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Der (Leidens)Weg eines Traders – Teil 5 Aufgegeben wird nicht

Teil 5 also…

Die Halbzeit haben wir mit dem fünften Teil der Serie nun überschritten.

Wenn ich mich in meinen Artikeln nicht zu sehr verliere, dann kommen noch maximal 2 weitere. Vielleicht auch nur noch einer… Somit würde die komplette Artikelserie dann aus 6 – 7 Beiträgen bestehen^^

Heute kommt der wohl persönlichste Artikel der ganzen Serie…

Denn nun sind wir in der Zeit angelangt, von der ich schon einmal in meinem Artikel „Freiheit durch Trading… Eine Warnung“ geschrieben habe, bzw. welche ich da angekratzt habe.

 

Teil 5 – Aufgegeben wird nicht

Ich war nun also bei den CFDs gelandet. Bis auf Verluste und Frust hatte es mir aber noch keinen Mehrwert geliefert. Ich lernte aber die Seiten der menschlichen Psyche kennen, teilweise mehr wie mir lieb war.

 

Der Druck wächst

Nun ich schrieb ja, das ich in wenigen Minuten durch Zufall recht viel Geld machte. Selbstverständlich verlor ich das komplette Geld wieder. Die Börse gibt, die Börse nimmt. Nur wenn du wirklich weißt was du machst und das dann auch stur durchhältst, wirst du letztendlich zu den Gewinnern gehören.

So weit war ich jedoch noch nicht.

Es sollte noch ein wenig dauern, bis ich letztendlich meinen eigenen Weg finden sollte.

Umso länger der Erfolg auf sich warten ließ, umso größer wurde der Druck welcher auf mich lastete. Einerseits der Druck, welchen ich mir selber machte, andererseits aber auch der Druck der durch die Außenwelt immer weiter wuchs.

Ich verbrachte viel Zeit mit dem Trading. Mit dem Trading an sich, mit Gedanken über das Trading und mit dem Lesen von Büchern über das Trading. Dies belastete immer mehr meine Beziehung. Ich selber wurde ebenfalls immer störrischer. Ich war mit mir selber unzufrieden.

Das alles zog sich eine Weile hin.

Wenn ich mir meine Aufzeichnungen durchlese, sind diese eher deprimierend. Ich schrieb immer mehr Floskeln nieder, welche eher dazu dienten, mich an der Stange zu halten.

Selbstmotivation sozusagen.

Doch es brachte nichts, ich verbiss mich da in etwas, ohne zu merken, das es gar nicht zu mir passte.

 

Back to the Roots

Nachdem der Erfolg bei den Forexmärkten ausblieb und ich nur Geld verlor, anstatt welches zu gewinnen, wollte ich zurück zu den Aktienmärkten. Diesmal aber mit mehr Kapital, besserer Software und vor allem intelligenter.

Ich machte ein Coaching bei Mario Lüddmann und besorgte mir die Software von AgenaTrader.

Ich war der Meinung, das ich etwas falsch machen musste und Mario sollte mir aus einer neutralen Sichtweise zeigen, was. Die erste Ernüchterung für mich kam, als Mario nach dem Coaching zu mir sagte, das ich alles richtig mache…

Ich mach alles richtig? Verdien aber trotzdem kein Geld? Ich war verwirrt.

Gleichzeitig gab es mir Zuversicht für die Zukunft, doch noch der Supertrader zu werden, der ich werden wollte.

Vom Trading in kleineren Zeiteinheiten bin ich nicht ganz weggekommen. Aber ich tätigte keine Daytrades mehr, sondern versuchte Trends über ein paar Tage hinweg zu handeln und davon zu profitieren.

Ich musste aber dafür ein klein wenig ändern.

Bei der DiBa brauchte ich so etwas nicht machen. Die Gebühren waren zu hoch und ständig eine TAN eingeben war da auch nicht das wahre.

Also eröffnete ich damals ein neues Depot. Dadurch bin ich bei meinem heutigen Broker Captrader gelandet.

Zum Schluss besorgte ich mir noch von AgenaTrader die Software. Ich glaub die damalige Andromedaversion.

