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Iron Condor die Strategie für jede Marktphase

Der Iron Condor gehört ebenfalls zu einer Standardstrategie im Optionshandel. Doch ich selber muss sagen, die Standardstrategien sind meist auch die effektivsten und einfachsten.

Ich selber möchte euch heute zeigen:

  • Was ist ein Iron Condor?
  • Vor- und Nachteile des Iron Condors
  • Wann handelt man den Iron Condor?
  • Den Iron Condor Adjustieren

 

Was ist ein Iron Condor?

Ein Iron Condor ist eine erweiterte Form eines Strangles, meiner bevorzugten Handelsform.

Bei einem Iron Condor geht man ebenfalls von einem Kurs des Basiswertes aus, welcher sich nicht stark bewegt. Man geht einen Iron Condor ein, wenn man der Meinung ist, das sich der Kurs innerhalb der Laufzeit nur leicht auf- ab- oder seitwärts bewegt.

Soweit ist es wie bei einem Strangle. Der Strangle selber hat aber ein riesiges Problem bei sich rasch änderten Kursen im Basiswert, da der Verlust theoretisch unendlich groß sein kann. Dieses Problem behebt der Iron Condor.

Bei einem Iron Condor verkaufen wir auf der Oberseite des Kurses einen Call und auf der Unterseite einen Put. Würden wir das nun so lassen, hätten wir einen Strangle.

Das es ein Iron Condor wird, kaufen wir über unserem verkauften Call zusätzlich einen Call und unterhalb unseres verkauften Puts, kaufen wir noch einen Put. Alle Optionen haben dieselbe Laufzeit.

Das Ganze würde das folgendermaßen aussehen.

Iron Condor

 

Vor- und Nachteile des Iron Condors

Nachdem wir nun wissen, wie ein Iron Condor aufgebaut ist, kommen wir zu den Vor- und den Nachteilen. Es muss ja einen Grund haben, weshalb wir die beiden Optionen noch zusätzlich kaufen.

Hierzu müssen wir kurz überlegen, welche Verpflichtungen wir mit unseren verkauften Optionen eingehen. Wenn der Kurs unter dem Strike unseres Puts fällt und am Ende der Laufzeit darunter schließt, gehen wir die Verpflichtung ein, 100 Aktien des Basiswertes zum Strikepreis zu kaufen.

Steigt der Kurs über dem Strikepreis unseres Calls, gehen wir die Verpflichtung ein, 100 Aktien zum Strikepreis zu verkaufen.

Dadurch das wir zusätzlich einen Call und einen Put kaufen, geben wir ab den Strikepreisen der gekauften Optionen unsere Verpflichtungen einfach weiter.

Zur kurzen Erläuterung. Was würde passieren, wenn in unserem obigen Beispiel der Kurs am Ende der Laufzeit bei 50 $ stehen würde?

Wir wären durch unseren verkauften Call verpflichtet, 100 Aktien zum Strikepreis zu verkaufen.

Wir wären also 100 Aktien Short im Markt, mit einem Einstiegskurs von ca. 46 $. Der aktuelle Kurs steht aber bei 50 $. Wir wären also 400 $ im Minus.

Nun aber haben wir doch einen Call bei ca. 47 $ gekauft. Dies bedeutet, derjenige der uns diese Option verkauft hat, hat die Pflicht uns 100 Aktien zu einem Strikepreis von ca. 47 $ zu verkaufen.

Wir würden also durch den gekauften Call 100 Aktien eingebucht bekommen, Einstandskurs 47 $. Somit sind wir wieder neutral in der Aktie. Wir waren 100 Aktien short und haben 100 Aktien eingebucht bekommen.

Wir haben somit nur 100 $ Verlust gemacht. Und hier kommt der große Vorteil des Iron Condors!

Der maximale Verlust ist von vornherein bekannt! Der maximal zu erreichende Verlust bei einem Iron Condor ist die Differenz des verkauften Calls/Puts zu dem gekauften Call/Put.

 

Diese Sicherheit bezahlen wir jedoch mit. Wir müssen einerseits die Prämie des gekauften Call und Put tragen, sowie auch die zusätzlichen Gebühren. So macht ein Iron Condor bei Captrader eine Gebührenbelastung von 14 $ aus. Nur für das Aufsetzen… Schließt man den Iron Condor, fallen wieder Gebühren von 14 $ an. In Summe kann uns der Iron Condor alleine also 28 $ Gebühren kosten.

 

Ein weiterer Vorteil des Iron Condors muss ich noch nennen, da dies gerade bei teuren Aktien wichtig ist.

Dadurch das unser Verlust begrenzt ist, müssen wir sehr viel weniger Margin hinterlegen.

