Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Freiheit durch Trading… eine Warnung

Gier Trading

Trading ist eine feine Sache. Jedoch kann es einem gerade am Anfang, in einen Sog ziehen. So erging es zumindest mir damals und heute möchte ich euch davon berichten.

Wer anfängt sich mit Börse und dem Trading zu beschäftigen, hat meistens den schnellen Reichtum im Kopf und die damit verbundenen Freiheiten.

Vielen ist aber gar nicht bewusst, was das Trading für Auswirkungen auf euer Privatleben hat. Es muss nicht bei jedem so sein, aber mich hat das Ungetüm Börse anfangs in einen Bann gezogen, welcher recht negative Auswirkungen auf mich und mein Leben nach sich zog.

Dieser Text ist eher für diejenigen geschrieben, welche anfangen sich mit dem Thema zu befassen. Ich möchte zeigen, wohin es führen kann, wenn man sein Leben ganz nach der Börse ausrichtet.

 

Willkommen im Casino der Börse

Als ich mit der Börse in Berührung kam, war diese für mich nicht mehr wie ein internationales Spielcasino. Man ging Long oder Short und schaute ob man Recht hatte. Ich hatte keine Ahnung von der ganzen Thematik, als ich meine ersten kleinen Gewinne bei Pennystocks einfuhr.

Es machte aber unglaublich viel Spaß zu gewinnen. Leider, wie so oft, hält so eine Glückssträhne nicht ewig an. Wenn man von einem Thema keine Ahnung hat und nur einige Knöpfe drückt, wird man früher oder später verlieren.

Mir erging es ähnlich. Ich hatte zwar zwei Bücher über die Börse gelesen (Börsenstrategien für Dummies* und Chartsanalyse für Dummies*) hatte aber natürlich keine Ahnung was ich da mache. Beide Bücher sind nicht verkehrt, wenn man einen oberflächlichen Überblick haben möchte, aber zum ernsthaften Traden reichen diese bei weitem nicht aus.

Aber woher sollte ich das in meinem Übermut wissen? Woher weiß man denn, was man nicht weiß?

Nun ja, nach kleineren anfänglichen Gewinnen, ließen die ersten Verluste nicht lange auf sich warten. Selbstverständlich fraßen diese auch sehr schnell die Gewinne auf und mein Konto wurde kleiner und kleiner.

Das Leben meinte es aber gut mit mir und so lernte ich meinen damaligen Mentor und heutigen guten Freund Steve F. kennen, welcher mich unter seine Fittiche nahm.

 

Ich weiß, das ich nichts weiß

Steve erklärte mir viel über Börse. Vor allem aber klärte er mich darüber auf, was ich nicht wusste. Ich muss zugeben, wenn wir uns nach oder vor der Arbeit trafen oder über WhatsApp schrieben, überforderte er mich das ein oder andere Mal.

Steve war bereits einige Jahre an den Finanzmärkten aktiv und hatte viel Wissen angesammelt, welches er nun auf mich niederprasseln ließ. Erst einige Monate später erklärte er mir, das er dies absichtlich machte. Er wollte sehen ob ich mich davon abschrecken lasse oder ich mich reinkniete, um zu lernen.

Ich kniete mich rein, da mich die Welt der Börse faszinierte. Ich muss zugeben, mich lockte auch das schnelle Geld. Die Weitsicht und Erfahrung fehlte mir natürlich noch völlig damals.

Ich arbeitete in rollender Woche und war Single. Ich hatte somit recht viel Zeit, mich in meiner Freizeit mit dem Thema Trading auseinanderzusetzen.

Soweit so gut. Bis hierhin hatte die Börse noch nicht so die Auswirkungen in meinem Privatleben. Das sollte sich aber ändern.

 

Auf der Suche nach dem heiligen Gral im Trading

 

Die Wochen und Monate vergingen und mein großer Erfolg blieb leider aus. Ich hatte in der Zwischenzeit eine Freundin an meiner Seite und den Handel mit CFDs für mich entdeckt. Ab hier ging für mich eine Art Odyssee los.

Umso länger der Erfolg an der Börse auf sich warten ließ, umso vernarrter suchte ich nach Strategien und Systeme, welche dies ändern sollten. Mein Tagesablauf sah folgendermaßen aus.

Vor der Arbeit, traden. Nach der Arbeit, traden. Selbst beim Tätowierer tradete ich über das Handy. Am Wochenende Bücher lesen und im Internet nach neuen Strategien und Systemen suchen… dies ging viele Wochen und Monate so. Aus heutiger Sicht ähnelte es fast einer Sucht. Eines Goldrausches. Ich suchte verzweifelt nach dem heiligen Gral, welcher mir doch endlich meine Gewinne bescheren sollte.

Natürlich versuchte Steve mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzubringen. Im Nachhinein muss ich auch sagen, wenn er nicht gewesen wäre, hätte ich sicherlich einige Male mein Konto platt gemacht. Doch durch diese Phase konnte er mich nur begleiten. Er konnte sie nicht verhindern.

 

Der Vorhang fällt und mit ihm ich

 

In meinem Leben gab es nur die Börse. Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, gefiel dies meiner Freundin nicht sonderlich gut. Ich selber hatte nämlich weder Lust noch Zeit mich mit anderen Dingen zu beschäftigen, als mit dem Trading.

