Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Wie ich mich auf den Crash vorbereite

Crash Börse

Kommt bald der Crash? Die Finanzkrise 2.0? Keine Ahnung, um ehrlich zu sein.

Was ich aber weiß ist, das wir es seit gut eineinhalb Jahren  mit einem sehr launischen Markt zu tun haben. Da stellt sich doch die Frage, was wenn tatsächlich wieder ein Crash an den Finanzmärkten kommt? Gerade Leuten wie mich, welche mit ihren Aktienpositionen ausschließlich Long gehen, ist es anzuraten einen Plan in der Hinterhand zu haben.

Denn die Frage ist nicht, ob ein neuer Crash kommen wird, sondern wann. Warum ich aber keine Angst vor einem Crash habe, erkläre ich euch heute. Vielleicht nehme auch ich euch die Angst vor dem nächsten Crash.

Dazu noch etwas wissenswertes, was mir persönlich enorm gefällt. Das Wort Krise wird im chinesischen aus zwei Zeichen zusammengesetzt. Das erste Zeichen bedeutet Gefahr. Das zweite Chance.

So fangen wir an. Was für Möglichkeiten gibt es, sich vor einem Crash zu schützen und vorzubereiten?

 

Long oder Short… wer sagt denn das es „oder“ sein muss? Marktneutralität

Wer sich nicht auf die Fahne geschrieben hat, nur Long in den Markt zu gehen, oder nur Short, kann darüber nachdenken, sich Marktneutral aufzustellen.

Dies bedeutet an sich nichts weiter, als das man zu jeder Longposition, eine Shortposition in einem anderen Wert eröffnet. So könnte ich eine Longposition bei S&T AG eröffnen und gleichzeitig eine Shortposition bei der Deutschen Bank AG. Die Shortposition sollte in bereits schwachen Werten eröffnet werden. Tatsächlich am besten in Werten, mit einer schwachen relativen Stärke.

Die Idee dahinter ist recht einfach. Steigt der Markt, sollte unsere Longposition mit steigen. Diese sollte natürlich einen intakten Aufwärtstrend aufweisen. Unsere Shortposition kann auch etwas steigen. Da wir hier einen recht schwachen Titel ausgewählt haben, ist es unwahrscheinlich das dieser stärker steigt, als unsere Longposition.

Kommt nun aber ein Crash, sollte unsere Shortposition extrem schnell Gewinne abwerfen. Unsere Longposition wird ihre abgegeben, im besten Fall aber langsamer, als der Markt fällt. Wenn wir unseren Basiswert für die Shortposition gut ausgewählt haben, sollte dieser sogar schneller fallen, als der Gesamtmarkt.

Der Nachteil an der Sache ist, das sich unsere gegengesetzten Positionen auch die jeweiligen Gewinne wegfressen. Auf das Beispiel von oben noch einmal bezogen. Gehen wir davon aus, das der DAX innerhalb von 6 Monaten 10% gestiegen ist. S&T, also unsere Longposition, hat 14% an Wert gewonnen. Unsere Shortposition bei der Deutschen Bank dagegen hat 6% verloren. Gesamtergebnis wäre also ein Gewinn im Depot von 8%. Damit hätten wir nicht einmal den Markt geschlagen.

Die goldene Stunde dieser Strategie würde demnach erst kommen, wenn der Markt einbricht. Dann würden wir es wahrscheinlich auch schaffen, den Markt zu schlagen. Auch muss man hier einen Broker haben, welcher es einem überhaupt erlaubt, Leerverkäufe auf Aktien zu machen. Wenn ihr bei der DiDa handelt, könnt ihr das vergessen. Da braucht ihr schon einen Broker wie Captrader, welcher es euch gestattet, Leerverkäufe zu machen.

 

Die professionelle Stoppstrategie… der Optionenhandel

Ich habe schon mal über die Variante der Absicherung via Optionen hier geschrieben. Jedoch passt das Thema optimal auch in diesen Beitrag rein.

Man könnte seine kompletten Positionen über Optionen absichern. Dies würde einerseits mit Putoptionen direkt auf die jeweiligen Aktienbestände funktionieren, wie auch mit Putoptionen auf die Indizes. Bei deutschen bzw. europäischen Aktien würde ich euch zu zweitens Raten, da bei uns Optionen auf Aktien als Basiswert leider relativ rar gesät sind. Optionen auf die Indizes dagegen sind recht liquide.

Bei amerikanischen Werten solltet ihr dagegen ruhig auch mal schauen, ob es Optionen auf eure Aktien gibt. Auch wenn ich bei den meisten Dingen kein Freund der amerikanischen Vorgehensweisen bin, aber von ihrer Finanzkultur, allen voran der Aktienkultur, können wir uns mehrere Scheiben abschneiden.

