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Der Vertical Bull Put Spread – Aufbau und Adjustierung

Bull Put Spread

Heute möchte ich den Vertical Bull Put Spread vorstellen.

Dies ist seit einer kurzen Zeit einer meiner neuen Lieblingsstrategien geworden. Weshalb, warum?

Marginoptimiert, definiertes Risiko und einfach zu adjustieren.

Aber all das zeige ich euch heute in diesem Beitrag.

 

Legende:

P = Put

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

Der Grundaufbau des Vertical Bull Put Spread

Der Grundaufbau eines Vertical Bull Put Spread ist sehr einfach.

Man verkauft eine Put Option unter dem aktuellen Kurs. Zusätzlich kauft man noch einen Put, welcher noch unter dem Strike des verkauften Put ist.

Vertical Bull Put Spread

Die Laufzeiten der beiden Optionen sind gleich lang.

An welchen Strikes man die Optionen verkauft/kauft ist Geschmackssache. Es gibt hier unzählige Möglichkeiten. Ich selbst verkaufe die Option gerne bei einem Delta von 20 – 30 und kaufe die zweite Option mit einem Abstand von 5 $, vom Strike des short Puts, entfernt.

Mit der Prämieneinnahme des verkauften Puts bezahlen wir gleichzeitig die zu entrichtende Prämie des gekauften Puts.

 

Die Vorteile

Einer meiner lieblingsvorteile des Spreads ist, das die Margin extrem herabgesetzt wird.  

Dazu hier einmal ein Beispiel an Apple:

Prämie und Margin eines nackten Put

Hier haben wir die Marginanforderung eines einfachen Puts und die dazugehörige Prämie, welche wir erhalten würden.

Bull Put Spread

Margin und Prämie eines Spreads

Wie ihr jedoch seht, hat sich die Margin um knapp 80 % verringert, welche ihr hinterlegen müsst.

Dies bedeutet, das ihr viel mehr Trades gleichzeitig eingehen könnt, bevor ihr an eure Margingrenzen kommt.

Doch warum?

Nun, dadurch das ihr eine weitere Option gekauft habt, habt ihr gleichzeitig euer maximales Risiko festgelegt!

Denn euer maximales Risiko besteht in der Weite der beiden Strikes multipliziert mit 100.

In unserem Beispiel:

(150 – 145) * 100 = 500 $

Egal was passiert, mehr könnt ihr einfach nicht verlieren. Um ganz genau zu sein, müsst ihr sogar noch eure eingenommene Prämie dagegen rechnen, wodurch euer maximaler möglicher Verlust weiter sinkt.

500 $ – 102 $ = 398 $ maximales Risiko

Dies verbessert euren ROI (Return on Investment) gewaltig! Da ihr eure Prämie gegen euer maximales Risiko rechnen könnt oder gegen die Margin. Der ROI erreicht öfters Werte zwischen 14 – 20 % pro Trade!

In unserem Beispiel wäre die Rendite auf die Margin bei 24 %.

Hätten wir nur einen einfachen Put verkauft, würde die Rendite auf die Margin bei 16 % liegen.

Ich versuche hier gerne 1 – 3 % vom Konto als maximales Risiko zu nehmen. Das kommt ein wenig auf die Prämie an und auch wie viele Optionen angeboten werden. Werden nur 5er Schritte in den Strike angeboten oder 1er Schritte?

Ein weitere Vorteil, neben der Marginreduzierung und dem definiertem Risiko, ist das steigende Vola abgefangen wird.

Was meine ich damit?

Verkauft man nur einen Put, dann hat man durchaus alleine mit der Volatilität zu kämpfen, wenn diese steigt. Denn dadurch steigt auch der Optionspreis an.

Bei einem Vertical Bull Put Spread ist dies zwar auch so, aber wir haben ja auch eine gekaufte Option. Wenn diese im Preis steigt, z.B. durch steigende Vola, ist das hier gut für uns und nimmt uns etwas Druck weg, da es die Buchverluste aus dem verkauften Put abmindert.

 

Die Nachteile

Der größte Nachteil eines Spreads ist die verminderte Prämieneinnahme. Da wir die zweite Option zusätzlich kaufen, vermindert sich unser maximaler Gewinn.

Jedoch würde ich das nur als sekundären Nachteil empfinden, aufgrund des erhöhten ROI und der Möglichkeit viel mehr Trades gleichzeitig aufzusetzen.

