Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Optionshandel – Die Vor- und Nachteile

Optionshandel

Ich bin ein begeisterter Optionshändler, dementsprechend natürlich ein Befürworter vom Optionshandel.

Nichtsdestotrotz denke ich hin und wieder, das es zu einfach aussieht, was Chri, Michael oder ich immer wieder machen.

Monat für Monat schaffen wir es einen Cash Flow zu erzeugen, nur über den Verkauf von Optionen. Dabei kommt man vielleicht auf den Gedanken, das es der heilige Gral an den Börsen ist, Optionen zu verkaufen. Ohne Gefahren und scheinbar extrem einfach.

Ich möchte deshalb heute nur kurz die Vorteile des Optionshandels anreißen. Ich denke, über die Vorteile wurde bereits genügend geschrieben. So findet man bei mir und auch bei Chri und Michael, weshalb es sinnvoll ist, Optionen zu handeln.

Der Schwerpunkt soll heute auf den Nachteilen bzw. den Gefahren liegen. Auch diese versuchen wir immer wieder mit zu erwähnen. Ich denke aber, das es das Thema verdient hat, einen eigenen Artikel gewidmet zu bekommen.

 

Heute geht es also um folgendes:

  • Die größten Vorteile im Optionshandel
  • Die Gefahr der Psychologie
  • Optionen sind Hebelprodukte… positiv und negativ
  • Hoher Flug und tiefer Fall – Margin ein zweischneidiges Schwert
  • Fazit für Anfänger

 

Die größten Vorteile im Optionshandel

Auch wenn darüber bereits öfters geschrieben wurden ist, möchte ich trotzdem noch einmal kurz ein paar Sätze zu den Vorteilen im Optionshandel verlieren.

Anders wie bei jedem anderen Finanzinstrument, hat man mit Optionen die größten Freiheiten. Optionen sind das einzige mir bekannte Instrument, welches man adjustieren kann, sprich, bei dem man einen Minustrade reparieren kann und die Verluste begrenzen oder sogar noch in Gewinne umwandeln kann.

Optionen sind auch die einzigen Instrumente, mit denen ich Kurse handeln kann, welche nicht dem Basispreis der Aktie/Future entsprechen. Normalerweise kauft oder verkauft man den aktuellen Kurs und hofft, das man die richtige Wahl getroffen hat und der Kurs in die angedachte Richtung läuft.

Im Optionshandel aber haben wir die Möglichkeit, Optionen auf Kurse zu schreiben, welche über oder unter dem aktuellen Kurs liegen und erhöhen so unsere Gewinnwahrscheinlichkeiten.

Auch als Absicherung gibt es keine bessere Wahl, wie eine Option zu kaufen. Nur eine Option schützt die eigenen Bestände vor allen Eventualitäten. Egal ob es ein Gap gibt oder nicht, ob Liquidität herrscht oder nicht, bei einer gekauften Option werden 100 Aktien zum Strikepreis geliefert oder abgenommen, je nachdem ob man einen Call oder Put gekauft hat.

Optionen sind regulierte Produkte. Durch die Sicherheiten, welche ein Stillhalter hinterlegen muss, wird immer sichergestellt, das dieser seinen Verpflichtungen nachgehen kann. Somit besteht für die Optionskäufer kein Emittentenrisiko.

Soviel kurz zu den Vorteilen. Der Artikel soll sich ja eher mit den Gefahren und Nachteilen des Optionshandels auseinandersetzen.

 

Die Gefahr der Psychologie

Ich möchte darauf hinweisen, das die Gefahren, welche ich hier anspreche, teilweise Phänomene sind, die ich bei mir selber beobachten konnte, als ich anfing immer mehr Optionen zu handeln. Somit sehe ich die Gefahren, vor allem bei Anfängern, als real an.

Da die Psychologie gerne unterschätzt wird, gerade an der Börse, ist diese mein erster Punkt. Menschen gehen an den Märkten nicht Pleite, weil sie die falschen Aktien gekauft haben oder weil sie zum falschen Zeitpunkt eingestiegen sind.

Menschen gehen an den Märkten Pleite und verlieren Haus und Hof, weil sie ihre Psyche dazu treibt. Es muss immer schneller immer mehr Geld generiert werden. Risiken werden ausgeblendet, es kann ja nur nach oben gehen, man kann ja nur gewinnen. Warum dann also nicht einen schönen großen Kredit aufnehmen, obwohl man sich diesen nicht leisten kann? Die Börse macht das schon, eine Weile klappt das oftmals auch… eine Weile…

 

Eine ähnliche Gefahr sehe ich bei Optionen. Dabei nicht beim Kauf von diesen, sondern beim Verkauf, also als Stillhalter.

