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Gedanken zum Optionshandel

Futureoptionen

Der Optionshandel hat mir zum ersten Mal seine dunkle Seite gezeigt.

Die Vola und die Kurse liefen auf dem breiten Markt gegen mich und kosteten mich viel Geld. Jedoch nicht nur mir, sondern so gut wie jedem, der mit Volaprodukten handelt.

Es war also Zeit sich intensiver wieder mit meinem Handel auseinanderzusetzen.

Durch die jüngsten Ereignisse geraten zwar andere Artikel in den Hintergrund, jedoch ist gerade dies das Schöne. So kann, nein ich muss, euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Als Blogger ist dies ebenso meine Aufgabe. Und was gibt es interessanteres, als über aktuelle schwierige Situationen zu schreiben, welche so nur selten vorkommen?

 

Eine alte Tradingregel kommt zurück ins Gedächtnis

Ihr wisst, das ich hohe Verluste hinnehmen musste. Ich schrieb in meinem letzten Beitrag darüber, wie es mir mit dem plötzlichen Anstieg der Vola erging.

Ich schloss jetzt alle möglichen Tradingpositionen. Meine Positionen im Investmentkonto, auf dem ich die Abzahlstrategie fahre, bleiben bestehen.

Ich schloss deshalb alle Positionen, da ich Ruhe brauchte. Es waren nicht mehr viele Positionen, aber auch diese brachten wiederum Verluste ein.

Aktuell sehe ich die Korrektur des mittleren Trendes als abgeschlossen an.. Was mir Sorgen macht, ist das der große Trend korrigiert. Denn dann dürfen wir nochmal so einen Rutsch über alle Indizes erwarten.

Auch wenn dies jetzt nur meine eigene Meinung ist, jedoch denke ich, das der große Trend nun korrigiert. Wir also noch gut Platz haben.

Aber ich schweife ab.

Auf jeden Fall bin bzw. war ich gezwungen mich mit der aktuellen Lage auseinanderzusetzen. Als ich mir meine Verluste so ansah, fiel mir eine der ersten Tradingregeln wieder ein, welche ich mal gelernt hatte.

Riskiere pro Trade nie mehr wie 1 % des Kontos.

Eine Standardregel. Eine schöne Regel. Doch im Optionshandel unbrauchbar… oder?

 

Das Problem mit Optionen

Wenn man Optionen dazu einsetzt, um sich Aktien einbuchen zu lassen oder Covered Calls handelt, ist einem egal, wie sich der Preis der Option selbst entwickelt.

Wenn man Optionen einfach nur tradet aber nicht!

Man verkauft eine Option nackt. Also ohne Absicherung, meist auf Margin.

Man weiß, was der maximale Gewinn ist. Dieser kann nicht höher ausfallen, wie die eingenommene Prämie hoch ist.

Und der maximale Verlust?

Nun, man sagt theoretisch unendlich. Doch auch ich hatte den Fehler gemacht, mein Hauptaugenmerk hier auf den Kurs zu legen. Der Kurs selbst war für mich das größte Risiko.

Nun aber verteuerten sich die Optionen, wegen der steigenden Vola und obwohl die Aktien stiegen… Als die Märkte nachgaben, explodierten die Optionspreise.

Die Strikes der Optionen waren teilweise nicht mal erreicht, aber die Optionen haben sich mehrere 100 % verteuert gehabt.

Da die Märkte weiter nachgaben, schloss ich viele Positionen mit hohen Verlusten, welche ich sonst noch behalten hätte. Das Problem war, das die Margin, welche ich hinterlegen musste, ebenfalls schnell anstieg und ich nicht wissen wollte, wo die Optionspreise stehen würden, wenn die Kurse die Strikes erreichen sollten.

Kann man also bei solchen Voraussetzungen überhaupt nach der 1 % Regel handeln? Nein!

Man kann nicht wissen, wie viel man verliert, vor allem nicht wie schnell.

Wenn ich dabei auch aktuell sehe, wie die Profis zu kämpfen haben, obwohl die Vola nicht mehr ganz so Sprunghaft ist, bin ich gezwungen zu überlegen, wie ich zukünftig für solche Fälle gewappnet bin.

 

Wie man die 1 % Regel doch anwenden kann

An sich können wir die 1 % Regel durchaus einhalten. Aber nur mit Spreads!

Denn wenn wir die Strikes der verkauften Option und der gekauften Option so wählen, das der Abstand zwischen den Beiden maximal 1 % unseres Kontos beträgt, halten wir die 1 % Regel wieder ein ?

Hierzu ist mir auch mein erster Artikel zum Vertical Bull Put Spread wieder eingefallen.

In diesem hatte ich eine eigene Adjustierung vorgestellt. Dabei sollte man die Short Option, hinter die long Option rollen.

Wer sich daran gehalten hat, bzw. wer so getradet hat, Hut ab. Derjenige sollte recht gut durchgekommen sein, möglicherweise sogar mit höheren Gewinnen, als wenn der Markt nur gestiegen wären.

Ich hatte so nicht mehr gehandelt, da ich nicht genügend Trades fand, um mein Konto auszulasten. Somit hätten sich die monatlichen Einnahmen verringert… Mmm dafür habe ich jetzt einen guten vierstelligen Verlust innerhalb von ein paar Tagen erlitten.

Ob das besser ist?

 

Es gibt für den Handel mit Spreads ein großes Für und Wieder. Aber auch diese richten sich meist nur nach den Kursbewegungen. Aber die Spreads fangen auch solche brutalen Volaanstiege ab.

Meine Konsequenz wird deshalb wieder sein, sich mehr auf den Vertical Spread zu konzentrieren.

Hier werde ich jedoch auch die Adjustierungen noch ein wenig anpassen. Um genauer zu sein, ganz klare Regeln aufstellen, wann was zu machen ist.