Jedoch muss man auch mehr schauen beim Kaufen und wieder verkaufen. Wir haben auch doppelte Gebühren zu tragen!

 

Was ich jedoch auch nicht verschweigen möchte, ist eine Gefahr des Vertical Bull Put Spreads, bzw. von Spreads allgemein.

Wenn unsere verkaufte Option im Geld ist, laufen wir Gefahr, das uns die Aktien jederzeit eingebucht werden können. Dadurch wird dann aber die volle Margin für die Aktien abgerufen.

Sind wir hier am Limit unserer Margin, droht sehr schnell ein Margin Call. Hier muss man schnell reagieren und die Aktien sofort wieder verkaufen!

Das es aber gar nicht erst so weit kommt, zeige ich euch wie man den Spread adjustieren kann und ab wann man das machen sollte.

 

Vertical Bull Put Spread – Adjustierungen

Legende:

P = Put

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

Vertical Bull Put Spread

Hier noch einmal wie der Spread aufgebaut ist. Spielen wir nun verschiedene Szenarien durch, um zu sehen, was wir wann zu machen haben.

Bull Put Spread

Hier sehen wir, das sich der Kurs gegen uns bewegt und in Richtung unseres Strikes kommt.

Dadurch verteuern sich beide Optionen, jedoch unsere verkaufte Option viel mehr.

Wir wollen verhindern, das unsere verkaufte Option im Geld landet. Wir werden diese also rollen. Dazu kaufen wir unseren short Put zurück und verkaufen einen neuen Put mit tieferem Strike.

Der Strike ist dabei so zu wählen, das er unseren Verlust zumindest wieder reinholt! Wenn wir also für den short Put anfänglich 60 $ Prämie erhalten haben und diesen nun für 120 $ zurückkaufen, beträgt unser realisierter Verlust 60 $.

Unsere neue Option muss mindestens diese 60 $ wieder reinspielen. Die Laufzeit aber lassen wir unverändert. Sollte die Laufzeit nicht mehr ausreichen, um diese 60 $ einzunehmen, dann machen wir nur noch Schadensbegrenzung.

Mit unserer gekauften Option machen wir dabei gar nichts.

Bull Put Spread

Sollte sich die Möglichkeit ergeben, können wir aber auch gleich Adjustierung Nummer 2 vornehmen.

Bull Put Spread

Spätestens, wenn der Kurs weiter gegen uns läuft, machen wir die zweite Adjustierung.

Dafür rollen wir wieder die verkaufte Put Option, wenn diese ein Delta von 40 – 45 erreicht hat oder 200 % im Minus ist. Diesmal aber rollen wir die Option zu einem Strike, welcher unterhalb unserer gekauften Option ist.

Dies hat nun überraschende Vorteile, vor allem wenn der Kurs des Basiswertes weiter einbricht.

Erstens brauchen wir uns ab diesem Adjustierungslevel um rein gar nichts mehr kümmern. Der gekaufte Put sichert vollkommen unseren verkauften Put ab. Wir laufen hier keine Gefahr mehr, das wir in weitere Schwierigkeiten kommen.

Ein zweiter Vorteil ist, das sich unser möglicher maximaler Gewinn durchaus schlagartig wieder erhöhen kann. Denn nun haben wir zwar in Summe sicherlich einen Verlust realisiert, welchen die zweite Adjustierung beim Rollen nicht komplett wieder reinspielen konnte, dafür aber haben wir die Möglichkeit, vorausgesetzt der Kurs bricht weiter ein, die Strikedifferenz zwischen gekauften Put und verkauften Put, als Gewinn zu verbuchen.

Denn, wie sind unsere Rechte und Pflichten?

Wenn der Kurs unter dem Strike des gekauften Option fällt, haben wir das Recht, die Aktien zu diesem Preis verkaufen zu dürfen. Selbst wenn nicht der zweite Strike unserer verkauften Option erreicht wird, können wir hier schnell einen schönen extra Gewinn einfahren.

Dazu können wir den Put, wenn dieser im Geld ist, verkaufen oder wir lassen uns später 100 Aktien short einbuchen und kaufen sofort wieder Aktien, um die Position glattzustellen.

 

Was ist aber, wenn der Kurs wieder steigt?

Nun, was soll da schon sein? Wenn wir bereits adjustiert haben, dann machen wir dies rückgängig, sobald es sich finanziell lohnt. Damit meine ich, das wir unsere short Option bei 50 % zurückkaufen und wieder auf die alten Strikes hochrollen.

