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Optionen, Aktien und Steuern

Steuern Optionshandel Abgeltungssteuer

Steuern sind ein leidiges Thema. Aber sie gehören dazu. Dabei finde ich das Steuersystem bei uns in Deutschland recht ungerecht. Aber ändern kann ich daran erstmal nichts.

Was ich machen kann ist aber, euch einen kleinen steuerlichen Überblick zu geben, was ihr beachten müsst, wenn ihr Optionen und Aktien handelt.

Dabei möchte ich darauf hinweisen, das ich keinen Steuerberater ersetzen kann und der Beitrag auch nicht vollständig sein muss. Ebenso bezieht er sich auf das deutsche Steuerrecht bis Ende April 2017.

 

Die Abgeltungssteuer

In Deutschland haben wir auf alle Einkünfte wie Zinsen, Dividenden, Kursgewinne und Prämieneinnahmen von Optionen, die Abgeltungssteuer.

Dazu kommt noch, das man einen Freibetrag von 801 € pro Jahr hat, auf dem keine Steuern entfallen. Bei verheirateten Personen steigt kann man den Freibetrag seines Partners mit einbeziehen, wodurch dieser auf 1602 € ansteigt.

Die Abgeltungssteuer beträgt pauschal 25%. Auf diese kommen noch der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer drauf. Somit kommen wir auf eine Steuerlast von 26,4 – 27,8 %.

Bis hierhin könnte man meinen, das ja alles einfach und toll ist. Nun ja, solange man überall Gewinne erzielt, stimmt das auch. Sobald irgendwo Verluste dazu kommen, wird es nicht mehr so schön.

Die Steuern entfallen dabei auf die realisierten Gewinne, bzw. auf die eingenommene Prämie bei Optionen.

 

Kombinieren ist nicht – für alles seperat Steuern zahlen

Wie bereits gesagt, solange man überall Gewinne macht, ist es egal.

Mies wird es, wenn man irgendwo einen Verlust gemacht hat. Nehmen wir an, ihr habt fleißig Dividenden kassiert und wollt euch nun von einer Aktie trennen. Hier seid ihr im Verlust.

Nun ihr stoßt die Aktie ab.

Jetzt könnt ihr leider nicht die Dividende mit dem Verlust verrechnen. Denn Aktienverluste können auch nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden.

Selbiges zählt bei Optionen.

Gerade bei Optionen hat man oft die Möglichkeit, Strategien zu fahren, bei denen man Aktien und Optionen direkt miteinander kombiniert. Dabei ist es oft möglich, in der Aktie selber zwar einen Verlust zu machen, durch die realisierten Prämien aber letztendlich einen Gewinn dastehen zu haben.

Leider sieht das unser Finanzamt anders. In so einem Fall müssten die kompletten Prämieneinnahmen versteuert werden, die Aktienverluste werden einfach in das kommende Jahr überschrieben.

Einfacher wäre es natürlich, wenn man sagen würde, das alle Einnahmen und Verluste durch Finanzgeschäfte miteinander verrechnet werden dürften. Dies würde sogar für das Finanzamt weitaus weniger Arbeit bedeuten.

 

Achtung – Steuervorauszahlungen

Dies ist ein Problem für Leute wie mich, die ihr Konto im Ausland haben, um nicht automatisch die Abgeltungssteuer zahlen zu müssen.

Nehme ich für das Finanzamt zu viel Geld an der Börse ein, kann dies von mir Steuervorauszahlungen verlangen. Auch hier sieht man, meiner Meinung nach, das unser Finanzamt nicht weiß, wie Geld effektiv verdient werden kann.

Warum?

Macht jemand Verluste, muss er keine Steuern zahlen.

Macht jemand aber Jahr für Jahr steigende Gewinne, bedeutet dies, das er den Zinseszins nutzt.

Indem das Finanzamt aber nun Steuervorauszahlungen verlangt, beschneidet sich das Finanzamt selber in den Einnahmen. Das Geld kann nicht mehr effektiv arbeiten.

Für den Trader/Investor bedeutet dies, er macht weniger Gewinn, weil er schon zeitiger Steuern zahlen muss. Für das Finanzamt bedeutet es, das diese weniger Geld in dem laufenden Jahr einnehmen, als es eigentlich möglich gewesen wäre.

Das Finanzamt verhält sich hier wie Menschen, die schnell konsumieren wollen. Lieber das Geld jetzt, dafür weniger, als ein Jahr warten und dafür aber mehr Geld bekommen. Das Finanzamt hat nicht gelernt, Geld bei denen zu lassen, welche damit arbeiten können. Sie denken zu kurzfristig.

 

Zu merken ist also, das eine Strategie, welche mit Optionen und Aktien zusammen arbeitet, profitabel sein kann, man aber letztendlich dank dem Finanzamt trotzdem Verluste erleidet, weil unser Steuersystem zu engstirnig ist zu begreifen, wie man Dinge kombinieren kann.

 

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Kommentare (2)

  1. Hi Martin,
    weist du, wie das FA Verluste aus dem letzten Jahren handhabt bei ausländischen Brokern?
    Diese führen ja keinen Verlusttopf. Fraglich ist dann, ob es reicht, wenn ich einfach den Verlust aus den letzten Jahren ausweise?

    Gruß
    Josef

    Antworten
    • Wenn du das nachweisen kannst, sollte das passen. Ansonsten zukünftig immer die Verluste mit angeben beim Finanzamt. So sollten diese in das kommende Jahr mit übertragen werden

      Antworten

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