, das man keine komplizierten Strategien benötigt oder unzählige Basiswerte handeln muss, um eine außerordentliche Rendite zu erzielen. Das Einzige was man benötigt, ist die Disziplin kontinuierlich zu handeln und auch Drawdownphasen zu überstehen.

Die Studien selber habe ich euch unten im Artikel nochmalig verlinkt, für diejenigen, die sich diese mal original auf Englisch ansehen möchten.

 

Der Artikel wird ein wenig länger werden, da ich alle drei Studien hier erklären möchte. In den Studien werden der Strangle, der Iron Condor und der naked Put untersucht.

 

Der Grundgedanke der Studien

Die anfängliche Studie sollte untersuchen, wie viel Kapitaleinsatz von Nöten ist, um den S&P mit Strangles an der ersten Standardabweichung zu schlagen.

Hierbei wurden verschiedene Kontoauslastungen simuliert. Von 10 % Kapitaleinsatz, bis hin zu 50 %.

Anfangs wurden die Strangles einfach bis zum Verfall gehalten. Der Backtest war dabei bei allen Studien von 2005 bis 2016. Somit wurde auch die Finanzkrise mit in die Betrachtung hineingezogen.

Bei Halten der Strangles bis zum Verfall kam leider heraus, das alle Gewinne abgeworfen haben, egal wie sehr das Konto ausgereizt wurden ist, aber der S&P selber konnte nicht geschlagen werden.

 

Erweiterung der Studie – Managen des Gewinns bei 50 %

Tastytrade fing nun an, die Studie zu erweitern. Jetzt wurden die Strangles bei 50 % des maximalen Gewinns zurückgekauft oder bis zum Verfall gehalten.

Dies änderte das Bild sofort.

Denn mit der einfachen 50 % Regel konnte der S&P ab einem Kapitaleinsatz von 25 % des Gesamtkapitals geschlagen werden!

 

Erweiterung der Studie – Zeitstopp wurde eingeführt

In der zweiten Erweiterung der Studie wurde untersucht, was wohl passiert, wenn man die Optionen mit einem Zeitstopp versieht.

Dies bedeutet, das man die Optionen, egal ob diese gut oder schlecht laufen, 21 Tage vor dem Verfall, zurückkauft.

Hier war ein ähnliches Bild zu sehen, wie bei der 50 % Regel. Ab einem Kapitaleinsatz von 25 % konnte der S&P geschlagen werden. Die Drawdownphasen waren überraschend gering. (Finanzkrise außen vor gelassen)

 

Die Kombination des Zeitstopps mit der 50 % Regel

Tastytrade war selbst ein wenig überrascht von den Ergebnissen.

Somit wurden der Zeitstopp und die 50 % Regel gegenübergestellt.

Das Ergebnis dabei war, das beide Strategien fast gleichauf waren.  Es gab in der Performance nur geringe Unterschiede.

Somit wurden beide Strategien miteinander kombiniert.

Man kaufte die Optionen nun bei 50 % maximalen Gewinn zurück oder aber 21 Tage vor Verfall.

Mit dem daraus resultierenden Ergebnis hat niemand gerechnet.

Die Kombination schlug den S&P um 100 %. Gleichzeitig schlug die Kombination der Strategien auch die einzelnen Regeln um weiten. Man bekam weniger Volatilität in sein Portfolio, bei gleichzeitig hoher Rendite.

Und das in einem Bullenmarkt! Wir reden hier immer noch von den Strangles. Also einen naked Put und einen naked Call an der ersten Standardabweichung. Die IVR wurde hierbei nicht einmal berücksichtigt.

 

Des Weiteren kam heraus, das ein Kapitaleinsatz von lediglich 16 % des Gesamtkapitals ausreicht, um den S&P zu schlagen, wenn man die kombinierten Regeln anwendet.

Dies ist sehr interessant. 16 % Kapitaleinsatz ist fast nichts. Tastytrade nahm den Kapitaleinsatz auf die Margin. Das bedeutet, das man lediglich anfangs eine Marginauslastung von 16 % hat. Die Gefahr hier unter Druck zu geraten, geschweige denn, einen Margincall zu riskieren, ist fast null. Selbst wenn man einen Kapitaleinsatz von 30 % oder 35 % nimmt.

Dies ist immer noch weniger, wie die von mir immer wieder empfohlenen maximalen 50 %.

 

Anwendung der kombinierten Strategie auf den Iron Condor

Von den Ergebnissen der Studien gepackt, wollte man nun schauen, ob diese noch weiter verbessert werden konnten.

Somit ging man zuerst auf den Iron Condor weiter ein. Dies ist nachvollziehbar, da der Iron Condor eine geringere Margin benötigt, durch die Absicherungen und somit einen höheren Return of Capital aufweisen kann.

Bei dem Iron Condor wurden die Optionen an der ersten Standardabweichung verkauft und die Absicherungen bei einem Delta 5 gekauft.

 

Zuerst wurden auch bei dem Iron Condor die normalen Studien durchgeführt. Hierbei kam heraus, das der IC den S&P, ohne Management, ab einem Kapitaleinsatz von 25 % schlug.

Bei der Kombination der 50 % Regel, sowie des Zeitstopps konnte der IC ebenfalls außergewöhnliche Ergebnisse erzielen. So konnte man mit dieser Herangehensweise den S&P um 70 % outperformen.

