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Der (Leidens)Weg eines Traders – Teil 4 Mit CFDs zum Erfolg?

Nun sind wir bereits bei Teil 4 angelangt. Im letzten Teil erzählte ich euch von meinem, bis dahin, letzten Aktientrade und erläuterte euch ein klein wenig die Markttechnik.

Ein Ende der Artikelserie kann ich momentan noch nicht ernsthaft ausmachen 😀

In Summe wird es sich wahrscheinlich zwischen 6 – 8 Artikel einpegeln. Es kommt ein wenig darauf an, wie sehr ich in die Tiefe gehe. Aber gerade in Artikel 5 werde ich viel von mir preisgeben und von meinen damaligen Gedankengängen.

Aber bleiben wir erstmal bei unserem vierten Teil. Viel Spaß beim Lesen.

 

Teil 4 – Mit CFDs zum Erfolg?

Nach meiner Schockstarre bei meinem Trade auf die Commerzbank erkannte ich langsam, das ich mich nicht nur auf einen Weg begebe, auf den ich viel Neues lernen muss auf fachlicher Ebene, sondern auch, das ich viel über mich selber noch lernen muss.

Ich merkte, das dieser Weg mich emotional mitnehmen wird. Aber ich war festentschlossen diesen Weg zu gehen und daran zu wachsen.

 

Hallo Forex

Ich wollte schneller handeln und effizienter. Durch meine Schichten auf Arbeit war es schwierig Aktien zu handeln, da diese vormittags ihre größten Bewegungen hatten. (Ja den Ami Markt gab es auch noch, an den traute ich mich damals nicht ran^^)

Aktien haben mir zu viel Kapital gebunden und gleichzeitig zu hohe Gebühren verursacht.

So kam es, das mein Mentor mir CFDs als Alternative vorstellte. Den Dax handeln mit einem kleinen Konto oder die zig verschiedenen Währungspaare. Man konnte mit kleinem Geld anfangen und durch den großen Hebel sah ich schon wieder, wie ich aus meinen 1.000€ bald mehrere zehntausend gemacht haben würde.

Mit CFDs spekuliert man auf Preisänderungen. Man kann auf fallende, wie auch auf steigende Kurse setzen. Dabei muss man den Basiswert nicht wirklich kaufen, sondern muss nur ein kleine Margin hinterlegen.

Heutzutage kann man so mit fast allem Handeln. Auch mit Aktien ist dies möglich. Durch die großen Hebel, sind enorme Gewinne möglich, aber auch die Verluste sind gehebelt, wodurch auch enorme Verluste möglich sind.

Ein weiteres Problem bei CFDs ist, das die eigene Order nie den realen Aktienmarkt erreicht! Man „spielt“ mehr oder weniger gegen seinen Broker. Dieser ist der Market Maker und in den AGBs sind oftmals einige kleine fiese Regeln mit versteckt, die es im realen Handel so nicht geben würde. Teilweise sind diese Regeln aber auch zum Schutz der Spekulanten gedacht.

Dank Internet und Post-Ident dauerte es nur wenige Tage, bis ich bei IG Markets mein CFD-Konto hatte und dieses auch mir Geld bestückt war.

Mein Mentor wies mich eindringlich darauf hin, das ich ab nun mit Margin handle. Dies bedeutete, das ich im Zweifelsfall weitaus mehr verlieren konnte, als ich Geld auf dem Konto hinterlegt hatte!

Das brannte sich glücklicherweise tief in meinen Kopf, naja, mein Mentor hämmerte es mir auch mehr oder weniger rein, bis er sicher war, das ich mir den ganzen Risiken, auf die ich mich einlasse, bewusst war.

Er gab mir zudem einige Tipps, welche Werte sich anfangs wahrscheinlich zum Handeln eignen würden und zeigte mir die Software.

Den Dax selber handelte er nicht. Bis heute ist er der Ansicht, das der Dax ein „Mistvieh“ ist^^

Also ging es erstmal Richtung Währungspaare, also Forex. EUR/USD, GBP/USD, AUD/USD und und und…

In Summe hatte ich an die 6 Währungspaare in meiner Watchliste. Meistens handelte ich aber EUR/USD.

