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Braucht man wirklich einen Stopp? Nicht wirklich, wenn…

In meinem letzten Artikel habe ich einige einfachere Varianten der Stoppsetzung aufgezeigt.
Heute möchte ich euch zeigen, wie ich das mache und warum ein Stopp im Markt für einige nicht machbar ist oder aber auch nicht wirklich sinnvoll.

Ich werde mit dem Artikel einen kleinen Tabubruch vornehmen, da man immer und überall liest, nie ohne Stopp zu handeln.

Du bist verrückt, ohne Stopp zu handeln ist der finanzielle Selbstmord

Ja und nein. Jedem sollte klar sein, das man nur mit Geld an der Börse handeln sollte, welches nicht kurzfristig benötigt wird. Man sollte seinen Lebensstandard auch ohne dem Geld halten können. Dies ist sehr wichtig!

Genau deshalb sehe ich den Stopp aber auch nicht für jeden als sinnvoll an. Lasst mich zuerst erläutern, für wen ich den Stopp als sinnvoll und für wen als eher hinderlich ansehe.

Der Daytrader… die Margin ist mit mir

Für einen Daytrader gibt es keine Alternative zum Stopp. Ein Daytrader ist von wenigen Minuten bis hin zu wenigen Tagen im Markt aktiv. Oftmals handelt er mit mehr Geld, als er in Wirklichkeit besitzt. Er muss lediglich eine Sicherheit hinterlegen, die sogenannte Margin. Dadurch ist ein Daytrader in der Lage, mit kurzfristigen Trades gutes Geld an den Finanzmärkten zu machen.

Sobald der Markt nicht mehr in seine Richtung läuft, wird die Position des Daytraders spätestens durch seinen Stopp geschlossen. Die Stopps von Daytradern sind recht nahe am Markt.

Durch den gehebelten Handel ist der Stopp tatsächlich überlebenswichtig. Den der Daytrader kann mehr verlieren, als er in Wirklichkeit auf dem Konto hat. Da ist man natürlich stark darauf aus, sein Risiko zu minimieren und bei größeren Korrekturen oder bei Fehleinschätzungen des Marktes, schnell wieder raus zu sein.

Gut Ding hat Weile… Investoren und langfristige Spekulationen

Für große Investoren gelten andere Regeln an den Finanzmärkten. Wenn man ein dickes Konto hat (richtig dickes Konto) muss man einiges anders angehen. Das geht los beim Kaufen. Große Investoren oder auch Fonds können nicht einfach eine Order in den Markt legen! Sie müssen Positionen langsam aufbauen, um den Markt nicht schlagartig nur durch ihre Orders in die Höhe zu heben.

Dasselbe gilt beim Verkaufen. Einen direkten Stopp gibt es für sie nicht. Wenn sie alle ihre Bestände sofort verkaufen wöllten, weil ihr Stopp geholt wurden wäre, würde alleine das zu einem kleinen bis mittlerem Beben in dem jeweiligen Wert enden.

Wir selber bewegen uns aber (noch) nicht in solche Höhen.

Aber auch für langfristige Spekulationen ergibt ein Stopp keinen Sinn mehr. Ich erkläre euch warum.

Wenn man anfängt Aktien über mehrere Wochen und Monate zu halten, wird man viele Auf- und Abwärtsbewegungen mitmachen. Ob man will oder nicht. Die Märkte bewegen sich dabei nicht immer so schön, wie es in den verschiedenen Büchern und Internetseiten gerne gezeigt wird.

Es wird Übertreibungen geben, in beide Richtungen. Ein Wert wird an einem Tag um 8% einstürzten, nur um eine Woche später neue Höchststände zu erreichen. Da wäre es doch ärgerlich, wenn man bei dem Einsturz aus dem Markt geflogen wäre oder?

Auch kann man sich so nicht vor Gaps schützen. Wenn solche Kurslücken auftreten, aufgrund von schlechten Nachrichten zum Beispiel, könnt ihr einen Stopp im Markt haben wie ihr wollt. Wenn das Gap weit unter eurem Stopp eröffnet, werdet ihr schmerzlich aus dem Markt geworfen.

Ohne Stopp habt ihr den Verlust trotzdem, aber erstmal nur als Buchverlust, nicht als realisierten. Ihr könnt also in aller Ruhe die neue Situation analysieren. War es eine Übertreibung? Was ist eigentlich passiert? Auch kann man sehr oft beobachten, das sich der Kurs nach wieder erholt, da einige Marktteilnehmer solche Kurslücken als günstige Kaufgelegenheit ansehen.

