Langjähriger und zufriedener Kunde von

CapTrader - 900x90

Unterstütze die Website

Aktienstrategie – Die sich selbst abzahlende Aktie

Aktienstrategien

Aufgrund meines Umzuges und fehlenden Internets, hat man jetzt gut zwei Wochen nichts Neues auf Der Kapitalist lesen können. Dies soll sich heute wieder ändern, auch wenn ich immer noch nur über mobiles Internet verfüge.

Die zwei Wochen waren anstrengend und geistig produktiv für mich. Anstrengend aufgrund des Umzuges und geistig produktiv, da ich nicht wirklich mehr machen konnte, als über Börse nachzudenken.

So konnte ich überdenken, was ich als Kapitalist erreichen will und wie ich es erreichen will. Meine bisherige Strategie war eine rein auf Spekulation ausgerichtete Strategie. Für mein Hauptkonto möchte ich diese Ausrichtung nicht mehr weiter verfolgen. Das Wikifolio selber werde ich weiter führen und bei gegebener Zeit und bei dem nötigen Kleingeld, werde ich dies zu einem Real-Money-Wiki machen. (dazu muss ich min. 5.000 € eigenes Geld investiert haben)

Doch was will ich als Kapitalist eigentlich erreichen? Das mein Geld für mich arbeitet und mich bezahlt. Bei Spekulationen ist dies nur bedingt möglich, da nach einer Spekulation, eine erneute eingegangen werden muss, um das Geld zu vermehren. Es gibt keinen automatischen Geldfluss.

Nun lese ich ja fleißig die Blogs Der Stillhalter und easydividend. Optionen finde ich faszinierend, da diese enormen Potentiale haben und wie kein anderes Finanzinstrument mit Adjustierungsmöglichkeiten und Strategien aufwarten können.

Doch das reine nackte Traden von diesen, möchte ich auch nicht. Ich möchte Teilhaber an etwas sein. Ich möchte Besitz!

So kam ich auf die sich selbst abzahlende Aktie.

 

Das Prinzip von Immobileininvestoren

Wisst ihr wie Immobilieninvestoren ihre Investments tätigen?

Immobilieninvestoren versuchen durch die Mieteinnahmen, einerseits passives Einkommen zu generieren, andererseits das die Mieter ihnen die Immobilie abzahlen. Somit kümmern sich die Vermieter jeden Monat darum, das das Vermögen unseres Immobilieninvestors ansteigt, da ja jeden Monat die Rate für die Immobilie bezahlt werden.

Was Raten? Ja! Die meisten Immobilieninvestoren, bzw. diese die es recht professionell machen, sind über beide Ohren verschuldet, um ihr Eigenkapital zu hebeln. Ist so in der Art, als wenn ihr mit voller Margin handeln würdet.

Nun ist der Gedanke dahinter, das man immer mehr Immobilien kauft, welche einem einen positiven Chash Flow bringen. Das Vermögen wächst an, nur durch die Mieteinnahmen. So werden Schulden abgetragen und wenn es gut kommt, bleibt sogar noch etwas für die eigene Tasche übrig.

Zusätzlich werden die Mieten in gleichmäßigen Abständen erhöht, wodurch sich der Cash Flow immer weiter nach oben schraubt. Umso mehr Immobilien man da hat, umso schneller geht das alles.

Natürlich habe ich das jetzt nur vereinfacht dargestellt, wer mal einen ausführlicheren Artikel dazu lesen möchte, kann dies gerne in den Kommentaren schreiben. Denn selbstverständlich gibt es auch Gefahren und Nachteile bei Immobilien, weshalb ich zum Beispiel keine besitze.

 

Was hat dies nun mit Aktien zu tun?

Wir können das Prinzip der Immobilieninvestoren grob übernehmen, dazu muss sich nur unsere Sichtweise von Aktien ändern.

Die wenigsten, welche an den Märkten unterwegs sind, haben tatsächlich noch einen Bezug zu Aktien. Es sind halt Papiere, bei denen man auf steigende oder fallende Kurse setzten kann… Nein!

Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil! Mit jeder Aktie welche ich besitze, erhöht sich mein Anteil am Unternehmen. Somit besitze ich einen prozentualen Anteil an diesem Unternehmen. An den Maschinen, den Häusern, die Mitarbeiter arbeiten für mich und natürlich gehört mir auch ein Teil des Gewinnes!