Ich spare mir hier mal zu erklären, wie Optionen funktionieren. Dazu habe ich hier die Artikelserie.  Die Idee dahinter ist natürlich einfach. Das große Geld steckt in den Aktienpaketen, während man mit kleinem Geld (durch die Hebelfunktion der Optionen) man seine Bestände absichert. Hier sollten immer wieder Preismarken festgelegt werden, bei denen man seine Bestände absichert oder aber man versucht den Markt über die Charttechnik zu lesen und bei Punkten sich abzusichern, bei denen große Unsicherheiten zu erwarten sind.

Auch hier aber mindert man seine Gewinne dadurch, das man immer wieder Geld für die Optionen ausgibt. Das große Kassieren findet hier erst statt, wenn der Markt einbricht oder in eine große Korrektur geht.

 

Der Markt ist zusammengebrochen… hoch lebe der Markt

Ich habe euch jetzt über zwei Varianten informiert, welche proaktiv sind. Diese beiden Strategien müsst ihr immer fahren, um euch sicher zu sein, das ihr geschützt seid, egal ob ihr euch in einem top Bullenmarkt befindet oder nicht.

Ich habe für mich jedoch einen anderen Plan entworfen, wenn es soweit ist und meine Bestände zusammenbrechen. Dazu vielleicht einige Überlegungen, sodass ihr mir folgen könnt.

Tauchen wir dafür einmal in die primitiveren Überlegungen des Konjunkturzyklus ein und übertragen diesen direkt mal auf die Zyklen der Börse.

Dafür bediene ich mich eines visuellen Werkzeuges eines genialen Gentlemans. Herrn Kostolany und seinem Ei des Kostolany.

Ei des Kostolany

 

Abkürzung

Börsenzyklus

Konjunkturzyklus

A 1

Phase der Korrektur

Rezession wechselt zu Aufschwung

A 2

Phase der Begleitung

Aufschwung

A 3

Phase der Übertreibung

Boom

B 1 Phase der Korrektur

Boom wechselt in Abschwung

B 2

Phase der Begleitung

Abschwung

B 3

Phase der Übertreibung

Rezession

 

Die Börse lässt die Wirtschaft in einer Rezession immer weitaus düsterer dastehen, als es in Wirklichkeit der Fall ist, ebenso aber feiert die Börse die Unternehmen und Wirtschaft viel mehr in einem Boom, als dies Begründung finden würde. Und hier setzte ich mit meiner Crashstrategie an. Den die Kurse der Börse gleichen sich immer über kurz oder lang den Marktbedingungen wieder an.

Nehmen wir an, wir sind bei B 1 in den Markt eingestiegen und stürzen nun den ganzen Weiten weg bis runter zu B3 mit ab. In dieser Absturzphase kann ich nur hoffen, das mein Absicherungsindikator mich nicht in Stich lässt und wenigstens einen Teil meines Geldes rettet.

Sei es drum. Wir sind also ganz unten angelangt. In den Nachrichten hat sich Endzeitstimmung breit gemacht. Der Kapitalismus ist (mal wieder) völlig gescheitert und steht vor dem aus.  Kim Kardashian gibt zu, ihr Arsch besteht nur aus zwei Kissen, welche sie sich in die Hose stopft. Also wir sind wirklich kurz vorm Weltuntergang, zumindest wenn man den Medien zuhört.

Genau hier, werde ich anfangen und mein Risiko erhöhen. Wenn man den zeitlichen Aspekt mit dazu nimmt, gehen Crashs nur an die zwei Jahre. Wenn die Zeit passt und das was die Medien bringen auch, dann werde ich gehebelt meine Strategie fahren.

Warum? Sicher der Markt kann weiter nach unten gehen. Ich bilde mir nicht ein das exakte Tief zu erwischen. Aber irgendwann gibt es niemanden mehr der verkaufen will. Auf Dauer kennt die Börse und die Wirtschaft nur eine Richtung. Und diese ist nicht Rückwärts oder nach unten.

Mein Plan ist es also hier gehebelt zu handeln. Natürlich nicht mit einem 10 Hebel. Nein, das wäre Wahnsinn. Ich werde die Möglichkeit nutzen und über Margin handeln. Dabei werde ich so viel Margin nutzen, als hätte mein Konto immer noch die Größe, wie vor dem Crash.

Kleines Beispiel:

Vor dem Crash war mein Konto 50.000€ schwer.

Nach dem Crash sind noch 30.000 € übrig.

Also fange ich an und Handel weiter mit 50.000€. Ich Handel also mit einer Margin von 20.000 €.

Dies mache ich aber wie gesagt erst, wenn der zeitliche Aspekt, der Aspekt der Medien und allgemeinen Stimmung, wie auch der Umsatz an der Börse stimmen. Mit dem Umsatz meine ich dabei, das man in den Charts den Ausverkauf sieht, durch Umsatzspitzen. Vielleicht werde ich etwas zu früh einsteigen, vielleicht auch etwas zu spät. Wenn interessiert das? Den Boden oder das Top wird man nie Bestimmung können, also warum Gedanken daran verschwenden?

