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Die sich selbst abzahlende Aktie – Version 2.0

Ich habe es schon auf Facebook angekündigt. Ich konnte, mit Hilfe eines Youtube Videos, welches mich auf die Idee brachte, meine Strategie weiterentwickeln.

Bei der Entwicklung der Strategie ist mir aufgefallen, wie frei wir werden vom Kursgeschehen. Somit konnte ich nun mehrere Varianten ableiten.

Ich selber habe dabei drei Varianten näher untersucht. Grundsätzlich gibt es das alles schon, ich selber habe es nun nur kombiniert.

Von den drei Varianten werde ich euch die zwei vorstellen, nachdem sich nun fast mein komplettes Trading richten wird.

Was wir per Definition dann sind, keine Ahnung. Wir werden irgendwie investieren, gleichzeitig aber traden.

Warum aber eine gute Strategie verbessern? Warum nicht einmal aufhören immer besser zu werden?

Weil es in unserer Natur liegt, Altes und Neues zu hinterfragen und zu verbessern.

Nun kommen wir aber zum eigentlichen Inhalt. Die Strategie 2.0

 

Kleine Warnung. Der Artikel wird lang werden 😉

 

Was ihr lernen werdet:

  • Die Gefahr der alten Strategie
  • Die einfache Lösung mit kleinem Nachteil
  • Ein Ausflug zum Poor Man Covered Call
  • Die erweiterte Lösung – jeder verdient eine zweite Chance
  • Was kann alles passieren? Varianten ohne zusätzlichen Call
  • Was kann alles passieren? Varianten mit zusätzlichen Call

 

Die Gefahr der alten Strategie

Wer die alte Strategie noch nicht kennt, hier geht es zu ihr.

Viele werden sie kennen, immerhin war es der beste Artikel den ich bisher veröffentlicht habe, das sagen zumindest die Zugriffszahlen.

Nun, die größte Schwäche der alten Strategie, war gleichzeitig der eigentliche Clou daran.

Die Puts, die wir verkauften…

Ich schrieb, das wir immer zwei Puts verkaufen. Einmal um die Aktien zu erhalten, den zweiten Put zum Abzahlen.

Nun, was passiert aber, wenn wir die falsche Aktie haben oder einfach der Markt komplett zusammenbricht? Dann haben wir 200 Aktien unserer Basiswerte, welche täglich nach unten rauschen.

Dafür hatte ich natürlich die Lösung vorgestellt, bei 50 % Einbruch nachzukaufen. Natürlich über Puts und, solange der VIX es zulässt, Calls zu schreiben.

Eine Notlösung, die uns erst etwas bringt, wenn die Märkte wirklich wieder steigen und unsere Basiswerte dabei sind.

Ein weiterer Nachteil war die Börsenregel First in, First out, welche uns realisierte Verluste bescheren kann, obwohl diese nur „indirekt“ real sind, da wir ein zweites Aktienpaket besitzen, welches diese ausgleicht.

Der dritte Nachteil war, das es passieren kann, das wir ewig mit unseren Puts dem Basiswert hinterher rennen, weil dieser immer und immer weiter steigt und wir letztendlich vielleicht viel zu hoch angedient werden mit unseren Puts.

Dies sind, bzw. waren, die größten Nachteile der alten Strategie. Nun machte ich mir Gedanken, wie man diese wohl verringern oder ganz beseitigen konnte.

Nun versuche ich einen Nachteil nach dem anderen anzugehen, wenn ich Lösungen für so ein Problem suche. Fangen wir also mit unserem ersten Problem an. Was ist, wenn die Kurse massiv fallen?

 

Die einfache Lösung, mit kleinem Nachteil

Die Lösung, welche uns vor allen Kursverlusten schützen würde wäre, selber einen Put zu kaufen.

Soweit so gut. Somit wären wir gegen alle möglichen Kursverluste abgesichert, egal ob schnelle Abverkäufe oder Gaps.

Der Nachteil wäre, das wir anstatt Prämien einzunehmen, welche zahlen müssten. Jedoch würde unser maximales Risiko auch nur auf der gezahlten Prämie liegen. Gegebenenfalls noch der Kursunterschied unserer Aktien bis zum Strike des Put, soweit wir diesen nicht direkt am Kurs gekauft haben.

Wenn wir diese Überlegung etwas weiter gehen bedeutet dies aber auch noch etwas anderes.

 

Wir haben die Aktien, also Dividenden bekommen wir. Steigt die Aktie, gewinnen wir durch den Kursgewinn. Unser maximales Risiko ist die gezahlte Prämie.