Natürlich wird man wahrscheinlich immer nur Kleinaktionär bleiben, großes Mitspracherecht braucht man sich da nicht erträumen. Doch wer will denn wirklich so ein großes Mitspracherecht haben, das man theoretisch den Laden lenken könnte? Also ich nicht. Ich will meine Ruhe.

Wir müssen also dringend unsere Sichtweise auf die Investition ändern. Wenn wir Aktien kaufen, dann mit dem Entschluss dahinter, diese ewig zu halten!

Was sind aber die Nachteile dabei? Das Geld ist gebunden. Sollte nun ein Crash kommen, sind wir nicht flüssig, um uns in weitere tolle Unternehmen zu einem Spottpreis einzukaufen. Was also dagegen unternehmen?

 

Dividenden… die Miete der Aktien

Meine Strategie sieht so aus, das ich nur in Dividendenaktien investiere, welche diese bereits länger zahlen und auch erhöhen. Dabei muss darauf geachtet werden, das die Dividende tatsächlich von Gewinnen gezahlt wird und nicht vom Substanzwert des Unternehmens, denn das hält kein Unternehmen ewig durch.

Die Dividende verrechne ich persönlich dann mit meinem Einkaufkurs… Warum das?

Meine Anteile haben sich ja nicht verringert, nur weil Dividende gezahlt wurden ist. Wenn ich also eine Aktie zu 40 € gekauft habe und diese schüttet dann 1 € Dividende aus, hat sich mein Kurs für die Aktie auf 39 € verringert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Aktie momentan bei 10 € oder 100 € steht. Denn ich habe sie weder für 10 € noch für 100 € gekauft, sondern für 40 €. Einen anderen Kurs sollte ich nach einer Investition nicht mehr betrachten. Nur der Kaufkurs ist noch von Bedeutung.

Wir können also die Dividende als unsere Mieteinahmen ansehen. Haben wir unser Unternehmen gut ausgewählt, wird ich diese auch jährlich erhöhen. Und so wird es passieren, das sich unsere Aktien irgendwann einmal abgezahlt haben.

Damit meine ich, das unser ursprünglich investiertes Geld zu uns zurückgeflossen ist, wir aber immer noch die Anteile des Unternehmens besitzen.

Zugegeben, dies mag Jahre dauern. Aber was ist, wenn wir die Zeit von 25 Jahre auf ca. 6 Jahre verkürzen könnten?

 

Lasst uns mit unseren Beständen arbeiten

Nun kommt das eigentlich tolle. An sich nichts neues, viele kennen es, wenige nutzen es.

Die Leute welche ich kenne haben Aktien entweder, weil sie von Kursschwankungen kurzfristig profitieren wollen oder sie halten die Aktien, ohne Plan dahinter. Man kassiert zwar die Dividende, aber da hört der Plan auch schon auf.

Ich hingegen möchte euch zeigen, das die Kurse nur zweit- nein drittrangig sind!

 

  1. Die Auswahl einer Aktie

Hier gehe ich nach fundamentalen Gesichtspunkten vor. Charttechnik bringt uns nur bedingt weiter. Wir wollen Unternehmen kaufen, welche gut wirtschaften, die Dividenden verlässlich zahlen und erhöhen und diese auch aus Gewinnen zahlt, nicht aus dem eigenen Substanzwert heraus.

(Ich bin hier kein Vollprofi! Bei meinen Bewertungen schaue ich mir nur an, was das Unternehmen bisher erreicht hat, nicht was es vielleicht zukünftig erreichen könnte.

Wie sagte Kostolany einst? Ich weiß was war und ich weiß was ist. Das ist schon ziemlich viel)

 

  1. Verdient Geld mit den Aktien, bevor ihr diese besitzt!

Was ist damit gemeint? Ab jetzt kommen wir in das Gebiet der Optionshändler, um genauer zu sein, zu Stillhaltergeschäften.

Bevor ich eine Aktie einfach für 50 € pro Aktie kaufe, kann ich doch auch einen Put mit Strike 50€ verkaufen. Dann erhalte ich wenigstens noch eine kleine Prämie und habe meinen Einkaufskurs gedrückt.

