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Aktien auf Kredit kaufen

Kredit, Chancen,

Investitionsschulden und Konsumschulden sind zwei Paar Schuhe. Während die Investitionsschulden getätigt werden, um das Eigenkapital zu hebeln und der Gedanke dahinter ist, das sich die getätigte Investition um die Schulden kümmert, sind Konsumschulden Verpflichtungen die wir eingehen, ohne einen finanziellen Mehrwert davon zu haben.

Bei Immobilieninvestoren ist es Gang und Gebe Investitionsschulden zu machen. Einige sind sogar sehr stark verschuldet. Die Schulden tragen sich nur, durch den Wert der jeweiligen Immobilien und durch die Mieteinnahmen, welche die Raten der Kredite/Darlehen tragen.

Die einfache Idee, das Investment trägt die Schulden ab. Durch Inflation arbeite ich heute mit gutem Geld und bezahle die Schulden später mit schlechterem Geld zurück.

Im alltäglichen Börsenleben ist der Handel über Kredite ebenfalls alltäglich. Wir kennen dies als Marginhandel. Hierbei werden nur sehr kurzfristige Kredite aufgenommen, um sein Eigenkapital zu hebeln. Für Daytrader sehr interessant.

Doch können wir als Investoren in Unternehmen ebenfalls davon profitieren? Ich selber möchte keine Langfristinvestitionen über Margin laufen lassen, was auch daran liegt, das die Positionen glattgestellt werden könnten etc.

Aber was ist, wenn wir als Investoren ebenfalls den niedrigen Zins für uns nutzen? Was ist, wenn wir ebenfalls mit Geld an den Finanzmärkten handeln, welches wir erst zukünftig besitzen würden?

Ein paar Gedankengänge dazu.

 

Kurzer Hinweis:

Das nachfolgende Thema beinhaltet einen Tabubruch bei privaten Anlegern! Ich möchte jeden Anfänger davon abraten, das hier beschriebene nachzumachen!

 

Habe zuerst deine Finanzen im Griff!

Bevor ich anfange zu erklären, warum ich der Meinung bin, das es sinnvoll ist, Schulden für Investitionen an den Aktienmärkten zu machen, möchte ich zuerst aufzeigen, welche Voraussetzungen wir dafür benötigen, um dies sicher umzusetzen.

Wichtig ist, das man immer seine Finanzen im Griff hat. Ich habe ja bereits geschrieben, das man zwingend seine Finanzen im Griff haben sollte, bevor man sich an den Finanzmärkten versucht.

In meinem Artikel Wie du deine Finanzen strukturieren kannst habe ich geschrieben, das man sein Geld so strukturieren soll, das man Monat für Monat eine Summe X für Investitionen und zum Arbeiten zur Verfügung hat.

Solange man dieses Werkzeug noch nicht installiert hat, sind die nachfolgenden Gedankengänge irrelevant. Ohne Geld, welches sowieso Monat für Monat für die Börse bestimmt ist, ist das Risiko, meines Erachtens zu hoch.

 

Jaja und was hast du nun vor?

Ich war so frei und habe  mir einige Kreditangebote machen lassen. Um alles tatsächlich realistisch zu machen, habe ich für die Verwendung, freie Verwendung angegeben. Damit schnellen meist die zu zahlenden Zinsen nach oben, da die Bank im Zweifelsfall keine Sicherung des Geldes hat, wie dies bei Immobilien z.B. der Fall wäre.

Zusätzlich habe ich 30.000 € als Kreditsumme angenommen. Warum gerade 30.000 €? Dazu gleich mehr.

Zu den 30.000 kommt noch eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit/Krankheit/Tod hinzu. Plus den Zinsen die zu zahlen sind, belief sich die Gesamtsumme zwischen 37.000 € – 41.000 €

Die Versicherung hat bei den meisten Instituten richtig Geld gekostet. Zwischen 3.000 € bis 4.000 € der Gesamtsumme. Schon heftig.

