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Markteffizienzhypothese – weshalb ich nicht an sie glaube

Markteffizienzhypothese

Ich hatte jetzt bereits eine Weile keinen Artikel mehr, welcher das Potenzial hatte, die Gemüter zu erhitzen.

Nun, heute kommt mal wieder so ein Artikel 🙂

Ich lese des öfteren in Blogs und auch diversen Gruppen auf Facebook, das sich hier viele tummeln, welche Anhänger der Markteffizienzhypothese sind.

Ich habe es hier und da schon durchblicken lassen und mein Handel ist ebenfalls darauf ausgelegt. Ich selbst sage, die Markteffizienzhypothese ist tatsächlich nicht mehr, wie eine theoretische Idee. Im praktischen Handel kann sie nicht standhalten. Dies ist sogar recht einfach zu beweisen, dazu später mehr.

Heute geht es darum:

  • Was ist die Markteffizienzhypothese eigentlich und was sagt diese aus?
  • Weshalb es nicht so schwer ist, den Markt zu schlagen, wie viele glauben
  • Was in der Hypothese komplett weggelassen wird, in der Praxis an den Märkten aber täglich zu sehen ist
  • Beispiele welche auf einfachen Weg beweisen, das die Hypothese fehlerhaft ist

 

Was ist die Markteffizienzhypothese eigentlich und was sagt diese aus?

Ich werde nicht auf die komplette Hypothese eingehen, sondern eher die Kernaussagen aufgreifen, sowie woher diese kommt und wo diese gelehrt wird.

Entwickelt wurde die Hypothese von Eugene Fama, 1970.

Sie wurde als Theorie der Volkswirtschaftslehre aufgestellt und sagt mehr oder weniger aus, das alle Informationen, welche verfügbar sind, zu jeder Zeit in den Kursen der Märkte eingepreist sind.

Dies würde bedeuten, das ein Investment in Einzelaktien sinnlos wäre, da man nie den Markt schlagen könnte. Ebenso würde dies bedeuten, das jeder aktuelle Kurs an den Märkten, egal welche Branche oder Firma, immer der faire Wert wäre, da ja alle Informationen eingepreist sind.

Somit wären einerseits meine eigenen Bemühungen, besser als der Markt zu sein, sowie auch die Bemühungen von allen anderen Tradern und Größen wie einem Warren Buffett, sinnlos.

Wenn man an dieser Hypothese festhält, ist ein passives Investment in den breiten Markt tatsächlich das einzig sinnvolle.

Eine Überrendite könnte man dadurch nur schaffen, wenn man größere Risiken eingeht, beispielsweise alles auf eine Aktie setzt, und diese dann in die Höhe schießt. Beispiel wäre hier Apple.

Dies wäre dann aber einfach nur Glück.

Selbst ich muss sagen, man kann sicher solche Unternehmen finden, aber das diese zu solchen Gewinnern werden, wie es Apple wurde oder eine Microsoft, ist nicht abzusehen.

Das war es aber auch schon, wo ich mit der Hypothese im Einklang stehe.

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Weshalb es nicht so schwer ist, den Markt zu schlagen, wie viele glauben

Laut Hypothese kann man den Markt nicht schlagen, ich sage jedoch, das es gar nicht so schwierig ist, den Markt zu schlagen. Wie komme ich auf diesen Wahnsinn?

Es gibt viele Methoden, Strategien, Anlagekonzepte, welche alle nachweislich in der Vergangenheit, besser abschnitten als der Gesamtmarkt. Aber ich möchte nicht auf diese eingehen, sondern zwei einfachere Konzepte vorstellen.

Das erste Konzept sind Optionen. Angenommen, wir kaufen den Markt nur über Optionen und wenn wir die Anteile, zum Beispiel von einem ETF auf dem Dax, haben, dann verkaufen wir Calls auf diesen.

Alleine mit dieser einfachen Variante, wird man den Markt schlagen können. Wahrscheinlich wird man ihn nicht extrem Outperformen, aber darum geht es gerade nicht.

Sollte man keine Optionen handeln wollen, gibt es eine weitere Möglichkeit den Markt zu schlagen.

Die Meisten wissen, das der Markt irgendwas um die 8 – 10 % Rendite im Jahr schafft. In dieser Berechnung sind die ganzen Crashs mit drin, alle großen Rücksetzer.

Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn wir es schaffen, nur die großen Crashs, die großen Rücksetzer zu filtern, sei es auch nur, das wir nur den halben Abverkauf mitmachen, anstelle den Ganzen, wäre alleine dies ein regelrechter massiver Renditetreiber.

Doch was ist das Problem daran? Man sagt, niemand weiß wann der nächste Crash kommt. Hierzu sage ich mal Jaein… Der Markt gibt einem meistens Anzeichen. Sei es der VIX, welcher oftmals bereits WOCHEN zuvor anfängt stark zu steigen, oder der Chart an sich.

