Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Die 3 – Filter Strategie oder auch der Stein der Weisen

3 - Filter Strategie

Die 3 – Filter Strategie ist eine Möglichkeit, von relativ schnellen und stark ansteigenden Kursen zu profitieren. Ich selber habe diese Strategie z.B. im kompletten Jahr 2016 gehandelt. So war ich voll investiert, als die Märkte alle zusammen Anfang 2016 einbrachen.

Das konnte die Strategie grundsätzlich nicht davon abhalten, das Jahr im Gewinn zu beenden.

Auch wenn ich die Strategie aktuell nicht mehr aktiv fahre, haben bei der Umfrage viele angegeben, sie trotzdem gerne mal kennenlernen zu wollen.

Gerade da die Strategie eher unbekannt ist und man nur bedürftig etwas im Internet findet, mache ich das sehr gerne.

 

Heute lernt ihr also:

  • Was ist die 3 – Filter Strategie?
  • Wie sind die Grundregeln der Strategie?
  • Wie sind meine angepassten Regeln der Strategie?
  • Probleme meiner Vorgehensweise
  • Download Excel Tabelle für das halbautomatische Screening

 

Was ist die 3 – Filter Strategie?

Die 3 – Filter Strategie ist eine reine Aktienstrategie. Sicherlich kann man hier theoretisch auch mit anderen Finanzinstrumenten arbeiten, wie Optionen oder Optionsscheinen, dies würde ich aber nicht empfehlen. Ich komme ein wenig später darauf zurück, weshalb ich nur Aktien handeln würde.

Holen wir erstmal etwas aus. Woher kommt diese Strategie? James P. OShaughnessy hat diese Strategie entdeckt. Er hat viele Kombinationen von unterschiedlichen Kennzahlen probiert und ist letztendlich darauf gekommen, das eine Kombination von KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis), der relativen Stärke und dem Gewinn, die besten Ergebnisse an der Börse erzielt.

Somit wurde diese Strategie auch „Stein der Weisen Strategie“ genannt. Die durchschnittliche Jahresperformance liegt bei der Strategie bei ca. 20 % pro Jahr. In einigen Foren oder Beiträgen liest man 25 %, in anderen dagegen 17%.

Meine eigene Erfahrung lag auch in Richtung 20 %.

Was einem nirgends gesagt wird, außer bei mir 😉 , ist das diese Strategie sehr volatil ist! Man schwankt teilweise heftig im Konto hin und her, was einer der Gründe ist, weshalb ich der Meinung bin, diese Strategie nur mit Aktien an sich durchzuführen und nicht mit Hebelprodukten.

Ganz wichtig ist, nicht mit Hebelprodukten, welche eine Knockout Schwelle haben. Das wird bei einigen Werten gut gehen, aber ich denke, bei vielen würde die Schwelle erreicht werden bevor der Plan an sich aufgeht.

Was mich an der Strategie reizte, war das ich nur einmal im Monat etwas Arbeit hatte. Zumindest, nachdem ich die Strategie optimiert hatte. Laut Grundstrategie müsste man nur einmal im Jahr etwas machen.  Dazu dann mehr bei den Grundregeln.

 

Wie sind die Grundregeln der Strategie?

Ursprünglich wurde die 3 – Filter Strategie auf den S&P 500 angewendet. Ich selber habe eine teilautomatisierte Tabelle für den HDax erstellt gehabt, welche ich später um den SDax erweiterte.

Laut Grundstrategie baute man ein Portfolio von 7 Unternehmen, welche nach 3 Kriterien untersucht wurden sind.

Der erste Filter besagt, das ein Unternehmen seine Gewinne steigern musste. Nur wenn es ein Unternehmen also geschafft hatte, seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr zu steigern, wurde dieser Filter als bestanden angesehen. Dabei galt es nicht als Steigerung des Gewinns, wenn der Verlust begrenzt wurde. Ein Unternehmen musste also tatsächlich Geld verdienen.

Der Filter beruht auf dem logischen Gedanken, das nur Unternehmen langfristig und beständig wachsen können, somit also auch ihr Wert steigt, wenn die Gewinne steigen.

Der zweite Filter betrifft das KUV. Viele kennen das KGV, indem der Gewinn mit dem Kurs verglichen wird. Beim KUV wird der Umsatz mit dem Kurs verglichen. Der Umsatz ist weniger manipulierbar durch gute Buchhalter und ist kaum von Einmaleffekten betroffen.