Laufzeit 84 Monate. 7 Jahre erscheinen mir als nicht zu lang und nicht zu kurz für einen Kredit dieser Größenordnung.

Gehen wir mal davon aus, wir nehmen einen Kredit für die 38.000 €. Die Raten wären 452,38€ pro Monat.

8.000 € des Kredites zahlen wir „sinnlos“ zurück. Wir haben durch die Versicherung und die Zinsen selber keinen Mehrwert. Das sind also unsere Kosten am Kredit. Das bedeutet 95,24€ jeden Monat an der Rate, sind direkte Kosten.

Das andere Geld sind keine Kosten für uns! Das müsst ihr jetzt bei euren Gedanken beachten. Die anderen 30.000 € sind nur eine Vorauszahlung eures Geldes. Die Bank gibt euch hier Geld, welches hier eigentlich erst in der Zukunft besitzen würdet.

So, wir wissen nun, uns entstehen monatlich Kosten von 95,24 €. Unsere Gesamtrate beträgt 452,38 €.

 

Jetzt haben wir einen Kredit für Aktien. Und weiter?

Um uns finanziell nicht einschränken zu müssen, sollte jeder für sich schauen, welche Rate Sinn macht. Ich selber überweise monatlich mindestens 300 € auf mein Depot. Diesen Dauerauftrag könnte ich nun kürzen oder erst einmal ganz weglassen.

Damit würde der Kredit kein „Loch“ von 452,38 € in meine Brieftasche reißen, sondern nur noch 152,38 €.

Je nachdem welche Ausgaben man noch kürzen kann (kurzfristig) könnte man dies nun gegenrechnen. Bei mir wäre es zum Beispiel noch das Rauchen. Da gehen Monat für Monat um die 100 € flöten.

Würde ich dies nun auch weglassen und gegen den Kredit rechnen, würde noch eine monatliche Mehrbelastung von 52,38 € im Raum stehen.

Jetzt kommt es. Was sind diese 52,38 € von den 30.000 €? Es sind 0,1746 %. Dies wäre die Minimumrendite, welche man mit den 30.000 € erwirtschaften müsste. Pro Jahr also 2,1 %. Das schafft man bereits mit einem guten Dividendenwert.

Selbst wenn man sich sagt, von den 30.000 € möchte ich aber die kompletten Kosten des Kredites von 95,24 € (Zinsen + Versicherung) zahlen, müsste man monatlich eine Rendite von 0,32 % schaffen. Jährlich wären das 3,81 %. Selbst das ist durchaus realistisch und machbar.

 

Ok, klingt einfach. Warum macht das nicht jeder so?

Es gibt auch Nachteile und Gefahren.

Man ist an seine Arbeitsstelle gebunden, da diese einen erst Kreditwürdig macht, für so einen Kredit.

Möchte man innerhalb der nächsten Jahre ein Haus bauen oder ein neues Auto kaufen und dies ebenfalls auf Kredit, kann es Probleme geben mit der Bonität. Denn dieser Kredit würde ja noch laufen.

Die größte Gefahr ist, das der Markt komplett abstürzt, kurz nachdem ihr das ganze Geld investiert habt. Solange ihr euren Job behaltet, geht das alles mal noch, solltet ihr diesen aber auch noch verlieren, wird es Privat schnell bitter. Denn auch die Versicherung auf den Kredit zahlt die Raten nicht ewig weiter.

Euer finanzieller Spielraum wird ebenfalls eigeschränkt. Während ich nun sagen könnte, die 300 € für die Börse nehme ich jetzt für ein anderes Projekt, ist dies bei einem Kredit nicht möglich. Ihr könnt schlecht zur Bank sagen, ich brauch das Geld jetzt für etwas anderes.

 

Im Grunde erhöht ihr damit eure Abhängigkeit von eurem Job, verringert euren finanziellen Spielraum und geht ein erhöhtes Risiko ein. Dazu, bei wirtschaftlichen Problemen, kommt der psychische und private Druck hinzu.

