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Der (Leidens)Weg eines Traders – Teil 3 Wisse, das du nichts weißt

Teil 2 ist länger geworden als ursprünglich angedacht war von mir. Ich werde versuchen mich hier und da kürzer zu fassen und mich etwas mehr auf einschneidende Erlebnisse zu konzentrieren.

So werde ich euch in Teil 3 berichten, wie ich zwischen Euphorie und Panik erstarrte und wie ich anfing mich tiefer mit der Gesamtmaterie zu beschäftigen.

Viel Spaß beim Lesen.

 

Teil 3 – Wisse, das du nichts weißt

Ich hatte also meinen Mentor getroffen und dieser überhäufte mich vorläufig mich zig Informationen, welche ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ernsthaft einordnen konnte.

Aber er nahm mich an die Hand. Er sollte mich einige Male zurück auf den Boden der Tatsachen holen und er ist bis heute mein größter Kritiker. Aber heute ist er kein Mentor mehr für mich, sondern ein langjähriger Freund.

Er konnte mich zwar nicht vor allen Fehlern bewahren, auch nicht davor selber Dinge ausprobieren zu wollen, aber er konnte mich durch diese Phasen lotsen. Somit hielten sich, gerade in der Probierphase, meine Verluste in Grenzen.

Hochmut kommt vor dem Fall

Seit dem ersten Treffen war einiges an Zeit vergangen. Auch in meinem Leben änderte sich vieles. So musste ich rollende Woche arbeiten, was sich insgesamt 3 Jahre hinziehen sollte. Ebenfalls hatte ich damals wieder eine neue Freundin. Es schien alles gut zu laufen. Nun musste nur noch mein Depot größer werden und dafür mussten endlich Gewinne an der Börse gemacht werden.

Mein Mentor hatte damals in WhatsApp zwei Gruppen eingerichtet für mich und meinem Arbeitskollegen.

Eine Gruppe war für Fragen und Wissensaustausch, die andere Gruppe für Tradeideen und Auswertungen.

Ein Trade welcher mir damals, bis heute, im Gedächtnis geblieben ist, ist ein Trade auf die Commerzbank.

Um schnell Geld zu verdienen, musste ich mit möglichst viel Geld gleichzeitig handeln. Ich hatte ja keine Zeit. Ich wollte ja möglichst schnell reich werden und als Top-Trader angesehen werden.

Glücklicherweise habe ich diesen Trade auf die Commerzbank in meinem Tagebuch mit aufgezeichnet, wodurch ich diesen euch recht exakt wiedergeben kann.

Der Trade auf die Commerzbank sollte ein Umdenken bei mir auslösen und auch vorläufig der letzte Trade mit Aktien sein…

Die Aufzeichnung ist vom 11. Januar 2013.

Damals war die Commerzbank kurz davor ein Pennystock zu werden. Erst später entzog die Commerzbank dem Markt Aktien und verteuerte so optisch diese.

Ich kaufte insgesamt 617 Aktien der Commerzbank damals für 1,62 € pro Aktie.

Ich war damals also fast mit meinen gesamten 1.000 € in der Commerzbank drin.

Es lief auch erst nicht schlecht. Die Commerzbank stieg auf 1,75 € an. Das bedeutete einen Buchgewinn von gut 80 €. Die Rendite wäre also bei ungefähr 8% gewesen. Für einen Intraday-Trade nicht verkehrt.

Ein Intraday-Trade bzw. ein Daytrade ist ein Trade, welcher sehr kurzfristig angelegt ist. Hier versucht man sich die täglichen Schwankungen des Basiswertes zu Nutze zu machen. Ein Intraday-Trade bzw. Daytrade wird am selben Tag geschlossen, wie er eröffnet wurden ist.

Doch dann kam die Gier. Ich hätte den Trade einfach schließen sollen oder meine Stopp-Order nachziehen sollen. Aber nein, Nichts von Beidem tat ich. Ich wollte mehr Geld haben.

Über Daten von Lang und Schwarz sah ich mir die Aktien mit Realtimekursen an. Dann geschah es.

Der erste rutsch nach unten. Dieses Erlebnis hat sich in meinen Kopf eingebrannt, auch wenn es, nach heutigen Maßstäben, um nicht so viel Geld ging.

Ich dachte die Aktie würde schon wieder steigen. Aber Nein.

Innerhalb von wenigen Sekunden stürzte die Aktie ein und holte meinen Stopp bei 1,59 €.

Und was habe ich gemacht? Nichts… Ich sah es kommen, war aber wie gelähmt. Ich konnte nicht auf die aktuelle Situation reagieren.