Wichtig ist auch noch im Kopf zu behalten, das wir entscheiden, wann der Put angedient wird, sollte unsere Aktie darunterfallen. Das bedeutet, sollte eine Dividendenzahlung innerhalb der Laufzeit sein, dann nehmen wir diese natürlich auch noch mit, der Put fängt den Dividendenabschlag der Aktie auf.

Wenn dem so ist, kann man dann die Aktie nicht als abgezahlt ansehen, sobald man die Prämie des Puts verdient hat?

Covered Calls können wir weiterhin schreiben, ohne das sich die Margin erhöht. Wir haben ja die Aktien.

Nun macht das aber wenig Sinn, wenn man die Absicherung nur für einen Monat kauft. Wenn man aber die Absicherung für 1 Jahr kauft und die Calls immer mit Laufzeiten von 45 Tagen, haben wir mehrere Vorteile!

  1. Wir erhalten auf jeden Fall die Dividenden, welche in diesem Jahr ausgezahlt werden. Diese alleine werden bereits ein gutes Stück der Absicherung tragen
  2. Wir können jeden Monat Calls gegen unsere Bestände schreiben. Wenn diese eine Laufzeit von 45 Tagen haben, verfallen die Calls sehr viel schneller im Verhältnis zum gekauften Put
  3. Sobald der Put abgezahlt ist, ist JEDER geschriebene Call völlig risikolos, genauso sind unsere Aktienbestände völlig risikolos!

Versteht ihr was ich damit sagen will? Bis zum Laufzeitende des Puts, kann euch dann nichts mehr passieren. Gar nichts! Die Kurse können explodieren oder völlig in sich zusammenbrechen. Es ist egal.

Solange wir Calls über den gekauften Put schreiben können, ist die Welt in Ordnung. Sollte es sich mal nicht lohnen, einen Call mit Laufzeit 45 Tagen zu verkaufen, dann verkaufen wir halt einen mit höherer Laufzeit.

Sobald der Put abbezahlt ist, ist jeder Dollar, jeder Euro, geschenktes Geld.

 

Und so bauen wir uns eine Geldmaschine auf!

Gehen wir gedanklich weiter. Wir haben den ersten Put abgezahlt.

Nun, was hindert uns daran das Spiel bei einer anderen Aktie zu wiederholen? Jetzt aber haben wir den Vorteil, das zwei Werte den einen Put abzahlen.

Ist der abbezahlt, kaufen wir einen dritten. Ihr versteht das Spiel? Somit baut man sich eine massive Geldmaschine auf, die immer und immer schneller wächst.

Nun, eine Grenze ist natürlich dann gesetzt, wenn wir so viel gekauft haben, das unsere Margin komplett aufgebraucht ist. Aber auch hier kommen wir zu einem Vorteil, eigentlich zwei.

Der erste Vorteil ist, das unsere Marginbelastung viel niedriger ist, wenn wir 100 Aktien kaufen. Dies kommt durch die Absicherung des Puts. Gleichzeitig müssen wir für die Calls fast keine Margin hinterlegen, da es Covered Calls sind.

Der nächste Vorteil ist, das unsere Margin, egal was passiert, sich kaum verändern wird. Steigen die Kurse, haben wir die Aktien. Hier die Margin zu erhöhen ist unlogisch, wenn wir im Gewinn sind.

Fallen die Preise, fängt uns der gekaufte Put auf. Unser maximaler Verlust ist von vornherein bekannt, auch hier müssen wir nicht mit einer extremen Marginerhöhung rechnen.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, das wir unsere Margin extrem ausreizen können!

Damit meine ich nicht bis 60% oder 70 %, sondern eher Richtung 90 – 95 %

 

Nun, bevor ihr aber anfangt und die Orders eingebt, einen Nachteil hat auch diese Herangehensweise…

Es gibt ein Szenario, indem es sehr schwer wird, den Put abzuzahlen, obwohl der Kurs steigt…

 

Stellt euch dazu folgendes vor.

 

Ihr habt die Aktie XYZ bei 100 gekauft und dazu einen Put mit Strike 100 gekauft, zur Absicherung.

Soweit so gut.

Ihr verkauft nun einen Call bei 110.

Nun kommt eine überraschende Übernahme zustande oder eine andere Nachricht, die den Kurs nach oben schnellen lässt…

Jetzt steht der Kurs bei 120.

Euer Call bei 110 ist also im Geld. Soweit kein Problem.

