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Investition E-Mobilität – Warum ich diese für eine Totgeburt halte

E-Mobilität

E-Mobilität ist derzeit ein gewaltiges Thema. Für Regierungen, Unternehmen und private Haushalte. Ich möchte dazu heute meine persönliche Ansicht geben. Es ist meine Meinung zu dem Thema und ich lehne mich dabei auch etwas weit heraus.

Warum? Nun, ab und an habe ich bereits durchblicken lassen, wer mein Arbeitgeber ist und dieser macht aktuell eine „elektrooffensive“… nun, kann er machen. Ich möchte heute darüber schreiben, weshalb ich die E-Mobilität bereits jetzt als gescheitert ansehe und auch in der Zukunft nicht damit rechne, das diese weiter Zustimmung findet und ein Dasein als Nischenprodukt verbringen wird.

Dies ist auch einer der Gründe, weshalb ich aktuell keinen Grund sehe, eine Teslaaktie auch nur anzufassen und eher mit gemischten Gefühlen mir die Automobilbranche ansehe.

Zum Schluss werde ich auf ein oder zwei Möglichkeiten eingehen, welche ich dagegen viel interessanter finde und bei denen ich tatsächlich ein Potential für die Zukunft sehe.
 

Die Reichweiten werden nicht erreicht

Der erste Grund auf dem ich eingehen möchte ist die Reichweite. Die Meisten wissen das dies eines der größten Probleme der E-Mobilität ist. Auch wenn Hersteller aktuell mit Reichweiten von ein paar hundert Kilometer werben, kenne ich kein Auto (auch kein Tesla) welcher diese Reichweiten annähernd erreicht.

In einigen Praxistest erreichen die Hersteller ungefähr die Hälfte der angegebenen Reichweiten, wenn man so fährt, wie mit einem Diesel oder Benziner. Man kann diese natürlich optimieren, wenn man keine 100 km/h fährt, sondern nur noch 70 km/h.

Doch leider ist es auch hier wie bei den Verbrauchsangaben für Fahrzeuge mit Diesel oder Benzin. Es sind Laborwerte… Real nie zu erreichen, oder nur sehr schwer.

Durch die geringen Reichweiten werden Urlaubsfahrten zur Tutor. Während man von mir, aus dem Erzgebirge, durchaus mit einer Tankfüllung zur Ostsee fahren könnte, bräuchte man mit einem E-Auto mehrere Stopps zum nachladen.

Und hier kommen wir gleich zum nächsten Problem.

 

Infrastruktur und Wartezeit sind nicht praktikabel

Mit einem Elektroauto muss man seine Reisen genau planen. Wo gibt es Ladesäulen? Wo muss ich Pausen machen? Welche Ladesäulen gibt es da? Welche Anbieter gibt es?

Ja, das sind so die Fragen. Bei der Infrastruktur könnte man aber noch sagen, das kommt mit der Zeit. Ok, würde ich auch zustimmen. Es war nicht anders, als es mit den Autos an sich anfing.

Aber die Ladezeiten sind gleich das nächste Problem.

Jeder kennt es. Man muss auf der Autobahn tanken und warten, da man ja nicht der Einzige ist, welche tanken muss.

Nun stellen wir uns eine Top E-Tankstelle vor, mit mehreren Schnellladesäulen. Man benötigt ca. 30 Minuten, um 80 % des Akkus zu laden… Nun warten da mehrere Fahrzeuge. Also ich möchte nicht der Letzte in der Reihe sein. Da gehen dann keine Minuten ins Land, sondern Stunden, um wieder weiterfahren zu können. Jedoch hat man dann noch das Problem, das dies einen alle paar hundert Kilometer wieder ereilt.

Um das Problem sinnvoll lösen zu können, bräuchte man bessere Batterien, bessere Ladesäulen oder aber Induktionsfelder in den Straßen, sodass der Akku während der Fahrt geladen wird.

Letzteres ist unwahrscheinlich das dies kommen wird, da die Kosten extrem wären. Akkus verbessern sehe ich auch als schwierig an, da hier selbst die Handyhersteller ihre Schwierigkeiten haben und diese stehen schon ein paar Jahre länger vor dem Problem, wie die Autoindustrie.

 

Laden von zu Hause aus… ein Traum

Ok, nun könnte man einen Kompromiss finden. Man lädt sein Elektroauto von zu Hause aus und nutzt es halt nur für den täglichen Gebrauch. Für Urlaube leiht man sich halt einen Diesel.

Das Laden von zu Hause aus sehe ich auch eher als unpraktikabel. Auf dem Land wäre es möglich, aber durch weitere Arbeitswege kenne ich hier keinen, der die E-Mobilität ernst nimmt und als Alternative ansieht.

Bleibt die Stadt.

