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Earnings Season erfolgreich handeln

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Earnings Season (Berichterstattungszeitraum) ist für viele mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden. Als Investor ist man gespannt, wie sich das Unternehmen geschlagen hat und ob die Idee des Investments noch richtig ist.

Ist man Trader, hält man sich zumeist von Unternehmen fern, welche in Kürze ihre Earnings veröffentlichen. Ich habe genau das Gegenteil vor. Ich möchte exakt die Unternehmen handeln, mit Optionen, welche kurz davor stehen, ihre Berichte zu veröffentlichen.

Was ist die Earnings Season überhaupt?

Die Earnings Season ist eine Zeit, in der vermehrt amerikanische Unternehmen ihre Berichte veröffentlichen. Es sind ca. 6 Wochen, in denen viele Unternehmen aufeinanderfolgenden und ihre Jahresabschlüsse oder Quartalsberichte öffentlich machen.

Insgesamt gibt es diese Season vier Mal im Jahr. Januar, April, Juni und September beginnen die jeweiligen Seasons. Für den Handel der jeweiligen Season ist es übrigens egal, ob das Unternehmen seinen Jahresabschluss veröffentlicht oder einen Quartalsbericht.

 

Warum willst du die Earnings handeln? Das ist doch riskant!

Wie wir alle wissen, können Berichte zu heftigen Kursschwankungen führen. Wenn die Ergebnisse nicht in etwa den Prognosen entsprechen, gibt es gerne ein Gap in dem jeweiligen Wert.

Deshalb werden Earnings zumeist von Tradern gemieden. Investoren müssen da durch, das gehört zum Geschäft. Trader aber fürchten ein Gap entgegen ihrer angestrebten Richtung. Auch ich habe früher Unternehmen gemieden, im kurzfristigeren Handeln, wenn Berichte anstanden.

Interessant werden die Earnings deshalb nicht für den Trader, sondern für den Investor.

Ich habe geschrieben, Investoren müssen da durch. Das ist auch richtig. Aber es ist ja nicht so, als würde diese sich nicht absichern wollen. Und ab jetzt wird es interessant.

Große Investoren wollen selbstverständlich ihre Positionen absichern! Die riskieren doch nicht einen schnellen Einbruch von Millionenbeträgen um 20%, 30%… Doch wie soll man sich den da absichern? Mit einem Stopp-Loss? Nein, von einem Stopp-Loss halte ich nicht viel und große Investoren können diesen auch nicht einsetzten.

Die Investoren kaufen Optionen um sich abzusichern. Dies bemerkt man dann auch an den Preisen der Optionen.

Die Volatilität der Optionen, welche kurz nach den Earnings verfallen, steigt stark an, da es ein großes Bedürfnis nach Absicherung im Markt gibt. Hier sollte tatsächlich beachtet werden, das dies hauptsächlich nur die Optionen betrifft, welche kurz nach den Earnings verfallen.

Ist ja auch irgendwo nachvollziehbar. Ein Investor möchte sich ja nur gegen starke Kursausschläge wegen den Earnings absichern. Da würde es wenig Sinn ergeben, eine Option zu kaufen, mit einer Laufzeit von mehreren Wochen/Monaten, wenn die Earnings in wenigen Tagen sind. Damit würden die Investoren viel Zeitwert kaufen, welche sie gar nicht brauchen.

Also wird die Option gekauft, welche die Erste ist, welche nach den Earnings verfällt. Somit kaufen die Investoren nur so viel Zeitwert wie sie tatsächlich benötigen.

 

Dann verkaufe ich heute am besten gleich Optionen, für die Earnings im April

Das wäre leider falsch. Wir als Optionstrader müssen hier auf unsere Stunde warten.

Umso näher die Earnings rücken, umso höher wird das Bedürfnis sich abzusichern. Dadurch steigt die Volatilität der Option an. Am höchsten ist diese 1 – 2 Tage vor den Earnings. Erst hier verkaufen wir Optionen auf den Basiswert. Somit verkaufen wir zwar wenig Zeitwert, aber viel Risikoaufschlag.

Würden wir bereits einige Wochen vorher die Optionen verkaufen, würden wir ein schlechtes Geschäft machen, da die Preise der Optionen durch den Volaanstieg schneller steigen würden, als der Zeitwert verfällt.