Nun könnte man sagen, hey das waren gerademal 18,50 € Verlust. Naja, mit den Gebühren bei der DiBa waren es schon 38,50 € Verlust. (10 Euro Gebühren… Was mich damals nur geritten hat^^)

Es ging aber mehr darum, das ich bereits guten Gewinn hatte und zum ersten Mal bemerkte, das Gefühle an der Börse eine entscheidende Rolle spielen.

Gefühle spielen bei Tradern, aber auch bei Investoren eine entscheidende und nicht zu unterschätzende Rolle! Solange man im Gewinn ist oder die Märkte steigen, wird man kaum mit seinen eigenen Gefühlen in Berührung kommen. Wird man Gierig ist das in einem steigenden Marktumfeld auch nicht weiter schlimm.

Interessant wird es, wenn der Markt fällt. Die Gewinne dahinschmelzen und sich möglicherweise auch saftiges Minus ausbreitet. Als Investor sollte man Geldreserven im Hintergrund haben. Als Trader sollte man wissen, wie man reagiert.

Aber egal ob Investor oder Trader, in beiden Fällen ist Panik der falsche Weg.

Als Trader wird man weitaus mehr mit seinen Gefühlen konfrontiert als es bei einem Investor der Fall ist. Dies hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist aber, sich nicht von diesen übermannen zu lassen.

Euphorie, Panik, Hoffnung… diese Gefühle haben nichts an der Börse zu suchen.

Hier der Eintrag meines Trades auf die Commerzbank von 2013

 

Eingreifen meines Mentors

Ich hatte von meinem Mentor bereits einiges gelernt. Auch vieles, von dem ich heute abstand nehme. Dies liegt daran, da man seinen eigenen Weg finden sollte und gerade im Trading so handeln sollte, wie man sich am wohlsten fühlt. Es bringt sehr selten etwas, eine Strategie 1 zu 1 von einem anderen Trader zu übernehmen.

Es ist aber Hilfreich, sich von anderen Tradern Teile derer Strategien herauszupicken und in die eigene einzubauen. Auch kann es nicht schaden, wenn man weiß was es alles gibt.

Kommen wir nun aber zum Eingreifen meines Mentors.

Mein Mentor begann nun mehr in die Tiefe zu gehen. Angefangen dabei, wie ein Kurs entsteht, erklärte er mir auch wie Trends im Allgemeinen entstehen. Dabei ging er in Richtung der Markttechnik.

Die Markttechnik selber stammt von der Dow Theorie ab und besagt, das sich Kurse in Wellenform bewegen. Korrektur – Bewegung – Korrektur. Solange bis ein Trend bricht und sich irgendwann ein neuer Trend etabliert.

Die Markttechnik ist dabei kein Handelssystem, sondern vielmehr eine Lehre.

Trendaufbau nach Markttechnik

In der Markttechnik werden Trend mit Zahlen versehen. So wird der Anfang eines Trendes immer mit 1 markiert. Ein markantes Hoch mit 2, ein markantes neues Tief mit 3.

Aber erst wenn der Punkt 2 überschritten wurden ist, redet man tatsächlich von einem etablierten Trend. Im unteren Bild ist ein Aufwärtstrend zu sehen. Danach ist jedes neue markante Hoch die neue 2, jedes neue markante Tief die 3.

Ein markantes Tief kann man jedoch erst ganz sicher ausmachen, wenn die neue 2 wieder überschritten wurden ist.

Markttechnik

In einem Abwärtstrend ist dies gespiegelt.

Markttechnik

Die Markttechnik definiert dabei mehrere Möglichkeiten für Einstiege und zieht alle Marktakteure in die Überlegungen mit ein. In der Praxis ist es aber so, das mehrere Trends gleichzeitig existieren. Entweder auf verschiedenen Zeiteinheiten oder einfach in verschiedenen Größen.

So ist es so, das eine Korrektur in Wirklichkeit nur ein untergeordneter Abwärtstrend ist. Die Gedanken der Markttechnik sind dabei einleuchtend und einfach, die Umsetzung benötigt aber Erfahrung.

Wer sich tiefer mit der Materie auseinandersetzen möchte, dem kann ich Das Große Buch der Markttechnik* nur wärmstens empfehlen.

 

So lernte ich nun von meinem Mentor, wie Bewegung entsteht, warum Korrekturen langsam und unsauber verlaufen. Die Markttechnik faszinierte mich. Ich suchte zuerst weitere Informationen darüber im Internet, um mich selber weiterzubilden. Denn auch wenn ich meinen Mentor hatte, der hatte ja nicht 24 Stunden, 7 Tage die Woche für mich Zeit.

Alleine zum Thema Markttechnik besitze ich insgesamt 11 Bücher. Die empfehlenswertesten sind Das Große Buch der Markttechnik* und Professioneller Börsenhandel*. Meiner Ansicht nach, auch wenn man nicht so handelt oder Investor ist, sollte man diese Bücher gelesen haben, um sein Verständnis der Börse zu erweitern.