Die Aktie wird euch ausgebucht und ihr habt sie für 110 verkauft, der aktuelle Kurs ist aber 120. Jetzt habt ihr ein Problem.

 

Warum?

Wenn ihr denkt, jetzt kaufe ich einfach 100 Aktien nach für 120 €, erhöht ihr euer Risiko! Selbst wenn der Anstieg von 100 auf 110 gereicht hat, um euren gekauften Put abzuzahlen, würdet ihr jetzt, durch einen Kauf bei 120, wieder Risiko reinbringen!

Denn, der Kurs kann nun von 120 wieder auf 100 und tiefer fallen. Unter 100 interessiert uns der Kurs nicht, da ist alles abgesichert.

Aber von 120 bis 100 haben wir ein Problem, da wir den Anstieg nur bis 110 mitgenommen haben. Somit haben wir ein Risiko von 10 € pro Aktie, sollte diese einbrechen.

 

Was ihr versuchen könnt wäre, bei 110 einen Put zu verkaufen. Vielleicht auch mit etwas längerer Laufzeit, da euch hier nicht passieren kann.

Aber hütet euch davor, die Aktie zu kaufen, wenn diese zu weit über euren Call ausgebucht wurden ist. Jeder Dollar/Euro über dem Strike des Calls, ist euer neues zusätzliches Risiko, solltet ihr die Aktien nach dem Ausbuchen, direkt wieder kaufen.

Denkt daran.

 

Trotzdem könnte man hier so fahren und die Strategie beenden. Das Alles funktioniert natürlich auch short. Aber ich bin lieber long in Aktien. Das mit dem Short ist aber bei Futures interessant! Denn auch hier funktioniert diese Strategie. Genauso!

 

Aber, ich habe mir auch Gedanken gemacht, wie man diesen kleinen Nachteil von oben vielleicht noch ausmerzen könnte. Ich habe auch einen Weg gefunden, welcher aber mit einem leicht erhöhten Risiko einhergeht.

Bevor wir aber dazu kommen, müssen wir einen kleinen Ausflug wagen.

 

Ein Ausflug zum Poor Man Covered Call

Ich hatte schon einmal den PMCC vorgestellt, weshalb ich diesen hier nur noch einmal ins Gedächtnis rufen möchte.

Die Idee bei einem Poor Man’s Covered Call ist, an der steigenden Aktie zu partizipieren, ohne aber diese zu besitzen und damit seine Margin zu schonen. Gleichzeitig kann man risikolos Calls auf den Basiswert schreiben.

Um dies zu erreichen, kauft man selber einen langlaufenden Call. Das Risiko ist dabei auf die gezahlte Prämie des Calls begrenzt.

Sollte nun ein Call, welchen man selber geschrieben hat, ins Geld laufen und angedient werden, ist dies kein Problem, da wir dann ebenfalls unseren Call andienen und somit die Aktien geliefert bekommen.

Nun nutzen einige die eigenen Calls, welche man schreibt, um die Einnahmen gegen die Prämie des gekauften Calls gegenzurechnen. Schafft man dies, hat das zur Folge, das man ebenfalls risikolos handelt.

Sehr interessant oder?

Jedoch hat man keinen Anspruch auf Dividendenzahlungen, da man die Aktien selbst nicht besitzt, nur die Option, diese jederzeit sich einbuchen zu lassen.

Der PMCC wird daher auch oft nur dazu genutzt, die Margin zu schonen, da weitaus weniger Margin verlangt wird, als wenn wir uns wirklich 100 Aktien des Basiswertes kaufen würden.

 

Die erweiterte Lösung – jeder verdient eine zweite Chance

So, kommen wir nun zurück zu unserem Beispiel weiter oben.

Wir haben also die Aktien für 110 € ausgebucht bekommen aber der aktuelle Kurs ist bei 120 €.

Stellen wir uns nun vor, wir hätten nicht nur einen langlaufenden Put bei 100 € gekauft, sondern zusätzlich einen langlaufenden Call!

Dieser hätte den Anstieg auf 120 € komplett mitgemacht! Und weil wir diesen gekauft haben, entscheiden wir, wann wir die Aktien haben wollen. Und der Zeitpunkt wäre jetzt.

Wir würden also den Call andienen und 100 Aktien zum Kaufpreis von 100 € erhalten.

Perfekt. Wir wären wieder im Spiel. Nach unten sind wie immer noch über unseren gekauften Put abgesichert, die Dividenden erhalten wir auch weiterhin und wir können wieder Calls gegenschreiben.