Da wir ja auch nicht wissen wohin der Kurs gehen wird, verkaufe, zumindest ich, einen Strangle auf den Wert. Wer mehr Sicherheit möchte, kann auch einen Iron Condor schreiben.

Das Schöne an den  Earningstrade ist, das er nur eine sehr kurze Haltedauer hat. Denn wenn alles glatt geht, die Earnings des Basiswertes kommen und keine großen Überraschungen dabei waren, sind unsere Optionen zu Börsenbeginn so gut wie wertlos. Hier kann man dann einen Volacrash beobachten.

Das Ereignis, weshalb sich abgesichert wurden ist, ist vorüber. Die Unsicherheiten sind weg und die Preise für Optionen brechen in sich zusammen. Bereits hier kann man seine Optionen normalerweise für einen Bruchteil der erhaltenen Prämien wieder zurückkaufen und den Trade damit schließen.

Selbst wenn der Kurs etwas gegen eine unserer Optionen läuft, ist das egal. Wir reden hier tatsächlich von Volacrashs, welche 60 % – 90 % des Optionspreises vernichten. Von einem, auf den anderen Tag.

Wo wir reagieren müssen, ist bei Gaps und sehr schnell gegen uns laufende Kurse. Man sollte die Earnings nur handeln, wenn man die Möglichkeit hat, spätestens eine Stunde nach Börsenbeginn vor dem Rechner zu sitzen und seine Positionen zu managen. Sei dies nun, das man seine Positionen schließt, oder das man Reparaturstrategien einsetzt.

Warum bis spätestens eine Stunde nach Börsenbeginn? In der ersten Stunde ist viel Vola im Markt, allgemein. Gerade nach Earnings kann es hier zum Großen hin und her kommen. Deshalb ist es weniger schlimm, wenn man nicht direkt zur Eröffnung vorm PC sitzen kann. Jedoch hat der Markt meist nach der ersten Handelsstunde seinen Weg gefunden. Spätestens dann sollte man seine Trades aktiv verwalten können

 

Richtlinien für einen Earningstrade

Gleich vorweg. Bei Earningstrades macht es die Masse. Da man viele Trades finden sollte und durchführen kann, summieren sich die kleinen Beträge schnell zusammen. Pro Option nimmt man hier keine hunderte von Dollar ein. Nach dem Glattstellen des Trades verbleiben pro Option Pi mal Daumen vielleicht 30 $ – 40 $.

Bei einem größeren Konto kann man dann natürlich die Kontraktanzahl erhöhen. Hier sollte trotzdem auf ein gewisses Riskmanagement geachtet werden.

Welche Werte man handelt, ist ebenfalls entscheidend. Zumeist scheinen Werte, welche sich eh schon in einem Aufwärtstrend sind, besser eignen.

Neben diesem Aspekt sollte man noch auf folgende Dinge achten:

  1. IVR des Basiswertes über 40 %, besser über 50%
  2. Der VIX sollte nicht über 20 sein, man würde zwar viel Prämie bekommen, aber der Markt ist sehr angespannt und leicht reizbar (nach unten und oben)
  3. Die Optionen sollten liquide sein
  4. Der Preis einer Aktie im Basiswert sollte 40$ nicht unterschreiten

Danach kann man dann auf Seiten, wie z.B. earningswhispers nachschauen, welche Unternehmen in den nächsten Tagen ihre Earnings haben.

Wichtiger Hinweis

Achtet darauf, ob die Earnings vor oder nach Börsenschluss veröffentlicht werden! Ihr wollt die Optionen immerhin vor den Earnings verkaufen, nicht erst danach. Auch müsst ihr darauf achten, welche Option nach den Earnings am zeitigsten verfällt.

 

Es ist nicht notwendig, außergewöhnliche Dinge zu tun, um außergewöhnliche Resultate zu erzielen

Warren Buffett

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Kommentare (10)

  1. Hi, ich finde die Idee der Earnings Trades zwar in der Theorie reizvoll, aber in der Praxis finde ich, dass sich Aufwand und Ertrag für mich nicht lohnen. Ich müsste ständig die Earnings im Auge behalten, die passenden Aktien filtern, auf Tagesbasis einen guten Einstieg finden und die Werte ständig im Auge behalten. Das erscheint mir besonders für den Ansatz “Trade Small and Often” nicht wirklich rentabel, wenn man die Zeit für die Trades mit berücksichtigt.