Die Frage ist nun, wie lange werde ich mit Margin handeln? Die Antwort ist genauso einfach. Bis mein Konto wieder real auf dem Niveau ist, wie es vor dem Crash war. Durch die Margin werde ich das relativ schnell schaffen, zumindest schneller als der Gesamtmarkt. Sind die 50.000€ wieder real, wird ohne Margin gehandelt und somit das Hebelrisiko aus dem Konto genommen, bis zum nächsten Crash.

 

Der Staat trägt eure Verluste

Nicht zu vergessen bei den ganzen Crashideen ist auch, das der Staat eure Verluste trägt. Vergesst nicht, das ihr die Verluste, welche ihr im Crash erlitten habt, mit den späteren Gewinnen verrechnen könnt und so eine Weile keine Steuern zu zahlen braucht. Das wird euch helfen, euer Konto wieder relativ schnell auf Vorkrisenniveau zu bringen.

Voraussetzung ist, ihr hattet auch vor dem Crash eine Strategie, welche euch Erträge an der Börse brachte!

Ein Crash und die damit verbundenen möglichen Verluste sind auf den ersten Blick nichts schönes, aber er ist auch kein Weltuntergang. Seht einen Crash eher als Befreiungsschlag. Denn danach könnt ihr euch relativ sicher sein, das wieder Jahre kommen, mit steigenden Kursen und geringem Risiko eines erneuten Zusammenbruches. Krisen und Crashs sind überlebenswichtig für die Börse und die Wirtschaft.

 

Zum Schluss noch ein Zitat des Großmeisters Kostolany:

„An der Börse gibt es nur Schmerzensgeld… Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“

(Visited 537 times, 1 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (6)

  1. Hallo Martin,
    die Stillhalter-Strategie finde ich sehr spannend, ich traue mich allerdings noch nicht und müsste ja sowieso wahrscheinlich von Consors weg, um das mal zu probieren. Das steht aber auf jeden Fall auf meiner ‚to learn‘-Liste.
    Weshalb ich aber eigentlich schreibe ist folgender Satz: „Also fange ich an und Handel weiter mit 50.000€. Ich Handel also mit einer Margin von 20.000 €.“
    Das verstehe ich einfach nicht. Dem weiteren Kontext glaube ich zu entnehmen, dass Du die Aktien verkaufst (und 30k Cash hast) aber naked puts (das habe ich schon bei Easydividend gelernt) verkaufst, als ob Du 50k Kohle flüssig hättest. Also in der Hoffnung, dass Du nicht ausgeübt wirst? Richtig?
    Falls Du das schon anderswo erklärt hast, reicht mir auch ein Link dahin 😉 Hab Deinen Blog gerade erst gefunden 😉
    Grüße, Oz

    Antworten
    • Hallo Oz,

      das war nicht zwingend auf Optionen gedacht, auch wenn es übertragbar ist. Ich handel über ein Marginkonto. Als reinen Barbestand kann man hier beispielsweise 50.000 € haben. Durch die Margin kann man aber theoretisch mit einem Kapital von 150.000 € handeln. Damit kann man seine Gewinne enorm hebeln. Aber Vorsicht. Auch die Verluste werden dabei gehebelt.

      Aber im Grunde ja. Nach dem Crash tue ich nur noch so, als hätte ich die 50.000 .

      Antworten
  2. Hallo,

    ein sehr spannender Beitrag hier.

    Ich denke man kann die Hochs und Tiefs nie exakt einschätzen. Aber mit der Zeit lernt man es vielleicht immer besser und kann dann dementsprechend handeln.

    Die Sache mit dem Put auf schwache Werte finde ich besonders spannend und werde ich mir überlegen. Zumal ich sowieso überlege, Optionen zu handeln (meist zu verkaufen).

    Viele Grüße

    Antworten
  3. Ein sehr schöner Beitrag.
    Besonders die chinesische Bedeutung des Wortes Krise hat es mir angetan und das habe ich mir direkt zu meinen Zitaten in mein Notizbuch geschrieben.
    Wie Du bereits sagtest, wird es immer Krisen geben.
    Die Frage ist dann nur wie wir mit der Krise umgehen. Ob wir anfangen zu jammern und die Börse zu verwünschen, weil sie nicht die versprochenen 10% pro Jahr konstant schafft oder ob wir jetzt besonders viel investieren und die Chance des Crashs nutzen.

    Zudem kannst Du in Krisen am meisten für das Leben lernen.
    Meistens werden eigene Entscheidungen nicht kritisch hinterfragt, wenn alles ganz gut läuft. Erst wenn es kriselt scheiden sich die hartgesottenen von den nicht hartgesottenen, wie Kostolany es so schön formulierte.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    • Ja das stimmt. Ich habe ja den Brexitentscheid voll investiert mitgemacht. Ich glaube ich war einer der wenigen, die sich da gefreut haben wie ein kleines Kind, als die Börsen einknickten und das obwohl ich long war 🙂 Das lag bei mir aber einfach daran, das ich soetwas noch nicht mitgemacht habe und mich wahnsinnig über die Erfahrung gefreut habe. Die Verluste würde ich (hab ich auch schon lange) wieder reinholen, das wusste ich.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*