Leider gibt es an der Börse nichts geschenkt. Diesen zweiten Versuch erkaufen wir uns mit erhöhtem maximalem Risiko.

Wir haben nun nicht nur die Prämie des Puts abzuzahlen, sondern auch die des Calls.

Deshalb ist es hier ganz wichtig, das ihr versucht die ersten Calls soweit zu schreiben, das euch der Kursgewinn + Prämie des Calls mindestens einen der beiden gekauften Optionen sofort abbezahlt.

 

Schwieriger wird es, wenn der Kurs sofort gegen euch läuft. Die Prämien des Calls und des Puts über die Dividenden und ein paar geschrieben Calls auf euren Aktienbeständen reinzuholen, ist an sich nicht möglich, wenn sich der Kurs nicht wieder erholt.

Ob nun mit zusätzlichem long Call oder ohne ist daher euch überlassen. Diese Entscheidung nehme ich euch nicht ab, da es eine Geschmacksentscheidung ist.

 

Was kann alles passieren? Varianten ohne zusätzlichen Call

So, nun möchte ich euch die Strategie nochmal visualisieren und versuchen, alle möglichen Szenarien, welche passieren können, zu erklären und wie man darauf reagieren sollte/kann.

Ob ich wirklich an alle möglichen Szenarien gedacht habe, weiß ich nicht. Ich hoffe es. Doch manchmal zeigt uns der Markt Schwächen, an die wir noch gar nicht gedacht haben.

Sollten euch noch mögliche Szenarien einfallen, schreibt diese bitte in die Kommis, dann würde ich den Text erweitern.

 

P = Put

C = Call

Kreis = Aktienpaket

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen

 

Grundaufbau:

Abzahlstrategie

  • Kauf 100 Aktien
  • Kauf einen Put am Kaufkurs, bzw. so nahe wie möglich am Kaufkurs, der Aktien
  • Verkauf einen Call bei 1. Standardabweichung

 

So würde also der Grundaufbau aussehen. Wir würden z.B. bei 103 $ / Aktie uns ein Paket von 100 Aktien kaufen und bei einem Strike von 100 $ einen Put kaufen, welcher eine sehr lange Laufzeit hat. Ein bis zwei Jahre würde ich vorschlagen.

Gleichzeitig verkaufen wir einen Call mit einer Laufzeit von ca. 45 Tagen an der ersten Standardabweichung, um die ersten Prämien einzunehmen, welche wir benötigen, um den Put abzahlen zu können.

Nehmen wir in unserem Beispiel an, die erste Standardabweichung liegt bei 110 $.

Wir nehmen an, das wir einen Put mit Laufzeit Januar 2019 gekauft haben. Dieser würde uns 750 Dollar kosten. Da man selten einen Strike exakt am Kaufkurs der Aktien finden wird, habe ich den Kaufkurs der Aktien auf 103 gelegt, um es möglichst realitätnah zu gestalten.

Zahlenbeispiele der Optionen entnehme ich der Aktie Automatic Data Processing (ADP) vom Stand 08.07.2017

Es sind also reale Zahlen, keine ausgedachten.

Wir hätten also ein Risiko bis Januar 2019 von 1050 $! Mehr nicht. Komme was wolle! Mehr können wir nicht verlieren. Fällt die Aktie unter 100 $, sichert uns der Put ab.

Warum 1050 $ und nicht nur die 750 $? Weil wir die Differenz des Kaufkurses zum Put mit einrechnen müssen, also die 3 $, bis uns der Put absichert.

 

Risiko bis Januar 2019 =  750 $ Put + 300 $ möglicher Aktienverlust

 

Aber wir verkaufen ja noch einen Call bei 110 $. Für diesen Call würden wir ungefähr, bei einer Laufzeit von ca. 45 Tagen, 95 $ bekommen.

Hinweis:

Bei 50 % Restwert des Calls, kaufen wir diesen zurück und schreiben einen neuen.

 

Somit beträgt unser Risiko also doch nicht 1050 $. Warum nicht? Weil wir bereits Geld eingenommen haben.

 

1050 $ – 95 $ = 955 $ Restrisiko

 

Real haben wir also nur ein Risiko von 955 $.