 

Let’s trade again

CFDs… Realtimedaten… Markttechnik…

Ich dachte nun hätte ich alles was ich benötige um ein großartiger Trader zu werden. Ich besann mich durch die Markttechnik auf ein paar wenige Dinge, welche ich zum Handeln benutzen wollte. Gleitende Durchschnitte und die Trends selber, sollte mich zum Erfolg führen.

Natürlich probierte ich immer wieder auch eigene Dinge aus, zwischendurch schob ich die Markttechnik sogar komplett weg. Mm die kleine Story könnte ich gleich erzählen^^

 

Meine kleine persönliche Schockstory^^

Ich weiß nicht exakt wo ich das in der Artikelserie einbauen soll, gleichzeitig ist es mir wichtig, es zu erzählen.

Es war in meiner persönlichen Probierphase. Damals baute ich mir mit gleitenden Durschnitten eine Art Bollinger Band und wollte short gehen, wenn der Markt das obere Band erreicht hat und long, wenn der Markt das untere Band erreicht hatte. Ziel war ein gleitender Durchschnitt, welcher das mittlere Band darstellte.

An einem Tag war ein Freund bei mir und ich handelte gerade. Er wollte wissen wie das so geht und was ich so mache. Natürlich wollte ich ihn meine tolle neue Strategie zeigen. Normalerweise handelte ich nur mini Kontrakte, aufgrund meiner Kontogröße. Dabei machte eine Punktveränderung im Dax, z.B. 1€ Gewinn/Verlust aus.

Also Dax-Chart geöffnet. Perfekt. Der Dax kam an die obere Linie. Ich ging short und erzählte irgendwas wie einfach das ist und ich nur noch warten muss blablabla…

Der Dax lief weit gegen mich, holte beinahe meinen Stopp, drehte dann aber und erreichte mein Kursziel. Das Ganze dauerte vielleicht 10 Minuten.

Der Schock kam, als ich meinen Kontostand ansah…  Dieser war plötzlich um fast 30% angestiegen…

Erst dachte ich, es wäre ein Fehler, doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Haaren. Ich habe ausversehen einen richtigen Kontrakt gehandelt.. Das bedeutete, das ein Punkt im Dax nicht 1€ waren, sondern 25€.

Ich fand mich den restlichen Tag zwischen Übelkeit und Glück wieder. Glück, wegen des Geldes, Übelkeit, weil ich auch feststellte, das ich mein Konto fast geplättet hatte.. Als der Dax gegen mich lief, fehlten nur noch 8 oder 10 Punkte, bis mein Konto geschlossen geworden wäre… Margin Call

Und ich hatte das nicht einmal gemerkt

Zurück zum Text :- )

Es eröffnete sich mir eine völlig neue Welt. Natürlich habe ich schnell angefangen, möglichst kurzfristig zu handeln. Ich war einer falschen Logik unterlaufen.

Ich dachte, da ich nur begrenzt Zeit hatte, durch die Schichtarbeit etc. musste ich auf den kleineren Zeiteinheiten handeln. Hier würden viel mehr Signale kommen und Möglichkeiten für mich.

Hier möchte ich euch direkt sagen, umso kleiner die gehandelte Zeiteinheit, umso mehr freie Zeit benötigt ihr für den Handel! Es kommen mehr Signale, ja, aber auch mehr Fehlsingale. Habt ihr wenig Zeit, handelt größere Zeiteinheiten!

Seid ihr wie ich und eher gemütlich und faul im Handel, werdet gleich Stillhalter 😉

Ich druckte mir Anfangs meine gehandelten Chartmuster aus, um diese dann auszuwerten. Hier habe ich alleine in der Skalierung viele Fehler gemacht, da man fast nichts vom Trend sieht.

Ich fing an sehr viel zu traden. Ich setzte Ziele herab, um meine Trefferquoten zu erhöhen. Das Problem war nur, das durch die kleineren Gewinnziele, ein Verlust seht viel schwerer ins Gewicht fiel.

Ich bastelte und bastelte an die eine Strategie, welche mir endlich Erfolg bringen sollte. Meist hielt ich mich schon irgendwie an die Markttechnik dabei, aber ich schwankte fast wöchentlich von einer in die nächste Strategie.