Wenn ich mir da Chemnitz ansehe, was ja nicht mal eine riesige Stadt ist, sehe ich auch hier schwarz. In einigen Straßen ist man froh einen Parkplatz zu finden. Man bräuchte dann aber noch einen Parkplatz mit Ladesäule. Diese Ladesäulen würden aber in den engeren Straßen wiederum den Platz minimieren.

Ok, man kann ja ein Verlängerungskabel aus dem Fenster hängen und somit sein Fahrzeug laden^^

 

Der Staat will es nicht…

Hier kann man mir sagen, was man will. Der Staat will die E-Mobilität gar nicht. Wenn er es wöllte, hätten wir eine ähnliche Situation, wie mit den erneuerbaren Energien. Das will der Staat, koste es, was es wolle.

Doch die E-Mobilität? Das will keiner.

Man wirbt hier zwar mit Steuervorteilen, aber mal ehrlich. Was für Steuervorteile?

Meine Freundin fährt einen Audi mit 1,2l Motor und Start-Stopp-Automatik. Dafür zahlen wir 24 € Steuern pro Jahr… Also mit einem Steuervorteil braucht mir da keiner kommen.

Und was ist mit dem Zuschuss? Nun, trotz Zuschuss von immerhin 4.000 € bei einem reinen Elektrofahrzeug sind die Mehrkosten erheblich.

Nehmen wir den Golf als Beispiel. Der Golf in der günstigsten Ausstattung kostet 17.850 €. Der E-Golf dagegen 35.900 €.

Dies sind Mehrkosten von 18.050 €. Abzüglich der Förderung durch den Staat, bleiben Mehrkosten von 14.050 €.

Gehen wir von Spritkosten von 1,60 € aus und aus einer Tankfüllung von 50l, kann ich von dem Geld gut 175 Mal tanken gehen. Zu beachten ist, das ich bei dieser Rechnung nicht einmal die Kosten für das Aufladen gegengerechnet habe. Genauso wenig habe ich etwaige Kosten für den Akku selber (Austausch oder Miete) Gegengerechnet. Ich habe also schon sehr stark zu Gunsten der E-Mobilität gerechnet.

In meinem Fall bedeutet dies, das ich ca. 105.000 km fahren müsste, nur um die Mehrkosten rauszufahren und das nur, wenn der Strom nichts kosten würde… Ihr merkt schon, finanziell ist ein Elektroauto bis hierhin Unfug.

 

Niemand will die E-Mobilität

Ein weiterer Faktor sind die Verkaufszahlen. Niemand will ein Elektrofahrzeug. Die Tendenz zeigt Richtung SUVs mit größeren Motoren.

Die Verkaufszahlen zeigen auch, das aktuell dadurch mit der E-Mobilität kein Geld verdient werden kann. Auch Tesla schafft es bis heute nicht, Geld zu verdienen mit ihren Autos. Ich selber bin ein großer Fan von Musk, aber die Wahrheit ist, Tesla gibt es nur noch, weil das Geld billig ist und damit locker sitzt. In einer Krise wird Tesla massive Schwierigkeiten haben, sich zu finanzieren.

Wenn keine direkten Verbote für konventionelle Antriebe ausgesprochen werden, wie es in einigen Städten in China der Fall ist, wird sich an den Verkaufszahlen nicht sonderlich viel ändern.

 

Was wären Alternativen?

Die erste Alternative welche ich sehe, wären Wasserstoffautos. Hier gehen vor allem die japanischen Hersteller und soweit ich weiß, auch Mercedes, den richtigen Weg.

Was es auch gibt, aber wenigen bekannt ist, ist die CO2 Neutrale Herstellung von Benzin. Dies ist technisch möglich, wird nur nicht im großen Stil betrieben. Aktuell gibt es nur Forschungen darüber und Konzepte.

Die einfachste und schnellste Lösung aktuell wäre, verstärkt auf Gas zu setzen.

Dies wäre zwar nicht CO2 Neutral, aber weitaus besser wie Diesel oder Benzin. Leider geht es auch hier nicht merklich voran, obwohl die Technik selber am ausgereiftesten ist, da man recht viel vom Benziner übernehmen kann und Gas kein völlig neues Konzept ist.

Trotzdem bieten wenige Autohersteller gute Konzepte für einen Gasmotor an, mit dem eine breitere Masse befriedigt werden könnte. Tankstellen sind auch eher Rar, aber immer noch zahlreicher, wie es Ladesäulen oder Wasserstofftankstellen sind.

In der Zukunft sehe ich somit entweder das künstliche Benzin oder Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Ich kann mich irren, keine Frage. Aber momentan sehe ich die E-Mobilität als Totgeburt an, welche nur aus Imagegründen verfolgt wird und indem viel Geld verbrannt wird, anstelle auf bereits bestehendes aufzubauen.

 

 

Wie seht ihr das Ganze? Wie seht ihr die Mobilität in 10 oder 20 Jahren?