Na gut, eins fehlte noch. Ich brauchte nicht mit dem wenigen Geld von meinem CFD Konto anfangen, Aktien zu handeln. Also was habe ich gemacht? Ich habe ein wenig von meinem ersparten Genommen und 5.000 € auf das Captrader Konto überwiesen. (war damals glaube auch die min. Einzahlungshöhe)

Ich eröffnete natürlich auch ein Margin-Konto. Musste sich ja lohnen der Spaß. Ich muss zugeben, das ich bei meinen finanziellen Angaben mir etwas Freiraum zugestanden habe^^

 

Was ich sehr interessant finde ist der Umstand, das die Börse einem immer ein klein wenig Hoffnung gibt, das nun doch alles in Ordnung ist. Nur um zu einem neuen Schlag auszuholen.

Obwohl ich mir vornahm, weniger zu handeln, nicht mehr so oft vorm PC zu sitzen und mehr Zeit für meine Freundin zu haben, hielt ich das nicht ewig durch.

So kam es, das ich anfangs wirklich Geld verdiente. Nicht die Menge, aber hey, ich gab mich erstmal zufrieden. Doch mit jedem Trade der im Gewinn endete, wollte ich mehr.

Ich wollte schneller Geld verdienen.

Nach wenigen Wochen war ich wieder in meinem alten Muster. Nur diesmal betraf es nicht CFDs, sondern Aktien. Es dauerte auch nicht lange und ich fing wieder an zu basteln… womit ich aber aufhörte, war regelmäßig Tagebuch zu führen.

Deshalb habe ich nur wenige Aufzeichnungen von damals.

 

C’est la vie

Anfang 2015 dann brach einiges wieder zusammen… ich hatte es wieder übertrieben.

Meine Freundin trennte sich. Somit hatte ich bereits die zweite Frau in meinem Leben verloren, aufgrund meines Fanatismus.

Ich fühlte mich so gar nicht wie ein super toller Trader. Erreicht hatte ich gar nichts! Es musste sich etwas ändern. So kam es, das ich eine Pause einlegte von der Börse.

Ich kümmerte mich in erster Linie um mich selber. Ich ging wieder mehr auf Feiern und setzte mir andere Ziele. Von der Börse wollte ich erstmal nichts mehr wissen. Ich brauchte Abstand.

Ich musste mein Leben neu ordnen.

So fing ich wieder mit Sport an und hörte in dem Jahr sogar auf zu rauchen. Ich machte meinen Ausbilderschein und fing 2015 auch mit meinem Meister an.

Ich kam auch wieder mit meiner Freundin zusammen. Es waren nur ein paar wenige Monate die wir getrennte Wege gingen. Es lief also wieder. Für manch einen könnte hier die Geschichte vorbei sein.

Für mich nicht.

Im Herbst 2015 wollte ich ein Comeback an der Börse wagen. Ich hatte über ein halbes Jahr Abstand genommen um den Kopf frei zu bekommen. Ich wollte aber nicht wieder direkt Handeln wie früher. Ich wollte eine einfache Grundstrategie, welche ich weiter verfeinern würde.

Insgesamt bereitete ich mich knapp 3 Monate vor. Ich las viel über Fundamentalanalyse von Unternehmen und versuchte dies mit anderen Dingen zu kombinieren.

So kam ich auf die 3-Filter-Strategie von O’Shaughnessy.

Eine Strategie die bei jedem Backtest der bisher gemacht wurde, den Markt geschlagen hat. Nachteil aber, die Strategie ist recht schwankungsfreudig.

Mm, ich denke ich schreibe zu der Strategie später einen eigenen Artikel, es sprengt sonst den Rahmen 😉

 

Optimieren, nicht sinnlos basteln

Ich entschied mich also nach der 3-Filter-Strategie zu handeln. Ich pumpte mein Konto bei Captrader weiter auf. Immer wenn etwas an der Strategie mir in der Praxis nicht gefiel, nahm ich mir nur diesen Teil heraus und optimierte diesen, soweit es ging.

So schaffte ich es, die Strategie, bei welcher die Werte nur einmal im Jahr umgeschichtet werden sollten, auf monatliche Umschichtung runter zu brechen.

Ich automatisierte die Auswahl der Basiswerte sehr stark. So konnte ich alle Werte aus Dax, MDax und SDax miteinander vergleichen. Denn meist sind die Werte aus SDax und MDax Performancestärker als die vom Dax. Der Einzige Wert welchen ich in der Zeit vom Dax handelte, war Adidas. Schönen Gewinn hab ich da mitgenommen.