Verkaufen wir eine Option, dann erhalten wir sofort die Prämie. Man könnte sagen, wir bekommen gleich am Anfang unseren ganzen Gewinn. Man muss zwar etwas Margin hinterlegen, aber hey, was solls.

Umso mehr Optionen wir verkaufen, umso mehr Geld bekommen wir sofort dem Konto gutgeschrieben. Am Anfang einer Optionshandelslaufbahn wird man noch sehr vorsichtig sein, was mit dem etwas kompliziert erscheinenden Konstrukt zu tun hat.

Wird man aber sicherer und versteht wie einfach das Ganze ist, kann aus Sicherheit schnell Übermut, aus Übermut Überheblichkeit und aus Überheblichkeit, Dummheit werden…

Gerade wenn man einige Puts in einem Bullenmarkt verkauft, werden diese sehr oft einfach komplett wertlos verfallen. Die Welt ist toll. Hat man sich selber nicht unter Kontrolle und hält sich nicht an seine Regeln, wenn man denn welche hat, läuft man real Gefahr, immer mehr Puts zu verkaufen, um immer mehr Geld einzunehmen.

Das kann lange Zeit gut gehen. Aber wenn der Markt dann nur einen kleinen Husten hat und ein klein wenig korrigiert, zerschießt es einen schlagartig das Konto.  Margincall

Vielleicht halten das jetzt einige für übertrieben, aber ich sehe hier eine reale Gefahr für jeden!

Niemand ist vor Übermut und Gier gefeilt, gerade nicht, wenn dieser Übermut und die Gier ein oder zweimal hervorragend funktioniert haben.

Haltet euch also zwingend an die Regel! Bei Marginkonten ist bei einer Auslastung des Kapitals bei 50 % SCHLUSS

 

Optionen sind Hebelprodukte… positiv und negativ

Im Optionshandel hat jede Option einen Multiplikator. Bei Aktienoptionen ist dieser meist 100. Das bedeutet, das wir 100 Aktien abgeben oder bekommen, wenn eine Option angedient wird.

Auch der Preis einer Option mit somit mit 100 multipliziert werden, um herauszufinden, wie viel Prämie wir erhalten, oder wie viel wir zahlen müssen, um eine Option zu kaufen.

Dadurch können sich Optionen recht schnell in ihrem Preis halbieren oder auch vervielfachen. Gerade wenn eine Position gegen einen läuft und man nichts macht oder das Risiko nicht einschätzen kann, sind schnell hohe Verluste möglich.

Dabei reden wir nur von einer Option. Handeln wir zusätzlich noch ein Marginkonto, hebeln wir ebenfalls unser Kapital. Somit haben wir schon einen doppelten Hebel. Unser Kapital wird gehebelt und die Optionen selber ebenfalls. Achtet man hier nicht auf das Moneymanagement, kann man sehr schnell, sehr viel Geld verlieren.

 

So habe ich aktuell eine Marginauslastung von guten ca. 50 % auf meinem Konto. Sollte nun jeder Basiswert, auf welchen ich Optionen geschrieben habe, um ca. 30 % einbrechen, müsste ich schon Geld nachschießen, weil ich dann Gefahr laufen würden, das ein Margincall mich trifft.

(Die TWS bietet einen Risk Manager an, der eine Marginauslastung angibt, wenn das Konto um x % einbrechen würde. Diese Werte sind aber eher Schätzwerte. )

Somit kann ich auch hier nur wieder sagen, haltet euch an die maximale Marginauslastung von 50 %. Es ist wirklich wichtig und nicht eine Laune der vielen Optionshändler, das diese immer wieder auf diese Marginauslastung hinweisen.

Denn man darf auch nicht vergessen, umso mehr Margin ausgelastet ist, umso schneller kann diese auch ansteigen, wenn mehrere Positionen gegen einen laufen. Es ist ein kleiner Teufelskreis. Margin steigt viel schneller an, wenn eine Position gegen einen läuft, als das diese Absinkt, wenn einige Positionen in die angedachte Richtung laufen.