Hierbei wird bei den restlichen Unternehmen also der Kurs / Umsatz gerechnet. Das Ergebnis muss kleiner wie 1 sein. Umso kleiner, umso besser. Die Unternehmen mit dem kleinsten KUV stehen somit ganz oben in der Auswahl.

Der dritte Filter setzt das Unternehmen ins Verhältnis zum Index. Dies machen wir über die relative Stärke des Unternehmenskurses. Bewegungen setzen sich eher fort, als das diese schlagartig beendet werden. Außerdem wollen wir bessere Renditen einfahren, als es der Index macht. Es macht also Sinn, nur die Aktien zu kaufen, welche auch besser laufen wie der dazugehörige Index.

 

In der Grundstrategie hat man diese Aktien nun ein Jahr lang gehalten und erst nach dem Jahr wieder alles gegengeprüft und umgeschichtet. Dadurch war diese teils spekulative Strategie gerade in den Jahren bei uns interessant, als es noch die Spekulationsfrist gab. Gewinne konnten so steuerfrei einbehalten werden.

 

Da ich die Spekulationsfrist nur aus alten Artikeln und Erzählungen her kennen, machte ich mir selber Gedanken darüber, wie ich die Strategie optimieren konnte, um bei Einzelwerten schneller auf neue Gegebenheiten reagieren zu können. Ich ließ damals, zum Vergleich, die Grundstrategie sogar gegen meine optimierte Strategie antreten. Tja, meine optimierte Strategie gewann in der Performance, da die schlecht laufenden Werte viel schneller gegen bessere eingetauscht wurden sind.

Der Vergleich selber lief aber auch nur etwas über ein Jahr. Ob es also wirklich aussagekräftig ist oder Zufall, muss man für sich entscheiden.

 

Wie sind meine angepassten Regeln der Strategie?

Während ich die 3 – Filter Strategie also anwendete, machte ich mir Gedanken darüber, wie ich diese optimieren könnte. Über mehrere Monate optimierte ich die Strategie und passte diese an mich an.

Wenn man es genau nimmt, machte ich eigentlich eine 2 – Filter Strategie daraus.

 

Der Vergleich mit dem Gewinn flog bei mir total raus. Der Grund dafür war, das ich der Ansicht bin, sollte ein Unternehmen schlecht laufen und sich schlechte zahlen herauskristallisieren, würde man das im Kurs früher oder später mitbekommen. Somit sollten solche Unternehmen normalerweise durch die relative Stärke aussortiert werden. Überraschungen kann es natürlich immer geben.

Aber sucht mal für 160 Werte immer den Gewinn raus, das artet in Arbeit aus^^

 

Also konzentrierte ich mich auf den Umsatz und die relative Stärke.

Den Umsatz ließ ich unberührt. Den Umsatz aktualisierte ich in den Sommermonaten. Wer es ganz genau haben will, aktualisiert den Umsatz immer, wenn der Jahresabschluss veröffentlicht wurden ist. Ich selber gab mir die Freiheit der Unschärfe und aktualisierte alle Umsätze an einem Tag in meinem Sommerurlaub.

 

Was wirklich Arbeit machte, ist die relative Stärke. Ich schrieb ja, das ich eine Tabelle habe, welche teilautomatisiert ist. Für die relative Stärke benötigt man den aktuellen Kurs der Aktie, den aktuellen Kurs der zu vergleichenden Indizes, sowie die Kurse der Aktie und des Indizes vor einem Jahr.

Die aktuellen Kurse zog ich mir über ein Makro. Das war einfach. Die Vergangenheitskurse bekam ich so aber nicht hin, also mussten diese für 160 Werte per Hand nachgeschrieben werden. Ich hab das immer über ProRealTime gemacht. Dauerte ungefähr eine Stunde. Glücklicherweise musste das nur einmal im Monat gemacht werden.

 

Das Ganze wurde dann in einer Tabelle gefiltert. Die Tabelle selber musste natürlich auch aktuell gehalten werden, wobei hier selten Werte ausgetauscht werden mussten, dadurch das ich den HDax und SDax drin hatte.

 

Zuerst filterte ich nach der relativen Stärke. So nahm ich alle Aktien aus der Betrachtung raus, bei welchen die relative Stärke unter 1 war. Also alle Werte, die schlechter liefen, wie der Index.

Danach nahm ich alle Werte aus der Betrachtung raus, bei welchen das KUV über 1 war.

