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Optionsstrategien – Der naked Call

naked Call

Der naked Call ist eine der einfachsten Optionsstrategien, die es gibt.

Ich möchte euch dazu heute zeigen, wie dieser angewendet wird, wann er angewendet wird und wie man diesen Adjustieren kann.

Über den Link kommt ihr zur Gesamtübersicht der Optionsstrategien.

 

Was ist ein naked Call?

Ein naked Call ist eine sehr einfache Optionsstrategie. Hierbei sucht man sich einen Basiswert aus und schreibt oberhalb des Kurses einen Call.

Beispiel:

Kurs Basiswert     100 $

Call Strike            105 $

 

Durch diese Strategie haben wir Platz zum aktuellen Kurs und profitieren von fallenden Kursen, seitwärts Kursen und leicht steigenden Kursen.

Die Ausrichtung der Strategie ist bärisch, da der Basiswert im Idealfall fällt und somit unsere Option sehr schnell an Wert verliert.

Da wir nur einen Call verkaufen, erhalten wir dafür eine Prämie. Die einzigen Ausgaben, welche wir haben, sind die Gebühren.

Man sollte bei einem Call darauf achten, Prämien von mindestens 50 $ zu erhalten.

 

Auswahl des Basiswertes

Die Auswahl des Basiswertes ist bei einem naked Call recht einfach.

Wir schauen, das der Basiswert aktuell eine hohe Volatilität aufweist.

Eine IVR von  50 sollte hierbei gegeben sein.

Auch sollten wir darauf achten, das der Basiswert selber nicht zu günstig ist. Als Minimum sollten wir uns hier eine Grenze bei ca. 50 $ pro Aktie setzen.

 

Wie wird der naked Call aufgesetzt?

Legende:

C = Call

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

 

Das Aufsetzen des naked Call ist recht einfach.

Haben wir einen geeigneten Basiswert gefunden, suchen wir uns über unsere Tradingsoftware die erste Standardabweichung heraus.

Die Laufzeit sollte ca. 40 – 50 Tage betragen.

Die erste Standardabweichung liegt ca. bei einem Delta von 18.

Das ganze würde visuell dann so aussehen.

naked Call

Unser maximaler Gewinn ist hierbei auf die eingenommene Prämie begrenzt. Der Verlust dagegen, ist theoretisch unendlich.

Wir können jedoch erst verlieren, wenn der Kurs des Basiswertes über unseren Strike ist. Erst ab hier laufen wir Gefahr, angedient zu werden.

Unser Breakeven berechnet sich wie folgt:

Strike der Option + eingenommene Prämie = Breakeven

Beispiel:

Strike bei 95 $

Eingenommene Prämie 200 $

(nicht vergessen bei Aktien die Prämie durch 100 zu dividieren, um diese auf die Aktien herunterzubrechen)

95 $ + 2 $ = 97 $

Bei dem Beispiel würden wir erst ab 97 $ tatsächlich einen Verlust erleiden, da wir unsere Prämie gegenrechnen können. Diese kann uns ja keiner mehr wegnehmen.

naked Call

Die grüne Linie soll hier unseren Breakeven verdeutlichen. Also ab welchen Zeitpunkt, wir wirklich Verlust machen. Bis zu unserem Breakeven dürfte sich der Preis des Basiswertes bewegen.

 

Adjustierung des naked Call

Kommen wir nun zu den möglichen Adjustierungen. Ich werde hierbei zwei verschiedene Möglichkeiten vorstellen, welche ich beide bereits selbst angewendet haben.

Die erste ist das Rollen der Option in Preis, in der Zeit oder in Beidem.

Insider

Ich selber rolle ungerne in der Zeit, da ich hiermit den Trade nur in die Länge ziehe und in der Zwischenzeit einen profitableren Trade aufsetzen könnte. Normalerweise rolle ich nur im Preis und bewege mich dabei im selben Verfallszeitraum.

Beim Rollen von Optionen gibt es verschiedene Möglichkeiten, ab wann man eingreift.

Um einer Aktie den nötigen Platz zu lassen, empfehle ich bei einem Verlust von 200 % oder beim Erreichen von  Delta 40 zu rollen.

Der Verlust von 200 % bezieht sich dabei auf die eingenommene Prämie.

Sollten wir also 100 $ Prämie erhalten haben, würden wir rollen, sobald wir 300 $ für den Rückkauf zahlen müssten.

Ich selber mag es aber, mich eher nach den Wahrscheinlichkeiten zu richten. Deshalb schaue ich nur nach dem Delta beim Rollen. Gerade bei vielen Positionen macht es das Arbeiten viel einfacher, wenn man nur schnell über die Deltas schauen muss.

Kommen wir nun wieder zum Rollen.

Das Ziel des Rollens ist es, den erlittenen Verlust auszugleichen, oder zumindest zu minimieren.

Hierfür wird im ersten Schritt die im Verlust liegende Option geschlossen und somit der Verlust realisiert.