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Kommentare (8)

  1. Im Massenmarkt sehe ich für e-Mobilität keine große Zukunft. Die Gründe sind ja oben bereits dargelegt.

    Allerdings sehe ich durchaus Potential für bestimmte Nischen in denen diese Technik tatsächlich Vorteile bietet. Die Post macht es mit ihren Streetscootern ja z.B. vor.

    Zu den Reichweiten fällt mir noch ein:
    Bei Benzinern/Dieseln sind die Abweichungen zu den Normverbräuchen gar nicht mal so extrem falsch. WENN man nämlich vergleichbar dem Meßzyklus fährt, kommen die sogar recht gut hin. Dass der NEFZ nicht viel mit dem Alltag auf der Straße zu tun hat ist dann aber wieder ein anderes Thema… 😉
    Schon beim Spritverbrauch von Hybriden sind die Verbrauchsangaben dann aber geradezu lächerlich – im Prinzip mit vollem Akku gestartet, mit leerem Akku angekommen und dann nur auf den Spritverbrauch geschaut.

    Lustig fand ich auch mal einen Test in “Auto Mobil” (auf VOX):
    Ein e-Auto, ein Benziner und ein Diesel sollen die gleiche Strecke fahren (hin und zurück). Die vom Fahrzeug selbst angezeigte Reichweite entspricht am Start bei allen der halben Distanz (also hin zum Ziel). Bei korrekter Restreichweitenanzeige hätten also alle Fahrzeuge gerade so das Ziel erreicht, es aber nicht zurück geschafft. Ergebnis war, dass der Stromer das Ziel nicht erreicht hat und sogar deutlich vorher liegen blieb (gerade dort sollte man sich aber darauf verlassen können). Benziner und Diesel schafften auch locker noch den Rückweg (also die doppelte Strecke) und mussten hinterher noch durch etliche Zusatzkilometer leer gefahren werden.
    So schafft man zumindest kein Vertrauen in die neue Technologie beim Verbraucher…

    Antworten
  2. Ganz klar ein Elektro Auto. Da gibt es nichts besseres.
    Wasserstoff musste erst produzieren .der Verlust ist nicht ohne.
    Unsere E Fahrzeuge haben ne Reichweite ca 550 km .mit ccs 350 kw lader laden wir sie in 9 min auf. Die e Autos sind erst am Anfang .

    Antworten
    • Hallo Dieter,

      aber auch der Strom muss erst erzeugt werden und über Leitungen an die Säulen gebracht werden. Mit erneuerbaren Energien ist das ebenfalls nicht in absehbarer Zeit zu schaffen.

      Antworten
      • Hallo Martin.
        Oel muss ja auch von weit hergebracht werden. Das wächst nicht im Garten.

      • Hier hast du recht.

        Nunja, man wird in der Zukunft sehen, was sich durchsetzt. Ich persönlich glaube nur nicht an den großen Erfolg von der E-Mobilität. Hier müssten größere Fortschritte gemacht werden, um die Technik praktikabler für den Massenmarkt zu machen.

  3. Hallo Martin,

    toller Artikel der kritisch mit dem fast schon fanatischen Hype um die Elektromobilität umgeht!

    Zusätzlich zu den bereits von dir erwähnten Dingen fällt mir noch etwas ein. Man könnte ja auf die Idee kommen sein E-Auto beim Arbeitgeber während der Arbeitszeit zu laden um so für den Weg nach Hause (und noch weiter) wieder genug Strom zu haben. Einige Arbeitgeber haben auch bereits Ladesäulen in ihren Tiefgaragen.

    Aus meinem persönlichen Umfeld habe ich eine derartige Diskussion zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat mitbekommen. Der Arbeitgeber ist – verständlicherweise – strikt dagegen, wenn Arbeitnehmer ihren E-Wagen in der Tiefgarage laden, denn dass sei Stromdiebstahl. Die vorhanden Säulen sind ausschließlich für E-Autos aus dem Firmenfuhrpark gedacht.

    Sollte ein Arbeitgeber doch mal damit einverstanden sein die E-Wägen der Mitarbeiter in der eigenen Garage zu laden, so möchte ich gerne einmal die Kupferleitungen in der Garage sehen, wenn dutzende E-Wägen gleichzeitig laden. Denn nur 1-2 Säulen werden in großen Firmen dann wohl nicht reichen, wenn sich die E-Mobilität tatsächlich etabliert hat.

    Gruß
    Michael von http://www.finanzhotspot.de

    Antworten
    • Hallo Michael,

      ich bin da auch gespannt, wer die KKosten übernimmt

      Antworten
    • Da zeigt sich gut die Trittbrettfahrermentalität der Elektroautofahrer: Erst für die Anschaffungen Subventionen abgreifen und dann wo es nur geht das Auto kostenlos laden wollen. Solange man sich einbildet etwas für die Umwelt getan zu haben (lieber nicht zu genau nachrechnen), haben die das Gefühl ein Anrecht darauf zu haben.

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