Nach den Unterweisungen in der Markttechnik, ging ich weg von Aktien. Es folge nun die spekulative Zeit mit CFDs auf Währungen und Indexe.

Nach meinen Erfahrungen von damals und auch was ich in einigen Gruppen auf Facebook sehe, rate ich jedem Anfänger und auch fortgeschrittenen vom Handel mit CFDs komplett ab!

 

Doch da ich jetzt schon wieder meine Wortzahl erreicht habe, erzähle ich euch in Teil 4 von meinen Erfahrungen und meiner weiteren Reise bei den CFDs. Heute würde ich sagen, das die Zeit in der ich CFDs handelte eine der wichtigsten Zeiten war und gleichzeitig eine der schlimmsten.

 

Teil 1 – Der Weg zur Börse

Teil 2 – Die Reise beginnt

Teil 3 – Wisse, was du nicht weißt

Teil 4 – Mit CFDs zum Erfolg?

Teil 5 – Aufgegeben wird nicht

Teil 6 – Am Ziel angekommen?

 

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Kommentare (10)

  1. Irgendwie ist mir zuviel Zeit zwischen den Artikelteilen. Und dann am Ende immer noch diese fiesen Cliffhanger…

    Antworten
    • Hallo,

      sorry wenn dir die Zeit zwischen den Artikeln zu lang ist. Leider schaff ich es zeitlich nicht wirklich besser, da ich pro Artikel lässig zwei Stunden aktive Zeit benötige. Montags kommen halt meine Fachartikel/Praxisartikel und Freitags dann eher persönliche Artikel, so wie aktuell diese Artikelserie.
      Anfangs war hier auch der Plan, in drei Artikeln fertig zu sein. Doch als ich dann meine Tagebücher und Aufzeichnungen wieder raus holte merkte ich schnell, das es hier mit 3 Artikeln nicht getan sein wird. Zumindest nicht wenn ich alles erzählen will, was mir wichtig erscheint. In mittlerweile über 4 Jahren aktive Börsenzeit habe ich doch mehr erlebt als gedacht und gelernt.

      Zwecks den Cliffhanger^^ Die sind natürlich schon etwas mit Absicht. Ich versuche meine Artikel immer so auf ca. 1500 Wörter zu beschränken, um sie nicht endlos lang zu machen.

      Antworten
      • Es ist mir klar, dass viel Arbeit hinter einem Block steckt, und es bedarf hier auch keiner Entschuldigung. Es war weniger als Kritik zu verstehen, sondern eher meine skurrile Art ein Lob auszusprechen. Ich würde am liebsten direkt weiterlesen. Take it as a compliment! (y)

      • Achso^^
        Entschuldigung, dann habe ich das ein wenig falsch verstanden 🙂

  2. Hallo Martin,

    Das ist ein sehr wichtiger Beitrag für Neulinge an der Börse. Ich glaube, dass es von elementarer Bedeutung ist zu wissen wie sich ein Kurs bildet und wann ein Trend ein Trend ist.

    mfG Chri

    Antworten
    • Grüß dich Chri,

      das denke ich auch. Leider scheinen einige Grundkenntnisse bei vielen nicht zu existieren, z.B. wie eigentlich ein Kurs gebildet wird, was das Orderbuch ist etc.
      Es mag für den Handel selber nur zweitrangig sein, gehört aber, finde ich, zur Allgemeinbildung wenn man an der Börse aktiv ist.

      Antworten
  3. Hi Martin

    Interessante Geschichte! Ich glaube, jeder hat an der Börse schon verschiedene Sachen ausprobiert. Und das war auch richtig, denn jetzt wissen wir, was uns liegt und was eher nicht so.

    Lg Michael

    Antworten
  4. „Das große Buch der Markttechnik“ kann ich auch jedem empfehlen. Ich handle nicht (mehr) nach Markttechnik, aber das Buch hat mir geholfen zu verstehen, wie die Kurse funktionieren. Und dass ein sinkender Kurs nicht falsch sondern sogar notwendig ist.
    Das Verständnis eines sinkenden Kurses als notwendige Korrektur eines aufwärtstrendes hilft, Phasen von roten Zahlen im depot zu überstehen und das leben außerhalb der Börse wieder genießen zu können :-p

    Antworten
    • Hallo Josef,

      das stimmt. Selbst wenn man nicht danach handelt, hilft es einem den Markt besser zu verstehen. Grade da in dem Buch auch alle Akteure an der Börse beleuchtet werden, sollte es ein must have für jeden sein, der an der Börse aktiv ist.

      Antworten

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