Neben den Verticals, werde ich auch Iron Fluys vermehrt anfangen zu handeln. Ich habe einige Studien bei Tasttrade gesehen, welche mich von Iron Fluys überzeugten. Doch hier muss ich mir noch kleinere Adjustierungen einfallen lassen. Ich bin mir noch ein wenig unsicher, wie ich Iron Fluys manage. Oder ob ich diese einfach machen lasse.

 

Schlusswort

Sicher werden sich einige von euch denken, der Kapitalist hat Angst^^

Nun, natürlich. Ein wenig schon. Das Konto verlor innerhalb von 3 Tagen einfach mal 12 % an Wert. Und ich konnte nichts dagegen unternehmen. Diese Woche stand ich, ich glaube 3 mal, kurz vor einem Margincall.

Es ist durchaus legitim, sein Trading zu hinterfragen und zukünftig für solche Ereignisse fit zu machen.

Ich weiß das diese Ereignisse nicht so häufig vorkommen.

Ich weiß auch, das ich meine Gewinne mindere, wenn die Kurse wieder steigen und ich Spreads handle.

Doch was geht vor? Sicherheit oder Rendite?

Langsameres Wachstum oder Volatilität im Konto?

Das muss jeder für sich wissen.

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Kommentare (6)

  1. Mein größter Fehler war es zu denken, dass die Vola nach einem VVIX von 160 nicht noch weiter ansteigen könnte.
    Meine Short Puts waren nie richtig in Gefahr, da sich da Margin auf Puts maximal bis zu 25% des Aktienwertes erhöhen können. Rollen kann ich immer, vorausgesetzt die Market Maker stellen Kurse. Ansonsten eben abwarten, bis Kurse gestellt werden.

    Unentspannt war ich als ich schon 6 Calls auf den VXX laufen hatte. Da ich immer dachte, weiter hinauf kann es jetzt ja nicht mehr gehen.
    Hier kann die Marginanforderung theoretisch unendlich steigen, das hätte auch das aus für mein Konto bedeuten können.

    Die letzten Male hatte ich bei solchen Ereignissen immer gut Geld verdient.
    Beim nächsten Mal wird das ganze für mich aber eine Kombination aus ein paar wenigen Short Calls und mehrere kurz laufenden Long Puts.

    Wie schon gesagt: Meine Standardstrategie war nie gefährdet, das macht mich schon sehr zuversichtlich für die Zukunft.

    mfG Chri

    Antworten
  2. Hallo Martin,
    mein Konto ist ebenfalls um rund 15% in die Knie gegangen, aber ich habe keine einzige Position geschlossen. Meine Margin-Auslastung lag zu keinem Zeitpunkt höher als 60%. Genau für diese Situation habe ich in den letzten Monaten überwiegend die Füße still gehalten. Ich habe über Monate nur 5-10% meiner Margin eingesetzt. Sprich Einnahmen quasi Null.

    Als die Vola dann anzog, bin ich groß eingestiegen. Leider 1-2 Tage zu früh. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Vola noch stärker steigt. Aber den richtigen Zeitpunkt erwischt man wohl nie. Solange der Markt in den nächsten Wochen nicht weitere 10-15% einbricht, kann ich die Verluste aussitzen und am Ende weiterhin mit Gewinn schließen.

    Grundsätzlich glaube ich, dass es die richtige Strategie ist, eben nicht zwanghaft nach Trades zu suchen „um sein Konto auszulasten“. Warte auf den richtigen Moment.. auch wenn es Monate dauert. Wäre ich nicht auf den letzten Metern ungeduldig geworden, hätte ich bereits jetzt meine anvisierte Jahresrendite in Reichweite.

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  3. Ist auf jeden Fall komisch gelaufen die letzte Woche … und wenn man jetzt liest dass angeblich der vix manipuliert wurde. Ich bin zum glück (in dem fall) nie komplett in Aktien / Index Optionen sondern auch in Futures deshalb hatte ich nur knapp 10% Minus

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  4. Bei mir gings die Woche um knapp 20% runter. Gehört dazu, wenn man Optionen verkauft. Deswegen lasten wir ja die Margin nicht voll aus, um Platz zu haben, nicht? 🙂

    Mit den Spreads wirst du deine Ertragsziele vermutlich nicht erreichen. Dafür sind die Puts dann zu teuer und in einer Bewegung wie letzte Woche reasiert es dich trotzdem weg.

    Antworten
    • Hier sei aber die Frage gestattet, ob es so gut ist, wenn man in wenigen Tagen 20 % des Kontos verliert. Das sollte im Trading so nicht passieren. Der Markt kam nur kurz runter.
      Im Grunde hätten wir es alle sehen können, das was nicht stimmt. Das die Kurse und die Vola anstieg, hätte uns allen eine Warnung sein sollen, wahrgenommen hat es niemand. Denn sind wir ehrlich, auch wir im Optionshandel sind leicht Blind geworden, wegen den steigenden Märkten. Auch die Profis.

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      • Hätte hätte Fahrradkette. 😀

        Natürlich haben wir gesehen, dass die Vola steigt. Das heißt aber doch lange nicht, dass die Woche drauf die Märkte um 10% korrigieren.

        Du wirst bei einem starken Vola-Peak immer ordentlich verlieren. Wenn dein Konto nur zu 50 % ausgelastet ist und sich die Vola verdreifacht, kannst du dir leicht ausrechnen, wo du stehst. Wenn dann noch die Kurse gegen dich laufen.

        Du kommst nur „ruhig“ raus, wenn du absolut auf jeden Hebel verzichtest und alles Cash Covered handelst. Das macht aber niemand, weil dadurch einfach die Erträge zu niedrig werden. 🙂

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