Etwas enttäuschend dabei war nur, das die geringe Margin nicht zu dem gewünschten Effekt führte, die Gewinne weiter zu steigern. Denn wie oben geschrieben, konnte man mit der kombinierten Strategie und Strangles den S&P um 100 % outperformen.

 

Die letzte Untersuchung – naked Puts

Die letzte Studie, welche ich zu der Kombination der 50 % Regel mit dem Zeitstopp finden konnte, drehte sich letztendlich nur um naked Puts.

Da sich die Märkte in der meisten Zeit ihrer Geschichte in Bullenmärkten befanden, war es logisch, das Risiko der Calls wegzulassen und zu untersuchen, was wäre, wenn man nur das Risiko der Puts trägt.

 

Die Kombination der beiden Strategien konnte nur ein wenig besser abschneiden, wie das managen der Positionen bei 50 % des maximalen Gewinns. Bei dem Einbruch der Märkte zur Finanzkrise gab es gar keinen Unterschied.

Was vielleicht wenig überraschend ist, das Ergebnis zeigt, das der reine Handel von Puts selbst den Strangle in den Schatten stellte… mit einer Outperformance von ca. 150 %

Die Volatilität innerhalb des Portfolios ist ebenfalls gering. Schwierig wird es nur bei Korrekturen, da einem dann die Calls fehlen, um den Drawdown abzufedern.

 

Zusammenfassung:

Der Strangle ist mit der Kombination der 50 % Regel und des Zeitstopps ein guter Mittelweg. Hier wird man auch bei Korrekturen des Marktes durch die Calls unterstützt, welche die Verluste der Puts abfedern. Dies bezahlt man jedoch mit Mehraufwand während steigender Märkte, da dann wiederum die Calls leichter unter Druck geraten.

Der Iron Condor konnte seine Stärken vor allem zur Finanzkrise ausspielen, da die Verluste begrenzt sind. Jedoch war der Iron Condor, was die Gesamtperformance betraf, die schlechteste Wahl. Auch ist dieser bei normalen Korrekturen anfällig.

Der naked Put war die beste Wahl, wenn man die Gesamtperformance betrachtet. Was mir ein wenig Kopfschmerzen macht, ist der Einbruch bei der Finanzkrise des Kontos von fast 50 %.

Dies kann man sicherlich weiter abfedern. So könnte man die 200 % Verlustregel einführen. Bedeutet, wenn man mit 200 % der eingenommenen Prämie im Verlust ist, kauft man die Option zurück bzw. rollt diese.

Ein anderer Gedanke könnte sein, einen Put Spread, anstelle eines naked Puts zu schreiben. Hiermit würde man die Marginanforderungen senken und sein maximales Risiko ebenso. Nachteil ist jedoch auch hier, das man dann versucht ist, mehr Kontrakte zu handeln, aufgrund der geringeren Marginanforderung. Das führt schnell dazu, das Einbrüche in den Märkten ebenfalls tief rote Zahlen in das Portfolio reißen können.

 

Diese Studien zeigen aber alle das Gleiche. Man benötigt keine hochkomplizierten Strategien, um den Markt zu schlagen. Ebenso braucht man nicht einmal unzählige Basiswerte zu beobachten oder den Markt zu analysieren. Was man benötigt, ist Disziplin!

 

Hier noch die Links zu den kompletten Studien:

Strangle:

portfolio allocation for strangles part 1

portfolio allocation for strangles part 2

portfolio allocation for strangles part 3

 

Iron Condor:

portfolio allocation for iron condors part 1

portfolio allocation for wide ics part 2

 

Naked Put:

portfolio allocation for puts

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Kommentare (4)

  1. Hallo Martin,

    wir haben ja schon darüber gesprochen.
    Auch das Rollen des Puts macht aus meiner Sicht in einem richtigen Bärenmarkt keinen Sinn. Die Verluste werden trotzdem immer größer.
    Dabei habe ich aber einen Asantz wie man die Draw Downs weiter verringern kann.

    mfG Chri

    Antworten
    • Hey Chri,

      das Rollen war eher ein Beispiel/Möglichkeit. Die Studien waren ja alle erfolgreich, ohne Adjustierungen an den Positionen vorzunehmen. Wenn man da noch ein wenig mit gleitenden Durchschnitten arbeitet oder ähnlichem, schafft man sicher noch bessere Ergebnisse.

      Antworten
    • Hi zusammen,

      ich denke eine richtige Marktbeobachtung (VIX, Sentiments, Gleitende Durchschnitte…) gehört einfach dazu, um die ganz schlimmen Phasen gar nicht erst dabei zu sein bzw. rechtzeitig seine Strategie umstellen kann.

      So wäre man bei heftigen Bärenmärkten wie die Finanzkrise schon aufgrund des sehr hohen VIX Monate zuvor raus bzw. vorsichtiger gewesen.

      Gruß Emanuel

      Antworten
  2. Äußerst interessant, vielen Dank für diese tolle Zusammenfassung!
    Das bestärkt mich zudem in meiner bisherigen Strategie, mit der ich sehr gut fahre: Lang laufende Strangles mit max. 50% Marginauslastung, die ich allesamt vorzeitig zurückkaufe.

    Antworten

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