Und das obwohl wir gerade erst angefangen haben, ziemlich genial oder? Wir hätten also noch 1,5 Jahre Zeit, die restlichen 955 $ zu verdienen 🙂

 

Wartet. Das war es ja auch noch nicht. Unsere Aktie ist ein Dividendenzahler und hat letztes Jahr eine Dividende von 2 $ pro Aktie gezahlt. Wir haben 100 Aktien. Gehen wir davon aus, das diese 2 $ gehalten werden können. Dann bedeutet dies, das wir mit 200 $ Dividende rechnen können, welche wir ebenfalls gegen unser Risiko gegenrechnen.

 

Risiko bis Januar 2019

1050 $ – 95 $ – 200 $ = 755 $

Wir müssen also noch ca. 48 $ pro Monat verdienen, um das restliche Risiko abzuzahlen.

 

Worst Case Szenario

Ich möchte gleich zum schlimmsten Fall kommen, der passieren kann. Umso länger sich dieser Fall verzögert, umso geringer wird unser maximaler Verlust, deshalb werde ich diesen Fall nur im Worst Case beschreiben.

Abzahlstrategie

So sehe also das Worst Case aus. Die Aktien fallen unter unseren Strike des Put und bleiben da, bis Januar 2019…

Wir hätten also einen Verlust von 755 $ zu beklagen… naja nicht ganz. Es gibt eine Möglichkeit, den Verlust zu minimieren.

Sobald es sich nicht mehr lohnt, Calls zu schreiben, welche eine Laufzeit von ca. 45 Tagen haben, erhöhen wir die Laufzeit, um so weiterhin Calls über den Put zu schreiben und trotzdem noch Prämien einzukassieren.

Hierbei kommt es darauf an, wie weit der Kurs nach unten gerutscht ist. Deshalb kann ich keine Prognose machen, wie hoch der Verlust tatsächlich wird. Aber so könnt ihr euren Verlust weiter begrenzen. Ausgleichen werdet ihr ihn nicht mehr können.

 

Extremfall Nummer 2

Abzahlstrategie

Dies wäre unser Extremfall Nummer 2. Auch dieser kann jederzeit auftreten, umso später er auftritt, umso besser, da wir dann mehr Gewinn aus dem Trade an sich herausziehen können.

In diesem Fall gehen wir davon aus, das sich die Aktien so gut entwickelt haben, das diese einen massiven Kurszuwachs hingenommen haben und über dem Call verbleiben und da dann auch schließen.

Wir erinnern uns, das wir ein Risiko von 755 $ hatten. Nun werden uns aber die Aktien ausgebucht und wir haben noch keine Dividenden erhalten, weshalb unser tatsächliches Risiko doch 955 $ sind.

Nun ist der Kurs von 103 $ auf 110 $ gestiegen. Wir haben als reinen Kursgewinn 700 $ vereinnahmt.

Restrisiko wäre also nun nur noch 255 $. Jedoch haben wir keine Aktien mehr, weshalb wir auch keine weiteren Calls schreiben können.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten.

Die erste Möglichkeit wäre, den gekauften Put wieder zu verkaufen. Wir würden den Restwert des Puts erhalten und hätten dadurch höchstwahrscheinlich einen ansehnlichen Gewinn erwirtschaftete.

Dies wäre der Finale Exit aus dem Trade. Wir würden in diesem einen Trade kein neues Risiko eingehen.

Die zweite Möglichkeit wäre, einen Put bei 110 $ zu verkaufen. Entweder mit längerer oder kürzerer Laufzeit.

Dies würde uns ermöglichen, die Aktien wieder zu 110 $ zurückzubekommen und das Spiel wie gewohnt weiter zu betreiben, also Calls gegen unsere eingebuchten Aktien zu schreiben.

Was hier aber zu beachten wäre ist folgendes! Der realisierte Gewinn von 700 $ durch das ausbuchen des ersten Aktienpaketes, müssten wir zurückrechnen. Wir hätten ja nun wieder dieses Risiko, bis auf 103 $ Kurswert. Im Prinzip wäre es dann so, als wären die Aktien niemals ausgebucht wurden.

Wir können aber die Prämie des Puts gegen unser Anfangsrisiko rechnen und würden dieses damit weiter senken.

 

Ob man nun hier den endgültigen Exit bevorzugt oder versucht sich die Aktien wieder ins Depot zu holen, ist eine Einzelfallentscheidung. Es wird stark darauf ankommen, wie weit die Aktie gestiegen ist und wie viel man noch für seinen gekauften Put wiederbekommen würde.

 

Der Optimalfall

Abzahlstrategie

So sehe also der Optimalfall aus. Die Aktien steigen, erreichen aber nicht unseren Call, wodurch dieser Wertlos verfällt.