Andererseits erhöht ihr damit eure Chancen und Einnahmen. Die Rendite, welche monatlich erwirtschaftet werden muss, ist durchaus machbar und realistisch. Auch mit weniger Risiko.  Mögliche zusätzliche Kurgewinne können euch in wenigen Jahren dazu in die Lage versetzten, den Kredit vorzeitig abzubezahlen.

 

Und kaufst du jetzt Aktien auf Kredit?

Hier muss ich ehrlich sein… keine Ahnung. Sollte der Markt einbrechen, massiv, dann auf jeden Fall. Denn dadurch würde ich in die Lage versetzt, Topaktien wie Nestle oder Coca-Cola zu Spottpreisen zu ergattern. Momentan sind mir diese zu teuer, aus fundamentaler Sichtweise.

Auch würde ich sagen, ist die derzeitige Phase an der Börse schwierig zu beurteilen. Die Spannungen und Unsicherheiten auf der Welt sind meines Erachtens recht groß geworden. Größere Firmen haben zu kämpfen, die Gewinne weiter zu steigern und ich nehme an, das wir schon längst größere Abschläge an den Märkten zu verzeichnen hätte, wenn diese nicht mit billigem Geld oben gehalten werden würden.

Dies ist aber nur meine Meinung.

Was denkst du? Aktien auf Kredit ein No Go oder eine Chance?

 

 

Risiko ist das, was übrig bleibt, wenn du glaubst, an alles gedacht zu haben.

 Carl Richards

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Kommentare (27)

  1. Ich handle seit Jahren auf Kredit. Da gab es gute Phasen und schlechte, aber in beiden Fällen war es mein fehlendes Wissen, das mich Geld gekostet hat, nicht der Kredit. Man kann auch bei Immobilien viel Geld in den Sand setzen, wenn man Schrott für zu viel Kredit erwirbt. An der Börse ist das ähnlich. Ich finde, Erfahrung und Know How gehört immer dazu! Ansonsten wird man in keinem Fall erfolgreich werden. VG, Rico

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  2. Finde die Idee gut, hatte auch so eine ähnliche:
    http://www.finanziell-frei-sein.eu/zinsdifferenzgeschaefte-investieren-ohne-eigenkapital/
    Natürlich ist es riskant aber hey, no risk, no fun 😉

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  3. Ich habe es gewagt und tatsächlich 30.000 € Kredit aufgenommen und davon Aktien gekauft. In einem Blog auf finanzen.net dokumentiere ich den Verlauf der Tilgung, Depotentwicklung, dividendenerträge, etc…

    Wer mag:
    http://forum.finanzen.net/forum/Aktien_auf_Pump_mein_Tagebuch-t526336?search=dzecko&pnr=20151016#pst_20151016

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  4. Tatsächlich habe ich mir auch schon öfters Gedanken über dieses Thema gemacht. Du beziehst es konkret auf den Erwerb von Aktien. Alternativ könnte man z.B. Arbitrage mit P2P-Krediten betreiben. Theoretisch sollte eine ordentliche Marge herausspringen. Praktisch halte ich es für ein heißes Eisen!

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  5. Sehr guter Artikel!

    Ist natürlich ein Tabuthema was du da ansprichst. Für die meisten Leute würde ein Wertpapierkauf auf Kredit nicht in Frage kommen. Jedoch nicht für alle.

    Für mich zum Beispiel würde ein Kredit eine riesige Chance bedeuten. Wie der ein oder andere weiß hab ich mir von meinem Bruder etwas Geld geborgt um am Aktienmarkt zu agieren. Ohne dieses Geld wäre ich bis jetzt nicht so weit gekommen wie ich schon bin.

    Du hast es bereits in vorigen Beiträgen angesprochen, und auch hier bei den Kommentaren habe ich es schon gelesen. Stichwort: Optionen.

    Viele sind sich nicht bewusst, dass der Optionshandel richtig eingesetzt weniger Risiko beinhaltet als ein Aktieninvestment alleine und dass es hier gleichzeitig viel mehr Rendite gibt.

