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Optionen Teil 1: Was sind Optionen?

Optionen Stillhalter

Optionen gehören mit zu den ältesten Produkten an der Börse. Diese sind auch das einzige mir bekannte Produkt, mit welchem man strategisch auf die Märkte reagieren und diese handeln kann. Trotzdem kennen sich nur wenige Leute mit Optionen aus. Viele verwechseln diese auch mit den Optionsscheinen.

Dies hier wird eine Artikelserie, da das Thema der Optionen zu groß ist, um dies in einem einzigen Artikel ausreichend zu beschreiben.

Hintergrundwissen zu Optionen
Optionen fallen unter den sogenannten Termingeschäften. Dies bedeutet, das Optionen eine vordefinierte Laufzeit haben. Nach dieser Laufzeit verfallen die Optionen.

Ursprünglich wurden Optionen an den Finanzmärkten dafür erfunden, das Rohstoffproduzenten sich gegen Preisanstiege oder Preisverfalle absichern konnten.

So konnte sich ein Bauer dagegen absichern, das der Preis von Weizen fallen würde. Dazu hat sich dieser Optionen gekauft, um seinen Weizen, sollte der Preis fallen, trotzdem für einen höheren Preis zu verkaufen. Optionen sind sozusagen Versicherungen an der Börse.

Nehmen wir mal an, der Preis von Weizen steht bei 400 USD. Die Erntezeit steht vor der Tür und es sieht aus, als wenn viel Weizen auf den Markt geschwemmt werden würde. Nun kauft sich der Bauer Optionen auf Weizen, um diese sicher für 400 USD verkaufen zu können. Selbst wenn nun der Preis auf 100 USD fallen sollte, unser Bauer verkauft seinen Weizen für 400 USD.

Sollte aber der Preis für Weizen steigen, da kurz vor der Ernte viele Felder mit Weizen verbrannt sind, macht das auch nichts. Nehmen wir an der Preis für Weizen steigt auf 600 USD. Dann verkauft unser Bauer halt den Weizen für 600 USD und lässt seine Optionen auslaufen, ohne diese in Anspruch genommen zu haben.

Den einzigen Verlust den er erleidet, ist die Optionsgebühr, welchen er zahlen musste. Man kann diese Gebühr auch mir einer Versicherungsgebühr vergleichen.

Auch konnte man sich als potentieller Käufer von Weizen so gegen Preissteigerungen absichern. Man kaufe Optionen, welche einem erlaubten, Weizen zu 400 USD zu kaufen. Sollte der Preis fallen, hat man halt zu dem günstigeren Preis gekauft, ist der Preis gestiegen, hat man seine Optionen wahrgenommen und für 400 USD gekauft.

Merke
Bei einer Option erkauft man sich die Möglichkeit, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem definierten Preis zu verkaufen oder zu kaufen.

Ok und wo kauft man diese? Kann ich da auch Long und Short gehen?

Optionen werden nicht an den üblichen Märkten, wie Xetra, gehandelt. Für Optionen gibt es eine eigene Stelle, die EUREX. Da Optionen zu den Hebelprodukten zählen, macht man bei einigen Brokern einen kurzen Wissenstest, bevor man für den Optionshandel freigeschaltet werden kann.

Die Eurex hat die Aufgabe, Käufer und Stillhalter (Verkäufer) von Optionen zusammenzuführen und für die Sicherheit zu sorgen, das der Verkäufer seinen Pflichten, im Falle der Ausübung einer Option, nachkommen kann.

Hier sind wir bereits bei einem außerordentlichen Vorteil von Optionen gegenüber Optionsscheinen oder Zertifikaten! Optionen besitzen kein Emittentenrisiko. Dafür bürgt die Eurex.

Auch bei Optionen kann man ganz normal auf steigende oder fallende Kurse setzten. Hierbei ist zu unterscheiden, ob man als Käufer oder als Stillhalter in das Geschehen eingreift. Der Unterschied ist jedoch, das man bei Optionen nicht Long oder Short geht, sondern das man sich Call- bzw. Put-Optionen kauft. Bei Call-Optionen setzt man auf steigende Kurse, bei Put-Optionen auf fallende.

Wenn ich also davon ausgehe, das der Weizen steigt und ich möchte darauf spekulieren, kaufe ich mir Call-Optionen. Denke ich dagegen, der Preis wird fallen, kaufe ich mir Put-Optionen.

Anders als bei Aktien kauft man hier immer! Entweder eine Call- oder eine Put-Option. Bei Aktien war es ja so, das man diese Leerverkauft, wenn man auf fallende Kurse setzten wollte.

Auch interessant bei Optionen ist, das man nur das Geld verlieren kann, welches man als Prämie dem Stillhalter gezahlt hat. Der Gewinn dagegen, kann, theoretisch, unendlich groß sein.

