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Der Strangle – Marginoptimiert und marktneutral

Strangle

Der Strangle ist nun die erste Kombination bei Optionen, in meiner Artikelserie zu Optionsstrategien.

Wie ihr den Strangle optimal einsetzt und was für Vor- und Nachteile dieser hat, erfahrt ihr hier im Detail.

 

Was ist ein Strangle?

Ein Strangle ist eine Marktneutrale Optionsstrategie, welche einen naked Put und einen naked Call miteinander vereint.

Man sucht sich hierbei einen Basiswert heraus und schreibt ober-, wie auch unterhalb eine Option.

Beispiel:

Call Strike                           105 $

Basiswert Kurs                    100 $

Put Strike                            95 $

Mit dieser Strategie gewinnen wir am stärksten in Seitwärtsmärkten. Der Basiswert selber darf jedoch in keine Richtung stärker ausbrechen.

Man sollte hier darauf achten, eine Prämie von min. 80 $ zu erhalten.

Ein Strangle arbeitet massiv mit der Wahrscheinlichkeit aus der ersten Standardabweichung. Wir gehen hier also davon aus, das sich der Kurs innerhalb unserer Begrenzungen bewegen wird, bis die Optionen verfallen.

 

Auswahl des Basiswertes

Wir benötigen einen Basiswert, mit hoher IVR. Diese sollte mindestens 50 betragen.

Ideal wäre ebenso ein Basiswert, welcher nicht durch starken Schwankungen nach oben oder unten aufgefallen ist.

Empfehlenswert ist es auch hier, nach Basiswerten zu suchen, welche mindestens 50 $ pro Aktie kosten.

 

Wie wird der Strangle aufgesetzt?

Legende:

C = Call

P = Put

Oberhalb der Linie = verkaufte Optionen

Unterhalb der Linie = gekaufte Optionen zur Absicherung

Kreis = aktueller Kus

 

Das Aufsetzen eines Strangles ist denkbar einfach.

Wir kombinieren hier lediglich einen naked Call und einen naked Put miteinander.

Die Laufzeit der beiden Optionen, welche wir verkaufen, ist dabei gleich lang.

Die Strikes sollten sich an der ersten Standardabweichung befinden. Dies entspricht einem Delta von ca. 18 – 20

Strangle

Diese Strategie ist leicht Marginoptimiert.

Der Kurs kann selbst nur fallen oder steigen. Er kann nie beides gleichzeitig. Dies wird in der Marginberechnung berücksichtigt, wodurch wir nicht mehr Margin hinterlegen müssen, als wenn wir eine einzelne Position aufbauen.

Dadurch, das wir hier zweimal Prämie einnehmen, verschieben sich unsere Breakevens weiter nach außen.

Strangle

Erst ab den Breakevenpunkten, machen wir real Verlust.

Ein Nachteil dieser Strategie ist, das meist eine der beiden Seiten unter Druck gerät.

 

Gewinnziel eines Strangles

Ziel bei einem Strangle ist es, diesen bei einem Gewinn ab 50 % der eingenommenen Prämie, zu schließen.

Dies bedeutet.

Wenn wir 80 $ Prämie erhalten haben, schließen wir den Strangle, wenn wir 40 $ davon realisieren können.

Oftmals passiert dies bereits mehrere Tage vor dem Verfall. Hierdurch wird Risiko aus dem Markt genommen.

Auch muss man meist überlegen, ob es sich noch lohnt, für die Paar übrig gebliebenen Dollar, vielleicht noch 20 oder 25 Tage im Markt zu bleiben und das volle Risiko zu tragen.

Adjustierung des Strangle

Was machen wir nun, wenn eine der beiden Seiten unter Druck gerät?

Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Einerseits könnte man nun jede Seite für sich betrachten und so adjustieren, wie es für einen naked Put oder naked Call beschrieben wurden ist.

Man kann den Strangle aber auch als Ganzes sehen und Adjustieren. Dies möchte ich hier genauer vorstellen.

Um den Strangle selbst zu adjustieren, bedienen wir uns dem Rollen der Optionen.

Ziel ist es dabei, mehr Prämien einzunehmen und unsere Breakevens weiter zu verschieben.

Wir managen dabei die Gewinnerseite, nicht die Verliererseite.

Gehen wir davon aus, das die Call Seite des Strangle unter Druck gerät.

Die vorgestellten Adjustierungen würden natürlich genauso auch für die Put Seite gelten.

Sollte also der Call unter Druck geraten und sich dem Delta 40 nähern, rollen wir den Put preislich nach oben. Dieser sollte auf ein Delta von ca. 30 gerollt werden, bei gleichbleibender Laufzeit.

StrangleStrangle

Mit dieser Taktik haben wir Gewinn realisiert und gleichzeitig zusätzliche Prämien eingenommen.

Gleichzeitig haben wir aber unser Risiko nach unten erhöht.

 

Wird nun eine der beiden Optionen am Strike berührt, geht das Spiel weiter.

Wir bleiben dabei, das der Kurs weiter gestiegen ist und unseren Strike des Calls berührt. Somit hat der Call nun ein Delta von 50.

Strangle

Nun wechseln wir im Grunde sogar die Strategie. Hierzu rollen wir den Put wieder nach oben. Diesmal direkt auf den Strike des Calls!

Somit würden wir nun einen Straddle besitzen.

Strangle

Nun haben beide Optionen ein Delta von ca. 50.

Der Breakeven konnte somit weiter verschoben werden.

Nun ist es nicht ausgeschlossen, das der Kurs noch weiter steigt.

Die letzte Adjustierung die man dann noch vornehmen kann, ist ein sogenannter inverted Strangle.

Hierzu rollen wir den Put ins Geld und sperren den Kurs innerhalb des Calls und Puts ein.

Somit sollen am Ende der Laufzeit beide Optionen angedient werden. Durch den Put, welcher im Geld ist, werden weiter steigende Kurse abgefangen.

Strangle

Ob man bei der Adjustierung soweit gehen möchte, muss man für sich selber entscheiden. Wahrscheinlich muss man zusätzlich zum Preis, auch in der Zeit rollen.

Somit kann sich der Trade lange hinziehen. Ich selbst realisiere dann doch lieber irgendwann den Verlust oder behandle die einzelnen Seiten separat voneinander.

 

Zusammenfassung:

 

Volatilität

Hoch

Tradeausrichtung

Marktneutral

Credit oder Debit Trade

Credit

Gewinnziel

50 % der Ursprungsprämie

Verlustpotential

Theoretisch unendlich

Adjustierung

Mittelschwer

Gewinnpotential

Auf die Prämie begrenzt

Anzahl an Optionen in Strategie

2

Breakevenberechnung

Strikekurs +/- eingenommene Prämien

Schwierigkeitsgrad

Einfach

Geeignet für Konten

Ab 25.000 €

Gebührenbelastung

niedrig

 

 

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Kommentare (4)

  1. Hallo,

    du hast ein kleines Typo: “Ziel bei einem Strangle ist es, diesen bei einem Gewinn ab 50 5 der eingenommenen Prämie…”

    Ich selber rolle eigentlich lieber die unter Druck geratene Seite, da ich es möglichst vermeide, eine Seite ins Geld laufen zu lassen.

    Viele Grüße
    nitetrader

    Antworten
  2. Bei der Wahl des Underlyings auf mögliche Dividendenzahlungen achten. Liegt der Zeitwert des short Calls unter dem Wert der angekündigten Dividende ist eine Ausübung vor Verfall wahrscheinlich.

    Antworten

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