Doch selbst wenn man sich nicht mit dem VIX beschäftigen möchte, oder anfangen will den Chart zu interpretieren, kann man mit Hilfe eines einfachen gleitenden Durchschnitts Wunder bewirken.

Diese Durchschnitte (SMA oder EMA, ist egal welchen ihr nehmt) gibt es heute in jeder Chartsoftware. Nehmt euch z.B. einfach einen EMA (Exponentieller Gleitendender Durchschnitt), stellt diesen auf 21 oder 20 Einheiten und lasst euch im Chart Monatsabschlüsse anzeigen.

Danach macht ihr folgendes. Immer wenn der Monat unter dem EMA schließt, verkauft ihr eure Positionen. Schließt er darüber, kauft ihr wieder.

Simpel oder? Mit dieser einfachen Strategie hättet ihr den Großteil der Dotcom-Blase, sowie den Großteil der Finanzkrise einfach auf Cashbestand ausgesessen. Und wisst ihr was. Ihr hättet alleine damit, nur weil ihr die Krisen nicht bzw. nur zum Teil, mitgenommen habt, den Markt bis heute Outperformt.

Was in der Hypothese komplett weggelassen wird, in der Praxis an den Märkten aber täglich zu sehen ist

Die Hypothese lässt eine Sache fast komplett außen vor. Und das sind die Marktteilnehmer!

Die Markteffizienzhypothese könnte vielleicht stimmen, wenn nur Roboter am Markt handeln würden, aber selbst da zweifle ich daran.

Die größte Schwäche der Hypothese ist, das sie die Menschen einerseits ausblendet und gleichzeitig der Meinung ist, das Nachrichten zu einem Unternehmen, jeden interessieren würden.

Die Börse lässt, wie nichts anderes, Emotionen der Marktteilnehmer hochkommen. Gier, Angst.. Panik, Hoffnung.. Alleine durch diese Emotionen kann der Markt nicht effizient sein.

Nehmen wir einige einfachere Beispiele. Große Marken, horizontale Widerstände oder Unterstützungen, gleitende Durchschnitte…

Es ist faszinierend zu sehen, wie oft Kurse an solchen Marken reagieren. Wie man diese für Ein- und Ausstiege nutzen kann. Auch wenn ich es selber nicht mache, da mein Trading anders ausgerichtet ist, nehmt euch einfach mal einen Chart und schaut, wie oft ihr gute Einstiegspunkte, nur wegen Durchschnitten, erhalten hättet.

Dies mag im Endeffekt nur eine selbsterfüllende Prophezeiung sein, da genügend Marktteilnehmer an diesen Stellen agieren, aber mit einer Effizienz der Märkte hat es nichts zu tun.

Wie konnte ein Mann wie Warren Buffet den Markt seit Jahrzehnten schlagen? Obwohl die Märkte effizient sind? Er nutzt die Emotionen der anderen Marktteilnehmer aus.

Wenn alle Angst haben und in Panik verfallen, dann kauft Buffett. Das hat er schon immer so gemacht und wird es immer, solange er noch kann, weitermachen. Er nutz in diesem Fall einfach aus, das der Markt überreagiert und die Welt dunkler erscheinen lässt, als diese ist.

Aus diesem Grund ist die Beschreibung des Marktes als manisch depressiven Kerl die Beste und treffendste, die ich kenne.

Die Hypothese der Markteffizienz ist daher für mich nichts weiter, Achtung jetzt werde ich einige auf den Schlips treten, als eine angeblich plausible und von Hochschulen ab genickte Rechtfertigung, seinem Aktionismus nachzugeben und ohne größere Gedanken, in den Markt zu investieren.

Versteht mich nicht falsch. Passive Investments sind in Ordnung. Wenn man Vermögensaufbau machen möchte für die Rente, ist nichts dagegen zu sagen, aber es vorzuschieben, mit der Begründung, mehr geht sowieso nicht, ist falsch.

 

Beispiele welche auf einfachen Weg beweisen, das die Hypothese Fehlerhaft ist

Nun habe ich viel gesagt, das die Hypothese nicht stimmen kann. Doch kann ich das auch nachweisen? Ja, ich denke schon.

Das schönste Beispiel, welches es laut der Markteffizienzhypothese nie hätte geben dürfen, ist die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende.

Diese Blase wurde von der Gier der Menschen getrieben, obwohl es mehr als genügend Informationen gab, das hier etwas schief läuft. Diese Informationen wurden aber konsequent ignoriert.

So wurden Unternehmen in luftige Höhen gehandelt, welche nicht einen einzigen Cent verdienten. Um diesen Missstand entgegenzuwirken, hieß es einfach, das die alten Bewertungsmethoden nicht mehr funktionieren würden.