Immer wenn ich kurz davor war, doch alles hinzuschmeißen, kam ein Gewinner und das Spiel begann wieder von vorn. So kam es letztendlich, das meine Freundin mit mir Schluss machte. Meine Freunde hatte ich ebenfalls stark vernachlässigt. Alles brach irgendwie zusammen.

Und so hielt ich inne.

Ich wusste, es konnte so nicht weitergehen. Ich wollte zwar nicht aufhören aber es musste sich einiges ändern und ich musste Prioritäten setzen. Ich ordnete mein Leben neu und betrachtete die Börse aus anderen Blickwinkeln.

Ich hörte auf mit Daytrading. Ich hörte auf nach dem heiligen Gral zu suchen. Ich hörte auf vom schnellen Geld und Reichtum zu träumen und machte eine Pause. Ich las zwar weiter Bücher, aber ich tradete nicht mehr. Gar nicht mehr. Für ein halbes Jahr lang, blieb ich der Börse komplett fern.

Vorher wusste ich immer wo der Dax gerade stand. In diesem halben Jahr wusste ich überhaupt nicht, was an der Börse vorging. Ich orientierte mich völlig neu.

Ich schaffte es, das meine Freundin zu mir zurückkam. Ich schaffte es, mich von alten Gedankengängen loszulösen. Und ich schaffte es, mein Trading zu finden.

Seitdem das alles passiert ist, Handel ich recht profitabel. Ich baue meine Konzepte langsam, eins nach dem Anderen auf, so wie ich jetzt wieder dabei bin, mich wieder mit CFDs zu beschäftigen und demnächst wieder anfangen werde, damit zu handeln.

Aber ich lasse alles ruhiger, strukturierte angehen. Ich suche nicht mehr nach dem schnellen Geld. Auch nicht mehr nach dem heiligen Gral. Jetzt suche ich nach Systemen, welche ich aufbaue und welche kontinuierliche Gewinne abwerfen sollen.

Ich möchte euch damit nur sagen, passt auf, das die Börse nicht der Mittelpunkt in eurem Leben wird. Ihr wärt nicht die ersten, welche ihr zum Opfer gefallen sind. Letztendlich ist bei mir alles wieder gut geworden, dies ist aber keine Selbstverständlichkeit. Euch drängt nichts, die Börse wird es auch morgen noch geben. Also haltet lieber einmal inne und reflektiert euer Tun, bevor es euch so ergeht, wie mir damals.

 

Am Meisten machen wir falsch, wenn wir alles richtig machen wollen.

Helga Schäferling

(Visited 396 times, 2 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (9)

  1. Ich probiere gerade das Traden mittels Demokonto und verliere im Schnitt Geld. Ich werde mich aber weiter mit Optionen beschäftigen und Buy and Hold mit Verkaufsoptionen kombinieren. Also z.B. einen Put auf eine Aktie setzen, die ich sowieso haben will, die Versicherungsprämie einsacken und im schlimmsten Fall die Aktie zu niedrigem Kurs einbuchen lassen. Oder covered Calls. Diese Strategien habe ich auf dem Blog easydividend gelernt. Aber es gibt noch viel zu lernen.

    Antworten
    • Hallo Finanzmixerin,
      selbiges habe ich auch noch vor. Weg von den spekulativen schnellen Gewinnen, hin zu regelmäßigeren Einnahmen.
      Leider läuft es derzeit bei meinem Demokonto mit der ORB-Strategie auch nicht so dolle. Bin da noch am schauen, wie ich das besser machen kann.

      Antworten
      • Wo hast du denn ein Demokonto, bei dem man die Strategien langfristig testen kann? Ich ärgere mich mit den Tradingprogrammen herum. Bei IB werden meine Daten nicht gespeichert, sodass ich täglich von vorne beginnen muss. Und bei WHS Selfinvest bekomme ich entweder nur Futures und Futureoptionen oder CFD’s. Es ist echt zum Mäuse melken.

      • Die ORB handel ich bei CMC und IG. Bei IG habe ich direkt ein Konto, bei CMC hatte ich hauptsächlich die Plattform testen wollen.

      • Danke für den Tipp! Da werde ich mal schauen

  2. Schön geschrieben Martin. Mach weiter so!

    „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück. Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher oder später auch das notwendige Glück. Dem ‚Zittrigen‘ fehlt eines der ersten drei G.“ (André Kostolany)

    Antworten
  3. Ein guter Artikel.
    Ich habe mich auch eine Zeit lang mit CFDs und Daytrading beschäftigt, weil ich nach der Suche nach dem schnellen Geld war.
    Zum Glück hatte ich zu der Zeit kaum Geld zur Verfügung als Schüler und habe so die Hände davon gelassen.
    Bei einem monatlichen Taschengeld von 40€ ist es extrem viel, wenn man mit 500-1000€ startet und das Risiko hat alles zu verlieren.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    • Ja das ist nicht sonderlich viel. Soviel war teilweise mein Initialrisiko pro Position.
      Grundsätzlich muss ich auch sagen, das ich erst durch diese Erfahrung gelernt habe, was ich tatsächlich erreichen will. Es war eine unschöne Erfahrung, welche ich aber gleichzeitig nicht eintauschen würde.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*