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Diversifikation – Die Macht der Streuung am Praxisbeispiel

Diversifikation

Die Diversifikation wird immer wieder angepriesen. Egal ob man Buy and Hold oder Trader ist.

Ich kenne niemandem, der sagt, das man alle Eier in einen Korb legen sollte, so habe auch ich bereits das Thema beschrieben.

Da man aber meist nur einen relativ abstrakten Bezug zur Diversifikation hat, möchte ich heute zeigen, welche Macht tatsächlich dahinter steck.

 

Durch Zufall auf ein geniales Beispiel gestoßen

Bevor ich mehr erkläre, möchte ich nur ganz kurz darauf eingehen, wie ich überhaupt darauf gekommen bin, einen Artikel darüber zu schreiben.

Ich machte zuletzt eine Umfrage, ob ich die 3-Filter-Strategie mal vorstellen sollte. Der Artikel zu dieser Strategie kommt auch demnächst.

Auf jeden Fall hatte ich damals 2015 ein Demokonto gemacht, indem ich 15 Werte für jeweils ca. 650 € „kaufte“. Die Auswahl war noch nach den Grundregeln und vor meiner eigenen Anpassungen der Strategie.

Auf jeden Fall schaute ich nun mal wieder in meine Teletraderapp und in mein Musterdepot. Ich hatte ganz vergessen, das hier immer noch diese 15 Werte drin waren.

Und hier kommen wir zur Diversifikation! Denn was ich hier gesehen habe, war schon krass, fand ich.

Das Demokonto war mit knapp 3 % im Gewinn. Das ist nicht viel, zugegeben. Wie gesagt, um das Demokonto habe ich mich zwei Jahre nicht mehr gekümmert.

Trotzdem empfinde ich diese 3 % als überwältigend. Warum? Das liegt an den unterschiedlichen Entwicklungen in den Werten.

 

Die Aufstellung des Demokontos

Um meine Begeisterung dieser 3% Gewinn nachempfinden zu können und die Macht der Diversifikation verstehen zu können, möchte bzw. muss ich euch erst einmal zeigen, welche Werte damals im Sommer 2015 in mein Demokonto Einzug fanden.

Wie oben erwähnt, wurde jedes Unternehmen gleich gewichtet. Überall flossen ca. 650 € ein.

 

Unternehmen

Kaufpreis in €

Airbus

58,97

BASF

79,95

BMW

76,49

Bechtle

67,5

Daimler

82,81

Deutsche Post

26,4

Deutsche Telekom

15,65

Dürr

84,44

GFT Technologies

18,1

Jungheinrich

61,56 (vor Aktiensplitt)

Krones

93

MTU Aero Engines

84,64

Nordex

21,44

VW

211,9

Wacker Chemie

93,92

 

Wenn ihr euch diese Liste anseht, werden einige feststellen, das hier Werte dabei sind, die heftig gebeutelt wurden sind. Alleine VW hatte nur wenige Monate nach der Aufnahme in das Demokonto den Abgasskandal zugegeben. Der Kurs brach danach extrem ein und konnte sich bis heute nicht wirklich erholen.

 

Hier möchte ich euch kurz die Verlierer aufzeigen und deren prozentuale Kursverluste aufzeigen. (Stand 29.06.2017)

 

Unternehmen

Kursverlust in %

Nordex

– 49 %

Jungheinrich

– 48 % (bedingt durch Aktiensplitt, dieser wurde nicht im Demokonto verrechnet)

VW

– 36 %

Daimler

– 22 %

 

Ihr seht also, das 5 von 15 Werten massiv verloren haben, auch wenn es bei Jungheinrich nur durch einen Fehler der Berechnung zustande kommt, lasse ich Jungheinrich trotzdem so stehen.

Warum? Dies wird die Macht der Diversifikation nur noch mehr unterstreichen!

 

Nun sind auch ein paar Aktien dabei, welche fast gleich geblieben sind. Dabei zähle ich diese Aktien dazu, welche zwischen -5% und +5% sind.