Dabei wäre man mit einem einfachen KGV nie in diese Unternehmen eingestiegen, da die Bewertungen enorm waren.

Hier gab es eigentlich alle nötigen Informationen. Doch diese wurden ignoriert mit den Hoffnungen, schnell viel Geld verdienen zu können.

 

Ein weiterer Gegenbeweis trifft immer wieder mal ein.

Hierbei muss ich nochmals sagen, das laut der Hypothese sich nicht einmal Insidergeschäfte lohnen sollen!

Jedoch sehen wir immer wieder, wie sprunghaft Aktien sich bewegen, wenn die Quartalsergebnisse oder Jahresergebnisse unter- oder überboten wurden. Wenn Übernahmen angekündigt werden oder zurückgezogen werden.

Und zu guter Letzt kommen wir noch zu einem Informationsschwachpunkt, den die Hypothese hat.

Wenn alle Informationen zu jeder Zeit richtig in dem Markt eingepreist sind, wie unterscheidet der Markt, welche Informationen wichtig sind und welche nicht? Welche Informationen sind falsch?

So geschah es z.B. im April 2013, das eine Falschmeldung einen Flash Crash an den Finanzmärkten auslöste. Relativ schnell wurde zwar bekannt, das die Falschmeldung durch einen Hacker abgesetzt wurden ist, aber woher soll dies die Markteffizienzhypothese wissen?

Was denkt ihr so darüber? Glaubt ihr das die Märkte effizient sind oder denkt ihr eher, das die Emotionen der Menschen eine Effizienz der Märkte verhindert?

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Kommentare (6)

  1. Hi Martin,
    Danke für den schönen Beitrag!
    In einem Punkt gebe ich Dir völlig recht – nämlich, dass die Markteffizienztheorie vernachlässigt, dass Marktteilnehmer nachweislich irrational handeln. Insb. Übertreibungen in Hausse und Baisse Phasen sind ja durch das menschliche Verhalten erklärbar.
    Wo ich nicht folgen kann, sind Deine Hinweise für eine “ganz einfache” Outperformance der Märkte:
    1) Optionsstrategie – richtigerweise nimmst Du deutlich mehr Risiko als bei einem drögen Investment in den Gesamtmarkt, insofern hinkt der Vergleich ein wenig 😉
    2) Weglassen der Downturns – wenn man genau wüsste, welche Tage die besonders starken bzw. schwachen Börsentage sind, dann könnte man natürlich entsprechend vorgehen. Das ist mE allerdings unverhersagbar.
    Was meinst Du? Freue mich auf Deine Replik!
    Viele Grüße
    MFF

    Antworten
    • Hey grüße,

      bei den Downturns meinte ich nicht einzelne Tage, sonder ganze Downphasen. Zumindest zum Teil kann man diese weglassen (gleitende Durchschnitte als Beispiel) und somit Geld sichern. Dies führt tatsächlich mit dazu, das man denMarkt langfristig outperformen kann, wenn man nur Geld sichert und die Abschwünge nur zum Teil mitmacht.

      Antworten
  2. Hi,

    Jasper Quast hat kürzlich auch einen Beitrag dazu geschrieben. Sicher auch lesenswert für dich:

    http://jasperquast.de/kritik-an-etf-apologeten/

    Alles Gute,

    Ferhat von http://weniger-schlecht-investieren.de

    Antworten
  3. Kann dir nur zustimmen. Ich glaube aber, dass ein großer Teil der Outperformance von Warren Buffet auch durch den Einsatz von Hebeln zustande gekommen ist. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass er sich regelmäßig bei seinen eigenen Firmen Geld leiht.

    Mit Optionen Pauschal den Markt outperformen zu wollen, halte ich aber für sehr gewagt. Da gehört schon etwas mehr dazu als “einfach nur Covered Calls” zu verkaufen, wie du angedeutet hast.

    VG, Rico

    Antworten
  4. Hallo Martin,

    Sehr guter Beitrag,

    bin da komplett bei dir!

    mein Favorit in diesem Text:

    “Passive Investments sind in Ordnung. Wenn man Vermögensaufbau machen möchte für die Rente, ist nichts dagegen zu sagen, aber es vorzuschieben, mit der Begründung, mehr geht sowieso nicht, ist falsch.”

    Der Markt ist alles andere als effizient. Alleine der Umstand, dass die Preise nur durch Angebot und Nachfrage steigen und fallen macht dies schon unmöglich.

    Angenommen ein Warren Buffet verkauft Millionen Anteile, weil er gerade mehr Liquidität braucht, fällt der Preis der Aktie, auch wenn zum Beispiel kürzlich sehr gute Zahlen veröffentlicht wurden.

    mfG Chri

    Antworten

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