    Die 7,5% Durchschnittsrendite die ich in einem Kommentar oben gelesen habe sind mehr als konservativ im Handel mit Optionen. Würde ich pro Jahr nur 7,5% Rendite einfahren würde ich es gleich komplett lassen und mir einen ETF ins Depot legen.

    Also von meiner Seite ein klares Ja zum Kredit für den Wertpapiermarkt, wenn bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sind. Diese wären Erfahrung im Optionshandel und ein gutes Money-Management.
    Für gewöhnliche Buy-and-Hold Ansätze würde ich es selbst nicht weiterempfehlen, da niemand wissen kann wohin sich eine Aktie in der Zukunft bewegt.
    Beim Handel mit Optionen müssen wir aber nicht wissen wohin sie sich bewegen um Geld zu verdienen. Die Wahrscheinlichkeiten sind auf unserer Seite.

    Sehr guter Beitrag! Gerne mehr davon!
    mfG Chri

    Antworten
    • Hallo Chri

      danke für dein Kommi. Ich sehe das mit den 7,5 % auch nicht ganz so wild ehrlich gesagt. Aber hier kommt es tatsächlich auf die Erfahrung an. Anfängern möchte ich hier nochmals davon abraten, Aktien auf Kredit zu kaufen.

      Selbst bei Buy and Hold kann es interessant sein, wenn die Dividende stimmt und man das Ganze mit Optionen kombiniert. Stichwort covered Calls. Nachteil, die Positionsgrößen müssen dementsprechend sein.

      Aber man merkt das es ein Thema ist, welches selten bis gar nicht angesprochen wird. Genau das wollte ich mit dem Artikel erreichen 🙂

      Antworten
    • Hi!
      Die Kreditkosten in Deinem Beispiel sind extrem hoch.
      Bei einem professionellen Broker wie Interactivebrokers kosten die ersten 100k Euro Wertpapierkredit aktuell nur 1.5% Zinsen im Jahr. Darueber sind es 1.0%.
      Fuer erfahrene Anleger/Spekulanten ist gegen einen 10-15% Kredithebel nichts zu sagen, bei diesen Konditionen.
      Wie schon geschrieben, sollten Anfaenger davon allerdings die Finger lassen und lieber daran arbeiten, den naechsten Baerenmarkt emotional zu ueberstehen.

      Antworten
      • Hallo Maschinist,

        die Kredite habe ich direkt bei Banken angefragt. Verwendungszweck „Freie Verwendung“. Ich hatte nicht direkt nach Aktienkrediten ausschau gehalten.

  6. Die RSV kann man innerhalb der Frist (meist 14-30 Tage widerrufen ohne den Kredit zu widerrufen. Banken dürfen Kreditzinsen und Zusagen nicht koppeln an Produkte. Auch wenn es gängige Praxis ist.

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  7. Hallo lieber Kapitalist,

    Ja, in gewisser Weise begehst Du einen Tabu-Bruch, denn sagte schon Kostolany: Kaufen Sie niemals Aktien auf Kredit!

    Aus meiner Sicht besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Immobilien-Investitionen und Aktieninvestments in der steuerlichen Behandlung der Kreditzinsen. Während bei Immobilien die Kreditzinsen als Kosten die Steuerlast senken, ist dies bei Aktieninvestments im Privatvermögen nicht der Fall.

    Darüber hinaus ist die Strukturierung der Cash Flows wohl schwierig, da z.B. Dividenden selten ausreichen werden um den Kredit in ähnlich praktikabler Weise, wie Mieteinnahmen bei Immobilieninvestments, zu bedienen.

    Ich selbst habe von Aktieninvestments auf Kredit Abstand genommen, wenngleich ich einige Aspekte Deiner Argumentation (v.a. Inflations-Szenarien) gut nachvollziehen kann.