Ich kaufte mir nebenbei natürlich immer mehr Bücher, in der Hoffnung, da etwas finden zu können, was mir weiterhilft. Oftmals hatte ich einfach nur neue tolle Ideen aufgesaugt, welche mich wieder dazu verleiteten, meine Strategie zu ändern.

Es war eine Phase, in der ich alleine durch musste… Mein Mentor konnte mir nur bedingt helfen. Er achtete eher darauf, das ich keine zu große Dummheit mache und mein Konto plätte.

Anbei einige Aufzeichnungen von mir, aus meinem Tradingtagebuch von damals. Man merkt hin und wieder, das ich Tendenzen zur Melancholie entwickle in der Zeit^^

 

Anbei 2 Trades aus meinem Tagebuch. Leider ist das Buch zu fett um ordentlich daraus Scannen zu können, deshalb muss ich die immer abfotografieren^^

Der Leidensweg eines TradersDer Leidensweg eines Traders

Der Leidensweg eines TradersDer Leidensweg eines Traders

 

Der Anfang des LeidensWeges

Umso mehr und intensiver ich handelte und umso mehr Verluste ich machte, umso deprimierter wurde ich. Meiner Freundin ging das Ganze auch immer mehr auf die Nerven. Ich kam nach Hause und setzte mich vor den PC zum Handeln.

Vor der Spätschicht, saß ich vorm PC und handelte…

Nach der Frühschicht, saß ich vorm PC und handelte…

Nachdem ich geschlafen habe, nach der Nachtschicht, saß ich vorm PC und handelte…

Der Erfolg blieb aus. Unmut machte sich in mir und natürlich auch bei meiner Freundin breit. Es war mental gesehen eine harte Zeit, der ich aber heute viel zu verdanken habe.

In der Zeit hatte ich immer wieder Verlierer. Immer wieder musste ich Verluste realisieren. Das war zu der Zeit nicht schön, hilft mir aber heute mit einer gewissen „leck mich am Arsch Stimmung“ die Märkte einfach zu handeln. Ist ein Verlierer dabei, dann ist das halt so. Letztes Jahr war ich zwischenzeitlich 15% im Minus und hatte guten vierstelligen Buchverlust im Depot.

Wen interessiert das? Das Jahr wurde trotzdem mit guten Gewinn abgeschlossen^^

Aber ich schweife ab, Entschuldigung.

Im Groben und Ganzen handelte ich Minimum ein Jahr so weiter. Glücklicherweise ohne mein Konto dabei zu plätten. Mit jedem Verlust den ich machte, hörte ich aber weniger auf Andere… Anstelle aktiv etwas zu machen, verlor ich mich in Gedanken, wie ich besser handeln könnte. Welche Strategie die eine ist… Ich war ein Narr.

Ich erstellte mir Regelwerke, die ich aber nicht wirklich durchhandelte.

Der Leidensweg eines Traders

Ich steckte mehr Zeit in theoretische Regelwerke, als meine Trades ernsthaft zu analysieren oder zu schauen, ob diese Art des handeln denn überhaupt etwas für mich ist.

Heute muss ich sagen, Sie war es nicht. Daytrading, oder Swingtrading, wie man das alles nennt, ist einfach nichts für mich. Heute weiß ich das.

Klüger wäre es für mich gewesen einfach Aktien zu kaufen und sich zu überlegen, wie man davon die Rendite steigern könnte. Früher oder später wäre ich so auf die Möglichkeit der Stillhalter und Optionen gestoßen. Naja, manche brauchen halt länger^^

 

Jedoch gab es auch etwas Abwechslung. So war mein Mentor, ich und jemand aus einem Handelsbüro (den Name weiß ich leider nicht mehr, hatte den damals nur mitgenommen.) nach Lohr am Main in das Traderhotel gefahren.

Michael Voigt lud zum ersten Lesertreffen der Markttechnikbücher* ein. Hier traf ich auch zum ersten Mal Mario Lüddemann, bei dem ich später sogar ein Coaching machte.