Doch nun soll das kein Freifahrtschein sein, irgendeine Aktie zu kaufen und sich keine Gedanken zu eurem Risikomanagement zu machen. Risikomanagement ist auch hier wichtig, ihr müsst es nur anders angehen.

Aktienhandel ist keine Monogamie… Diversifikation!

Diversifikation, was für ein Wort. Die Idee dahinter ist aber recht einfach. Streut euer Risiko! So mache ich das. Ich kaufe Aktien von mehreren Unternehmen und gewichte diese gleich. Das bedeutet, ich investiere überall den gleichen Betrag. Ein kleines Beispiel.

Ihr habt 10.000€ zur Verfügung. Davon kauft ihr Aktien von fünf Unternehmen. Also jeweils 2.000€. Nehmen wir nun an, ihr habt das Pech gehabt und VW vor der Abgasaffäre gekauft und nun kommt diese ans Licht. Der Kurs ist in 2 Tagen um knapp 50% eingebrochen.

Da ihr aber nur 2.000€ investiert habt, liegt euer Verlust bei nur 1.000€. Also nur 10% eures Kontos. Die anderen Aktien müssen nur jeweils um 12% steigen um den Verlust wieder auszugleichen. Das ist durchaus machbar, ich selber habe immer wieder Aktien, welche weitaus mehr Gewinn erzielen, wenn man ihnen die Zeit dazu lässt. Wichtig ist aber, das ihr keinen existentiellen Verlust erlitten habt.

Ein schöner Nebeneffekt ist ebenfalls, das sich eure Positionen selber neu gewichten. Was meine ich damit?

Nehmen wir an, ihr habt einen Verlierer in eurem Depot, eine Aktie, welche jeden Tag 1% verliert. Nun habt ihr aber auch eine Gewinneraktie im Depot, welche täglich 1% an Wert gewinnt.

Nehmen wir das mal in Zahlen auseinander, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Verliereraktie

Tag 1: 2.000€ – 20€ = 1.980€

Tag 2: 1.980€ – 19,80€ = 1.960,20€

Tag 3: 1.960,20€ – 19,60€ = 1.940,60€

Tag 4: 1.940,60€ – 19,41€ = 1.921,19€

Tag 5: 1.921,19€ – 19,21€ = 1.901,98€

Der Gesamtverlust beträgt hier in 5 Tagen 98,02€.

Schauen wir uns nun die Gewinneraktie an.

Gewinneraktie

Tag 1: 2.000€ + 20€ = 2.020€

Tag 2: 2.020€ + 20,20€ = 2.040,20€

Tag 3: 2.040,20€ + 20,40€ = 2.060,60€

Tag 4: 2.060,60€ + 20,61€ = 2.081,21€

Tag 5: 2.081,21€ + 20.81€ = 2.102,02€

Der gesamte Gewinn beträgt hier nach 102,02€.

Die Gewinneraktie hat jeden Tag mehr Gewinn gemacht, während die Verliereraktie jeden Tag absolut weniger Verluste zu verzeichnen hatte. Es mag in diesem Beispiel wenig erscheinen, es soll aber auch nur den Effekt zeigen, wenn sich Aktien selber gewichten.

Das ist auch der Grund, weshalb ich keine Stopps selber verwende. Ich verstecke mich sozusagen hinter der Masse an Aktie, welche ich halte. 10 verschiedene Positionen reichen dabei bereits aus.

Sollten einzelne Aktien aber mal zu lange, zu viel an Wert verlieren, habe ich einen Indikator, welcher mir den Notausstieg vorschreibt. Dieser soll mich zuallererst vor Krisen schützen.

Noch eine persönliche Anmerkung. Sobald man Positionen mehrere Wochen oder Monate hält, rate ich strikt vom gehebelten Handel ab! Es ist nicht möglich einzuschätzen, was in der Zeit passieren wird. Bei Aktien könnten Hiobsbotschaften wie Manipulationen, Gerichtsverfahren oder sonst was öffentlich werden. Dann verliert ihr mit einem Schlag sehr viel Geld.
Wenn ihr schon gehebelt, auch längerfristig, handeln wollt, dann nur mit viel, viel Erfahrung und durchdachtem Moneymanagement. Ihr müsst vor allem euren maximalen Drawdown kennen und einen Sicherheitsaufschlag machen! Wer jetzt nicht weiß, was ein Drawdown ist, sollte schon aufhören darüber nachzudenken gehebelt zu handeln und erst einmal langsam anfangen.

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