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Der (Leidens)Weg eines Traders – Teil 2 Die Reise beginnt

Im ersten Teil habe ich euch erzählt, wie ich überhaupt zur Börse kam. Das alles geschah damals über gewisse Umwege. So musste ich als nebenberuflicher Unternehmer erst scheitern um letztendlich zur Börse zu kommen. Davor hätte ich diese vielleicht nicht so wahrgenommen, wie ich sollte.

Heute versuche ich über mein erstes Jahr an der Börse zu schreiben. Dazu habe ich mir extra meine alten Aufzeichnungen rausgesucht. Diese mögen nicht alles in sich tragen, was ich damals so gemacht habe, aber zur Gedankenstütze wird es reichen J

Wir steigen heute bei meinen ersten Trades ein, ohne das ich meinen damaligen Mentor bereits kannte.

Interessante Sachen, sowie Hintergrundinfos, werde ich kursiv als Infobox schreiben. Somit erfüllt der Text gleich weiter den Auftrag der finanziellen Aufklärung.

 

Teil 2 – Die Reise beginnt

Pennystocks ahoi

Das Depot bei der Ing DiBa war eröffnet. Für nur 9,99 € pro Trade  gehörte die Welt mir.

Ich hatte keine Ahnung was ich da machte. Ich hatte in den Büchern aber gelesen, das man sich an den RSI halten sollte. Überkauft = Verkaufen und Überverkauft = kaufen. Ein klein wenig MACD dazu, wofür weiß ich nicht mehr, aber laut meinen Aufzeichnungen, hab ich diesen ebenfalls mit angesehen. 😀

So wollte ich also vorgehen. Ganz einfach.

Doch woher die Charts nehmen und welche Software gibt es dazu?

Google kann helfen.

Und tatsächlich. Google gab mir eine kostenlose Seite, in der ich Charts sehen konnte. Auch gab es da diesen RSI. Die Kurse wurden mit einer Verzögerung von 15 Minuten angezeigt. Das fand ich aber nicht so schlimm. Was sind schon 15 Minuten?

Mein Depot hatte damals knapp 1.000 € drauf. Quantensprünge konnte ich damit nicht machen. Aber der Plan war ja auch einfach.

Mit den 1.000 € Handel ich mein Konto groß. Kann doch so schwer nicht sein. Meine Idee war tatsächlich, nur einmal in meinem Leben diese 1.000 € beiseite zu legen und dann das Depot davon extrem hoch zu handeln. Ich weiß, sehr leichtgläubig und naiv. Das große Problem war, das es nach meinen ersten Trades sogar so schien, als wäre dies schneller möglich, als erwartet…

Es mag komisch klingen, aber an meinen ersten Trade kann ich mich so gut erinnern, wie man sich an sein erstes Auto, seine erste Liebe, seinen ersten Kuss, erinnern kann.

Ich saß in meiner Wohnung vor meinem Fernseher. Mein PC war mit dem Fernseher verbunden, wodurch dieser ein übergroßer Bildschirm war.

Meine TAN Liste hatte ich bei mir. Ebenso eine kleine Erklärung, wie man Orders aufgibt. Limit-Order, Market-Order oder Stopp-Order waren mir unbekannt. Braucht ich nicht, ich saß davor 😉

So saß der noch 21 jährige Martin davor und überlegte, was er denn handeln sollte. Ich muss sagen, ich habe keine Ahnung wie ich auf die Aktie gekommen bin, aber ich entschied mich für einen Pennystock.

Pennystocks sind Aktien, welche weniger als 1 €Kurswert aufweisen. Die Kurse von Pennystocks können relativ einfach manipuliert werden und die Unternehmen sind meist nicht gut aufgestellt, was den geringen Aktienkurs rechtfertigt.

Pennystocks sind Zockeraktien. Hier kann man sehr schnell viel Geld machen und aber auch verlieren. Ebenso sind diese Werte normalerweise sehr illiquide, was zu Problemen führen kann.

Liquidität? Spreads? Zu dieser Zeit hatte ich davon vielleicht mal flüchtig etwas in den drei Büchern gelesen, aber beachtet habe ich davon nichts. Es hat mich auch nicht wirklich interessiert. Die Aktien waren sau billig.

Leider scheine ich die Aufzeichnungen von dem Trade nicht mehr zu haben. Ich habe zwar mein altes Tradingtagebuch gefunden, aber da dies auch schon einmal mein Hund hatte, fehlen hier einige Seiten… Deshalb aus der Erinnerung heraus.