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    • Hallo FF,

      hier hast du vollkommen recht. Die Zinsen kannst du bei Aktieninvestments nicht bei der Steuer absetzten.
      Auch gebe ich dir vollkommen recht, das die Investments, anders als es bei Immos der Fall ist (sein sollte), die Raten nicht tragen werden.
      Hier kommt es aber meiner Meinng nach auf die Kreditgröße und auf die Laufzeit an. Aber wie ich auch geschrieben habe, man schränkt sich in gewisser Weise finanziell ein und macht sich abhängig von seinem Arbeitgeber.

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  8. Meiner Meinung nach ist das stark von der eigenen Risikodefinition abhängig.
    So würden viele Menschen dies vielleicht prinzipiell ablehnen und sagen, dass es viel zu risikoreich ist, weil wir uns dadurch weiter einschränken.

    Für mich kommt diese Vorgehensweise auch nur in Betracht, wenn ich die Kreditrate locker aus meinem freien Cashflow bezahlen kann, in den nächsten Jahren nicht vor habe den Beruf zu wechseln und der Markt eine relativ günstige Einstiegsmöglichkeit bietet.
    Ob ich das dann trotzdem durchführen würde, steht auf einem anderen Blatt.

    Schließlich weiß ich nicht genau, wie die Situation dann ist und ob ich das in den zumeist extrem volatilen Zeiten psychologisch verkraften kann.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    • Es ist eine höchst persönliche Frage, ob man sowas machen sollte oder nicht. Ich will da auch keine Empfehlungen aussprechen.

      Hier kommt es auf Erfahrungen an und wie sicher man sich bei seinem Vorgehen an der Börse ist. Wie du ja ansprichst, auch auf die eigene Bereitschaft, Risiken einzugehen.

      Antworten
  9. Felix von finanzblogroll.de verlinkt diesen Beitrag unter „Milchmädchenrechnung?“. Meiner Ansicht nach ein passender Titel, denn dieser Artikel ist ein schönes Beispiel dafür, wie man Äpfel mit Birnen vergleichen kann um sich dann selbst eine Entscheidung schönzurechnen.

    Fakt: Wichtig ist, was hinten rauskommt. Der Kredit kostet 452,38 € im Monat über 84 Monate. Dafür bekomme ich 30.000,00 €.

    Wie viel wird aus den 30.000,00 € in 84 Monaten?

    39.477,95 € bei einer Durchschnittsrendite von 4%
    45.108,91 € bei einer Durchschnittsrendite von 6%
    49.480,52 € bei einer Durchschnittsrendite von 7,41%
    51.414,73 € bei einer Durchschnittsrendite von 8%
    58.461,51 € bei einer Durchschnittsrendite von 10%

    Welches Endkapital erhalte ich, wenn ich 84 Monate lang je 452,38 € in einen Sparplan investiere?

    43.805,35 € bei einer Durchschnittsrendite von 4%
    47.047,36 € bei einer Durchschnittsrendite von 6%
    49.480,78 € bei einer Durchschnittsrendite von 7,41%
    50.536,95 € bei einer Durchschnittsrendite von 8%
    54.291,35 € bei einer Durchschnittsrendite von 10%

    Annahme für beide Berechnungen: thesaurierender Fonds bzw. Wiederanlage der Ausschüttungen

    Was bringt mir die Kreditaufnahme gegenüber der Sparplanlage?

    4% Durchschnittsrendite ==> Verlust von 4.327,40 €
    6% Durchschnittsrendite ==> Verlust von 1.938,45 €
    7,41% Durchschnittsrendite ==> Verlust von 0,26 €
    8% Durchschnittsrendite ==> Gewinn von 877,78 €
    10% Durchschnittsrendite ==> Gewinn von 4.170,16 €

    Das ganze ist eine Wette auf den weiteren Marktverlauf der nächsten 7 Jahre. Bis zu einer Durchschnittsrendite von ca. 7,41% über 7 Jahre gerechnet verliert man mit dem Kredit, darüber kommt man so langsam in die „Gewinnzone“.

    Kann man natürlich so versuchen, ist aber Glaskugelleserei und Spekulation. Mit Investition hat das nichts zu tun.