 

Strangle

Hier die Marginanforderung eines Strangles, also ohne Absicherung durch zusätzlich gekaufte Optionen. Wir müssen 2239 $ Margin hinterlegen. Im Verhältnis zur Prämie von 44 $ wäre das eine Rendite von 1,96 %

 

Iron Condor

Hier die Marginanforderung eines Iron Condors. Wir müssen nur noch 188 $ Margin hinterlegen, bekommen aber auch nur noch eine Provision von 11 $. Im Verhältnis zur Margin würde dies einer Rendite von 5,85 % entsprechen. Der Nachteil ist aber, wenn wir den Iron Condor in diesem Beispiel vorzeitig zurückkaufen wollen, machen wir aufgrund der Gebühren Verlust. Denn die 14 $ Gebühren müssen wir dann noch einmal zahlen. Die Gebühren fressen uns hier also die Gewinne weg.
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Wann handelt man einen Iron Condor

Grundsätzlich kann man einen Iron Condor immer und in jeder Marktphase handeln. Es gibt jedoch Phasen, wo sich ein Iron Condor einfach besser eignet.

So sollte man einen Iron Condor am Besten in einem Umfeld hoher Volatilität im Basiswert handeln. Dies ermöglicht uns höhere Prämieneinnahmen und weiter vom Kurs entfernt unsere Optionen zu verkaufen.

Beides erhöht unsere Gewinnwahrscheinlichkeiten ungemein. Auch hat Tastytrade in einer Studie festgestellt, das der Iron Condor in einem Bärenmarkt sein ganzes Potential entfaltet. Aufgrund des begrenzten Risikos konnte der Iron Condor in Bärenmärkte andere Strategien, wie den Strangle, in den Schatten stellen und als einzige Strategie, konstant Gewinne erzielen.

Wenn es die Gebühren zulassen, kann man mit einem Iron Condor unglaublich viele Werte gleichzeitig handeln, solange die Volatilität hoch ist. Die Margin spielt dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Dadurch das man unglaublich viele Werte parallel handeln kann, spielen einzelne Verlierer keine Rolle mehr.

Noch ein Wort, wo wir die Optionen verkaufen und kaufen.

Hier richte ich mich ehrlichgesagt nach Tastytrade. So verkaufe ich meine Optionen an der ersten Standardabweichung. Die zu kaufenden Optionen hingegen, verkaufe ich so, das meine Prämieneinnahmen 1/3 vom maximalen Verlust ausmachen.

Wenn mein Verlust also max. 100 $ sein soll/kann sollte die eingenommene Prämie mindestens 30 $ betragen.

 

Den Iron Condor Adjustieren

Auch wenn ein Iron Condor nur ein begrenztes Verlustrisiko hat, kann man diesen Adjustieren.

Hierbei möchte ich euch zwei Wege aufzeigen.

Bei einem Iron Condor kann immer nur eine der beiden Seiten unter Druck geraten. Sollte eine Seite unter Druck geraten, bedeutet dies automatisch, das die gegenüberliegende Seite massiv an Wert verliert.

Nun können wir über zwei Wege unsere Positionen verwalten und Adjustieren.

Der erste Weg wäre, die Seite mit dem Wertverlust zu schließen und wieder näher an den Kurs des Basispreises zu rollen. Dadurch können wir neue, höhere Prämien einnehmen, ohne unser ursprüngliches Risiko zu erhöhen.

Die zweite Adjustierungsmöglichkeit wäre, die unter Druck geratene Seite zu Rollen.

Hierbei gibt uns der Iron Condor eine einzigartige Möglichkeit, eine unter Druck geratene Seite mit null Risiko zu rollen.

Denn wenn wir die unter Druck geratene Seite rollen, dann nur unsere verkaufte Option. Die gekaufte bleibt wo sie ist.

Ich selber versuche dann gerne über/unter die gekaufte Option zu Rollen. Dies hat den Effekt, das unsere gekaufte Option uns komplett Hedged und die Möglichkeit besteht, einen Kursgewinn zu realisieren.

Dies ist aber nur eine Möglichkeit, wenn der Iron Condor bereits aufgesetzt wurde und schief läuft. Von vornherein darauf zu setzten, ist nicht empfehlenswert, da der mögliche Kursgewinn nur eine Möglichkeit ist, aber keinesfalls garantiert werden kann. Auch muss man schauen, wie hoch der Verlust der gerollten Option ist.

 

Zu guter Letzt noch zwei Empfehlungen von mir:

 

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Kommentare (8)

  1. Ich handle auch immer gern mal Iron Condors, aber viel weiter und nur, um die Margin im Rahmen zu halten. Mir ist der Verlust aus den Long-Optionen einfach zu hoch.