 

Der erste Trade

Ich kannte an sich nur den RSI als Indikator. Wie dieser funktionierte und wie man diesen richtig einsetzte, wusste ich nicht. Aber ich hatte ja gelesen, das der Indikator anzeigt, wenn eine Aktie überkauft ist und somit wieder fallen müsste, sowie das er anzeigt, wenn eine Aktie überverkauft ist und somit wieder ansteigen müsste.

Abgesehen davon, das der Markt länger irrational sein kann, als man selber liquide ist, hatte ich auch noch keine Ahnung von Zeiteinheiten. Ich sah mir die Aktie in 15-Minuten Kerzen an.

Im Trading gilt die Aussage: Umso niedriger die Zeiteinheit, umso weniger Gewicht haben Signale jeglicher Art! Kleine Zeiteinheiten nutzt man deshalb eher für Scalps oder um die Einstiege zu optimieren. Größere Zeiteinheiten dagegen liefern das eigentliche Signal.

Bei der Aktie hatte ich damals Glück. Ich kaufte und verkaufte diese damals zwei Mal und schaffte einen Gewinn von knapp 100 €. Auf die 1.000 € Gesamtkapital waren das an einem Tag 10% Rendite.

Selbstzufrieden hörte ich an dem Tag auf mit dem Handel. Ich weiß noch, das ich recht überheblich dachte. Warum ewig arbeiten, wenn man an einem Tag so schnell Geld machen konnte?

Ich malte mir das Leben schon aus. Einmal in der Woche traden, dabei 10 % Gewinn machen. Sehr schnell hätte ich ein richtig dickes Konto. Ich dachte wirklich, ich würde pro Woche 10% Rendite schaffen…

Das hätte bedeutet, das ich nach dem ersten Jahr aus 1.000 € bereits über 120.000 € machen müsste… ich weiß nicht warum es damals nicht in meinem Kopf gereicht hat, zu sehen, das dies doch sehr unwahrscheinlich ist.

Nun ja, leider blieb ich eine ganze Weile an Pennystocks hängen, bevor ich mich weiterentwickelte. Zum Glück blieb größerer finanzieller Schaden damals aus, was wohl auch an meinem Mentor lag, den ich bald kennenlernen sollte.

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Willkommen in der Realität

Ich glaube ich lernte meinen damaligen Mentor parallel zu einem meiner schlechtesten Trades kennen. Sicher bin ich mir jedoch nicht mehr, aber im Endeffekt spielt es keine Rolle.

Diesen Trade habe ich noch recht gut erhalten in meinen Dokumenten gefunden.

Den Trade bin ich am Freitag, dem 02.11.2012 eingegangen^^ Ist also schon eine Weile her.

Damals kaufte ich Aktien von Internationalmedia. Der Grund? Weil die Firma einen Insolvenzantrag stellte und die Aktie 150 % in den Gewinn geschossen ist. Bei einem Preis von unter 0,1 € pro Aktie, kann man Kurse leicht manipulieren. Das wusste ich damals noch nicht, sollte aber zumindest bald erfahren, was Liquidität bedeutet.

Ich habe mir damals knapp 10.000 Aktien in mein Depot gelegt. Der Kaufpreis pro Aktie? Lächerliche 0,0528 €. Mich wundert es fast, das ich nicht gleich versucht habe Großaktionär zu werden 😉

Lange Rede kurzer Sinn.

Die Aktie stieg leicht und ich wollte verkaufen. Ich legte also meine Verkaufsorder in den Markt und es passierte nichts…

Ich war der einzige Verkäufer in der Aktie… Hab ich mein Verkaufslimit angepasst, passte sich dementsprechend der Briefkurs mit an…

Ich hing eine Weile auf der Aktie fest. Über drei Teilverkäufe schaffte ich es, die 10.000 Aktien wieder loszuwerden. Laut Aufzeichnung habe ich es sogar dabei geschafft, einen Gewinn von 21 € zu erwirtschaften. Ich denke aber, ich habe die Gebühren damals nicht mit berücksichtigt.

Das war damals also meine erste Lektion vom Mr. Market selber, auf Liquidität zu achten. Ich bin aber ehrlich. Ich ignorierte die Lektion, immerhin bin ich die Aktien wieder losgeworden. Glücklicherweise war das trotzdem einer meiner letzten Pennystock Trades. Aber auch einer meiner letzten dokumentierten Gewinne.

 

Mentor, Wegbegleiter, Freund

Mit meinem Arbeitskollegen unterhielt ich mich irgendwann einmal während der Schichtübergabe über die Börse. Natürlich erzählte ich ihm dabei von meinen Gewinnen und auch davon, das ich mir ein paar Bücher zugelegt hatte, um mir Wissen anzueignen.

Ich fühlte mich schon recht cool. Immerhin war ich ein Finanzjongleur an den Märkten geworden.