    Antworten
    • Danke für die Aufstellung die du hier gemacht hast, diese bietet einen schönen Mehrwert und Gegenüberstellung. Hääte ich mal dran denken sollen 😉

      Wie du ja schreibst, lohnt sich das ganze ab ca. 7,5%
      Auch wenn du schreibst, das dies wenig mit Investieren zu tun hat, sehe ich es gerade wegen den 7,5% anders. Etwas Timing vorausgesetzt! Den wir wissen alle, das der Markt um die 8 % – 9 % macht. Bei diesen 8% sind die Crashs der Vergangenheit mit eingerechnet. Wenn man nun ein wenig auf timing setzt und man kauft nach einem Crash auf Kredit, sind die Renditen ein vielfaches höher. Ebenfalls habe ich auf dem Blog auch bereits Möglichkeiten gezeigt, wie man die Rendite von Aktienbeständen steigern kann. Stichwort Optionen. Die 7,5 % sehe ich daher als möglich und realistisch, ohne enorme Risiken eingehen zu müssen.

      Antworten
      • Aha, mit „etwas Timing“ lässt sich das also richten. Ich sage ja: eine Wette auf den Marktverlauf und Spekulation. Nun soll ruhig jede(r) mit seinem/ihrem Geld machen, was er/sie für richtig hält. Für mich wär’s nichts.

        Bleiben die Fragen: Wenn du davon ausgehst, dass der große Crash kommt nachdem du dann mit Kredit richtig groß einkaufen möchtest – warum investierst du im Moment überhaupt jeden Monat 300 € in dein Depot und legst dir das Geld nicht auf die Seite, um dann beim Crash Cash zu haben. Oder investierst du die 300 € so, dass dein Depot vom Crash nicht niedergedrückt wird? Wenn ja – woher weißt du das?

      • Guten Fragen, ich versuche sie zu beantworten.

        Natürlich habe auch ich keine Ahnung wann der nächste Crash kommt. Mit den Dauerauftrag pushe ich mein Depot also einfach so weiter. Ich bin selten momentan voll investiert. Das meiste Geld liegt so da und wartet.
        Ichversuche aktuell gerade mal in zwei Unternehmen reinzukommen, welche mich in Summe nicht mehr wie knappe 10.000 € kosten werden. (Ich versuche reinzukommen ist darauf bezogen, das ich Aktien nur über Optionen kaufe, nicht mehr einfach so)
        Die anderen Mittel welche „tot“ rumliegen, werden dagegen für einfachere Stillhaltergeschäfte genutzt, einfach um das Konto weiter zu pushen.

  10. Ich finde das ist ein interessanter Ansatz.
    Die Idee hatte ich auch schon, aber ich finde die Risiken sind zu hoch.
    Zudem habe ich bisher in meinen 30 Jahren, aufgrund privaten Sparens noch nie einen Kredit benötigt.
    Aber dieses Szenario kann sich ja jeder selbst mal ausrechnen.

    Antworten
  11. Was du beschreibst habe ich bereits mehrfach in der Vergangenheit gemacht (2003 und 2009) und sehr gute Erfahrungen damit gesammelt. Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht aber tatsächlich, wie du schreibst das Timing: kaufen wenn die „Straßen voller Blut“ sind, und dann soviel wie nur irgendwie geht (hatte damals mehrere Kredite und sogar mehrere Kreditkarten voll am Anschlag um maximal Aktien kaufen zu können). Fairerweise muss ich aber auch sagen, das ich damals keine Familie hatte. Heute mit Frau und zwei Kindern würde ich das nur noch in begrenztem Maße machen, z.B. Wertpapierkredit bis höchstens 10% meines Net Worth.