Das Lesertreffen war klasse damals. Hat mich zwar im Trading nicht weitergebracht, da nur die Inhalte des Buches von allen Teilnehmers runtergebetet wurden, aber die Atmosphäre war klasse. Und ich kann sagen, ich habe mit Michael Voigt zusammen gefrühstückt 😀

 

 

Das soll es für heute erstmal gewesen sein. Der nächste Artikel Teil 5, wird recht persönlich. Durch die ständigen Verluste und da ich mich etwas Hilflos den Märkten ausgeliefert fühlte, bekam ich eine Tendenz zur Melancholie. Dies schlägt sich auch in meinen Aufzeichnungen nieder, bei denen es sich immer weniger um das Traden geht, sondern mehr um meine Beweggründe.

Persönlich würde ich wahrscheinlich sagen, das der kommende Artikel von meinem mentalen Tiefpunkt im Trading erzählen wird.

 

Teil 1 – Der Weg zur Börse

Teil 2 – Die Reise beginnt

Teil 3 – Wisse, was du nicht weißt

Teil 4 – Mit CFDs zum Erfolg?

Teil 5 – Aufgegeben wird nicht

Teil 6 – Am Ziel angekommen?

 

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Kommentare (12)

  1. Wieder mal sehr unterhaltsam geschrieben Martin. Obwohl ich ja größtenteils eigentlich weiß wie es weiter geht , bin ich trotzdem schon auf die nächsten Teile gespannt. 😉

    VG Steve

    Antworten
  2. Bin vom Trading auch schnell weg gekommen, weil ich eingesehen habe, dass die „Muster“ einfach nicht klappen. Jedenfalls bei mir nicht 🙂

    VG, Rico

    Antworten
    • Dann warst du klüger als ich damals^^
      Es ist schon faszinierend was es da so alles gibt und auch wie oft das eigentlich funktioniert. Aber es ist schon nicht meins, etwas interpretieren zu müssen. Das erkannte ich aber erst recht spät

      Antworten
  3. Mir gefällt Deine Serie wirklich sehr gut.
    Ich habe mich auch eine Zeit lang mit CFDs und dem Daytrading näher beschäftigt.

    Zum Glück habe ich die Finger davon gelassen, weil ich die ganzen Sachen nicht richtig verstanden habe.
    Ich hatte damals das Glück (was mich damals natürlich tierisch geärgert hat) nicht genug Geld zum Traden zu haben.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    • Freut mich das es dir gefällt 🙂
      Es ist ein hartes Geschäft das Trading. Die Meisten verlieren, wie ich damals ja auch^^ Ich wollte es halt trotz kleinem Konto unbedingt versuchen. Zumindest konnte ich dadurch auch nur kleine Verluste machen

      Antworten
  4. Eine Frage, macht dein Depot jetzt noch immer die 1000 EUR aus, oder konntest du es schon verdoppeln?

    Sorry, ich konnte deine Beiträge wegen Langeweile nicht lesen – daher meine Frage.

    Antworten
    • Hallo,

      die Artikelserie beschreibt meinen bisher über vierjährigen Weg an der Börse. Mein Konto ist natürlich keine 1.000 € mehr groß. Wie man an meinem aktuellen Einnahmenreport lesen kann, nähert es sich den 25.000 € und im März konnte ich über 1.000 € an realisiertem Gewinn verbuchen.

      Antworten
      • Manchmal frage ich mich warum man Kommentare schreibt, wenn man sich ohnehin nicht für den Artikel interessiert, aber bitte…

        Ich vermute man muss etwas Groll irgendwo abladen, anders kann ich es mir leider nicht vorstellen. Ich finde es nur schade, dass man jemanden einen unangebrachten Kommentar hinterlässt, der viel Zeit und Arbeit in sein Projekt steckt.

        Natürlich kann man sich mit einem Beitrag identifizieren und mit einem anderen eher nicht, das ist doch ganz normal. Aber ich finde, dass man den Betreiber der Webseite nicht mit einem Kommentar bestrafen sollte, nur weil einem selbst der Artikel nicht zusagt.

        Martin macht hier eine wahnsinnig tolle Arbeit. Ich würde jeden seiner Artikel weiter empfehlen.

        mfG Chri

      • Vielen Dank Chri für die warmen Worte 🙂

  5. Oh mann,

    Da bin ich ja direkt froh, dass mir alles erspart geblieben ist, da ich von Beginn an eher auf der Investmentschiene war, und nicht ernsthaft daran dachte Trader zu werden.

    Sehr interessant hier mitzulesen!

    mfG Chri

    Antworten

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