    Wie meinst du das denn mit dem Rollen des Short-Puts unter den Long? Hast du das schonmal getestet? Ich kann mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen, dass man hier am Ende mit einem guten Ergebnis rauskommt.

    Persönlich bevorzuge ich es eher, die wertlose Option nachzuführen.

    VG, Rico

    Antworten
    • Hallo Rico,

      das mit dem Rollen ist nur eine Reparaturstrategie.

      Angenommen du hast einen Put bei 100 verkauft und einen bei 98 gekauft. Der Kurs des Basiswertes setzt dich unter Druck, da er fast bei 100 ist. Dann könntest du deinen verkauften Put schließen und einen neuen am Preis oder halt unterhalb deines gekauften Puts neu verkaufen.

      Antworten
      • Wie Rico schon fragt, wie soll das profitabel werden?

        Nehmen wir an der Einstieg war bei:
        Verkauf SP $100 +$50 Prämie
        Kauf LP $98 -$30 Prämie

        und nun willst du rollen, da der Kurs gefallen ist und den SP unter Druck gerät. Unterstellen wir mal das die Restlaufzeit und Vola in Summe gleich geblieben sind( sinkende Kurse steigende Vola!!!).

        Sprich der Rückkauf des SP’s wird teuer:
        Kauf SP $100 -$80 Prämie
        Verkauf SP $98 +$50 Prämie

        Macht in Summe einen Rollverlust von -$30. Wenn wir diesen noch mit dem Einstiegsprämiengewinn +$20 verrechnen, stehen wir -$10 in Kreide. (TAK unberücksichtigt).

        Sicherlich würde man mit Aussicht auf nur $20 Prämie keinen Spread oder Ircon Conder verkaufen. Aber die Verhältnismäßigkeit blieben die selben, auch bei höheren Prämien. Das Rollen wird aufgrund des gefallen Kurses und der damit gestiegenen
        Preise extrem teuer.

        Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal sogar billiger ist, den begrenzten Verlust des IC zu realisieren als zu rollen. Oder liege ich da falsch?

        Ich habe nur theoretische „Rollerfahrung“. Du scheinst das ja öfters zu machen.

      • Hallo Soba,

        beim Rollen geht es oft nur noch darum, den Verlust gering zu halten. Bei einem Iron Condor hat man aber die Möglichkeit dazu, den Short Put z.B. unter den Long Put zu rollen, was dazu führen kann, das der LP immer mehr an Wert zunimmt, was hier ja gut wäre. Gleichzeitig könnte man die Call Seite nach unten Rollen um Gewinn zu realisieren und neue Prämien einzunehmen. Das macht natürlich nicht immer Sinn, kann aber eine Überlegung Wert sein.

        Mit deiner Vermutung, das es manchmal billiger ist, den Verlust zu realisieren, anstelle zu rollen, ist selten die bessere Wahl. Meist kann man schon den Verlust durch das Rollen weiter begrenzen/minimieren. Hier muss man aber abschätzen, ob es sich vom Risiko noch lohnt. Wenn die Laufzeit nur noch sehr gering ist, realisiere ich lieber, anstelle zu rollen. Natürlich könnte man dann noch in der Zeit rollen, aber ich beende gerne Trades und will die nicht ewigam Bein kleben haben.

  2. Der Iron Condor ist toll, produziert aber wirklich hohe Gebühren. Wie oft findest du befriedigende Setups, die auch NACH Gebühren einen schönen Profit abwerfen?

    Vielen Dank auch für den Link zum Tastytrade-Video. Ich hoffe, mein Broker bietet bald US-Optionen an. Durch die viel höhere Liquidität im Vergleich zu den europäischen Optionsbörsen kann auch viel einfacher ein- und ausgestiegen werden. Naja, es geht auch in Europa… 😉

    Antworten
    • Leider finde ich nicht sooft gute Gelegenheiten, wie es mit lieb wäre 😉
      Hier fressen die Gebühren leider einen Großteil der Gewinne weg. Bei meiner Gebührenstruktur muss sich daher etwas ändern. Es ist ein Unterschied, ob man für einen IC insgesamt (Verkauf und Rückkauf) 28 Dollar bezahlt, oder nur 4 Dollar. 4 $ Dollar und weniger ist bei amerikanischen Brokern realität

      Antworten
  3. Gut erklärt!
    Ich persönlich handle Iron Condors nur auf extrem teure Aktien, obwohl die Reduktion der Margin ein starkes Argument ist, sowie natürlich auch bei gewöhnlichen Vertical Spreads!

    mfG Chri

    Antworten
    • Hallo Chri,

      ich finde es bei einem IC und auch bei Spreads interessant, das sich die Rendite auf die hinterlegte Margin sogar erhöht. Einziger Nachteil sind die erhöhten Gebühren, meiner Meinung nach

      Antworten

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