Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Der (Leidens)weg eines Traders – Teil 1 Der Weg zur Börse

Hallo zusammen. Wie angekündigt soll nun auch der Freitag ein Betragstag werden. Jedoch möchte ich in meinen Freitagsbeiträgen mehr persönliches mit geben.

Inspiriert von Chri werde wohl auch ich anfangen darüber zu schreiben, wie ich zur Börse kam, und wie mein Weg bis heute verlaufen ist.

Dies werden mehrere Artikel werden. Soweit es geht und sinnvoll erscheint, möchte ich euch in diesen Artikeln an meinen damaligen Gedankengängen teilhaben, und auch erklären, nach welchen Methoden ich damals handelte. Wo waren meine möglichen Fehler? Warum habe ich den Glauben an den Großteil der Charttechnik über die Jahre verloren und weshalb denke ich, das weniger, mehr ist?

Inwieweit ihr hier Wissen mitnehmen könnt, kann ich nicht beurteilen. Die Artikelserie dient wohl eher dazu, zu zeigen, was die Börse positives, wie auch negatives anrichten kann.

 

Teil 1 – Der Weg zur Börse

Der junge Kapitalist

Bereits in jungen Jahren hatte ich mir das ambitionierte Ziel gesetzt, mal mehr Geld zu haben, als der Durchschnittsbürger. Mein Opa war hier in finanziellen Aspekten ein Vorbild für mich. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie viel Geld er besaß, gefiel mir der Lebensstil welchen ich in meinen kindlichen Augen da so sah. Anscheinend keine Geldsorgen, wenig Arbeiten und kein Stress. So sah ich die Welt damals. Und das wollte ich natürlich auch erreichen. Ich wusste zwar noch nicht, wie ich das erreichen sollte, aber das Ziel war definiert und ich war fest entschlossen…

Doch dann kam die Pubertät…

Meine Prioritäten lagen nun woanders. Ganz woanders. Geld war mir immer noch wichtig, jedoch eher um meinen derzeitigen Konsum decken zu können. Hierzu kann ich wenigstens sagen, das ich nicht auf der faulen Haut lag. In den Ferien (in allen Ferien) ging es Arbeiten in einer alten Spinnerei bei mir in der Nähe. Ich glaub ich habe damals ca. 3,50 € die Stunde verdient.

Gibt schöneres. Hier lernte ich aber wenigstens, gib nicht mehr aus, als du verdienst.

Ich bekam Taschengeld und das Geld durch die Ferienarbeit. Später bin ich für knapp 30 € im Monat noch Zeitung austragen gegangen. Mit dem Geld musste ich wirtschaften.

In meinem Top Jahr hatte ich an die 1.400 € zur Verfügung. Also ca. 116 € pro Monat. An sich eine Menge Geld für einen Schüler finde ich.

Leider blieb davon meist nicht viel übrig. Vieles ging für Partys und Zigaretten drauf. Ich muss sagen, ich bereue es auch nicht, das ich damals noch nicht investierte und lieber Party machte. Es war eine sehr lustige und unbeschwerte Zeit. Heute habe ich mit meinen Freunden viele tolle Erinnerungen daran, meiner Ansicht nach, ein unbezahlbares Investment 😉

 

Herzlich Willkommen im Hamsterrad

Natürlich war bei mir dann auch die Schulzeit vorbei. Ich stand vor einem neuen Lebensabschnitt und was ich zukünftig weiter machen möchte.

Ich entschied mich nach meinem Realschulabschluss für eine Lehre. Da ich gutes Geld verdienen wollte, schrieb ich hauptsächlich an größere Unternehmen Bewerbungen. Letztendlich kam ich in einem Dax-Unternehmen unter. (zumindest in die GmbH davon)

Auch wenn mein Arbeitgeber etwas Probleme mit Stickoxiden in Dieselmotoren hatte und vieles was da so entschieden wird, für mich als normaler Arbeiter Nonsens ist, so kommt doch Monat für Monat, bis heute, gutes Geld auf mein Konto. Solange dies so bleibt, ist die Welt in Ordnung.

Aber ich schweife etwas ab.

Ich begann also mit 16 Jahren meine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

Während der Lehre aber bemerkte ich bereits, das es mich nicht befriedigt, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit aufzustehen, meine Arbeit zu machen und mehr oder weniger von Wochenende zu Wochenende zu leben.

Auch befriedigte es mich nur bedingt, am Monatsende mein Kontoauszug zu betrachten. Das ich meinen Beruf wahrscheinlich nie ausführen würde, war auch nicht so gut für meine Moral. Doch wir wussten damals bereits, das wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Montageband landen werden, sobald wir ausgelernt haben.

(War auch so. Nach der Lehre war ich am Montageband. Danach war ich in einer Springerfunktion für die Schraubtechnik, in der ich dann auch 3 Jahre rollende Woche gearbeitet habe und heute arbeite ich als Disponent in der Logistik. Das letzte Mal das ich ernsthaft etwas als Elektroniker gemacht habe, war zu meiner Facharbeiterprüfung)

Dies ging damals soweit, das ich tatsächlich überlegte, meine Lehre zu schmeißen und auf ein Gymnasium mit Schwerpunkt Wirtschaft zu wechseln.

Denn, das war das glückliche an der Lehre, wir hatten nicht nur fachspezifische Sachen dran. Wirtschaftskunde in der Berufsschule fesselte mich. Nun, auf das Geld verzichten konnte ich nicht wirklich, also musste ich mir etwas anderes überlegen.