Sollte die Aktie am Verfallstag über 50 € schließen, dann ist das so. So habe ich zumindest die Prämie generiert und kann das Spiel nochmal machen, bis ich die Aktie habe oder sie mir zu teuer geworden ist.

Wer jetzt mit dem Argument kommt „was ist wenn die Aktie einbricht?“. Nun, dann ist das so. Ihr wolltet die Aktie eh kaufen und hättet auch damit das Risiko gehabt, das diese einbricht. Nur könntet ihr bei einem einfachen Kauf, nicht eure Prämie dagegen rechnen.

 

  1. Entwickelt eure Aktienbestände

Da wir ja die Aktien nur über die verkauften Put-Optionen erhalten, haben wir min. 100 St.

Was nun?

Nun spielen wir das Spiel umgekehrt. Wir verkaufen Call-Optionen auf unsere Bestände!

Diese sollten nun etwas weiter OTM sein (Out of Money), da wir die Bestände ja normalerweise nicht wieder verkaufen wollen, sondern nur die Prämien als Extraeinnahmen kassieren wollen.

Doch was würde passieren, wenn die Call-Option ausgeführt werden würde? Nun, entweder wir verhindern das über Reparaturstrategien oder wir lassen uns die Aktien ausbuchen. Sollte die Aktien ausgebucht werden, ist das nicht so wild. Wir haben einen Kursgewinn realisiert, die Prämieneinnahmen des Calls und ja auch noch die Einnahmen der Put. Vielleicht gab es sogar schon Dividende.

Sollte die Aktie immer noch gut dastehen und solide bewertet sein, fangen wir von vorne an.

 

  1. Freuen, wenn die Aktie abbezahlt ist

Was meine ich nun richtig mit abgezahlt? Beispiel.

Angenommen wir haben zwei Put auf die Aktie XY verkauft. Pro Put haben wir eine Prämie von 1 € bekommen. Der Kaufkurs der XY beträgt 50€. Beim letzten verkauften Put, haben wir sie eingebucht bekommen.

Somit beträgt unser wahrer Kaufkurs nicht 50 €, sondern 48 € (50€ – 1€ – 1€)

Jetzt fangen wir an, Calls auf die Aktie zu verkaufen. Sagen wir mal, wir erhalten pro Call 0,5 € Prämie. Bei unserem Kaufkurs von 48 € würde es so 8 Jahre dauern, bis wir unser investiertes Geld zurück haben.

Jetzt kommen natürlich noch die Dividendeneinnahmen dazu. Pro Jahr weitere 1 € Dividenden. Wenn die Dividenden gleich bleiben, würden wir nun 6 Jahre benötigen, bis unser anfangs investierte Geld, zu uns zurückgeflossen wäre.

 

  1. Und danach?

Danach geht der Spaß erst richtig los. Wir haben eine Aktie, welche sich abgezahlt hat. Alle Einnahme, durch Optionen oder Dividende, sind geschenkt. Verluste durch Kurseinbrüche gehen nur noch unsere Buchverluste etwas an, da kein reales Geld mehr in der Aktie von uns steckt. So kann die Aktie helfen andere, noch nicht abgezahlte Aktien, mit abzuzahlen. Dadurch schaffen wir es, immer schneller unsere Gelder aus dem Markt zu ziehen.

 

Ja das ganze dauert natürlich… das ist keine Strategie, welche einem innerhalb von wenigen Jahren zum Multimillionär macht. Aber es macht euch wohlhabend und unabhängig, über die Zeit. Nach mehreren Jahren kann euch alles egal sein. Gehen die Märkte hoch oder runter? Völlig egal. Das Einzige das euch dann noch interessiert ist, wie die Dividenden ausfallen und wo ihr eure Optionen verkauft.

 

Das alles ist derzeit reine Theorie von mir und ich kann noch nicht nachweisen, das es so funktioniert. Auch kann ich nicht sagen, das es realistisch ist, das die Aktien in 3, 4  oder erst in 10 Jahren abbezahlt sein werden. Dazu fehlen mir die Erfahrungswerte. Was ich aber sagen kann ist, das man so einerseits die Möglichkeit hat, am Wachstum eines Unternehmens zu partizipieren und gleichzeitig einen monatlichen Cashflow generieren kann.