 

Hoher Flug und tiefer Fall – Margin ein zweischneidiges Schwert

Bleiben wir gleich bei der Margin.

Die Margin hat natürlich den unglaublichen Vorteil, das wir Optionen auf Basiswerte schreiben können, welche wir uns, aus unserem reinen Kapital, gar nicht leisten könnten.

So hat mein Konto eine Größe von aktuell etwas über 30.000 €, meine Kaufkraft, wenn ich diese denn bei Aktien ausreizen würde, von ca. 120.000 €.

Ganz schön viel oder?

Wenn ich also Aktien kaufen würde, könnte ich mein Kapital mit einem Hebel von 4 benutzen. Steigen die Aktien dann, sind unglaubliche Gewinne möglich.

Selbiges bei Optionen. Ich könnte unglaublich viele Optionen schreiben, bis meine Margin all mein Kapital binden würde. Wenn ich das machen würde, schätze ich, käme ich auf Prämieneinahmen von round about 3.000 €.

 

Soviel zu den Chancen. Ein Hebel wirkt aber auch immer in die entgegengesetzte Richtung! Somit kann man hier auch verdammt schnell sein komplettes Geld verlieren. Da ist eine der Hauptgefahren eines Marginkontos, gegenüber eines Cashkontos.

Bei einem Cashkonto ausversehen schnell pleite zu gehen, ist eher unwahrscheinlich, da jede Option, jede Aktie, mit 100 % Cash hinterlegt werden muss.

Selbst bei einem Crash an der Börse ist es fast nicht möglich, mit einem Cashkonto all sein Geld zu verlieren.

Bei einem Marginkonto sieht das schon anders aus. Hier ist es nicht nur möglich, sondern bei einem Crash oftmals der Grund, das Existenzen zerstört werden.

 

Fazit für Anfänger

Solltet ihr Anfänger sein, rate ich im ersten Moment von einem Marginkonto ab. Fangt mit einem Cashkonto an. Aus einem Cashkonto ein Marginkonto zu machen, ist nicht das Problem.

Fangt ihr mit dem Optionshandel gerade erst an, empfehle ich, es nicht gleich auf die Spitze zu treiben. Selbst wenn ihr theoretisch bereits ein wenig über Optionen wisst, rate ich, den ersten Monat nur eine einzige Option zu verkaufen.

Einfach nur um zu sehen, wie sich diese verhält. Den zweiten Monat vielleicht auch nur eine oder zwei. Bekommt ein Gefühl, wie Optionen in der Praxis reagieren.

Ach, wenn ihr einen Broker dafür braucht, schaut mal bei Captrader vorbei 😉

 

Ich möchte natürlich niemanden davon abhalten, sich mit dem Optionshandel zu beschäftigen oder damit anzufangen. Wäre auch komisch, immerhin handle ich selber welche^^ Ich wollte nur auch mal die Gefahren kurz beleuchten, welche so im Optionshandel, gerade in Kombination mit Marginkonten, auf einen warten.

Vielleicht muss man zum Schluss auch noch kurz erwähnen, das die größeren Gefahren im Optionshandel, für uns Stillhalter gelten. Weniger für Optionskäufer.

(Visited 835 times, 1 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (11)

  1. Hallo Martin!

    Du schreibst bei Margin Konten ist bei 50% Auslastung des Kapitals Schluss und hast bei 30k die Möglichkeit um 120k zu traden.
    Meinst du damit du schreibst Optionen die bei einer Ausübung nicht mehr als 15k ausmachen würden, oder schreibst du 60k ??

    Antworten
    • Hallo Michael,

      bei Optionen schreibe ich bis 15k. Sollten dann Optionen ausgeübt werden, wird dir das Kapital für die Aktien von deiner Kaufkraft abgezogen. Du leihst dir sozusagen das Geld vom Broker, um die Aktien halten zu können.

      Antworten
    • Kann man leicht missverstehen, hatte das zu Anfang auch nicht so ganz verstanden worauf sich die 50% beziehen bzw. was und wieviel sie denn tatsächlich sind 🙂

      Du hast z.B. 30k Cash, gehst also mit der Margin bis 50% deines Cashbestandes.
      In dem Fall halt 15k Margin.
      15k Margin entsprechen ganz grob 60k zum Handeln, ist aber immer etwas unterschiedlich, kommt auf Kurs, Risiko und Wahl deines “Werkzeugs” usw. an.

      Soll nur zur Verdeutlichung dienen.