 

Unternehmen

Kursverlust/-gewinn in %

BMW

– 4 %

GFT Technologies

+ 1,35 %

Wacker Chemie

+ 2,5 %

Deutsche Telekom

+ 3 %

BASF

+ 5 %

 

Hier sehen wir auch, das sich 5 von den 15 Werten so gut wie gar nicht verändert haben.

 

Wie sieht es nun bei den Gewinnern aus?

 

Unternehmen

Kursgewinn in %

Bechtle

+ 67 %

MTU Aero Engines

+ 46,5 %

Deutsche Post

+26,6 %

Airbus

+ 23 %

Dürr

+ 22,5 %

 

Wir haben eine schöne gleichmäßige Aufteilung. Ein Drittel hat massiv verloren, ein Drittel ist kaum verändert und ein Drittel konnte gute Kursgewinne einfahren.

Was hier vernachlässigt wird, sind die Dividendenzahlungen, welche von einigen Unternehmen ausgeschüttet wurden sind.

 

Diversifikation ist wichtig

Sicher ist die Betrachtung gerade einmal über zwei Jahre. Was ich hiermit zeigen will ist, das einem Diversifikation vor Fehlern schützen kann.

Nicht nur vor Fehlern in der eigenen Analyse, sondern auch vor Fehlern der Unternehmen, wie man bei VW sehen kann.

Diversifikation schützt einen also davor, sein Geld zu verlieren. Verfeinern kann man dies natürlich durch Nachkäufe (hätte sich bei VW gelohnt, als diese unter 100 € waren) oder indem man seine Investments doch abstößt und lieber neue Investitionen eingeht.

Dies ist jedem selbst überlassen. Dieses reale Beispiel, auch wenn es nur über ein Demokonto war, sollte jedoch jedem zeigen, das bereits 15 Werte eine vielversprechende Diversifikation ergeben und somit einem vor einen Totalverlust schützen können.

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Kommentare (10)

  1. Wo ist denn hier die Diversifikation? Sind (bis auf Airbus?) alles deutsche Unternehmen. 3% in den vergangenen 2 Jahren ist ja wenns hoch kommt gerade mal Inflationsausgleich, während die Märkte insgesamt abgingen wie eine Rakete. Hättste dir mal stattdessen ein ETF-Weltportfolio für “geistig Minderbemittelte” mit 1-4 ETFs im Demokonto angelegt, dann wären jetzt 20 Prozent im Plus zu verbuchen gewesen, von echter Diversifikation mal ganz zu schweigen.
    Trotzdem,, schönes Negativbeispiel. Danke dafür.

    Antworten
    • Hallo,

      wie es scheint hast du den Sinn des Artikels nicht ganz verstanden… oder einfach nicht richtig gelesen.

      Diversifikation kann verschiedene Ausmaße annehmen. Entweder auf Branchen, auf Länder oder auf beidem kann verteilt werden. Meine ehrliche Erfahrung ist, auf Länder zu verteilen macht wenig sinn… Warum? Wenn in den USA die Wirtschaft einknickt oder bei uns oder in China, dann knickt diese Weltweit ein, weshalb ich es sinnvoller finde, sich auf Branchen zu konzentrieren und dabei auf sehr gute Unternehmen.
      Zusätzlich muss man unterscheiden, ob man als Investor von Diversifikation spricht oder als Trader. Bei beiden kann Diversifikation ganz andere Ausmaße annehmen.

      Zwecks deiner Kritik zur Performance. Auch hier habe ich geschrieben, das ich zufällig wieder in das Demokonto gesehen habe, welches ich seit nunmehr 2 Jahren nicht mehr angefasst habe und die Strategie dahinter auch für mich veraltet ist.
      Das Schöne an dem Portfolio ist aber, das hier Unternehmen dabei waren, wie z.B. VW, welche massive Kurseinbrüche hinnehmen mussten, bei denen man nicht reagieren konnte. Es zeigt also, das eine Streuung sowas abfedern oder sogar auffangen kann.

      Antworten
      • Ich gebe Brainfart recht.