Ich arrangierte mich mit vielem. Da das System nach einem Ranking arbeitete, kam es vor, das sich immer mal die gleichen Werte austauschten. Also Platz 10 wurde Platz 11 und Platz 11 wurde Platz 10 und im nächsten Monat war es umgekehrt. Dies hab ich nie ganz rausbekommen und es dann auch akzeptiert.

Ich fing an die Börse nicht mehr zu sehr in mein Leben zu lassen. Es ging nicht mehr um den schnellen Gewinn. Ganz optimal fand ich die Strategie an sich noch nicht, bzw. das System nach dem ich handelte.

Mir fehlten Möglichkeiten. Ausbesserungsmöglichkeiten.

Ich spiele recht gerne Strategiespiele, als Brettspiele, sowie aber auch am PC. Weder in der virtuellen Welt, noch in der realen bin ich ein Freund davon, mich einer Situation hinzugeben und diese als Fakt anzuerkennen.

Normalerweise bin ich steht’s der Meinung, das es mehrere Möglichkeiten gibt, bzw. das man diese nur finden muss. Nichts muss man einfach so hinnehmen. Dazu bin ich noch jemand, der gerne einen Plan B in der Hinterhand hat.

Bei Aktien gibt es aber nur die Möglichkeit zu kaufen oder zu verkaufen. Und so fing ich an, nach Möglichkeiten zu suchen, welche nicht dem klassischen Sinn der Börse entsprechen.

 

Natürlich wurde ich fündig. So las ich meine ersten Zeilen über den Handel mit Optionen im Internet. Dazu dann aber in meinem letzten Artikel der Serie mehr 😉

 

Teil 1 – Der Weg zur Börse

Teil 2 – Die Reise beginnt

Teil 3 – Wisse, was du nicht weißt

Teil 4 – Mit CFDs zum Erfolg?

Teil 5 – Aufgegeben wird nicht

Teil 6 – Am Ziel angekommen?

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Kommentare (6)

  1. Hallo Martin,
    das ist alles nicht lustig, sondern traurig.
    Warum hoerst du nicht auf?
    Stell dir vor, du haettest alles Geld bisher brav in ETFs gesteckt, wie gut und entspannt wuerdest du jetzt dastehen?
    Entscheidend fuer eine Veraenderung ist es,
    – dir selbst zu vergeben … (Verluste)
    – los zu lassen … und
    – aufzuhoeren verkrampft „wieder alles Verlorene und noch mehr zurueck zu gewinnen“
    – es dir einzugestehen: es ist zwar moeglich den Markt zu schlagen, eine Abkuerzung zum Reich-werden zu finden
    aber nur fuer Glueckspilze, oder Ausnahme-Champions von Weltmeisterformat …
    Bildlich gesprochen trittst Du mit einer Seifenkiste in einem Formel1-Turnier Boerse an.
    Ich habe fast 10 Jahre gebraucht, mir das einzugestehen.
    Und seit ich nur noch passiv investiere wird alles gut.

    Antworten
    • Hallo Jörg,

      das Ganze ist ja Vergangenheit. Die Artikelserie soll zeigen, das Börse auch hart sein kann, gearde wenn man vom schnellen Geld träumt. Viele unterschätzen das alles.

      Heute bin ich aber sehr zufrieden mit dem was ich leiste an der Börse. Die Verluste sind schon lange wieder reingeholt und auch mit meinem heutigen Handel bin ich sehr zufrieden, da ermir viele viele Möglichkeiten gibt, auf sich ändernde Situationen im Umfeld reagieren zu können. Es war damals aber tatsächlich eine harte Zeit. Ich hoffe halt, das ich mit den Artikel Anfängern zeigen kann, das man nicht einfach mal so schnell viel Geld an der Börse machen kann und das Emotionen einen großen Teil ausmachen.

      Antworten
  2. Schade, dass nur noch einer kommen wird.
    Ich finde Deine Geschichte nämlich sehr spannend und auch lehrreich in Bezug auf die Emotionen an der Börse.
    Es bringt natürlich auch nichts die Artikel unnötig in die Länge zu ziehen.

    Ich warte gespannt auf den nächsten Teil.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
  3. Ich muss sagen, deine Artikel werden von Teil zu Teil spannender! Freu mich schon auf den nächsten!

    mfG Chri

    Antworten

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