    Von daher bin ich gespannt auf deine Erfahrungen aus der Praxis!

    VG, Rico

    Antworten
    • HAllo,

      danke für deinen Kommi.
      Also ich benötige nur sehr wenig Zeit, um mir die Werte rauszufiltern. So schaue ich einfach auf earningswhispers und sehe nach, welche earnings für den nächsten Tag anstehen. Danach schaue ich noch auf dough, ob die IVR passt. Einen Einstieg musst du nicht finden, da du nicht wissen kannst, wohin der Kurs geht. Deshalb baue ich mir da einen Strangle, indessen Spanne der Kurs sich nur bewegen muss. Die Optionen welche da verkauft werden, sind ca am Delta 10 – 15.
      Im Besten Fall kann man die Optionen am nächsten Tag direkt wieder kaufen und so seine Positionen schließen. Das ganze dauert pro Tag (bei mir) ca. 10 Minuten.

      Antworten
  2. Hallo auch von mir,

    kennst du bzw. kennt ihr eine zuverlässige Übersicht für Quartalszahlen, Jahresabschlüsse etc. für ausgewählte Indices, bspw. den DAX? Wenn ich mich so umschaue bei den üblichen (Onvista, finanzen…) dann sind da ein paar Termine erfasst, andere wiederum nicht.

    Grüße
    Jo

    Antworten
  3. Heißes Pflaster, auf das du dich da wagst. Hat das nicht eher was mit Glücksspiel zu tun? Ich habe schon so viele Berichtsveröffentlichungen gesehen, bei denen die Masse daneben lag oder im Vorfeld etwas völlig anderes erwartet wurde, dass ein Trade reine Zockerei gewesen wäre. Oder aber dass ein und das selbe Ergebnis (10 % Wachstum und identischer Mehrjahresausblick) mal positiv (+5 %) und 3 Monate später negativ (-10 %) interpretiert wurde…

    Antworten
    • Danke fürdein Kommi,

      es ist hier ein Unterschied ob man die Aktie kauft, oder Optionen verkauft und auf den Volacrash wartet. Die Optionen werden weit aus dem Geld verkauft. Hier kann man sogar, anhand der Optionen, ausrechnen, in welcher Preisspanne die Market Maker erwarten, das sich der Basiswert bewegt. Denn auch die möchten natürlich nicht kalt erwischt werden. Auch ist die haltedauer solcher Trades ca. 1 Tag.

      Ein großer Vorteil dieser Strategie ist ebenfalls, selbst wenn der Basiswert sich einem der beiden Optionen nähert, ist der Volaverfall meist größer, als der Preisanstieg durch das Delta. (also weil sich der Basiswert den Strikpreis nähert)
      Die Wahrscheinlichkeiten sind hier tatsächlich auf unserer Seite. Und wenn man doch Angst vor Gaps haben sollte, dann kann man, wie im Text geschrieben, einen Iron Condor aufsetzte. Somit begrenzt man seinen maximalen Verlust, jedoch verringert auch seine Prämieneinnahmen.

      Natürlich habe ich selber keine Ahnung wie die Berichte aussehen und wie der Markt drauf reagiert. Aus diesem Grund schreibe ich bei den Earnings einen Strangle. Also oberhalb des Preises verkaufe ich einen Cal, unterhalb einen Put (weit aus dem Geld). Selbst wenn etwas schief gehen sollte, es kann nur einer von beiden Optionen zu einem Problem werden. Danach greifen dann normale Reparaturstrategien.

      Das ist ja das Schöne, wenn man die Earnings mit Optionen über Stillhaltergeschäfte handelt. Ich gehe nicht davon aus, das eine Aktie besonders steigt oder fällt. Das Einzige was meine Erwartungshaltung ist, das sich die Aktie in einem gewissen Preissegment bewegt und das für einen einzigen Tag.

      Antworten
  4. Es heißt übrigens Earnings Season

    Antworten
  5. Hallo!

    Sehr gut zusammengefasst!
    Hast du bereits Erfahrungen gesammelt? Ich habe auch vor dieses Jahr meine ersten Earnings-Trades zu probieren. Vielleicht können wir unsere Erfahrungen teilen und so bessere Ergebnisse erzielen?
    Ich glaube die Auswahl des richtigen Basiswertes ist das wichtigste.

    mfG Chri

    Antworten

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