        Dieses Portfolio ist NICHT diversifiziert, auch nicht in geringem Ausmaß…

        Wenn deine “Strategie” alle paar Jahre veraltet ist – viel Spaß mit den Kosten für die Umschichtung jedes Mal.

        Dein Artikel belegt lediglich, dass man bei 15 verschiedenen Papieren Gewinner, Verlierer und Neutrale haben wird. Woooow!

        MfG
        JohnPorno

      • Hallo John,

        genau das ist Diversifikation… Gewinner, Verlierer und Neutrale… Anders arbeiten Indizes auch nicht. Mich würde natürlich jetzt interessieren, was bei dir Diversifikation ist? Wie von mir bereits gesagt, auf Länder zu verteilen ist nur eine Art der Diversifikation.. Wobei dies wenig Sinn macht, wenn die großen Wirtschaftsländer Probleme haben. Es macht mehr Sinn, auf Branchen zu Diversifizieren. ETFs sind auch eher schlecht als recht auf Länder diversifiziert, wenn man sich deren Zusammenstellungen mal genauer ansieht, sowie der Gewichtungen der Unternehmen in den Indizes, auf welche sich die ETFs beziehen.

  2. Man könnte auch sagen, die Streuung hat dir die Performance versaut. 🙂
    Hättest du die Verlierer vermieden, wärst du schon weit im Gewinn.

    Ich weiß, das kann vorher immer niemand abschätzen… Ist eben die andere Seite der Medaille ^^

    VG, Rico

    Antworten
    • Das ist richtig^^

      Wie gesagt, es war Zufall das ich auf das alte Demokonto gesehen habe. Gerade deine Aussage verstärkt das Ganze natürlich noch. Ich habe mich zwei Jahre nicht um das Konto gekümmert und trotzdem wurden die großen Verlierer gut ausgeglichen. Wenn man hier noch ein einfaches Management der Positionen getätigt häte oder ich die Strategie weitergefahren wäre, sähe das Bild höchstwahrscheinlich sehr viel positiver aus. Nichtdestotrotz hat einem die Diversifikation hier geholfen, das eingesetzte Kapital zumindest zu halten.

      Antworten
    • Ja Rico, hättest du nicht mal vorher sehen können, dass dein Depot um 50% crashen wird vor einiger Zeit?

      Mensch, ihr Stockpicker und Stillhalter seid schon tolle Typen und eure Prognosen erst!

      Antworten
      • Abgesehen davon das dieser Kommi recht, naja, überflüssig ist, kann ich mich nicht erinnern, das großartig Prognosen (auf meiner Seite bisher gar nicht und auf anderen Blogs kann ich mich auch nicht dran erinnern) gemacht wurden.

  3. Hallo Martin,

    schöner Artikel, der zeigt was immer wieder gepredigt wird: Lege niemals alle Eier in einen Korb 🙂

    Diversifikation schützt vor starken Verlusten, jedoch verhindert sie auch starke Gewinne. Wer hätte nicht gerne sein gesamtes Vermögen vor einem Jahrzehnt in Amazon investiert? 😉

    ..Spaß beiseite. Diversifikation ist meiner Meinung nach extrem wichtig wenn es um langfristigen und möglichst sicheren Vermögensaufbau geht. Dabei sollte man jedoch nicht nur darauf achten verschiedene Werte im Depot zu haben (Daimler, BMW, VW, PSA in einem Depot halte ich für nicht besonders diversifiziert), sondern verschiedene Länder und vor allem Branchen zu mischen. Denn so partizipiert man immer von der Marktentwicklung – unabhängig davon, welche Branche gerade in oder out ist.

    Gruß

    Michael von http://www.finanzhotspot.de

    Antworten
    • Hallo Michael,

      das ist richtig. Ich denke der Artikel zeigt recht gut mit diesem Beispiel, das eine Streuung des Kapitals stark zum Kapitalerhalt beiträgt.
      Den Satz, den du geschrieben hast, das man auch sehr starke Gewinne verhindert stimmt trotzdem 🙂
      Man streut halt sein Risiko. Dies hat Vor- und Nachteile.

      Antworten

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