Somit würden wir nun wieder einen erneuten Call, mit Laufzeit ca. 45 Tage und an der ersten Standardabweichung, schreiben.

Wenn wir wieder 95 $ Prämie für diesen bekommen würden, würde sich unser Risiko auf 660 $ reduzieren. Sollte dieser Call am Ende der Laufzeit angedient werden, weil der Aktienkurs darüber geschlossen hat, würde sich unserer realisierter Gewinn durch die Aktien natürlich erhöhen, da der zweite Call höher geschrieben wurden wäre, wie der erste.

Dieses Spiel machen wir solange, bis uns die Aktien ausgebucht werden oder halt, bis der Put im Januar 2019 verfällt.

Sobald der Put durch die ganzen Prämieneinnahmen und Dividenden abgezahlt ist, können wir die weiteren Einnahmen gegen andere Puts gegenrechnen. Ab hier beginnt also der Schneeballeffekt.
 

Was kann alles passieren? Varianten mit zusätzlichen Call

Nun wollen wir noch die Varianten durchgehen, welche eintreten können, wenn man zusätzlich noch einen Call kauft. Dies würde das Problem der Exitfrage hinauszögern.

Abzahlstrategie

  • Kauf 100 Aktien bei 103 $
  • Kauf Put Laufzeit Januar 2019 Strike 100$
  • Kauf Call Laufzeit Januar 2019 Strike 100 $
  • Verkauf Call an 1. Standardabweichung Laufzeit ca. 45 Tage
  • Möglichkeit: Verkauf zusätzlichen 2. Call an 1,5 – 2 Standardabweichung mit Laufzeit 45 Tage

 

So, schauen wir uns nun das zweite Szenario an, mit einem zusätzlichen gekauften Call.

Grundsätzlich bleibt erstmal alles gleich.

Das bedeutet, wir haben ein Risiko durch Aktienverlust von 300 $, 750 $ kostet uns der Put.

Dazu kommen die ca. 200 $ Dividenden plus die 95 $ Prämie des Calls an der ersten Standardabweichung. Gesamtrisiko bis hierhin also unsere 755 $.

 

Kommen wir nun aber zu dem zusätzlich gekauften Call.

Dieser würde uns 1.200 $ kosten. Der zusätzlich verkaufte Call würde ca. 20 $ an Prämie einbringen.

 

Das neue Risiko sieht also wie folgt aus.

755 $ + 1.200 $ – 20 $ = 1935 $ Gesamtrisiko.

 

Das Worst Case Szenario sieht hier genauso aus, wie bei dem Beispiel ohne zusätzlichen Call, nur das wir viel mehr Geld verlieren würden.

Der größte Unterschied besteht bei Überschreiten des Calls, was zum ausbuchen der Aktien führt.

Abzahlstrategie

Wenn dies passiert, werden uns die Aktien ausgebucht. Nun würden wir unseren gekauften Call selber andienen!

Dieser zusätzlich gekaufte Call hat den kompletten anstieg ja mitgemacht!

Abzahlstrategie

Danach würden wir weiter machen, wie gehabt. Nur das wir den Aktiengewinn des ausgebuchten Aktienpaketes, gegen unsere Schulden gegenrechnen könnten und erneut einen Call schreiben können.

Restrisiko = 1935 $ – 700 $ – 95 $ = 1.140 $

 

Sieht hier gerade nicht so vorteilhaft aus, nicht wahr?

Umso später das Szenario eintrifft, das unsere Aktien ausgebucht werden, bzw. umso höher diese steigen, bevor dies geschieht, umso größer wird der Vorteil, der Zweiten Chance durch den gekauften Call.

 

Wie gesagt, es ist hier ganz stark Geschmackssache. Ich selber tendiere zur Strategie ohne zusätzlichen Call, da hier das Initialrisiko überschaubar ist. Die zweite Strategie, mit zusätzlich gekauften Call ist extrem Bullisch.

 

 

Zusammenfassung:

  • Entgegen der alten Strategie, müssen hier nicht mehrere tausend Euro abbezahlt werden, sondern nur die gezahlte Prämie der Longoptionen
  • Das Risiko ist von vornherein definiert
  • Kein Marginrisiko durch erhöhte Volatilität
  • Fehler bei der Auswahl von Basiswerten sind nicht mehr so schlimm

 

Dir fehlt noch ein Broker, mit welchem du diese Strategie durchführen kannst? Dann schau mal auf meine Seite über Captrader vorbei.