Am nächsten Tag dann, sprach mich mein Arbeitskollege wieder wegen den Büchern an.

Er erzählte mir, das mich jemand kennenlernen möchte. Derjenige wäre selbst an der Börse unterwegs seit ein paar Jahren und hat die Finanzkrise unbeschadet überstanden.

Mmm… ok. Ich dachte mir so „Warum nicht?“

Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, das dieses Treffen einen großen Einfluss auf mein Börsenleben haben wird. Ich finde es immer wieder witzig, wie Zufälle oder das Schicksaal dazu führen, das gewisse Dinge passieren und Leute zusammenkommen. Naja, weiter im Text 😉

Über meinen Arbeitskollegen machten wir also ein Treffen aus. Ich brachte meine paar Anfängerbücher mit. So mit diesen Büchern in einem Beutel fühlte ich mich irgendwie nicht mehr wie ein großer Finanzjongleur.

Als ich unwissentlich zum ersten Mal auf meinen zukünftigen Mentor traf, war er mir schon etwas suspekt. Er sah etwas düster aus, so mit seinem Vollbart. Gerade freundlich dreinblicken war zu dem Zeitpunkt auch nicht sein Ding.

Aber sei es drum. Das erste Treffen lockerte sich eigentlich recht schnell. Ich zeigte ihm meine Bücher, die er kurz überflog und ein wenig abwertend begutachtete. Naja, mein damaliges „Trading“ baute auf diese Bücher auf. Heute würde ich da ähnlich dreinblicken.

Er wollte damals von mir wissen, wie ich den so handle und ob ich schon Geld verdient hätte.

Boa, aber sowas von hab ich Geld verdient! Ich erzählte ihm also wie ich handle und natürlich auch von meinen Gewinnen.

Es hatte nicht lange gedauert, da gab es schon den ersten Dämpfer für mein Ego. Denn ich erzählte, das ich mit dem Indikator RSI handle und auch den MACD einsetze. Darauf kam die kühle Frage, wie diese Indikatoren den funktionieren und ob ich ihm sagen kann, wie man diese einsetzt…

Kalt erwischt… Ich habe es natürlich versucht zu erklären… so gut es ging, mit dem Halbwissen welches ich hatte… Jedoch bemerkte ich selber im Reden, das da nicht viel dahinter ist.

Ich setzte Instrumente ein, von denen ich nicht einmal wusste, wie diese funktionierten. Der eigentliche Hammer kam aber erst noch.

Denn dann legte dieser bärtige Typ los… über Stunden hinweg.

Er erzählte mir von der Finanzkrise, über technische Indikatoren, über die Markttechnik. Es überhäufte mich mit Informationen. Ich diesem Moment lernte ich, was ich alles noch gar nicht kannte.

Ich war leicht  überfordert als er fertig war mit reden und wir uns verabschiedeten.

Damals hatte ich mir wenig Gedanken darum gemacht, weshalb er mir soviel erzählte, aber nirgends in die Tiefe ging. Er sagte dazu erst ein paar Jahre später „Ich wollte sehen, ob du dafür geschaffen bist. Ob du lernwillig bist und das bis zum Schluss durchziehen kannst. Oder ob du dich abschrecken lässt.“

Teil 1 – Der Weg zur Börse

Teil 2 – Die Reise beginnt

Teil 3 – Wisse, was du nicht weißt

Teil 4 – Mit CFDs zum Erfolg?

Teil 5 – Aufgegeben wird nicht

Teil 6 – Am Ziel angekommen?

 

 

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Kommentare (4)

  1. Hey Martin,

    Sehr interessanter Text! Wie Rico schon gesagt hat. Es ist ein wahnsinniger Vorteil, wenn man jemanden hat mit dem man über all diese Dinge sprechen und diskutieren kann.

    Deshalb schätze ich auch dich so! Mach weiter so!

    mfG Chri

    Antworten
  2. Du hast wirklich Glück, dass du jemanden getroffen hast, von dem du so viel mitnehmen konntest! Was besseres kann gar nicht passieren 🙂 Allein schon auf Augenhöhe über das Thema zu diskutieren ist wirklich viel wert und bringt einen ungemein nach vorn! 🙂
    VG, Rico

    Antworten
    • Ja das sehe ich heute auch so. Aber die eigentliche Lehrzeit sollte erst noch kommen^^
      Ich selber kann ehrlich gesagt momentan noch gar nicht richtig einschätzen, wie viele Artikel das werden, bis wir in der Gegenwart angekommen sind. Im zweiten Artikel wollte ich in der Zeitschiene eigentlich schon weiter sein 😀

      Antworten

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