Auch kann eine Option immer wieder in den Gewinn laufen. Gerade bei Zertifikaten gibt es oftmals eine sogenannte Knock-Out-Schwelle. Wenn diese erreicht wurden ist, ist das Zertifikat wertlos und verfällt automatisch.

Wenn dagegen eine Option dagegen hat dies nicht. Diese kann bis zum letzten Tag ihrer Laufzeit in den Gewinn kommen.

Alles klar, aber was sind denn diese Stillhalter?

Stillhalter sind der Gegenpart zu euch, wenn ich Optionen kauft. Irgendjemand muss diese ja erstmal auflegen und dann verkaufen. Bei Stillhaltern ist im Grunde alles Spiegelverkehrt.

Wenn diese eine Call-Option verkaufen, gehen sie davon aus, das der Preis fallen wird oder zumindest auf dem aktuellem Level bleiben wird. Wenn sie eine Put-Option verkaufen, denken sie, das der Preis steigen wird, oder zumindest auf dem gleichen Level verbleibt.

So ist auch das Chance-Risiko-Verhältnis bei Stillhaltern anders. Wenn man Optionen kauft wissen wir, das der Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt ist, der Gewinn aber unendlich sein kann.

Bei Stillhaltern ist auch dies umgekehrt. Hier ist der Gewinn auf die vom Käufer gezahlte Prämie minimiert, der Verlust aber kann unendlich groß werden.

Doch warum macht man das dann überhaupt? Naja, es hat durchaus Vorteile als Stillhalter aufzutreten. Seinen Gewinn erhält man sofort! Sobald jemand die eigene ausgegebene Option kauft, hat man seinen Gewinn, welcher automatisch auch als Puffer gegen Verluste dient. Statistisch ist man auch im Vorteil. Während der Käufer nur gewinnt, wenn sich der Preis so entwickelt wie gedacht, gewinnt der Stillhalter auch, wenn der Preis sich seitwärts bewegt.

Ebenso besitz jeder Stillhalter einige Kniffe, um seine Positionen zu verwalten und zu managen. Den wie bereits gesagt, Optionen sind die einzigen Finanzprodukte, welche man strategisch einsetzten kann. Man kann nur hier, aktiv seine Positionen beeinflussen und sich wie ein General auf verschiedene Szenarien vorbereiten. Bei Aktien oder Futures kann man dagegen nur entscheiden, verkaufe ich jetzt? Oder kaufe ich lieber?

Klingt ja nicht schlecht. Dann schließe ich mein 1.000€ CFD Konto und handle Optionen

Mm, das wäre eine schlechte Idee. Denn so toll Optionen sind, haben diese dennoch einen kleinen Nachteil. Man benötigt bereits etwas kapital, um mit diesen zu handeln. Sicherlich könnt ihr versuchen, mit einem 1.000€ oder auch 5.000€ Konto Optionen zu handeln. Aber für Stillhaltergeschäfte reicht dieses Kapital nicht aus. Selbst wenn ihr Optionen nur kaufen wollt, werden die Konten zu klein sein. Denn die Prämien pro Optionen gehen schnell in Höhe und können einige hundert Euro erreichen und das wären die billigeren Prämien.

Als Stillhalter ist es auch nicht einfacher. Das die Eurex die Aufgabe hat, sicherzustellen das ihr euren Verpflichtungen nachkommen könnt und im Zweifelsfall die Optionen bedienen könnt, müsst ihr eine Margin hinterlegen. Diese Margin kann recht hoch werden. Teilweise wird eine Margin von euch verlangt, je nach Markt, die mehrere tausend Euro groß sein kann.

Um es mal klar auf den Punkt zu bringen. Ein Konto mit 20.000€ zählt hier noch ein sehr klein. Für solche Konten sind Optionen vor allem als Absicherung interessant.

Aber wer ernsthaft anfangen will mit Optionen professionell zu handeln, sollte zumindest diese 20.000€ über haben. Das ist mein Rat.

Im nächsten Artikel der Reihe, werde ich auf den Aufbau und Besonderheiten von Optionen eingehen. Denn der Wert einer Option wird anders berechnet, als bei einer Aktie oder einem Future.

Teil 1: Was sind Optionen

Teil 2: Innerer Wert, Zeitwert, Amerikaner und Europäer.. Was?

Teil 3: Was die Griechen mit Optionen am Hut haben

Teil 4: Optionsstrategien

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Kommentare (2)

  1. Hi Martin

    Sehr schöner Artikel zum Thema Optionen. Bin schon neugierig auf die nächsten Kapitel 😉

    Lg Michael

    Antworten
    • Danke für das Lob.
      Sollten dir Hinweise einfallen oder vielleicht sogar kleinere Fehler auffallen, würde ich mich freuen, wenn du dich als Spezialist bei Optionen, mich darauf hinweisen könntest.

      Antworten

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