Was haltet ihr von der Anpassung? Ich hoffe es ist verständlich von mir erklärt wurden. Wenn nicht, habt keine Scheu mir eure Fragen zu stellen.

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Kommentare (10)

  1. Hallo,

    ich bin noch ziemlich neu auf dem Gebiet der Optionen und mir gefiel deine Version 1 um einiges besser, da sie einfach und leicht verständlich ist. Ich bin ein großer Anhänger des KISS-Prinzips.

    Diesen Artikel hier hab ich jetzt 3 mal gelesen (und wahrscheinlich immer noch nicht richtig verstanden) – zumindest kann ich mir folgende Ungereimtheit nicht erklären:

    Oben im Artikel erwähnst du das Problem des großen Anstiegs des Underlyings über den verkauften Call und zeigst das zusätzliche Risiko zwischen Call-Strike und dann aktuellem Basiskurs.
    Im unteren Teil dann mit deinen schönen Grafiken lässt du dies aber völlig unter den Tisch fallen und schreibst unter Extremfall Nummer 2: “Nun ist der Kurs von 103 $ auf 110 $ gestiegen. Wir haben als reinen Kursgewinn 700 $ vereinnahmt.” –
    Nein, haben wir nicht, sondern nur den Anstieg bis zu unserem verkauften Call. Folglich ist auch dein anschließendes Restrisiko von 255 $ nicht korrekt? Oder vielleicht ist es auch einfach schon zu spät heute…

    Antworten
    • Hey grüße,

      wie gesagt, nehmt die Strategien als Blaupausen. Ihr müsst jetzt nicht zwingend so handeln, wenn euch die 1. Variante besser gefiel oder diese besser zu euch passte.

      Bei dem Extremfall stimmt das schon, was ich schrieb. Wir haben die Aktien für 103 gekauft, den Call bei 110 verkauft. Somit konnten wir 700 Kursgewinn verbuchen und unser Restrisiko beträgt noch 255.

      Wir kaufen ja bei 103 $ ein Aktienpaket mit 100 Aktien. Bei 110 $ haben wir den Call verkauft. Wir sind also bei überschreiten des Strikes bei 110 dazu verpflichtet, 100 Aktien zum Kurs von 110 $ zu verkaufen.
      Folglich haben wir also tatsächlich einen Kursgewinn von 103 $ bis hin zu 110 $ mitgemacht. Alles darüber hinaus spielt dann aber für uns keine Rolle mehr, weil wir unseren Gewinn ja absichtlich beschnitten haben

      Antworten
  2. Hallo Martin

    Sehr gute Ideen, die du auf deinem Blog veröffentlichst. Man merkt relativ schnell, wenn die Strategien etwas komplexer werden ist es mit ein paar Sätzen nicht mehr getan. Tolle Beschreibung.

    Da mir der Gedanke einer sich selbst abzahlenden Aktie auch gefällt, habe ich für mich selbst darüber nachgedacht wie man das am besten bewerkstelligen kann. Das Problem bei deiner Strategie ist meiner Meinung nach, das sich die Aktie nicht wirklich abbezahlt oder halt sehr langsam. Du bist zwar perfekt nach unten abgesichert, doch diese Absicherung kostet dir auch eine Menge Geld. Die meisten Short Calls, die du verkaufst dienen der Finanzierung des Long Puts genau so ist es mit den Dividenden. Und nach 1,5 Jahren beginnt das Spiel wieder von vorne.
    Ich finde die Absicherung nicht schlecht, aber nach meinen Überlegungen ist es besser einen Long Put nur kurzfristig zu nutzen. Wir kaufen einen Long mit sehr langer Laufzeit, sagen wir 2 Jahre. Die lange Laufzeit wählen wir nur wegen dem Zeitwertverfall. Wir schließen den Long Put wenn die Aktie 5% gestiegen ist (kommt natürlich auf die Aktie an). Ab dann arbeiten wir mit Stop-Loss, die Stop-Loss Order platzieren wir bei unserem Einstiegspreis. So sind wir auch gegen den Kursverfall abgesichert – kostenlos. Und wir können weiter risikolos short Calls verkaufen. Wird das Stop-Loss erreicht haben wir in der Aktie keinen Verlust. Den Verlust den wir mit dem Long Put gemacht haben sollte durch den Short Put und durch 2 bis 3 short Calls refinanziert worden sein. Der Long Put ist nur eine Art “Starthilfe”.