 

Somit wird dies wohl nun mein geplanter Weg am Aktienmarkt werden. Sicherlich hat diese Strategie auch Nachteile. Einer ist zum Beispiel, das die Werte untereinander unterschiedlich gewichtet sind. Es ist ein Unterschied, ob ich 100 Aktien einer Unternehmens habe, bei dem eine Aktie nur 30 $ kostet oder ob ich ein Unternehmen eingebucht bekomme, bei dem eine Aktie 100 $ kostet.

Ich möchte euch auch bei diesem Weg mitnehmen und werde monatlich zeigen, welche Einnahmen ich generieren konnte und wie sich meine Kaufpreise ändern. Ich muss mir nur noch überlegen, wie ich das grafisch darstelle.

 

 

Erfolgreiches Investieren benötigt Zeit, Disziplin und Geduld. Unabhängig davon, wie groß Dein Talent oder Deine Anstrengungen sind, einige Dinge brauchen einfach Zeit: Man kann auch kein Kind in einem Monat bekommen, indem man 9 Frauen schwängert.

Warren Buffett

(Visited 1.183 times, 3 visits today)
auxmoney - Geldanlage mit hoher Rendite

Kommentare (6)

  1. Hallo,

    Sehr gute Überlegungen! Und ich kann dir versichern, dass ich im Grunde genommen nichts anderes mache. Nur verkaufe ich die Calls nahe am Geld um wieder freies Kapital für Puts zur Verfügung zu haben.

    Das mit dem Cashflow durch Calls könntest du mit den „Griechen“ lösen. Ein Delta von 0,1 kann so interpretiert werden, dass die Chance bei 10% liegt ins Geld zu gehen (also über deinen Strikepreis)
    Umgekehrt könntest du sagen du hast eine 90%ige Wahrscheinlichkeit, dass du deine Aktien behalten kannst.

    Einziges Problem: Bei einem Delta von 0,1 wirst du nicht mehr viel Prämie bekommen.

    An den Mitleser: Was er gemeint hat ist dass die Ausschüttungsquote unter 100% liegen sollte. Wenn mehr Dividende ausgezahlt wird als in diesem Jahr Gewinn gemacht wurde, kann dies kein gutes Geschäft sein.

    Danke für die Erwähnung meines Blogs in deinem Beitrag!

    Freue mich auf weitere Artikel über Optionen!

    mfG Chri

    Antworten
    • Hallo Chri,

      danke für dein Kommentar. Genauso habe ich das gemeint mit der Ausschüttungsqoute.
      Es ist kein großes Problem, wenn sowas einmal passiert. Aber es gibt durchaus Unternehmen, bei denen das „Alltag“ ist. Auf Dauer kann dies nicht funktionieren.

      Antworten
  2. Hallo Martin

    Sehr guter Artikel, man hätte es nicht besser schreiben können. Genau das in Zukunft mein Plan, sobald genug Geld dafür auf dem Konto ist. Ich sehe meine Aktien als Eigentumswohnungen, die ich vermiete und so einen monatlichen Cashflow erzeuge.
    Ich bin überzeugt, dass dieser Weg funktioniert und auf Dauer Geld einbringt.
    Bin schon gespannt auf deine ersten Erfahrungen.
    Danke für das Erwähnen meines Blogs 😉

    Lg Michael

    Antworten
  3. „Dabei muss darauf geachtet werden, das die Dividende tatsächlich von Gewinnen gezahlt wird und nicht vom Substanzwert des Unternehmens…“

    Das bleibt sich doch gleich, Du Genie!

    Antworten
    • Hallo,

      danke für dein Kommentar.
      Es macht durchaus einen Unterschied, ob ein Unternehmen seine Dividende von den Gewinnen zahlen kann oder vom Substanzwert.
      Wenn ein Unternehmen 1 € Dividende zahlt, aber nur 0,5 € Gewinn gemacht hat, muss es die restlichen 50 Cent aus Eigenkapital oder anderen Mitteln zahlen.

      Einmal mag dies gehen, aber einige Unternehmen machen das mehrere Jahre. Irgendwann muss damit gerechnet werden, das die Dividende ausfällt.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*