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Optionsstrategien – Der naked Put im Detail

naked Put

Der naked Put ist eine der einfachsten Optionsstrategien, die es gibt.

Ich möchte euch dazu heute zeigen, wie dieser angewendet wird, wann er angewendet wird und wie man diesen Adjustieren kann.

Über den Link kommt ihr zur Gesamtübersicht der Optionsstrategien.

 

Was ist ein naked Put?

Ein naked Put ist eine sehr einfache Optionsstrategie. Hierbei sucht man sich einen Basiswert aus und schreibt unterhalb des Kurses einen Put.

Beispiel:

Kurs Basiswert 100 $

Put Strike            95 $

 

Durch diese Strategie haben wir Platz zum aktuellen Kurs und profitieren von steigenden Kursen, seitwärts Kursen und leicht fallenden Kursen.

Die Ausrichtung der Strategie ist Bullish, da der Basiswert im Idealfall steigt und somit unsere Option sehr schnell an Wert verliert.

Da wir nur einen Put verkaufen, erhalten wir dafür eine Prämie. Die einzigen Ausgaben, welche wir haben, sind die Gebühren.

Man sollte bei einem Put darauf achten, Prämien von mindestens 50 $ zu erhalten.

 

Auswahl des Basiswertes

Die Auswahl des Basiswertes ist bei einem naked Put recht einfach.

Wir schauen, das der Basiswert aktuell eine hohe Volatilität aufweist.

Eine IVR von  50 sollte hierbei gegeben sein.

Auch sollten wir darauf achten, das der Basiswert selber nicht zu günstig ist. Als Minimum sollten wir uns hier eine Grenze bei ca. 50 $ pro Aktie setzen.

 

Wie wird der naked Put aufgesetzt?

Legende:

P = Put

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

 

Das Aufsetzen des naked Put ist recht einfach.

Haben wir einen geeigneten Basiswert gefunden, suchen wir uns über unsere Tradingsoftware die erste Standardabweichung heraus.

Die Laufzeit sollte ca. 40 – 50 Tage betragen.

Die erste Standardabweichung liegt ca. bei einem Delta von 18.

Das ganze würde visuell dann so aussehen.

naked Put

Unser maximaler Gewinn ist hierbei auf die eingenommene Prämie begrenzt. Der Verlust dagegen, kann theoretisch 100 x Strikekurs – eingenommene Prämie, betragen.

Wir können jedoch erst verlieren, wenn der Kurs des Basiswertes unter unseren Strike ist. Erst ab hier laufen wir Gefahr, angedient zu werden.

Unser Breakeven berechnet sich wie folgt:

Strike der Option – eingenommene Prämie = Breakeven

Beispiel:

Strike bei 95 $

Eingenommene Prämie 200 $

(nicht vergessen bei Aktien die Prämie durch 100 zu dividieren, um diese auf die Aktien herunterzubrechen)

95 $ – 2 $ = 93 $

Bei dem Beispiel würden wir erst ab 93 $ tatsächlich einen Verlust erleiden, da wir unsere Prämie gegen rechnen können. Diese kann uns ja keiner mehr wegnehmen.

naked Put

Die grüne Linie soll hier unseren Breakeven verdeutlichen. Also ab welchen Zeitpunkt, wir wirklich Verlust machen. Bis zu unserem Breakeven dürfte sich der Preis des Basiswertes bewegen.

 

Adjustierung des naked Put

Kommen wir nun zu den möglichen Adjustierungen. Ich werde hierbei zwei verschiedene Möglichkeiten vorstellen, welche ich beide bereits selbst angewendet haben.

Die erste ist das Rollen der Option in Preis, in der Zeit oder in Beidem.

Insider

Ich selber rolle ungerne in der Zeit, da ich hiermit den Trade nur in die Länge ziehe und in der Zwischenzeit einen profitableren Trade aufsetzen könnte. Normalerweise rolle ich nur im Preis und bewege mich dabei im selben Verfallszeitraum.

Beim Rollen von Optionen gibt es verschiedene Möglichkeiten, ab wann man eingreift.

Um einer Aktie den nötigen Platz zu lassen, empfehle ich bei einem Verlust von 200 % oder beim Erreichen von  Delta 40 zu rollen.

Der Verlust von 200 % bezieht sich dabei auf die eingenommene Prämie.