Somit nehmen wir erneut Prämien ein.

 

Zusammenfassung zum Vertical Bull Put Spread

  • Reduziert Margin enorm
  • Steigert den Return on Investment stark
  • Definiertes Risiko
  • Leichter Schutz vor steigender Volatilität
  • Adjustierungen sind einfach möglich und haben den Vorteil, das die Vola ansteigt, wenn adjustiert werden muss, was zu größeren Einnahmen führt und Verluste einfacher kompensieren lässt
  • Exaktes Moneymanagement, ohne Überraschungen, möglich
  • perfekt für Einsteiger und kleine Konten geeignet

 

Zusammenfassung Handel von Vertical Bull Put Spread

  • Verkauf Put bei Delta 20 – 30
  • Kauf Absicherung 5 $ vom short Put entfernt (1 – 3 % Risiko pro Trade, bei großen Konten mehrere Kontrakte gleichzeitig möglich)
  • Anvisierte Mindestprämieneinnahme sollten 50 $ nach Gebühren sein
  • Gewinnmitnahme, bei reibungslosen Verlauf, bei 25 %
  • Adjustierungen werden vorgenommen, wenn sich das Delta des verkauften Put auf 40 erhöht hat oder wenn die Option sich um 200 % verteuert hat
  • Steigt der Basiswert wieder, realisieren wir den Gewinn des gerollten Put bei 50 % Restwert und rollen diesen wieder auf die alten Strikes hoch
  • Ich selber rolle den Spread nicht in der Zeit, nur im Preis

 

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Kommentare (4)

  1. Kurze Frage, sollte man einen BPS als Combo aufsetzen oder einzeln?

    Antworten
    • Hallo Thomas,

      ich setze diesen meist direkt als Combo auf. Da ist man nicht schlechter gestellt, als wenn man diesen einzeln aufsetzt.

      Einen Iron Condor dagegen würde ich als zwei Spreads aufsetzen, da man hier als Combo meist echt schlecht ausgeführt wird

      Antworten
  2. Ich persönlich handle fast gar keine Spreads, denn sie haben einen ganz entscheidenden Nachteil, der auch in deinem Beispiel mit Apple deutlich wird:

    Durch den Spread reduziert sich deine Prämie um über 60% von 300 auf 100 Dollar.

    Das heißt, beim Naked Put muss Apple unter 147 Dollar fallen, bis du verlierst. Bei deinem Spread bist du bei 147 Dollar schon 200 Dollar im Minus.

    Das halte ich langfristig für ein enormes Problem. Wenn du in beiden Fällen bei 145 die Notbremse ziehst, hast du beim Naked Put 200 Dollar Minus und beim Spread 400 Dollar verlust — also Doppelt so viel, obwohl dein möglicher Gewinn nur ein Drittel beträgt.

    Fazit: Du kappst den Gewinn von 300 auf 100 Dollar und erhöhst deinen Verlust von 200 auf 400 Dollar für den gleichen Kursbereich.

    Wann ist der Spread besser? Wenn Apple unter 143 Dollar fällt. Das wäre ein Kursverlust von weiteren 5 % vom Strike des Short Put…

    Schlimmer wird es, wenn du die gleiche Prämie einnehmen möchtest. Dann müsstest du nämlich eigentlich 3 Spreads verkaufen um 300 Dollar einzunehmen, hast dann aber ein Risiko von 1200 Dollar (gegenüber 200 Dollar) also 6 Mal so hohes Risiko, um einen vergleichbaren Gewinn zu erreichen!

    FÜr mich wäre das nichts 🙂

    Antworten
    • Hi Rico,

      hier hast du vollkommen recht. Jedoch nur unter dem Gesichtspunkt, wenn man nichts macht. Sicherlich ist es gewisser weise Geschmackssache, ob man einen Spread handelt oder nur einen Put.
      Aber ich persönlich versuche gerne, mein Geld effektiv arbeiten zu lassen. Durch die Marginreduzierung, welche auch bei fallenden Kursen nicht sonderlich ansteigt, kann man unglaublich viele Positionen parallel aufbauen, welche in Summe mehr Einnehmen, als ein einzelnen Put.

      Wobei es natürlich völlig in Ordnung ist, wenn man nur Puts verkauft.

      Antworten

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