Zu guter Letzt sortierte ich die übrig gebliebenen Werte nach der relativen Stärke.  Ich selbst versuchte dabei mein Geld auf die 10 ersten Werte aufzuteilen.

Erst wenn ein Unternehmen unter Platz 10 rutschte, wurde es verkauft, oder wenn es soweit gestiegen war, das das KUV über 1 groß wurde.

 

Probleme meiner Vorgehensweise

Nun gibt es auch Nachteile an meiner Vorgehensweise.

Das erste Problem, mit welchem ich immer zu kämpfen hatte, war die Aktie, welche auf Platz 10 und 11 Lag.. diese wechselten oftmals monatlich ihre Positionen, was laut Regelwerk bedeutete, das ich diese Werte immer wieder umschichten musste.

Ein weiteres Problem waren die Aktien auf den Top-Rängen. Warum gerade die? Auch dies lag am Regelwerk!

Eine Aktie wurde erst abgestoßen, wenn diese ein KUV von 1 erreichte oder wenn diese unter Platz 10 rutschte. Es ist ein weiter Weg von Platz 1 auf Platz 11… da verliert man viel Geld.

Dem letzten Problem versuchte ich mit gleitenden Durchschnitten entgegen zu treten. So nutzte ich den 20er EMA. Fiel der Schlusskurs der Woche unter den 20er, wurde die Aktie auch so verkauft und kam erst wieder in die Betrachtung, wenn der Schlusskurs der Woche über den 20er lag.

Sobald man aber anfängt so ranzugehen, produziert man automatisch Fehlsignale. Man verkauft und in der nächsten Woche geht die Aktie durch die Decke. Das kann man nicht verhindern. Versucht man Fehlsignale auszuschalten oder zu verringern, geht dies wiederum auf die Reaktionsgeschwindigkeit des Indikators. Man verliert also dann mehr Geld, wenn es wirklich nach unten geht.

Dies  ist auch einer der Gründe, weshalb ich die Strategie letztendlich nicht mehr fahre. Es ist eine spekulative Strategie mit viel Vola, da man Hypes folgt. Das Konto geht schnell 10 oder 20 % nach oben, aber auch Drawdowns in dieser Größenordnung sind normal.

So ist dies vor allem eine Strategie für Bullenmärkte. Geht der Gesamtmarkt nach oben, steigen die ausgewählten Aktien oftmals mehr an, wie es der Index macht. Jedoch, geht der Gesamtmarkt nach unten, halten sich die Aktien zwar ein paar Tage oft auf ihrem Level, wenn diese dann aber auch anfangen zu korrigieren, dann oft recht heftig.

Am schönsten ist es aber, wenn man einen Ritt mitnimmt. Sprich, wenn man eine Aktie recht lange hält und diese nur eine einzige Richtung kennt.

 

Die Tabelle selber ist nicht aktuell. So müssten die Umsätze aktualisert werden, wie auch die Kurse vor einem Jahr. Die aktuellen Kurse lassen sich automatisch aktualisieren unter Tabelle 1 “Kurse abrufen”

SdW Erweiterung Selbstständig

 

(Visited 410 times, 1 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (2)

  1. Und du hast das ganze nur ein Jahr getestet? Mhhh … finde das hat dann keine echte Aussagekraft, oder?

    Und ich persönlich bin immer skeptisch, wenn mir 20%+X angeboten werden als dauerhafte Performance. Wobei ich hier vorsichtig sein muss mit Steinen zu werfen, sitze da nämlich im Glashaus. Versuche ja mit meiner Optionsstrategie ebenfalls auf die 20%+X zu kommen 🙂

    Zurück zu der 3-Filter-Strategie, klingt mir auch sehr arbeitsintensiv und stressig. Nicht nur allein wegen, wie du ja selbst sagst, der Volatilität. Aber vielleicht ist es halb so wild, wenn man es halbautomatisiert im Excel hat.

    Auf jeden Fall interessant, mal über den Tellerrand zu schauen.

    Fazit? Nichts für mich 🙂 …

    Antworten
    • Wie gesagt, ich selber handel auch nicht mehr nach dieser Strategie. Sie ist auch extrem spekulativ. Ich hatte mal in einem Forum gelesen, da hat das einer von 2005 bis 2008 gemacht. Er kam auch auf die ca. 20 %. Leider, als alles einbrach findet man keinen Post mehr darüber.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*