Im nächsten Schritt schauen wir, ob wir bei der neuen ersten Standardabweichung genügend Prämie erhalten würden, um den Verlust ausgleichen zu können. Dies machen wir erst einmal nur im Preis.

Wir würden also den alten naked Call zurückkaufen und versuchen, einen neuen zu verkaufen. Dieser würde einen höheren Strike haben und somit wieder mehr Platz zum aktuellen Kurs haben.

naked Call

In dem Beispiel von gerade, müssten wir einen Verlust von 200 $ ausgleichen. Wir haben die Option für 300 $ zurückgekauft, aber ja davor 100 $ erhalten, welche wir gegenrechnen müssen.

Wir würden also nun schauen, ob wir diesen Verlust in der gleichen Laufzeit, wie es die alte Option war, wieder als Prämie erhalten würden.

Sollte es nicht ausreichen, das wir nur im Preis rollen, müssten wir zusätzlich noch in der Zeit rollen.

Dies bedeutet nichts weiter, als das wir eine Option mit längerer Laufzeit verkaufen, wie es der alte Call hatte. Durch die längere Laufzeit, würden wir mehr Prämie erhalten.

Insider

Es ist schwieriger einen Call nach oben zu rollen, als einen Put nach unten. Dies hängt mit den Prämien und der Volatilität zusammen.

Einen Put nach unten zu rollen und dafür ausreichend Prämie zu erhalten, um den Verlust zu kompensieren ist einfacher, da die Volatilität im Basiswert mit fallenden Kursen ansteigt und somit auch die Prämien bei Optionen.

Wenn ein Call aber unter Druck gerät, müssen dafür die Kurse steigen. Bei steigenden Kursen aber sinkt die Volatilität und somit die Prämien für Optionen. Hierdurch ist es schwieriger, den Verlust des Calls auszugleichen.

Eine zweite Möglichkeit wäre, nicht zu rollen, sondern zu covern.

Dies würde ich bei Calls bevorzugen, anstelle des Rollens.

Was ist covern? Nun, dies ist nichts anderes, als dafür zu sorgen, das wir unseren Auslieferverpflichtungen nachkommen können, ohne Verluste zu erleiden, wenn der Kurs des Basiswertes weit über unseren Strike steigt.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten, welche beide Vor- und Nachteile haben.

Die erste Möglichkeit wäre, einen Call zu kaufen, welcher ganz in der Nähe des Strikes ist. Sollten wir bei Delta 40 reagieren, könnte man einen Call kaufen, welcher gerade am Geld ist.

Somit wäre unser maximaler Verlust definiert. Dieser bestände dann aus der gezahlten Prämie des long Call – der erhaltenen Prämie des short Call.

Diese Variante lohnt sich aber meist nur, wenn nur noch wenig Laufzeit übrig ist, da sonst der zusätzlich gekaufte Call zu teuer werden würde.

naked Call

Die zweite Möglichkeit, welche aber recht Marginintensiv ist, wäre den Basiswert mit 100 Aktien zu kaufen.

Hierbei kann man unterschiedlich vorgehen. Entweder man kauft den Basiswert bereits vor dem Strike, oder vor dem Breakeven, via Stopp Buy Order. Ich tendiere eher zu zweitens.

naked Call

Somit hätten wir dann einen Covered Call. Der Nachteil ist natürlich, das der Wert auch wieder anfangen kann zu fallen.

 

 

 

 

Zusammenfassung:

 

VolatilitätHoch
TradeausrichtungBärisch
Credit oder Debit TradeCredit
VerlustpotentialTheoretisch unendlich
Adjustierungeinfach
GewinnpotentialAuf die Prämie begrenzt
Anzahl an Optionen in Strategie1
BreakevenberechnungStrikekurs + eingenommene Prämie
SchwierigkeitsgradEinfach
Geeignet für KontenAb 25.000 €
Gebührenbelastungniedrig
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Kommentare (2)

  1. Meine Erfahrung zeigt, dass es meist unrealistisch ist, einen Call hinauf zu rollen. Ich habe selbst noch nie eine Prämie gefunden, die den Verlust ausgleichen würde.

    Dagegen funktioniert das Wegrollen sehr gut, zumindest reicht es meist 30 Tage weiter zu gehen, bei gleichem Strike, um ins Plus zu kommen.

    Ideal ist eine Kombination aus Rauf- und Wegrollen. Aber auch hier ist die Erfahrung, dass es oft schwer ist, genügend Prämie zu finden, um profitabel am Ende aus dem Trade zu gehen.

    CU Ingo.

    Antworten
    • Da ähneln sich unsere Erfahrungen.
      Dies ist auch einer der Gründe, weshalb ich lieber Puts schreibe, bzw. Spreads auf der Put Seite.
      Calls sind dann eher was für Futures, bei denen die Vola auch bei steigenden Kursen mit anzieht bzw. anziehen kann.

      Antworten

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