 

Unternehmertum für Anfänger

Ich entschloss mich damals, ein eigenes Unternehmen zu gründen, mit dem ich mega erfolgreich werden würde.

Während meiner Lehrzeit durfte ich das nicht. Also konnte ich die Lehrzeit zumindest für die Vorbereitung nutzen.

So suchte ich nach verschiedenen Ideen. Ich informierte mich über zig Branchen. Wenn ich nicht Spiele am PC zockte, war ich am Ausarbeiten von möglichen Geschäftsideen.

Das alles verlor sich aber immer mehr in etwas, das schon eher Fanatismus war. Es ging immer mehr ums Suchen neuer Geschäftsideen, weniger darum, diese soweit auszuarbeiten, das man sie umsetzen könnte.

So kam ich nicht voran, das wusste ich. Also nahm ich irgendwann eine fixe Idee und setzte diese um. Leider war dies wiederum eher von Aktionismus getrieben. Ich war gerade 18 Jahre geworden, ich wollte also schnell reich werden und die schöne Seite des Lebens genießen.

Ich eröffnete einen Onlineshop für E-Zigaretten. Damals war ich tatsächlich einer der ersten.

Dies machte sich auch am Umsatz bemerkbar. Ich verkaufte nichts. Ich war mehr mit Aufklärung beschäftigt, als mit Päckchen packen.

In dieser Zeit machte dann auch meine damalige Freundin mit mir Schluss. Ob wir uns einfach auseinander gelebt haben oder ob mein Fanatismus dazu beitrug, keine Ahnung.

Nach der Trennung dauerte es nicht lange und ich gab meine Geschäftstätigkeiten auf.

Schließt sich eine Tür, öffnet sich die nächste. Da ist schon etwas dran.

 

Die Börse

Ein Arbeitskollege fing plötzlich mit der Börse an. Ich selber wollte auch mal Aktien besitzen, da mein Opa ebenfalls welche besaß zu Lebzeiten, aber ernsthaft damit beschäftigt hatte ich mich noch nicht.

Ich hatte aber sowieso Zeit. Das Unternehmen ist den Bach runter gegangen, ich war Single und wusste nichts mit meiner Zeit anzufangen.

Also kaufte ich mir ein paar Anfängerbücher. Die Bücher waren Chartanalyse für Dummies*, Börsenstrategien für Dummies* und Börse für Dummies*.

Als Grundlagenlektüre um sein Allgemeinwissen etwas zu erweitern oder um kurz in die Materie reinzuschnuppern war das perfekt. Auf den wahren Handel vorbereiten, das wäre für die Bücher zu viel verlangt. Das ist auch nicht deren Aufgabe.

Mein Arbeitskollege selber wollte sich nicht wirklich belesen. Dies ist leider auch nach über 4 Jahren so geblieben. (Nein, er ist nicht erfolgreich an der Börse… BELEST EUCH ALSO!)

Ab da ging alles recht schnell. Ich wählte den einfachsten Weg und eröffnete über die ING DiBA ein Depot. Als Anfänger wusste ich es nicht besser. Ich bestückte das Depot damals mit, ich glaube 1.000 € und fing an zu traden. Zu diesem Zeitpunkt war ich kurz vor meinem 22 Geburtstag.

Nach meinen ersten Trades, die ich sogar mit Gewinn abschloss, brachte mich mein Arbeitskollege mit meinem späteren Mentor zusammen.

Aber dazu dann das nächste Mal mehr 🙂

 

Zu Teil 2 Die Reise beginnt

Zurück zur Übersicht der Artikelserie Der (Leidens)Weg eines Traders

(Visited 765 times, 1 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (10)

  1. Vielen Dank für den persönlichen Artikel, war sehr interessant zu lesen!

    Antworten
  2. ui, sehr spannend! Freu mich schon auf den nächten Beitrag!
    mfG Chri

    Antworten
  3. Danke fürs den guten Einblick auf den mentor bin ich gespannt.

    Antworten
  4. Hallo Martin,
    interessanter Beitrag! Ich bin gespannt, wie es im nächsten Teil weiter geht.
    Als wichtige Erkenntnis, die ich auch nur bestätigen kann, lässt sich festhalten, dass Vorbilder immer ein guter Ansporn sind. Warum hast Du deinen Opa nicht ausgequetscht, wie er es angestellt hat? 🙂

    Antworten
  5. Ein ING Diba Depot hatte ich auch. Mein Vorbild diesbezüglich war damals und ist heute mein Onkel.
    Hab mein erstes Depot bei Nordnet eröffnet. Die deutsche Abteilung wurden dann aufgekauft von onvista. Da ich eh eine DKB Kreditkarte hatte, hab ich alles zum DKB Depot umgezogen. Und da das ziemlich beschissen war, bin ich zu ING Diba gewechselt. DIe Bank fand ich ziemlich gut. v.a. die mobile App und deren Support. Leider nicht Optionstauglich 😛
    Mein Onkel hat mir immer Cortal Consors empfohlen. So hat wohl jeder seinen “besten” Broker.

    Ich denke, es ist wichtig, dass man in der Vergangenheit Geld verzockt hat. Sonst ist man mental nicht stark genug für das Stillhaltergeschäft.
    Dein Arbeitskollege ist also auf einem guten Weg. Nur sollte er mal anfangen, aus den Verlusten auch eine Lehre zu ziehen 😀

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*