Sollten wir also 100 $ Prämie erhalten haben, würden wir rollen, sobald wir 300 $ für den Rückkauf zahlen müssten.

Ich selber mag es aber, mich eher nach den Wahrscheinlichkeiten zu richten. Deshalb schaue ich nur nach dem Delta beim Rollen. Gerade bei vielen Positionen macht es das Arbeiten viel einfacher, wenn man nur schnell über die Deltas schauen muss.

Kommen wir nun wieder zum Rollen.

Das Ziel des Rollens ist es, den erlittenen Verlust auszugleichen, oder zumindest zu minimieren.

Hierfür wird im ersten Schritt die im Verlust liegende Option geschlossen und somit der Verlust realisiert.

Im nächsten Schritt schauen wir, ob wir bei der neuen ersten Standardabweichung genügend Prämie erhalten würden, um den Verlust ausgleichen zu können. Dies machen wir erst einmal nur im Preis.

Wir würden also den alten naked Put zurückkaufen und versuchen, einen neuen zu verkaufen. Dieser würde einen tieferen Strike haben und somit wieder mehr Platz zum aktuellen Kurs haben.

naked Put

In dem Beispiel von gerade, müssten wir einen Verlust von 200 $ ausgleichen. Wir haben die Option für 300 $ zurückgekauft, aber ja davor 100 $ erhalten, welche wir gegenrechnen müssen.

Wir würden also nun schauen, ob wir diesen Verlust in der gleichen Laufzeit, wie es die alte Option war, wieder als Prämie erhalten würden.

Sollte es nicht ausreichen, das wir nur im Preis rollen, müssten wir zusätzlich noch in der Zeit rollen.

Dies bedeutet nichts weiter, als das wir eine Option mit längerer Laufzeit verkaufen, wie es der alte Put hatte. Durch die längere Laufzeit, würden wir mehr Prämie erhalten.

 

Eine zweite Möglichkeit wäre, nicht zu rollen, sondern zu covern.

Was ist covern? Nun, dies ist nichts anderes, als dafür zu sorgen, das wir unseren Abnahmeverpflichtungen nachkommen können, ohne Verluste zu erleiden, wenn der Kurs des Basiswertes weit unter unseren Strike fällt.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten, welche beide Vor- und Nachteile haben.

Die erste Möglichkeit wäre, einen Put zu kaufen, welcher ganz in der Nähe des Strikes ist. Sollten wir bei Delta 40 reagieren, könnte man einen Put kaufen, welche gerade am Geld ist.

Somit wäre unser maximaler Verlust definiert. Dieser bestände dann aus der gezahlten Prämie des long Put – der erhaltenen Prämie des short Put.

Diese Variante lohnt sich aber meist nur, wenn nur noch wenig Laufzeit übrig ist, da sonst der zusätzlich gekaufte Put zu teuer werden würde.

naked Put

Die zweite Möglichkeit, welche aber recht Marginintensiv ist, wäre den Basiswert mit 100 Aktien zu shorten.

Hierbei kann man unterschiedlich vorgehen. Entweder man shortet den Basiswert bereits vor dem Strike, oder vor dem Breakeven, via Stopp Sell Order. Ich tendiere eher zu zweitens.

naked Put

naked Put

Somit hätten wir dann einen Covered Put. Der Nachteil ist natürlich, das der Wert auch wieder anfangen kann zu steigen.

Ich empfehle deshalb eher, beim Rollen zu bleiben. Jedoch wollte ich auch diese Möglichkeit aufzeigen.

 

 

 

Naked Put Zusammenfassung:

 

Volatilität

Hoch

Tradeausrichtung

Bullish

Credit oder Debit Trade

Credit

Verlustpotential

100 * Strikekurs – Prämie

Adjustierung

einfach

Gewinnpotential

Auf die Prämie begrenzt

Anzahl an Optionen in Strategie

1

Breakevenberechnung

Strikekurs – eingenommene Prämie

Schwierigkeitsgrad

Einfach

Geeignet für Konten

Ab 25.000 €

Gebührenbelastung

niedrig

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Kommentare (2)

  1. Hallo,

    der Verlust beim naked Put ist nicht unendlich, oder? Sollte doch auf Strike x 100 begrenzt sein? Bei Call sieht’s anders aus.

    Antworten

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