    Antworten
  12. Sehr schwierig zu vermitteln, im Land der Festgeld und Sparbuchsparer.
    Du sprichst hier ein Tabu-Thema in der Finanzbloggerszene an, ich finde es gut 🙂
    GEnau wie du es beschreibst, was bei Immoblien normal ist, soll bei Aktien falsch sein? Nein auch eine Aktie ist ein Inflation geschützter Sachwert.
    In einem Punkt stimme ich aber nicht überein, es ist nicht wichtig seinen Finanzen im Griff zu haben, viel mehr muss man sich mit Investment und dem HAndl an der Börse auskennen! Nur eine mehrjähriger EIGENER positiver Trackrecord rechtfertig den Kauf auf pump! Wer mit den 30.000 los rennt und Daytrading bei einem CFD Händler betreiben möchte, der bewegt sich auf sehr sehr sehr dünnem Eis. Als Anfänger bin ich mir sogar sicher, verbrennt er das Geld komplett!

    Also Profi nehme ich aber den Kredit kaufe mir Aktien und kann diese sogar mit einem Wertpapierkredit noch weiter beleihen, ohne Schufa 😉 das kann dann schon richtig Spaß machen…aber auch richtig teuer werden und einen privat ruinieren!

    Kurzum, ich nutze meinen Wertpapierkredit oder das Marginkonto komplett aus. Nehme für mein Handel aber keine Kredite auf.

    Beste Grüße
    Fiet

    Antworten
    • Danke für dein Kommi.
      Für Anfänger ist dieses Gedankenspiel tatsächlich ein No Go. Hier sollte man schon erstmal Erfahrung haben. Ob man es dann wirklich macht, ist etwas anderes. Ich wollte nur die Möglichkeit aufzeigen.

      Antworten
  13. Hallo Martin,
    ich vermute, dass du deine Berechnung bewusst gewählt hast. Ich nehme die Vorlage gerne auf 🙂

    Ich denke, dass es eine Milchmädchenrechnung ist.
    Warum?

    1. Du rechnest die Ausdgaben für das Rauchen dagegen. Das hat mit dem Kredit und einer möglichen Rendite ja grundsätzlich nichts zu tun.

    2. Das Kapital von 30.000 € steht dir nicht über 7 Jahre zur Verfügung. Du zahlst ja regelmäßig deine Raten zurück und hast somit weniger Kapital für Investments zur Verfügung. Das durchschnittliche, dir zur Verfügung stehende Kapital beträgt 15.000 €. Um die Kreditgebühren und Zinsen in Höhe von 95,24 € pro Monat = 1.143 € pro Jahr zurückzahlen zu können, müsstest du mit deinen 15.000 € Durchschnittskapital eine Rendite von 7,6 % machen.

    Viel Erfolg! 🙂
    Felix

    Antworten
    • Danke für dein Kommi.

      Das mit dem Rauchen sollte eher ein Beispiel dafür sein, wie man unnötige Ausgaben streichen kann, um diese etwas sinnvoller einzusetzten. Sollte keine direkte Aufforderung sein.

      Bei deiner Rechnung mit den 15.000 € komm ich aber nicht ganz mit, um ehrlich sein. Bei dem Gedankenspiel sollte die Rate ja durch den Dauerauftrag, welcher sowieso auf das Depot läuft, getilgt werden. Sprich die 30.000 € wären als eine Auszahlung des zukünftig angesparten anzusehen. Der Kredit soll sozusagen durch Mittel getilgt werden, welche sowieso für Investments/Börse gedacht waren. Damit müssen die 30.000 € wieder nur die Zinsen und die Versicherung verdienen.

      Antworten
  14. Für mich ganz klar: Aktien auf Kredit ist ein NoGo für Privatleute. Für vermietete Immobilien ist es in Ordnung, da man die Zinskosten eben als Betriebsausgabe geltend machen kann. Aber für den Privatmann – am besten noch in Kombination mit gehebelten Produkten – sollte man es lassen. Kann jeder halten, wie er will, aber ich persönlich könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich mir im Falle eines Crashes nicht nur Gedanken über meine Investments selbst und meinen Arbeitsplatz, sondern zusätzlich auch noch um einen Kredit machen müsste. Dann lieber auf die paar Zusatzprozente verzichten, aber ruhig schlafen können…

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