    Ich glaube dir ist ein kleiner Fehler unterlaufen bei der Berechnung: 1050 $ – 95 $ = 955 $ Restrisiko – hier hast du meiner Meinung nach vergessen das der short Call schon bei der Hälfte zurückgekauft wird

    Lg Michael

    Antworten
    • Grüß dich Michael,

      interessante Idee mit dem Stopp-Loss. Die Regeln von mir sind natürlich nicht in Stein gmeißelt. Man sollte es eher als Leitfaden nutzen und kann es natürlich anpassen, wie man das gerne möchte.

      Das mit dem Risiko passt schon, halbwegs. Ich habe es deshalb voll eingerechnet, da wir den Call auch verfallen lassen könnten bzw. uns die Prämie zusteht, komme was wolle. Können wir bei 50 % zurückkaufen und gleich einen neuen Cal gegenschreiben, ist das natürlich besser.

      Antworten
  3. Wirklich umfangreiche Beschreibung! Sehr gut! Du gehst genau den richtigen Weg und überlegst dir im Vorhinein alle Schritte, um deine Strategie auf saubere Beine zu stellen.

    Ich vergleiche den Optionshandel immer gern mit Schach. Da weiß der Schachspieler auch schon am Anfang, welche Strategie er verfolgt.

    Als Ergänzung zu deinem Ansatz empfehle ich dir, dich etwas von den Verfallsmonaten zu lösen. Dazu bist du ja eh gezwungen, wenn du langlaufende Optionen kaufst. 🙂

    Es wird in deiner Beschreibung aber auch schön klar, wie komplex das ganze wird, wenn man sich vom reinen Verkauf von Puts oder Covered Calls verabschiedet!

    Bin gespannt wo du noch hin kommst, dein Weg sieht aber schon vielversprechend aus. Weiter so! 🙂

    VG, Rico

    Antworten
  4. Finanzdirektor 10. Juli 2017 @ 11:39

    Bei Extremfall Nummer 2 scheint mir deine erste Möglichkeit zu optimistisch. Der Kurs hat gerade extrem angezogen, das drückt auch den Preis deines LEAP Puts entsprechend, trotz hohem Zeitwert. Statt dem “höchstwahrscheinlich ansehnlichen Gewinn” bleibt wohl eher ein break-even.

    Antworten
    • Hier könntest du recht haben. Ein Put bei einem Basiswert der wenig schwankt könnte wahrscheinlich wirklich recht billig geworden sein. Bessere Chancen noch einen guten Preis zu bekommen, hat man wohl bei volatilen Basiswerten.

      Antworten
  5. Hallo Martin,
    Wahnsinn wie kreativ Du bist. Was ich mich frage, was passiert wenn der gekaufte Put wertlos verfällt? Dann erhöht sich doch schlagartig wieder das Risiko, da die Absicherung nach unten fehlt. Was mir bei Variante 1 so gut gefallen hat, ist, dass nachdem die Aktie abbezahlt, Dir diese gehört und damit das Risiko fortan auf Null gesenkt ist – und zwar für alle Zeiten. Auch wenn sich die bezahlte Optionsprämie schneller abbezahlen lässt, tritt diese Situation in der im beschriebenen Artikel sehr viel später ein, da man immer noch für die Absicherung nach unten bezahlt. Da gehe ich lieber etwas mehr ins Risiko (mache meine Hausaufgaben bei der Auswahl des Underlyings) und schreibe solange Puts bis ich 200 Aktien im Depot hab und fange an Short Calls zu schreiben. Ein weiterer Benefit ist auch (und das ist mir gerade eben passiert), dass man für 200 Aktien Dividende bekommt, mindestens aber für 100 Stück. In der neuen Variante kann es doch sein, dass nach Ausübung eines Calls der Bestand auf 0 gesenkt wird. Aber ich habe den Artikel auch nur überflogen, muss ihn mir heute Abend noch einmal gründlich durchlesen. Danke auf jeden Fall fürs Teilen Deiner Ideen.

    Antworten
    • Grüß dich,

      du hast recht. Es kann durchaus passieren, das man einen 0 Bestand hat, wenn einem die Aktien ausgebucht werden, durch den Call.

      Dafür ist man halt bei Kurseinbrüchen abgesichert und kann stressfrei die Dividenden weiterhin einnehmen.

      Hat halt alles seine Vor- und Nachteile 🙂
      Man sollte eine Strategie auch immer nach eigenen Gefühl auswählen. Es freut mich aber, das die Vorgängermethode gefällt

      Antworten

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