      Die Marginanforderung ändert sich mit steigenden und fallenden Kursen.

      Bekommst aber die Margin vor dem Trade angezeigt.

      Gruß Chris

      Antworten
  2. Hallo,

    ich finde gut,dass du nun auch die Riskoseite des Optionshandels beleuchtest. Eine Anmerkung. Der Multiplikator hat nichts mit dem Hebel zu tun. Stattdessen ist es das Verhalten des Optionspreises. Das wird klar, wenn man sich eine Option anschaut, die tief im Geld ist. Jeder weitere Euro im Basiswert noch tiefer ins Geld macht die Option dann ebenfalls um max. einen Euro teurer. Aktie und Option bewegen sich dann im Extremfall 1:1, mit dem Unterschied, dass das eingesetzte Kapital für die Optionen sehr viel niedriger war. Das ist der Hebel, nicht der Multiplikator von 100. Ansonsten wäre auch der Kauf von 100 Aktien als Hebel zu betrachten.

    Gruß,

    Torsten

    Antworten
    • Hallo Torsten,

      kann sein, das ich da bissl doof mich ausgedrückt habe 🙂 Im Grunde meinte ich das auch so. Sobald eine Option im Geld ist, bewegt sich diese 1 zu 1 mit dem Basiswert, was zur Folge hat, das man sehr schnell ein vielfaches der Prämie, im Verlust steht.

      Antworten
  3. Moin Martin,

    gut geschrieben, kann ich genau so unterschreiben. Bin ja auch noch recht neu, der Mai super gelaufen und der halbe Juni noch besser.

    Hab mir Nvidia die letzten Wochen gut verdient. Auf einmal kam ne Korrektur.
    Hätte ich mich nicht strickt an die 50% gehalten, hätte es schnell eng werden können, gerade bei volatilen Werten.
    Hatte letzte Woche 100 eingebucht bekommen und heute evtl. noch 200.
    Ich versuche mir vor jeden Trade expliziet klar zu machen was im ungünstigsten Fall passieren kann.
    Ich bleibe dann auch lieber mal bei 45% Margin anstatt 55%.

    Wäre aber eigentlich froh, wenn mir heute die weiteren 200 eingebucht werden:-)

    Halte aber auch immer Cash vor, um einmal bei einem Crash reagieren zu können sowie die Margin mal gefährdet sein könnte.

    Gerade wenn es gut läuft, zu gut, muss man sich das Risiko immer wieder vor Augen halten!!!
    Find es daher gut, wenn ab und an genau solche Artikel von euch geschrieben werden. Man wird wieder “wacher”.

    Weiterhin viel Erfolg
    Gruß Chris

    Antworten
  4. Sehr wichtiges Thema!
    Aber die 50%-Margin-Auslastung sichert auch praktisch niemanden vor Verlusten. Eher sollte man die Volatilität beobachten, und sobald sie ansteigt versuchen einige Positionen zu adjustieren oder zu schließen um wieder auf die 50% zu kommen.

    Beachtet man dies nicht und die Vola explodiert kann auch 50% Auslastung zu gefährlich sein.

    mfG Chri

    Antworten
    • Grüß dich Chris,

      das stimmt. Aber mit 50 % Auslatung kann man wenigstens noch reagieren und läuft nicht gefahr, sofort in Schwierigkeiten zu kommen. Vor Verlusten schützt es natürlich nicht, das stimmt

      Antworten
  5. Hallo Martin,

    vielen Dank für den Artikel.
    In der Tat habe ich auch bisher eher weniger negatives auf den Blogs zum Thema Optionen gelesen und bin Dir daher sehr dankbar.
    Meiner Meinung nach ist das wichtigste beim Optionshandel und auch bei allen anderen Investitionen die Risiken richtig einschätzen und sehen zu können und daran sein Handeln auszurichten. Bei einem Marginkonto ist die Gefahr natürlich viel größer, weil dadurch das eigene Investitionskapital gehebelt wird. Wenn man dann irgendwelche Fehler macht, werden die sehr schnell deutlich teurer als bei einem normmalen Aktiendepot.

    Ich finde das Thema Optionen auch sehr interessant und überlege, ob das vielleicht auch etwas für mich wäre.
    Zur Zeit schrecken mich das größere Risiko und mein geringes Wissen ab.

    Was kannst Du für Bücher oder andere Lernmedien für den Beginn empfehlen?

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*